Dienstag, 25. November 2014

Lieber Weihnachtsmann

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen und es wird Zeit sich Gedanken über Weihnachtswünsche zu machen. Dieses Jahr wird Herr O. zum ersten Mal bewusst erleben, was Weihnachten bedeutet. Also so ganz grob. Den Teil mit Maria und Josef hat er sich im Bilderbuch bis zur Herbergssuche noch interessiert angesehen, als dann aber klar wurde, dass in diesem Buch keine Autos vorkommen, war die Begeisterung auch schnell verpufft. Dass der Weihnachtsmann Geschenke bringt war irgendwie leichter zu verstehen. Da spielt es auch keine Rolle, dass der Weihnachtsmann keinen motorisierten Untersatz hat. Hauptsache er bringt einen Anhänger fürs Bobbycar. Genau den und keinen anderen. Herr O. hat das mit dem Wünschen so verinnerlicht, daß er jetzt immer, wenn wir an einer Weihnachtsmann-Figur vorbei spazieren, seinen Satz sagt "Weihnachtsmann, bitte großen Anhänger!" Als Mutter ist man ja schon stolz, wenn er "bitte" sagt.

Damit das auch klappt mit dem Anhänger, darf er seinen Trink-Becherinhalt nicht mehr auf den Boden kippen. Für einen 2-jährigen eine echte Herausforderung. Mami und Mama sind natürlich enorm dankbar, wenn wir nicht mehr drei mal täglich Milch-, Saft- und Wasserpfützen vom Boden wischen müssen. Aktuell stehen die Prognosen gut, dass der Weihnachtsmann den ersehnten Anhänger bringt. "Nich runtatippen. Weihnachtsmann kein Anhänga" sagt alles.

Freitag, 17. Oktober 2014

Ein Sonntag im Oktober

Der Sonntag begann, wie er endete. Skurril. Befremdlich. Verstörend.
Am nächsten Tag waren die Zeitungen voll mit Lobeshymnen auf den abends zuvor ausgestrahlten Tatort mit Kommissar Murot. Kluge Dichter und Denker wurden zitiert, vom Befreiungsschlag des Deutschen Fernsehens war die Rede, große Töne wurden gespuckt und eine ganze Zunft in den Himmel gelobt.

Was ich am Morgen desselben Tages in Bezug auf „Himmel“ erlebte, stand in keinem Feuilleton.
Ich kehrte in mein Heimatdorf zurück um den Sonntagsgottesdienst zu besuchen. Sechs Wochen zuvor war meine Oma verstorben und zu ihrem Gedenken traf sich die Familie. Als Kind und Teenager verbrachte ich mehr Stunden in dieser Kirche als manch einer meiner Generation dies sein ganzes Leben lang tun wird. Ich kenne jedes Ritual und bin sogar heute noch Textsicher bei den meisten Klassikern aus dem Gotteslob. Ich stehe, sitze und knie wie ferngesteuert, weiß, wann die Meßdiener wohin zu gehen haben und kann einigermaßen voraussagen, welche Predigt dem Evangelium folgen wird.

Doch es sollte alles anders kommen. Nach dem Evangelium (Jesus erzählt ein Gleichnis von einem königlichen Hochzeitsmahl, Matthäus 22, 1-14)  wurde ich aus meinem Trancezustand wach gerüttelt. Das Evangelium endet damit, dass jemand von einer Hochzeit rausgeschmissen wird, weil er ohne Hochzeitsgewandt erschienen ist. 

