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Montag, 8. Juni 2009

Trainingslager

Von Freitag Abend bis Sonntag Mittag war ich mit meinen geliebten Rheinperlen in Übach-Palenberg im Trainingslager. Wir machen das seit mindestens 10 Jahren immer im Mai oder Juni. 20 Homosexuelle fahren raus aufs Land um dort zu schwimmen. Ausser schwimmen, essen und schlafen tun wir quasi nichts, denn mit fortgeschrittenem Alter reichen dazu die Kräfte nicht mehr. Manche raffen sich Samstags morgens noch zu einem Shopping-Türchen in die City auf und besuchen Aldi und DM zwecks Auffüllung der Futtertröge und Beauty-Cases. Nach jahrelanger Tradition war die Verkäuferin im Sportgeschäft auch nicht mehr pikiert, die männlichen Perlen in der Damenabteilung zu beraten. Die Ausrede, das sei alles für die Schwestern und Nichten, kennt sie längst.
Da so ein Wochenende wunderbar quantifizierbar ist, hier mal ein paar Eckdatenfür diejenigen, die sich nicht so viel darunter vorstellen können:(Die Zahlen sind meine eigenen ca.-Werte):

  • Geschwommene Meter: 12.000 m
  • "I will survive gehört": 6 mal
  • geduscht: 7 mal
  • sauniert: 1 mal
  • Turnhallenmief eingeatmet: 120 min
  • mit dem Bauch auf einer Turn-Bank gelegen: 8 mal
  • getrunkene Biere: 2 l
  • verzehrtes Fleisch: 1 kg (ausser Vegetarier)
  • verschmierte Feuchtigkeitscremes: 250 ml
  • Süßigkeiten und Knabberzeug-Konsum: deckt den Jahresbedarf mindestens 2-fach
  • Besuche bei Aldi oder DM: 3
  • sich gelangweilt: garnicht
  • die Trainerin für verrückt gehalten: 2 mal
  • sich selbst für total verrückt gehalten: 3 mal
  • darüber nachgedacht, eine Verletzung vorzutäuschen: 1 mal
  • froh gewesen, dabei zu sein: immer

Dienstag, 15. Juli 2008

Abenteuer

Morgen starten Frau O. und ich in ein 12-tägiges Abenteuer. Früh morgens gehts mit dem grünweißen Flugzeug dahin, wo der Regen wohnt. Wir werden dem irischen Plitsch und Platsch brav ein "Hello, nice to meet you" entgegen schmettern, und uns dann um die geschwängerte Familie und Freundinnenschaft kümmern. Eine Zugfahrt in den Süden ist diesmal genau so neu wie die definitive Absicht das knüppelharte Fitnessprogramm unserer heimischen TrainerInnen endlich auch "abroad" mal durchzuziehen. Ob mich die widrigen Wetterverhältnisse oder Schwimmbäder mit ungeeichten Bahnlängen von meinem Vorhaben abhalten werden, wird sich spätestens am 24. und 25. Juli in Barcelona zeigen, wenn ich dort bei den sagenumwobenen EuroGames an den Start gehe. Ich will garnicht daran denken, wie ich mich nach 50m Delphin fühle, wissend, ich muss noch 150m weiter schwimmen. Nein, keine Chance Ihr europäischen Schwimmlesben, die ihr danach lechzt, daß ich auch nur den Ansatz einer Schwäche zeigen könnte. Wie ein Torpedo werde ich durchs katalanische Wasaser pflügen, meine Arme werden elegant wie Albatrosschwingen über der Oberfläche kreisen, mein Kopf wird kühl und berechnend sein, mein Anschlag exakt getimed. Ihr habt keine Chance, vergeßt es, denn Ihr habt nicht das Trainingslager in Übach-Palenberg überlebt, nicht bei Minusgraden im Freibad trainiert und keine 100-Liter Infusion irischen Tees erhalten.

Und vor zwei Stunden im Freibad, lausekalt, fette graue Regenwolken am Himmel, der Wind pfeift durch die Ritzen der Umkleidekabinen. Ich rubbel mich irgendwie warm, will nix wie weg nach Hause ins 'Warme', da fangen neben mir zwei Mädchen an zu singen, als sei draußen 30 Grad und Sonnenschein.
"...let me take you by the hand I lead you through the streets of London and show you something to make you change your mind." Das war richtig herzerwärmend. Was soll da noch schief gehen?

