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Donnerstag, 24. März 2011

Große Not

Gestern hab ich nach der Arbeit noch einen Trainingslauf am Rhein zum Ausnutzen des schönen Wetters gemacht. Nach 8 km musste ich mal. Man hat mir beigebracht, dass ich nicht so sehr ins Detail gehen soll, wenn ich über solche "Dinge" spreche.
Also lasse ich das und umreiße es nur mit zwei Worten. Es war "dringend" und es war "groß". 
Wohin also, wenn man sich am Rheinufer zwar genau da befindet, wo es wunderschön ist, aber genau deshalb ja auch nicht die einzige vor Ort. Warum auch nicht die zarten ersten Sonnenstrahlen mit den Kumpels zum Kicken auf der Wiese nutzen, den Spielplatz belagern, die Decke mit Leckereien ausbreiten, Räder, Inliner, Skateboards, Rollatoren vor sich herschieben und dabei verzückt aus der Wäsche gucken. 


Hätte die Sonne doch bloß schon genug Kraft, die Blätter an Büschen und Hecken ordentlich sprießen zu lassen. Hat sie aber nicht, dieser gelbe Schwächling. Noch nicht mal die Hasen können sich beim Rammeln vor notgeilen Blicken schützen. Doch - da ja nur wo Not auch eine Erlösung, gab’s in meiner großen Not auch eine große Lösung: Eine dieser übergalaktischen Toilettenhäuschen mit eingebauter Rundumreinigung. Da meine Not wie schon erwähnt SEHR GROSS war, war es auch mein Glück. Vor dem silbernen Kasten stand eine junge Frau. 


Ich: "Das kostet Geld, ne?"
Frau: "Ja, 30 Cent"
Ich: "Ähm, wie soll ich sagen? Ich hab kein Geld dabei, aber ähm..."
Sie: "Kein Problem. Ich gebe ihnen 30 Cent."
Ich: "Danke, das wäre total super und so weiter schwafel - danke - schwafel- danke..."


Dann geht die Tür auf und ein junger Typ kommt raus. Der oder ein Freund der Frau. Er guckt mich zwar etwas verdutzt an, hat dann aber gleich die Lage gecheckt. Ich will wirklich nur die 30 Cent von seiner Freundin und dann auch schnell weiter. Sie lässt mich sogar vor, obwohl sie offensichtlich auch total dringend muss. Warum hat er sie dann nicht vorgelassen? Hm.
Die Türen dieser Örtlichkeiten schließen im Zeitlupentempo und stellen mehr als nur meine Geduld auf die Probe.
Einmal zu, spielt klassische Musik. Dieses überdimensionierte Dixieklo samt Waschbecken, Spiegel und Wasserdruckspülung ist die erbettelten 30 Cent auf jeden Fall wert. So langsam wie die Türen schließen, gleiten sie auch wieder auf. Man steht ein wenig da wie ein Alien, der sein Ufo
verlässt. Leider kann man das Häuschen nicht gleich wieder betreten und sich so die Gebühr für die nächste Nutzung sparen, da sofort das interne Reinigungsprogramm gestartet wird. Man hört von außen nur lautes Wasserrauschen und ist froh vor und nicht in dem Ding zu stehen.
Ich bedanke mich mehrmals artig bei der netten Frau und setze meinen Lauf fort. 4 km sinds noch bis nach Hause und die schaffe ich jetzt locker.

P.S: http://www.gratispinkeln.de/

Dienstag, 16. November 2010

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Samstag, 13. November, 9:30 Uhr, Almasport in Düsseldorf-Oberkassel. Offizieller Start des Trainings für den Metro-Marathon 2011. Es regnet Bindfäden. Keine Besserung in Aussicht. 45 Minuten lang traben wir über den Rheindeich, laufen ein paar Tempowechsel und versinken in einer grauen Landschaft aus Pfützen und Matsch. Plitsch-Platsch.Am Sonntag nehme ich zum ersten Mal am Gymnastik-Abend teil. In mitten von gut hundert ächzenden Mitmenschen liege ich auf einer blauen Schaumstoffmatte, drücke mein schmerzverzerrtes Gesicht aufs Handtuch und kräftige meine Rumpfmuskulatur. "Die Gymnastik ist der Dreh- und Angelpunkt des Marathons" trichtert uns Trainer Holger gebetsmühlenartig ein. Ich bin bereit daran zu glauben und zwinge mich, noch einen Satz Sit-ups zu durchleiden. Immerhin ist Holger auch Tatortfan und die Plackerei nimmt rechtzeitig ein Ende, so dass ich pünktlich um 20:15 Uhr mit Pizza und Weizenbier vor der Glotze sitze. Am nächsten Morgen spüre ich dann "Jedem Anfang wohnt auch ein deftiger Muskelkater inne."