Nach dem „Amen“ schaute der Priester in die Runde der vor ihm versammelten Obermaubacherinnen und Obermaubacher und fragt, „Wer war denn das, der da rausgewurfen wurde? Wofür stand denn der?“ Die Frau vor mir, offensichtlich eine regelmäßige Kirchgängerin (zu erkennen an dem mitgebrachten Sitzkissen) und mit dieser offenen Fragetechnik vertraut, antwortete „Das waren wir“. Ein Mann von der anderen Seite rief „Das war ein Ungläubiger“. Daraufhin resümierte der Priester, dass das ja nicht sein könne – sowohl die einen als auch die anderen. „Ja wer denn nun?“ 

Angstschweiß brach aus meinen Poren und ich überlegte fieberhaft, wie ich dieser Fragerunde entkommen könnte. Als allererstes Augenkontakt vermeiden. Abwesend wirken, nicht bemerkbar machen. Dinge, die nicht einfach fallen, wenn man in dieser Gemeinde vermutlich bekannt ist wie ein bunter Hund. Mit 18 in die Großstadt gegangen, studiert, eine Frau geheiratet, dann auch noch ein Kind mit ihr bekommen. Bei knapp 100 Einwohnern spricht sich sowas schnell rum. Dann schaut mich dieser Priester auch noch so schelmisch an, holt Luft und hört in diesem Moment wie ein weiterer Mann trotzig einwendet, „das müssen Sie uns doch erklären!“ 

Danke! Der Priester lacht und erwidert, dass es so einfach ja nicht ginge und er gar nicht intelligent genug sei, das zu beantworten. Jetzt wird es spannend. Wer löst das Rätsel? Bin versucht, Google zu fragen. Oder einen Telefonjoker zu Rate zu ziehen. Vielleicht war ich es ja auch, die bei der Hochzeit nicht erwünscht war? Hier und jetzt wäre die Chance, der katholischen Kirche in Form dieses Priesters, mal ein paar Dinge zu sagen. Wie sie mit Homosexuellen umgeht. 

Trau ich mich aber nicht. 

Dann ist die Situation vorbei und der Priester erzählt was von steigenden Kirchenaustritten, die er bedauert, vom Diebstahl des Opferstocks in der vergangenen Woche und von Flüchtlingen, die man mit Freundlichkeit begrüßen soll. Wir sollen nett zueinander sein, und nicht nur weise daher reden, sondern auch Gutes tun. Auf einmal leitet er aus dem Evangelium so viele Botschaften ab, dass ihm auf seinem Interpretations-Marathon fast die Puste ausgeht. Doch dann schaut er auf die Uhr, merkt wahrscheinlich, dass es eng wird, wenn er pünktlich am Mittagstisch sitzen will, und fährt mit dem nächste Punkt des Messeablaufs fort.
Ich bin ganz schön erleichtert, als der Spuk vorbei ist und einfach nur noch langweilige Lieder schlecht gesungen werden. Da bin ich wieder gerne dabei.

Dienstag, 30. September 2014

Zwei


Lieber Herr O.
Nun bist du schon zwei Jahre alt, du kleiner Sonnenschein, und bereicherst unser Leben. Bringst deine Mamas jeden Tag zum Lachen - und manchmal auch an den Rand der Verzweiflung. Du zeigst uns deine Liebe, indem du Q-Tips in unserem Bett versteckst oder uns deinen Lieblingshasen zum Kuscheln leihst, wenn wir mal krank sind.


Seit deinem ersten Geburtstag hast du so viele tolle Dinge gelernt. Nach einer gefühlten Ewigkeit hast du deine ersten Schritte gemacht und den geliebten Lauflernwagen losgelassen. Von dem Tag an hattest du richtig gute Laune und begannst, die Welt um dich herum ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Du weisst jetzt, dass die CD-Sammlung hinter dem Sofa versteckt ist, und wie man zu den Mülltonnen im Keller kommt. Welche Hausbewohner den Briefkasten nicht abschließen hast du genau so schnell herausgefunden, wie die Tatsache, dass iPads lustige Videoclips abspielen können.


