Samstag, 20. März 2021

Corona Diaries - Folge 17543

In meinem Podcast-Listening-Wahn begegne ich immer öfter dem Phänomen, dass die PodcastmacherInnen die soundsovielte Folge feiern. Scheint eine neue Disziplin unter den Podcastenden zu sein, sich damit zu rühmen, wie viele Folgen man schon aufgenommen und „on-air“ gebracht hat. Als Podcasten noch nicht soo in war, also quasi noch eine Art Geheimtipp unter Insidern und der Blog noch gehyped wurde, schrieb auch niemand in jeden Blogartikel, der wievielte dies sei. Ein vergessener Trend, den ich hiermit eventuell aufnehmen werde.


Was ist passiert? Worum gehts?

Ich bin nach 3-wöchigem Kuraufenthalt wieder zurück im Alltag angekommen. Endlich wieder Großeinkäufe im Supermarkt tätigen, kochen, waschen, putzen, Homeschooling. Was für eine Freude. Immerhin ist einer meiner Wünsche in Erfüllung gegangen, dass nach der Kur der Frühling beginnt. So wettermäßig mit angenehmen Temperaturen zum draußen Verweilen und Eisessen. Wenigstens für ein paar Tage hatten wir Temperaturen oberhalb der 15 Grad-Marke und der Große Sohn durfte nachmittags schon in Shorts draußen spielen.
Wie haben sogar Marshmallows in Nachbars Garten gegrillt und den im Winter erworbenen Grill genauer inspiziert. Nur für den Fall, dass es bald losgehen könnte.

Mein zweiter Wunsch, dass die Inzidenzen so weit sinken, dass man wieder halbwegs normal am Leben teilnehmen kann, ist offensichtlich nicht erfüllt worden. Es muss ja auch noch Luft nach oben geben.

Immerhin darf der große Sohn jetzt alle zwei Tage wieder in die Schule gehen und der Junior sogar täglich in die Kita. Das hat den großen Vorteil, dass von dem großzügig angelegten Tiefenentspanntheits-Puffer aus der Kur noch ein bisschen länger gezehrt werden kann. Ich darf es jetzt bloß nicht übertreiben, die gewonnene Freizeit mit hyperaktivem Multitasking aufzufüllen. Online-Yoga, Binge-Watching, Good-Book Reading oder healthy cooking müssen erst mal noch ein bisschen warten, denn die Steuererklärung will ja auch noch gemacht werden. 

Und sonst so?

In meiner nächtlichen Freizeit hab Ichs geschafft, die AmazonPrime Neuverfilmung von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu gucken. 
Marc Raabe schreibt richtig gute Krimis (Achtung, Leseempfehlung).
Mit der Podcast-App beim MacOS Big Sur stehe ich immer noch auf Kriegsfuss. 

Podcast Highlights der letzten Wochen: 

Barbara Schöneberger und Judith Rakers unterhalten sich in „Waffeln einer Frau“  über die Haltung von Hühnern als Haustiere.
Cherno Jobatey lebt noch (habe ihn eines frühen morgens bei Maischberger im Talk gehört und der Tag begann nicht besonders harmonisch).
"Zwei Herren mit Hund“ befindet sich grade im Aufstieg in die Liste meiner Top 5. Dort sind aktuell:
  1. Apokalypse und Filterkaffee
  2. Mit den Waffeln einer Frau
  3. Hörbar Rust
  4. Klein aber Hardt. Hier möchte ich Folge #102 ganz besonders empfehlen. Habe endlich die Antwort auf die Frage bekommen: „Auf welcher Seite meines Autos befindet sich noch mal der Tankdeckel?“. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in Zeiten des Durchdigitalisierungswahns gibt es durchaus noch ikonographische Lichtblicke, wie sich aktuelle Informationen auch clever anders verpacken lassen. Horcht mal rein.
  5. Hotel Matze
  6. Lage der Nation

App-Neuentdeckung: KäptnCook.