Donnerstag, 30. September 2010

Life is not measured by the number of breaths we take but by the moments that take our breath away. - Hilary Cooper

Zweiundvierzigkommaeinsnochwas Kilometer durch Berlin zu laufen, das war der Grund meines Berlin-Besuchs am vergangenen Wochenende. Ich hatte Mitte Mai ernsthaft mit dem Training begonnen, und bis auf drei mal eine Woche Pause (Urlaub, Gay Games und Krankheit) fleissig meine Trainingsumpfänge gesteigert. 30km konnte ich locker laufen, das wusste ich. Doch was würde danach kommen? Meine Hoffnung stützte ich komplett auf die "Wahnsinnsstimmung", die mir prophezeit wurde, und die wundersame Wirkung der klebrig süßen Powergels. Da es am Sonntag aber aus Kübeln goß und das Thermometer grade mal 13 Grad zeigte, war nicht mal Till Schweigers Hund auf der Strasse, wie er bei n-tv ins Mikro kicherte. Jubelnde, klatschende oder gar kreischende Menschen suchte ich lange. Bei Kilometer 21 gabs welche davon, und auch bei Kilometer 30, 33 und von km38 bis zum Schluss. Die tapferen, die an den Strassen standen, klammerten sich bibbernd an ihren Regenschirmen fest und suchten nach ihren Lieben. Ein Mensch radelte parallel zum Läuferstrom und schaute nach dem oder derjenigen, den es zu motivieren oder gar zu verpflegen galt. Plötzlich machte es *PENG*. Er hatte einen Laternenpfahl übersehen. Was in Köln stimmungstechnisch der Karneval ist, scheint in Berlin der Jazz zu sein. Alle 5km spielten Live-Bands und versuchten der Läuferschar rhythmisch einzuheizen. Bei mindestens 5 Jazzcombos bleibt mir das bis jetzt ein Rätsel. Jazz hat mit Stimmung so viel gemein wie Laufschuhe mit Pömps. Ob unter den Läufern besonders viele Plattenfirmenbosse waren, weiss ich nicht, aber so viele engagiert aufspielende junge Rockbands mit mir völlig unbekannten Kompositionen schienen darauf hinzudeuten. Die Marathonis selber waren in Berlin auch höchst individuell und hatten sich teilweise was ganz besonderes für diesen tollen Tag einfallen lassen. Rechnen die Leute eigentlich ernsthaft damit, dass jemand liest, was auf ihren Shirts steht? Fritz, Franz und Martina ist ja noch ok. Da kann man sie wenigstens mit Namen beschimpfen, wenn sie einem in die Hacken treten. Michael aus Bochum hatte am 26.09. Geburtstag und teilte dies jedem mit, der auf seinen Rücken schaute. Ich gratulierte ihm und er sah wenig begeistert aus. War auch schon bei Kilometer 32. Ein anderer hatte den unglaublich originellen Spruch "Für kürzere Laufzeiten" mit einem radioaktiv-Zeichen auf seinem Shirt. Als ein Fahnenträger - "Atomkraft nein Danke" stand drauf - zu ihm hinlief und sagte "Wir sehen und nächsten Monat im Wendland" wusste der mit der kürzeren Laufzeit gar nicht, was gemeint war. Verdutzt guckte er den mit der Fahne an und liess sich auf dem letzten Streckenabschnitt über seine Aufgaben als AKW-Protestler aufklären. Am Ende wurde es wahrscheinlich doch eine längere Laufzeit. Der Rest lief einfach im grünen Müllsack durch die Gegend und fand sich irgendwie toll. Die Sache mit den Powergels klappte schon ein bisschen besser als das mit der Wahnsinnsstimmung. Mein neues Startnummernband, das ich tags zuvor noch zum Schnäppchenpreis von 5 Euro auf der Marathonmesse erstanden hatte, umschloss die flutschigen Packs rechts und links an der Hüfte mit je zwei schlaufen. Als meine Nummer irgendwann einen merklichen Rechtsdrall bekam, zupfte ich sie erst einmal eine halbe Stunde lang brav in die zentrale Position unter dem Bauchnabel zurück. Schliesslich können die Fotografen mir ihre Schnappschüsse nur zuordnen, wenn meine Nummer lesbar ist. Als ich irgendwann zum ersten Gel griff, bemerke ich, dass sich eines bereits nach unten verabschiedet hatte. Nach dem Genuss des übrig gebliebenen, war die Balance wieder hergestellt und meine Nummer blieb artig vorne. Wer es noch nicht weiss: Die Gels halten nicht nur den Läufer auf Trab, sondern auch den Darm. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Anwohnern des Parks entschuldigen, in dem ich mich von meinen Problemen trennte. PowerBar reichte bei km 27 neue Gels in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Da ich ohne meine Brille blind wie ein Huhn bin, erwischte ich Vanille. Vanille-Eis, Vanille-Pudding und Vanille-Sauce sind akzeptabel, aber Vanille-Gel kommt gleich hinter Vanille-Parfum. Trotz allem - nach 4 Stunden und 24 Minuten, 3 Powergels, 2 Bananen, ca.1 Liter Wasser und Isoplörre und 2 Vaterunsern überquerte ich die Ziellinie. Alles an mir war noch heile, mein Kopf war voll mit Eindrücken und Erlebnissen und der Stolz und die Freude überwiegten den stechenden Schmerz in den Obeschenkeln bei weitem. Leider blieb mir nur wenig Zeit zum Geniessen, denn die bittere Kälte entpuppte sich bald als ärgster Feind. Nur schnell weg unter die warme Dusche.