Pünktlich zu deinem zweiten Geburtstag hast du ein neues großes Bett bekommen, das du eigenständig betreten und verlassen kannst. Deine Mamas hatten schon ein bisschen Angst, dass du herausfallen könntest (was ja auch schon passiert ist), aber deine Kuscheltiere nehmen ihren Beschützerjob in der Regel sehr ernst. Molly, Hase, Bär, Skippy und auch der neue Elefant passen nach Kräften auf dich auf.
Du kannst jetzt vorwärts und rückwärts laufen, hüpfen, von einer kleinen Mauer springen, dich im Kreis drehen und drehbuchreif slowmotionmäßig umfallen. Mit deinen selbstinszenierten Bobbycar-Unfällen wirst du noch Hollywood beeindrucken.  


Im kleinen Schwimmbecken schaffst du schon eine Bahn alleine (mit Flügeln), springst todesmutig vom Beckenrand und erschrickst jedes Mal wieder, wenn du bis über die Ohren eintauchst.


Seit ein paar Monaten sprichst du schon kleine zusammenhängende Dinge und kannst alles benennen, was in deiner Umgebung wichtig ist. An vorderster Stelle natürlich Lebensmittel.  Frisch im Repertoire sind "Mama, komm mit!"  und "brauch ich nicht", wenn du keine Lust auf etwas hast.  Du kannst definitiv mehr Fahrzeuge korrekt benennen als deine Mamis und zeigst der Oma schon den Weg zum nächsten Spielplatz. Du tobst ausgelassen durch die Wohnung und weisst schon die Namen der Nachbarn, die das stören könnte. Dass über uns ein Elefant und ein Tiger wohnen, die immer sehr viel Krach machen, hast du uns auf Anhieb geglaubt. Eines Tages wirst du herausfinden, dass es auch nur zwei Menschen sind, die gerne Möbel rücken. Wie wirst du dann wohl reagieren?

Du hast Kleidergröße 92 und Schuhgröße 24. Deine Mütze ziehst du dir schon selber an und den Sitz deiner Kleidung überprüfst du im Spiegel.
Wachse weiter fröhlich und unbeschwert, kleiner Sohn.
Happy Birthday!!!

Dienstag, 16. September 2014

Berlin

...war großartig. Tolles Wetter, tolle Wohnung, tolle Stadt. Alleine mit Kind zu fliegen hat so hervorragend geklappt, dass es keine Worte mehr darüber zu verlieren gibt. Eingestiegen, eingeschlafen, gelandet, alles gut. Leider waren die Berliner Taxen nicht auf Familien mit Unter-Zweijährigen eingestellt, so dass wir volle drei Stunden gebraucht haben um von Tegel nach Schöneberg zu kommen. 1 Stunde Taxi suchen, dann umplanen, Bushaltestelle aufsuchen, Route planen, fahren, umsteigen, weiterfahren, verfahren, korrigieren, ankommen. Nun ja, das sollte das einzige Hindernis unseres 4-tägigen Hauptstadtaufenthaltes bleiben. Danach gaben wir Vollgas. Es gab Bio-Eis in Schöneberg, Spielplätze, Spielplätze Spielplätze (einfach fantastisch fantasievoll und dieser weiche weiße Sand,...hach....), lecker Fallafel, Stockfisch, türkisch, indisch, japanisch, deutsch,   viele lange Busfahrten mit toller Aussicht auf Berlins Baustellen und sommerlich lauschige Nächte. So viel pralles buntes Leben an der frischen Luft, dass mir beim Aufschreiben meiner Erlebnisse ein bisschen die Pferde durchgingen.

Deshalb keine langen Reden sondern einfach der rohe Braindump:
Berlin ist gross, rumpelig (kopfsteinpfl), international, bunt, monströs, bärlinerisch, wa? , Champagner, bayerisch, charmant, lecker, überraschend, Spielplatzhauptstadt, regional, ökologisch, bio, vegan, überasiatisch, voller wespen, heiss. Täglich kommt die Müllabfuhr, es gibt eine rheinische Bäckerei, die sich "rheinländisch" nennt (?), morgens um 8 treffen sich die Radfahrer in der Fahrrad Rushhour. Berlin ist voll mit Psychologen, Yogaschulen und Rückenschulen. 