Freitag, 20. Juni 2008

Fit werden

Geschätzte 8000m, gefühlte 20km Wasser verdrängt, zentnerschwere Medizinbälle balanciert,über Bänke gerobbt, an Seilen gezogen, Knie gebeugt und minutenlang geliegestützt. Die Horrorgeschichte unseres Schwimmtrainingslagers ließe sich wohl so einleiten.Und wäre da nicht der romantische Charm von Übach-Palenberg mit seiner verführerischen Shoppingmeile und der einladende Duft panierter SChitzel mit Fritten aus der Sportlerkantine der Willi-Isenberg-Sportschulegewesen, man könnte wahrlich glauben, wir hätten es genau so gewollt. Körperliche Schmerzen, seelische Pein undmörderische Qualen zur Vorbereitung auf die EuroGames in Barcelona Ende Juli.Ein bischen weh tats schon. Wir wollen ja auch schnell werden und schön schwimmen. Ohne Einsatz geht da nichts.Doch wurde auch an der Ästhetik der Eintauchphase gefeilt, neue Bademode eingeschwommen und Bauchmuskeln angespitzt.Und weil das alles Berge von Kalorien verbrennt, futterten wir uns einmal quer durch das Süß-und Salzig-Sortiment vonAldi während im Fernsehen teilweise als gutaussehend empfundene Männer mit dem Fußball spielten.Festzuhalten gilt: Die schweißabsorbierenden Funktionsunterhemdchen stören beim Trikottausch, Nahaufnahmen werdenimmer von den falschen Spielern gezeigt, Sprinttraining wird nie seinen Schrecken verlieren und Barcelona kannsich warm anziehen.

Donnerstag, 24. April 2008

Weisheiten

In den vergangenen Tagen sind mir beim Besuch einiger Triathlon-Seiten zwei Weisheiten begegnet, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.

- "Die Hälfte hast Du. Jetzt kommt nur noch die zweite Hälfte."
(Anfeuerungsruf eines Mädchens zu einem Bekannten am Getränkestand.)
Gut, dass nur die kommt. Wenn man erst mal länger drüber nachdenkt, könnte ja noch so einiges andere kommen.

- Am liebsten schwimme ich 5 x 1000m. Aber wenn ich ganz alleine, so ohne Trainingsprogramm entscheiden kann, dann schwimm ich noch lieber 10 x 400m."
Das sagte Daniel Unger, deutscher Top-Triathleth in einem Video über sein Trainingslager auf Lanzarote.
Und darüber denke ich noch immer nach...

Dienstag, 18. März 2008

Geburtstagsparty


Am Wochenende war ich auf dem ersten Geburtstag des Düssel-Cups. Das ist ein schwul-lesbisches Multisportturnier, fand, logisch, in Düsseldorf statt, und konnte sich stolzer 500 Gäste aus ganz Europa erfreuen. Ich habe am Schwimmturnier teilgenommen und kräftig Medaillen abgestaubt. Das lag aber mehr daran, dass die Teilnehmerinnen meiner Altersklasse mit Daumen und Zeigefinger zählbar waren, so dass eigentlich nur die beiden Goldmedaillen ein bischen was bedeuten. Zeiten waren so lala, aber die europäische Schwimmlesbe befindet sich ja auch noch im Aufbautraining für Barcelona und kann deshalb unmöglich jetzt schon ihre volle Leistung abrufen. Um so mehr Einsatz zeigten die angereisten Geburtstagsgäste bei der abendlichen Party im Stahlwerk und beim Feinschmeckerbrunch im Hotel Nikko. In den Pflaumenkuchen bin ich eleganter eingetaucht als ins naßkalte Rheinbad am Nachmittag zuvor.
Eins sei noch lobend gesagt: Egal wie viel ich über die Stadt an der Düssel hier auch gerne mecker - das Turnier ist auffallend angenehm, gastfreundlich und jeder Frau und jedem Mann zu empfehlen.

Freitag, 7. März 2008

Neulich im Schwimmbad

Ich nehme eher selten am Freitagstraining meiner geliebten schwullesbischen SchwimmerInnengemeinschaft teil.Deshalb werde ich auch nicht selten gefragt, ob ich 'Die Neue' bin, was ich nach über 12jähriger Zugehörigkeitzu den Rheinperlen wahrscheinlich nicht bin. Doch so entgehen mir die anderen 'Neuen', vor allem Frauen, diesich dann neben mir umziehen. Irgenwdwie so kommt man zwischen nassen Badeanzügen, Bodylotion und verknoteten Haaren(Frau trägt ja immer öfter lang) dann ins Gespräch. Vor zwei Wochen wählte ich die beliebte Floskel "Du kommst mir irgendwiebekannt vor", während ich einer Frau, ungefähr mein Alter, beim Abtrocknen zuschaute. (Das ist bei Schwimmern so, das machtman automatisch.) Stellte sich dann heraus, dass wir zur gleichen Zeit an der Kölner Uni Biologie studiert haben.Das ist ja noch nicht soooo beeindruckend zufällig, aber als nächstes fragte sie mich, was ich denn heute so beruflichmit meinem Biologenwissen anstelle. "Och, sowas mit Computern" gab ich zur Antwort. Und sie grinste mich nur an und sagte,"ich auch." Also wenn das kein Zufall ist. Jetzt sind wir schon zwei lesbische Diplom-Biologinnen, die in der IT-Branche arbeiten und in ihrer Freizeit Kacheln zählen. Noch jemand da draussen?