Auf dem Bild: Die wahre Zeit

Dienstag, 7. September 2010

Wohin mit der Energie?

Seit Tagen plage ich mich mit der Frage: "Wohin mit den Energy-Gels beim Berlin-Marathon?". Wenn ich alleine Läufe über 20km bestreite, trage ich immer ein Fahrradtrikot. Das hat den Vorteil, dass auf der Rückenseite mindestens 2 Taschen sind. Dort packe ich dann Wasser und Verpflegung für den Lauf rein. Funktioniert wunderbar ohne das irgendwas ruckelt, schwappt oder scheuert.
Da ich in Berlin aber nicht auf eines meiner geliebten Fahrradtrikots zurückgreifen kann, weil ich ja das Leibchen meines Arbeitgebers und Sponsors (also vom Marahon) trage, muss ich Taschenlos an den Start. Nun gibt es für Läufer ja ein paar pfiffige Ideen der Sportartikelindustrie, solche Probleme zu lösen. Minitäschchen für durch die Schnürsenkel zu stopfen, um den Oberarm zu wickeln oder für ans Handgelenk. Es gibt Trinkrucksäcke und alle möglichen Um-die-Hüfte-Schnall-Dinger. Die haben sich in der Praxis aber als wenig tauglcih erwiesen. Kiloweise Vaseline und Bepanten mussten herhalten, um die wundgescheuerten Stellen zuzukleistern und den Hautschuppen beim Heilen Beine zu machen. Ratlos fragte ich das allwissende Internet und wurde fündig. Nachgemacht hab ichs noch nicht, aber die Idee des Holländers schaut doch recht vielversprechend auss:

Donnerstag, 29. April 2010

Düsseldorf-Marathon 2010

Bevor der April vorbei geht und nicht ein einziger Blofeintrag von mir erstellt wurde, beschreib ich mal kurz, was ich am Sonntag vorhabe. Am Sonntag, 02.Mai, startet in Düsseldorf um 9:30 Uhr der Metrogroup-Marathon.
Und wie in den letzten zwei Jahren, bin ich wieder mit einer Staffel dabei. Drei Herren und ich werden mal versuchen, den kaum vorhandenen Staub auf den piekfeinen Strassen der vornehmen Stadt ein wenig aufzuwirbeln und die Haute-Vole auf der Kö mit ordentlich Schweiss und Körperausdünstungen zu amüsieren.
Da ich mehrfach gefragt wurde, wo man am besten anfeuern kann, also vor allen Dingen natürlich mich (!!!), hab ich mal ne kleine Skizze meiner geplanten Laufroute erstellt. Einfach gesagt, ich laufe Streckenabschnitt 2 und 3. Unter www.metrogroup-marathon.de kann man nachsehen, wo diese langführen.
1) = da gehts los (das ist nicht der Start, das ist km 8,5 oder so)
2) = Oberkasseler Brücke (einziger Anstieg der Strecke. Ich muss rüber auf die andere Rheinseite und komme dann ca. 40 min später wieder zurück)
Hier kann man mich also super anfeuern oder fotografieren.
nach 2) gehts "irgendwie" noch mal gut 12 km durch Pempelfort und Derendorf.
3) da steige ich dann aus. Sollten dann 24 km auf der Uhr sein. Ich schnapp mir dann mein Rad und mach mich auf zu
4) zu Hause. da warten eine Dusche und ein frisches T-Shirt.
Von dort gehts zur Party ins Eigelstein, wo nach wochenlangen Entbehrungen Kölsch und deftigen Speisen gefrönt wird.

Ich freue mich natürlich über jede Frau und jeden Mann, die / der mir unterwegs zuschaut. Bis Sonntag!

P.S: Die blaue Strecke auf der Karte ist meine Abschlusstrainings-Runde von heute Abend. Ich bin zur Sicherheit mal überall vorbei gelaufen, wo es am Sonntag irgendwie wichtig ist.