Das erste Rezept, das ich aus dieser App nachgekocht habe ist eine vegane Tahin-Ramen. Unglaublich lecker, allerdings auch eine unglaubliche Herausforderung, alle Zutaten - vor allem Tahin - zu kaufen. Wurde letztendlich bei DM fündig. Da gibts ja mittlerweile mehr Lebensmittel als Duschgel-Sorten. Vielleicht kommt ja im Lockdown-Erfindung-Wahn ja bald mal jemand auf die Idee, Hygieneprodukte und Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Dabei käme dann evtl. eine Pfirsich-Sesam-Hafer-Ravioli-Gesichtsmaske heraus. Alles selbstverständlich vegan und ohne Mikroplastik. 

Montag, 8. März 2021

Fünf

Deinen fünften Geburtstag feiertest du mit deiner Mama in der Kur in Carolinensiel. Was anfangs klang wie eine große Einschränkung, entwickelte sich zu einem echten Glücksfall. Da alle Kinder und Erwachsenen um dich herum regelmäßig getestet wurden, hattest du die Möglichkeit halbwegs „normal“ zu feiern. Es gab also einen Kuchen, es wurde gesungen, gelacht und auf den Fluren des Kurhauses wild getobt. Die Familie gratulierte ganz herzlich per Videobotschaft, und die Tatsache des Weit-Weg-Seins eröffnete natürlich allen Daheimgebliebenen die Möglichkeit, kleine Päckchen mit Süßigkeiten und Geschenken zu schicken.

Du warst gut beschäftigt, alles auszupacken und zu bestaunen:

Hotwheels-Autos, eine Piratenstation von Playmobil, Captain Cody von Lego, ein paar weitere Playmobil-Figuren, ein kleiner Plüschaffe, den du „Bobby“ nanntest.





Nach unserer Rückkehr ins coronaverseuchte Düsseldorf, vermieden wir jegliche Partyplanung erst einmal, da die Inzidenz einfach zu hoch war. Erst nachdem die Schulen wieder vorsichtig öffneten und der Frühling zaghaft Einzug in die Lande nahm, begannen wir einen Kita-Freund nach dem anderen zu uns nach Hause einzuladen. Dieses Ritual wiederholten wir insgesamt dreimal, dann fühlte es sich irgendwie „done“ an. Je ein Kind deiner Wahl kam für einen Nachmittag nach der Kita zu uns nach Hause, verspeiste mit uns Donuts, spielte mit dir und manchmal auch mit deinem großen Bruder, sorgte mit dir gemeinsam für maximalen Krach und größtmögliche Unordnung und brachte dir zauberhafte Geschenke mit.


Mit deinen fünf Jahren bist du jetzt schon ein richtig selbständiger und selbstbewußter Junge. Du weißt genau (machmal etwas zu genau) was du willst. Zum Beispiel dann, wenn du aus der Müslipackung nur die großen knusprigen Klumpen haben möchtest, und nicht die kleinen bröseligen. Oder, wenn du dein Toast genau in 22 kleine Stückchen geschnitten hättest.
Wenn du deinen Kopf durchsetzen willst, zeigst du der Welt, was „stur“ ist, und gehst dafür manchmal beinahe mit dem Kopf durch die Wand.


  • du liebst Zahlen und zählst alles, sogar die Erbsen auf deinem Teller
  • die Zahl 22 ist deine Lieblingszahl
  • du hast einen unerschütterlichen Glauben daran, dass es die „Zehnundzwanzig“ gibt, und dass ich 1000 Jahre alt bin.
  • Dein unbändiger Wille hat dir geholfen in nur einer Nacht den Schnuller komplett überflüssig zu machen
  • Du liebst Bewegung, am liebsten Fussballspielen mit dem großen Bruder oder um die Wette rennen mit den Mamas
  • Du bist ein kleiner Charmeur und wickelst beinahe jedeN um den Finger
  • Du bist neugierig, experimentierungsfreudig und unbeschwert.
  • Du liebst die Römer, insbesondere ihre Kämpfe, Legionen, Uniformen, Feldherren, etc.
  • Mit einer Toni-Box konnten wir dir endlich die Welt der Hörspiele näher bringen.
  • Du hörst gerne HuiBuh und schaust gerne Miraculous
  • Deine Leibspeise ist immer noch Pizza Margherita. Was auch immer geht: Chicken Nuggets , Frikadellen und Magnum Eis. Gemüse ist für dich überbewertet.