Mittwoch, 5. März 2008

Und sonst

Das Phänomen "Arbeit am Arbeitsplatz" hat mich vor zwei Wochen auf der Überholspur eingeholt und jeglichen Raum für kreative Gedanken ausgespült. Vereinzelte Gedankenfetzen hängen noch in den Ästchen meiner Gehirnwindungen und warten auf ihre Befreiung. Orkan Emma haben sie gut dort oben überstanden und jetzt wird es auch bald Zeit, sie in Sätze und Geschichten zu packen. Ansonsten wird aktuell viel für die Staffelteilnahme am Düsseldorf-Marathon trainiert und die geplagte Schwimmerinnenschulter auf ihre zukünftigen Einsätze vorbereitet. Das allerdings vorwiegend mental.

Freitag, 15. Februar 2008

Underwater Love


Was haben 'swim' und 'mp3' gemeinsam? Hm, also erst mal zwei ziemlich gegensätzliche Dinge. Im Wasser ist halt schlecht Musik hören, erst recht unter Wasser. Macht man aus den beiden Wörtern 'swimp3', dann hat man genau das Technikhighlight gefunden, das mir heute morgen verzückte 'Ohs' und 'Ahs' entlockte. Es hat doch tatsächlich jemand einen MP3-Player entwickelt, den man beim Schwimmen mitführen kann. Die Lautsprecher werden irgendwie an die Badekappe geklemmt, dann wird der Ton über die Knochen ins Ohr geleitet. Hä? Bitte schön, steht da:

"
The SwiMP3 uses bone conduction - the direct transfer of sound vibrations from the cheek bone to the inner ear - to provide the swimmer with exceptional sound clarity. When the device is placed on any bones of the skull (i.e. the cheek bones or the mastoid tip) it leads to vibration of the fluid in the inner ear. Thus swimmers can enjoy clarity of sound with the SwiMP3 device that was never before possible. Bone conduction hearing is a safe, well-established hearing mechanism in humans that the SwiMP3 player leverages to enhance aquatic activity. Finis's application of the technology brings an entirely new level of experience to swimmers, either while working out or taking a leisurely swim.
"

Hier noch ein Beweisbild und der Link zum Shop:


Ich bin mir allerdings noch nicht ganz sicher, ob ich 229 US-Dollar investieren soll.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Das Phantom in meiner Schulter

Nach meiner gestrigen und angeblich letzten Stoßwellentherapie beim Knochendoc bin ichnun permanent damit beschäftigt, in meine rechte Schulter hineinzuhorchen. Hat sich das kleineMonster, das dort seit Wochen meine zarte, unschuldige Sehne einklemmt, endlich vom Acker gemacht?Oder hockt es in einem sicheren Versteck und wartet nur auf den Moment, da Chlorwasser in diePoren meiner Armmuskulatur einzudringen wagt, mein Puls hochschnellt und die ach so gebeutelte Supraspinatussehne ihre Arbeit wieder aufnimmt?Meine inneren Lauscherchen sind weit aufgespannt und vernehmen jeden Mucks der von schräg rechtsunter dem Kinn kommt. Es piekst ein bischen, aber sonst ist Ruhe im Karton. Jetzt fehlt nur noch der Praxistest. Doch leider ist im Moment mehr Karneval als Schwimmbd in Sicht.Ich gebe dem Monster noch ein paar Tage Gelegenheit, sich weit weit weg von mir ein neues zu Hause zu suchen.Tschö du Halunke!