Samstag, 9. Januar 2010

Schuhgrößenschlamassel

Gestern wollte ich mir ein Paar Gelände-Laufschuhe kaufen. Der viele Schnee, noch viel mehr vorhergesagter Schnee, die geplanten Wald- und Geländeläufe im ersten Quartal sind schliesslich Gründe genug, mal wieder neue Laufschuhe zu kaufen. In der Sportabteilung eines großen Kaufhauses mit grünem Logo präsentierten sich die geländefähigen Schuhe nach Größen sortiert. Meine Auswahl fiel auf ein paar orange-graue und ein Paar blau-rote. Frau O. schmuggelte noch ein Paar
schwarz-pinke dazu, das ich aber aus ästhetischen Gründen erst mal beiseite schob.
Jetzt ging es ans Anprobieren. Aus taktischen Gründen ziehe ich immer den günstigsten Schuh zuerst an. Zu groß.
Da ich in normalen Schuhen Größe 40 habe, wunderte mich das nicht, stand doch auch Größe 41.5 auf dem Etikett. Konsequent probierte ich danach den orange-grauen Schuh an. Der rechte war ganz ok, doch der linke war eindeutig zu eng.
Und jetzt begann der Teil des Schuhkaufs, der mich nachdenklich machte. In dem Schuh, der sowohl seitlich als auch vorne drückte, stand "Größe 40". In dem pinken Treter, den ich dann doch noch anprobierte, stand "Größe 41.5", und oh Wunder, der passte. Waren meine Füsse in kürzester Zeit um mehr als eine Schuhgröße gewachsen? Oder liegt es an den großen Temperaturdifferenzen,
dass sich die Füße, wenn sie von -5 auf +25 Grad hochheizen, überproportional ausdehnen? Einfach meinem Gefühl zu trauen wäre ja zu einfach gewesen. Folglich zog ich jeden Schuh mindestens 3 mal an und wieder aus, joggte quer durch den Kaufhof, hüpfte und sprang vorwärts wie rückwärts und machte den Schuhkauf zu einem wissenschaftlichen Experiment. Für Frau O. wurde es eine Geduldsprobe, die sie jedoch tapfer überstand. Ich solle es doch einfach lassen, hörte ich sie ein paar mal aus dem Off sagen, doch ich war viel zu beschäftigt damit, mich selber davon zu überzeugen, dass die Schuhe, die gefühlt passen, auch wirklich passen, obwohl die angegebene Größe nicht meine ist. Es konnte nicht sein was nicht sein konnte. Ich habe die schwarz-pinken dann aber doch gekauft und beschlossen, meine peinlichen Dehn,- Spreiz- und Streckübungen an anderer Stelle fortzusetzen. Zu Hause stellte ich dann fest, dass all meine Laufschuhe Größe 41.5 haben - nämlich die französische Größe. Das entspricht der deutschen Größe 40.5.
Faszinierend, wie schnell das Empfinden ins Wanken gerät, wenn einem ein Etikett was ganz anderes suggeriert.
Jetzt muss ich mich nur noch am Beautybeaufragten unbemerkt vorbei schmuggeln und niemand kann mich mehr aufhalten.cUnd schon gar nicht der blöde Schnee.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Köln-Marathon 2009

In einem Getümmel aus über 10.000 Läufern fand ich gegen 09:00 Uhr am Sonntag Morgen den Weg über die Startlinie in Deutz. 21 Km, 10 Viva Colonias und 2 Stunden 2 Minuten 20 Sekunden später überquerte ich überglücklich die Ziellinie. Aufgeregte Medienmenschen mit Kameras hüpften um mich herum, was aber nicht an meiner Spitzenleistung lag sondern daran, dass ich parallel mit Herrn Roters, Kölns to-be Bürgermeister gefinisht hatte. Mir war das in dem Moment völlig wurscht, denn ich wollte ja besagte, egal ob Fleisch- oder Blut, mit Suppe, Schmalzbrot und Kölsch im REWE-Verpflegungsdorf ergattern. Nur schade, dass ich dort nicht alleine war. Zwischen tausenden Läufern, eingewickelt in wärmende Plastikfolien, umwabert von einer penetranten Wolke aus Schweiss und schlechtem Atem, spülte mich eine Menschentraube an den Tee-Stand. Und gleich daneben breiteten flinke Hände auch schon ein Meer aus Baguettstümmelchen, Fleischwurstscheiben und Blutwurstbrocken vor mir aus. Herrrrrlich!


Mittwoch, 30. September 2009

Am Sonntag ist wieder Köln-Marathon.