Und hier ein paar Fotos.




Mittwoch, 3. September 2014

Ruba

Die erste große Reise von Herrn O und mir alleine - also ohne Frau O. - steht kurz bevor. Wir fliegen nach Berlin und treffen dort Mami, die dort schon ein paar Tage beruflich weilt und wichtige Dinge lernt. Wir sind ja nun schon 3 mal mit dem Junior nach Irland und zurück geflogen, doch diesmal bin ich ganz alleine und mir ist schon ein bisschen mulmig. Wie viele Taschen kann ich eigentlich noch tragen, wenn ich Sohn und Buggy transportieren muss? Wie schütze ich meine Wertsachen am besten? Was mache ich, wenn ich mal aufs Klo muss? Wird er im Flieger brav auf meinem Schoß sitzen bleiben oder wieder die Jalousie 1000 mal hoch-und runter schieben? 
Fragen über Fragen, die ich in ein paar Tagen hoffentlich ganz entspannt bei einem Berliner Kaltgetränk beantworten kann. 
Vielleicht sagt Herr O. dann schon "Flugzeug". Bisher nennt er alles was fliegt und kein Tier ist "Ruba".

Donnerstag, 21. August 2014

Tosende Stille - eine fast unfreiwillige Buchkritik

Schaue ich heute aus dem Fenster, sehe ich blauen Himmel mit ein paar kleinen Schleierwölkchen, die Sonne strahlt und der Wind haucht mehr als das er bläst. Hätte Janice diese Bedingungen bei ihrer Ozeanüberquerung dauerhaft gehabt, wäre sie wahrscheinlich vor lauter Langeweile Slalom gerudert.
Janice Jakait, das ist die Frau, die in einem Ruderboot den Atlantik in 90 Tagen alleine überquert hat. Also ganz so einfach war es nicht. Sie hat sich natürlich nicht in irgendein Ruderboot gesetzt und ist auch nicht einfach so losgerudert.  Mit der Unterstützung vieler Freunde und Förderer hat sie sich ein High-Tech- Ruderboot namens „Bifröst“ gebaut. Dieses hat sie mit sämtlichen technischen Finessen ausgestattet, mit Lebensmitteln und Zigaretten vollgestopft und ist dann an einem grauen Novembertag 2011 von Portugal aus losgerudert. Während der gesamten Route wurde sie quasi fernüberwacht, hatte Internet und Telefon an Board und hat mit Kameras Bild- und Tonmaterial gesammelt, welches wir heute im Netz und in Büchern bewundern können.
Ich schreibe das, weil ich grade ihr Buch „Tosende Stille“ gelesen habe und immer noch ziemlich beeindruckt bin von dem Mut dieser Frau. Auch wenn meine ersten Zeilen so klingen, als wäre das Überqueren des Atlantiks im Ruderboot mit so viel Vorbereitung und allen erdenklichen technischen Hilfsmitteln beinahe ein Kinderspiel,  will ich ihr Abenteuer überhaupt nicht klein reden.
Dass es trotzdem ein hochgefährliches Unterfangen war, das ein-ums andere Mal beinahe schief gegangen wäre, zeigt, dass selbst bei maximaler subjektiver Sicherheit kein Restrisiko ausgeschlossen werden kann, welches in diesem Fall fast einzig aus der Gewalt der Natur bestand. Wind, Sonne, Wasser – die Naturgewalten in all ihrer Faszination und Gegensätzlichkeit, Angst und Schrecken verbreitend und auch wiederum  atemberaubend und unbeschreiblich schön.
Ich merke jetzt erst, da ich dies schreibe, wie fasziniert ich von diesem Buch bin. Dabei wollte ich es hier eigentlich ein wenig kritisieren. Hauptsächlich wegen des mir viel zu blumigen Schreibstils. Die vielen Metaphern trieften ja schon aus den e-book Seiten heraus. Oder sagt man dann aus den Pixeln des Displays, den Bits des Codes? Wenn es wirklich mal spannend wurde, als z.B. ein Hai das Boot tangierte, driftete die Autorin (un)gewollt (?) in andere Themen ab, so dass man die Gefahr zwar ahnen konnte, ihre Angst aber nicht spürbar war. Die vielen nur ganz knapp vermiedenen Kollisionen mit großen Schiffen, die Versuchung, auf einer vorgelagerten Insel ein Pause einzulegen, die Ängste vor dem Ertrinken, all das wurde zwar erwähnt, aber nie so lebhaft und eindringlich geschildert, dass ich das Gefühl hatte, das Buch vor lauter Spannung nicht aus den Händen legen zu können. Dass ich doch immer weiter gelesen habe lag wohl eher daran, dass ich neugierig war, was dieses Abenteuer mit Janice macht. Sie wirkt am Anfang so unruhig, grade zu hibbelig. Völlig fokussiert auf ihr Ding, aber in Gedanken total fahrig und durcheinander wie ihre Haare. Bis zu ihrer Ankunft warte ich darauf, dass sie ruhiger wird und einfach mal das genießt, was sie tut. Das war ja auch ihr erklärtes Ziel. Teilweise ist ihr das ja auch im dritten Teil ihrer Reise gelungen, aber auch das deutet sie nur vorsichtig an. Mich als Leserin läßt sie weitestgehend im Unklaren darüber, welche Art Veränderung mit ihr passiert, als sie zum ersten Mal einen „Aha-Moment“ schildert. Und wie geht es dann weiter? Schwierig zu sagen. Da hilft auch der Tipp: „Lies einfach selber“ nicht weiter. Irgendwie schade. Dabei hatte Janice doch so viel, nachdem sie suchen wollte, so vieles, was sie sicher auch gefunden hat. Aber ihre Beschreibung dessen bleibt mir einfach zu sachlich. Die Emotionen gehen irgendwie mit den Wellen baden.