Montag, 10. Dezember 2007

Heldinnen und Helden in Frankfurt

Meine Trainerin rief in der Mittagspause an um sich nach meinen Schwimmresultaten von Frankfurt zu erkundigen. Das hats seit 20 Jahren nicht mehr gegeben. Ich fühlte mich gleich ein bischen wichtiger
und ein bischen schneller. Schliesslich spreche ich sonst bei solchen Turnieren zuerst darüber, wie toll
die Party war, wie lecker das Brunch und was unsere Primadonnen wieder alles unter der Dusche angestellt haben. Äh, schwimmen, ja, das auch. Immerhin war meine Altersklasse so gut besetzt, dass ich keine meiner Medaillen durch bloßes Antreten errungen habe. Über 100m Lagen gabs sogar Bestzeit, und darauf bin ich echt mächtig stolz. Die verbesserte Delphintechnik hat wohl doch was bewirkt. Die 400m Freistil waren erst gut, als sie vorbei waren. Die Beleuchtung unter Wasser hat einer Blindschleiche wie mir exakt 16 Mal eine fast nicht sichtbare Wand vorenthalten, so daß ich einmal beinahe dagegen geknallt bin und einmal zu weit weg war und nur noch mit dem dicken Zeh dran kitzeln konnte. Am Ende gabs einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Noch besser war aber die Atmosphäre und alles drum rum. Das Frankfurter Orgateam hatte sich unheimlich viel Mühe gegeben, alles nett und gemütlich zu machen, die Party war klasse, das Brunch wirklich unschlagbar und alle, bestimmt 1000 Teilnehmer, waren sehr zufrieden. Ich auch.

Freitag, 7. Dezember 2007

FVV X-Mas Turnier

Heute gehts nach Frankfurt, zum FVV X-Mas Turnier, sicherlich eines der traditionsreichsten schwullesbischen Multisportturniere überhaupt. Nachdem mirmein Arzt heute morgen sein 'ok' gegeben hat, werde ich mich über 400m Freistil,100m Lagen und 50m Brust versuchen. Da ich seit Wochen Schmerzen in der rechten Schulter habe, konnte ich kaumtrainieren und fühle mich wie ein eingerostetes Wrack. Da die Schulter aber nicht ernsthaft verletzt sondern nurleicht verschlissen ist, werde ichs wagen und die Herausforderung annehmen. Ein fast noch größeres Wagnisist die bevorstehende Übernachtung beim sogenannten 'Hosted Housing'. Kein 5-Sterne Hotel diesmal, sondern Luftmatratze und Schlafsack. Letzteren konnte ich schon mal nicht finden. Liegt - seit mindestens 5 Jahren ungenutzt -unter zentimeterdicker Staubschicht auf dem Dachboden, unter Umzugskisten, und Ikea-Regalteilen versteckt.Gleich zwei Weihnachtsfeiern in dieser Woche inklusive übermäßigem Alkoholverzehr und Schlafmangel tragen weiterhindazu bei, daß ich mich nicht grade wie die 18-jährige Franzi vor ihrem grandiosen Berliner Comeback fühle.Ich brauche dringend Vitamine, Schlaf und Ruhe und stürze mich stattdessen in ein homosexuelles Sportvergnügen,garniert mit Äppelwoi, lauter Musik, viel Gequassel und noch mehr Schlafmangel. Doch - was solls - wie gesagt - hauptsache, es macht Spass!
Ich hoffe, nebenbei auch ein paar alte Orga-Hasen und Häsinnen zu treffen, die ich dann über den Stand der EuroGamesBarcelona ausquetschen kann. Dort wird nämlich schon seit Wochen der Beginn der Online-Registrierung verschoben, auf mittlerweileschon den 21. Dezember. Finde das sehr merkwürdig und will mich endlich dort anmelden.

Donnerstag, 2. August 2007

Seedurchschwimmung

Morgen fliege ich nach Zürich in die schöne und versprochen sonnige Schweiz. Dort werde ich am Samstag den Zürichsee durchschwimmen: 1800m von Tiefenbrunnen nach Wollishofen. Dafür habe ich maximal 1 Stunde Zeit. Und die aktuelle Wassertemperatur beträgt 20 °C. Bibber. Wenn ich heil ankomme, gibts hier am Montag den Bericht. Wenn nicht, hm, tja, weiss auch nicht.

Samstag, 7. Juli 2007

Sport

A propos 'Jetzt gehts los'. In den kommenden 5 Wochen habe ich mich für insgesamt 4 Wettkämpfe angemeldet. Vom 12. - 15. Juli bin ich bei den EuroGames in Antwerpen. Dort werde ich aber nur schwimmen (2 x Staffel und 2 x Einzel). Am 22. Juli nehme ich in Köln am BikeItCologne zu gunsten der GayGames teil. Das ist ein kleines Radrennen durch Hürth-Kleinkleckersdorf und soll den Vorstädterinnen und Vorstädtern das Grossevent im Jahre 2010 näher bringen. Hoffentlich halten sie uns nicht für verspätete G8-Demonstranten.
Am 04. August druchquere ich den Zürichsee. Schlappe 1,8 km wollen durchschwommen werden. Am 12. August starte ich noch in Zülpich beim dortigen Triathlon. Wenn ich diese Veranstaltungen alle bewältigt habe, dürfte ich wohl fit genug sein, am 14. September ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.