Eins der schönsten Dinge an diesem Erlebnis-Marathon ist sicherlich die Zielverpflegung im REWE-Verpflegungsdorf. Hier nur ein Auszug aus dem Warenangebot für erschöpfte, krampfgeschüttelte Läufer: Reissdorf, Studentenfutter, Kekse, Quarkbällchen, Wurst, Baguette, Schmalzbrote, Fleischbrühe. Ich glaub, ich fang jetzt schon mal damit an, mir ein after-run Menu zusammenzustellen. Auch wenn ich "nur" die halbe Strecke absolvieren werde komme ich in den vollen Genussdieser sorgsam zusammengestellten Sportlernahrung. Vielleicht stopfe ich mir noch ein paar Quarkbällchen für später in die Jackentasche. Immerhin ein Vorteil von schlechtem Regenwetter. Die Tendenz geht zu mehr Kleidungsstücken mit Taschen. Die Spezialbekleidungshersteller haben ja längst den Trend zur versteckten Tasche auch am noch so kleinen Stofffetzen erkannt. Da bleibt neben Platz für Schlüssel, iPod und Energiegel auch noch ein Eckchen für Wurst. Was für Wurst eigentlich? Currywurst oder Blutwurst? Bin ja schon gespannt wie Bogenschütze Bolt. Am Abend dann mit ordentlich Zwiebeln und Bratkartoffeln in die Pfanne gehauen und das Regenerationsmampfen ist gesichert.

Startzeit: 08:45 Uhr, Ottoplatz in Köln-Deutz
Startnummer: F27810

Donnerstag, 10. September 2009

Viel los in dazzledorf

Gestern nach Feierabend noch schnell aufs Regenradar geguckt und mich schweren Herzens gegen eine Radtour mit Scotti entschieden. Da ich nun spontan den Abend bis zum Anstoß in Hannover beim Fußball-Länderspiel der Deutschen gegen Berthis Buben frei hatte, zog ich aus, einen Frisör in Flingern zu finden, der Zeit für mein Haar hat. Bei Nuriel, gleich neben dem Nooij, wurde ich von der Chefin persönlich empfangen und bekam auch gleich einen Termin. Sehr angenehme Atmosphäre, typisch Flingern, coole Leute, ordentliche elektronische Musik und nicht so'n Schicki-Micki Getue. Sogar die Haare waren vom feinsten in Form gebracht. Auf dem Heimweg erfuhr ich, dass Renate Künast des mittags im Sattgrün gespeist habe. Ganz schön was los hier im Veedel.
Wenn ich heute Abend nach dem hoffentlich gewonnenen Europameisterschafts-Endspiel von Silvias Ladies noch Kraft und Lust habe, werde ich "sehenlernen". Das ist Kunst, die auch mir Spass macht. Kann man quasi im Vorbeilaufen konsumieren - was ich dann mal ausprobieren werde. Fast alle Seh-Fenster befinden sich nämlich an meiner Laufstrecke.

Mittwoch, 26. August 2009

Run of Colours

Am Samstag fand in Köln zum ersten mal der "run of colours" statt. Es handelt sich dabei um ein Charity-Sport-Event zuGunsten der AIDS-Hilfe Köln. Am schönen Tanzbrunnen, idyllisch im Rheinpark, Domblick inklusive, ein Schippchen Galmour Glamour und ein Quentchen Sport. Schon war ein neues Highlight im Kölner Veranstaltungskalender geboren, das die Presse gar nicht so richtig in eine Schublade packen konnte oder wollte. Es ging ja schließlich um von allem etwas, aberdoch im wesentlichen ums Spenden für die AIDS-Hilfe. Zugegeben, mich hat das auch überzeugt, denn Stadtläufe gibt es viele und da wähle ich mitlerweile schon ein bischen genauer aus, wem ich mein Geld gebe. Das dachten sich ausser mir auch noch 1200 weitere sporliche Menschen und stellten sich um 19:00 Uhr mit einem gelben Luftballon ausgestattet an die Startlinie um sich über 5km oder 10 km zu beweisen. Unter ihnen auch so klanghafte Namen wie Klaus Vincon, Isabel Varell, Klaus Nierhoff (Lindenstrasse), Jo Weil (Verbotene Liebe), die einfach-nicht-fehlen-dürfende Elfi Scho-Antwerpes und, wie könnte auch er sich eine Blöße geben, everybody's darling und Spitzenkandidat der SPD, Jürgen Roters. Und ich mittendrin. Ganz ehrlich - ich bin eine Superzeit gelaufen und habe die zwei Runden vorbei am Hyatt, über die Deutzer Brücke, trepperaff zur Altstatt, trepperauf am Dom, Hohenzollernbrücke, Rheinpark und noch mal von vorn aufs herrlichste genossen. Die Organisation war auch bombig - alles hat gepasst, von der Startnummernausgabe bis zur Zielverpflegung. Den Run of Colours kann ich nur jedem ans Herz legen. Nächstes Jahr im Rahmen der Gay Games mitmachen, Gutes tun, Spass haben. Der Anhäufung von B-Prominenz kann man übrigens ganz einfach entkommen, wenn man nur einigermassen schnell läuft.

Freitag, 12. Juni 2009

Rain-Run

Gestern war ich für mindestens drei Stunden an der frischen Luft. Also draußen, da, wo die dunklen Wolken vorbeizogen, der kalte Wind wehte und die nassen Regentropfen vom Himmel fielen. Davon nicht grade wenige und schon garnicht selten. Für einen Junitag soll sich das Wetter mal ordentlich schämen. Das war nix! Und dennoch hatt ich mich aufgerafft, die Laufschuhe geschnürt, das Auto von Düsseldorf nach Köln bugsiert und für 10 Euro zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Eine Startnummer für den frontrun für fraiheiht erworben und 10 Euro an amnesty international gespendet. Überrascht war ich dann doch darüber, dass ich dies nicht alleine tat. 100 Menschen oder mehr drängten sich bei strömendem Regen in ein Registrierungszelt, das mal als Sonnenschutz gedacht war. Statt nackter Beine sah man das komplette Sortiment eines großen Kölner Outdoorgeschäfts, inklusive Wollmützen. Auf den Jahnwiesen nebenan kickten die Frauen- und Männerteams um den Sieg beim Come-Together-Cup. Dort sahich auch zum ersten Mal Schiedsrichter mit Regenjacken auf dem Spielfeld. Bis zum Start um 12 Uhr wärmte ich mich noch ein wenig im Auto auf, um dann an moderierter Gruppengymnastik zum Aufwärmen teilzunehmen. Man sollte viel öfter PublicGym anbieten. Die Menschen würden in Scharen von ihren Sofas kriechen, weil es was zu lachen gibt. Ausser ein paar regendurchnäßten Auswechselspielern nahm unsere Verrenkungen aber niemand wirklich wahr,so dass pünktlich um 12 Uhr der Startschuss fiel. Der Kölner Stadtwald hatte sich in einen schlammigen grau-braunen Matsch-Parcours verwandelt, der alle TeilnehmerInnen vor die Wahl stellte, die Monsterpfützen entweder zu umlaufen oder zu überspringen.Und trotz all dem: Die Stimmung war großartig, meine Zeit war top, ich gefalle mir sogar auf dem Finisher Foto und den zwischenzeitlichen Regen hab ich garnicht bemerkt.
Danke liebe Frontrunners, bei Euch lauf ich immer wieder gern!

Freitag, 15. Mai 2009

Zoolauf

Ich gebe zu, manchmal tue ich verrückte Dinge. 100km Radfahren gehört für einige Menschen dazu,
für andere zählt schon, dass ich sonntags um 8 Uhr aufstehe. Jeder Jeck ist anders und jeder nach seinem / seiner Fasson. Morgen mach ich mal was wirklich verrücktes. Das einzig normale daran ist, dass es nur 5km sind und der Start erst um 18 Uhr ist.
Ein Volkslauf im Duisburger Zoo.
Die Zuschauer müssen raus, die Tiere bleiben da und spielen Zuschauer. Rainer und ich bilden
eine Staffel und jeder von uns läuft 2 x 2,5km durch den Tierpark. Dabei unterstützen wir mit unserer Teilnahmegebühr den Bau des neuen Affenhauses und feiern mit allen Duisburgern der 75. Geburtstag
ihres Zoos.

Samstag, 18. April 2009

Laufgerüche

Meine aktuelle Lieblingslaufstrecke geht durch den Hofgarten, am Rhein entlang zur Theodor-Heuss-Brücke und wieder zurück.
Die Strecke ist gut 10 km lang, bietet einen traumhaften Panoramablick auf die Stadt, ich kann bei Bedarf kleine Sonderlöckchen einbauen oder mit den Rheinschiffen um die Wette laufen. Weil es da so schön ist, laufe ich diese Schleife schon seit mindestens 3 Monaten fast wöchentlich, so dass ich
mittlerweile fast jeden Baum persönlich kenne. Bei so viel Vertrautheit fallen die dicken Elefanten vom Zirkus Roncalli, der sich grade auf den Rheinwiesen ausbreitet, schon arg ins Gewicht. Doch neben diesen schwer zu übersehenden Veränderungen entlang derd Strecke, gab es insbesondere gestern Abend ein beeindruckendes Geruchskonzert.
Der Rhein riecht meistens nach Rhein. Das heißt, zieht man mal den Dieselgestank der Frachtschiffe, Möwenschiss und die Schnitzelpommesschwaden der Hotelschiffe ab, riecht er unterm Strich nach nichts. Auf den Rheinbrücken vermischt sich das ganze noch mit Autoabgasen. Bin ich erst mal den
verkehrsreichen Zubringerpfaden entkommen und laufe butterweich gebettet entlang des Stroms, wabert regelmäßig Zigarettenqualm der von mir überholten Fußgänger in meine geweiteten Nüstern. Spannend wirds, wenn ich mich Gruppen unter 18-jähriger mit lila Kapuzenjacken und schiefsitzenden Basecaps näher. Dann nimmt der Qualm eine süßliche Note an und lähmt hin und wieder dankenswerterweise mein Schmerzempfinden.
An Wetterwechseltagen wie gestern bergen stehende Gewässer einen undefinierbaren Mix an ekelerregenden braungrünen, dem Tod geweihten Modder-Gestänken. Da hilft nur schnelles Umschalten von Lungenzügen auf Flachatmung. Entschädigt wurde mein feines Näschen dann später im noblen Düsseldorfer Hofgarten. Die Landschaftsgärtnerschaft hatte frischen Rindenmulch zu einem 2m hohen und 10m langen Wall aufgehäuft. Höchst angenehmer Duft ging davon aus. Weil braune Dinge üblicherweise sehr unangenehm riechen, war ich äußerst verzückt und trabte gut gelaunt gen Ziellinie.
Freue mich schon auf die Grillsaison, wenn sich Bruzzler-Schwaden mit den Schweißwolken der fußballspielenden Bleichgesichter vermengen.

Mittwoch, 4. Februar 2009

"Wo laufen sie denn...?"

Kennt noch jemand diesen berühmten Satz aus einem Loriot Sketch? Zwei Männer auf der Pferderennbahn kommentieren das Geschehen.



Hätten die damals schon GPS gehabt, wäre diese Frage nie gestellt worden. Denn dank GPS wissen wir jetzt jederzeit, wo wir sind, wo wir waren, und sogar, wie schnell wir uns zwischen A und B bewegt haben. Man braucht dafür nur eines dieser sündhaft teuren GPS Geräte fürs Handgelenk oder die Hosentasche und einen Satelliten. Richtig gelesen. Einen Satelliten braucht man dringend. Den kann man sich aber mit anderen bewegten Menschen teilen und der kostet glücklicherweise auch weder Wartung noch Miete noch Nutzungsgebühr. Nur, finden muss man ihn, und das geht nicht immer so geschwind.Vor zwei Wochen begann wieder das offizielle, organisierte Lauftraining zum Metro-Marathon in Düsseldorf. Ich bin wieder dabei und musste zu meinem Erschrecken feststellen, dass kräftig aufgerüstet wurde. Kaum noch einer, der ohne mobiles Navigationsgerät seine Trainingsläufe absolviert. Der Trend geht sogar schon zur Mehrfachmessung, denn es könnte ja ein Gerät ausfallen oder ein Satellit seine Bahn verlassen. Die hochtechnisierten Messgeräte, die in den meisten Fällen auch noch fotografieren, Musik spielen und telefonieren können, müssen natürlich verstaut und verkabelt werden. Wenn dann alles scheuerfrei in, an und unter der Funktionswäsche verschwunden ist, gleiten die flinken Fingerchen über dieTastatur, auf der Suche nach dem passenden Trainingsprogramm. Nur noch ein paar Umgebungsparameter eingeben, persönliche Zielsetzung bestimmen und...auf die Antwort eines Satelliten warten. Während ich zu diesem Zeitpunkt oft schon dreimal die Geduld verloren habe, kommt von meinen Laufpartnern nur ein hochkonzentriertes Brummen. Irgendein Puls rast vor Ungeduld in die Höhe und bringt jemandes anderen Uhr zum Piepen. Plötzlich trabt einer los und alles ist so wie früher. Fast. Während des Laufs bekommt man Geschwindigkeiten zugehechelt, Durchschnitte und Peaks werden ausgetauscht und die maximale Herzfrequenz wird verglichen. Ich danke dann immer artig für die Informationen und erfreue mich an der Landschaft. Wenn man zu viele Fragen stellt bekommt man am nächsten Morgen eine Email mit allen Geo-Daten der absolvierten Trainingseinheit. Die beweisen dann, dass es beim Anstieg mit der Geschwindigkeit runter und mit dem Puls hoch ging. Das ist nah an der Revolution.

Dienstag, 27. Mai 2008

Gelaufen

Ich lehne mich nicht so gerne mit guten Ergebnissen aus dem Blog-Fenster, noch ungerner natürlich mit
schlechten. Damit niemand auf die Idee kommt, mein Frontun sei schlecht gewesen, preise ich hier und jetzt doch noch meine fabelhafte Bestzeit von 56:14 an. Im Ziel ein kleines bischen mehr stolz als erschöpft konnte ich gar nicht oft genug auf meine Hightech-Uhr gucken. Ich war tatsächlich in meinen Augen gesehen schnell. Allerdings nicht schnell genug, um noch eine Banane zu erhaschen. Die waren von den noch schnelleren Läuferinnen und Läufern - oder von denen, die nur 5km zurückgelegt hatten, vernascht worden. Mein Gutmenschentum fand übrigens an diesem Tag keinen krönenden Höhepunkt mehr, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.


Mittwoch, 21. Mai 2008

Woran ich denke...

wenn ich an den Lauf für Fraiheit denke. Der findet morgen um 12:00 Uhr in Köln an den Jahn-Wiesen statt. Die frontrunner vom SC Janus haben dieses schmucke Charity-Event im Rahmen des Come-Together-Cups organisiert, und ich hab mich zum Mitlaufen angemeldet. Vier mal 2,5 km im Kreis. Ich fahr da morgen, an meinem freien Feiertag hin, lauf ein bischen stupide durch den Stadtwald und schwitze ein paar verhaltene Schwißperlen für mehr Gerechtigkeit in der Welt. 2 Euro meines Startgeldes gehen an ai, was gerade mal 50 Cent pro Runde oder 20 Cent pro km ausmachen. Die restlichen 8 Euro habe ich wahrscheinlich in isotonische Getränke investiert.
Wie mir scheint, ein klares Mißverhältnis. Nun denke ich darüber nach, ob ich dieses Mißverhältnis gerade
rücken kann, indem ich irgendwas schlaues mache. Ich könnte mein Laufshirt bei ebay versteigern, beim Laufen von den Zuschauern Geld einsammeln, oder einfach noch ein bischen dazu spenden.
Ich hab ja morgen 10km lang Zeit, darüber nachzudenken.

Montag, 5. Mai 2008

Geschafft

Nach exakt 3 Stunden 56 Minuten und 13 Sekunden lief unsere Staffel durchs Ziel. Das war trotz fühlbar intensivem Sonnenschein eine super Zeit und wir vier hatten Grund genug uns im Ziel über das literweise zur Verfügung stehende (Rhein???) wasser herzumachen, und anschliessend im von der Firma großzügig gespendeten Kölsch zu baden. Meine Begeisterung über Zuschauerzuspruch an der Strecke, incl. musikalischer Beschallung, Verköstigung, Ausschilderung und Sperrungen war enorm. War ich doch mit eher niedrigen Erwartungen auf die Strecke gegangen. Das, was mir an Freude und Lebendigkeit von den anwesenden Zuschauern entgegenkam verursachte sogar einige Male Gänsehaut. Hut ab!
Mit meiner eigenen Leistung bin ich auch sehr zufrieden. 1:27.12 auf 15km macht mir Hoffnung für den Leverkusener Halbmarathon am 08. Juni. Ich werd halt fröhlich weiterlaufen...

Donnerstag, 17. April 2008

Laufen ohne messen

Heute stand wieder Marathon-Training auf dem Programm. Da wir krankheitsbedingt nur zu zweit waren, stimmten wir uns schon mittags per Mail auf einen längeren Lauf am Rhein ein. 90 Minuten sollten es schon werden. Kurz vor dem Start mußte ich feststellen, dass die Batterie an meinem Laufsensor leer war. Das hieß, dass ich auf eine Strecken- und Geschwindigkeitsmessung verzichten mußte. 6 Wochen laufe ich jetzt mit diesem Polar Hightech Gedöhns, und schon bin ich ihm verfallen. Es ist aber auch zu verlockend, nach jedem Lauf am Rechner die Daten zu synchronisieren und die gelaufenen Kilometer zu addieren. Heute war dann eben nix mit Durchschnitts- und Maximalgeschwindigkeit und zurückgelegter Meter. Och ja, es war trotzdem nett, sonnig und am Ende habe ich kaum gemerkt, dass es 14km waren.
(Mein Laufpartner hatte ja zum Glück noch so ne Uhr ;-)

Mittwoch, 16. April 2008

Die Zeit läuft


Noch 17 Tage, dann starten Frau O. und ich beim Düsseldorfer Marathon. Wir sind beide je Teil einer Staffel und werden so ca. 11 km durch die Vorgärten und Shoppingmeilen der Düsseldorfer traben. Gestern wurden wir professionell ausgestattet. Die Shirts sind leider unisex geschnitten, klar, Männer-und Frauenoberkörber sind ja auch gleich geformt, und deshalb so richtig schön eng um die Taille. Wer zuguckt erkennt uns an den feuerroten Leibchen und den wahrscheinlich ähnlich eingefärbten Köpfen.