Jetzt hab ich ja doch Kritik rausgeblasen. Und begeistert bin ich gleichwohl. Vielleicht möchte ich auch lieber  ihre Webseite, ihre Projekte und ihre Art zu reden empfehlen. Die haben mich schließlich zum Kauf des Buches animiert. Wer also die Chance hat, Janice Jakait in einer Talkshow zu sehen oder zu hören, oder gar eine ihrer Vorträge und Lesungen zu tun, der sollte dies machen. Das lohnt sich auf jeden Fall. 

Dienstag, 12. August 2014

Ente Süss-Sauer

Mittwoch, 6. August 2014

Lieblingswörter KW 32


Mickemaus
Bellybutton
Schutelate

Mittwoch, 30. Juli 2014

Autamaus

Juchhu, es ist Sommer. Am vorletzten Juli-Tag ist dies eine nicht allzu gewagte Feststellung, aber wenn ich darauf hinweisen darf, dass für den irischen Teil meiner Familie übermorgen (1. August) bereits der Herbst beginnt dann ist es allerhöchste Eisenbahn, schriftlich zu fixieren, dass der Milestone “Sommer” erreicht wurde. Und das sogar erfolgreich. Soll heißen: nicht nur theoretisch sondern auch praktisch. Das mit der höchsten Eisenbahn fiel mir beim Schreiben grade so ein. Sagt auch kein Mensch mehr, oder? Unser Sohn sagt jetzt ständig Autamaus, was so viel heißt wie “Aus die Maus”. Ist auch aus der Mode gekommen und längst von Ende Gelände abgelöst worden. Die heutigen Teenies lachen sich grade wahrscheinlich einen Ast ab (nennen es aber sicher anders) und prusten sich ihre ganz eigene Slang-Expression zu. Was solls. So lange Züge fahren und Mäuse piepen ist doch alles gut.


A propos gut. Das Gute am Sommer ist das warme Wetter und die langen Tage. Man kann barfuß über den Spielplatz laufen, endlos Wasser pumpen und im Matsch waten, nass werden, ohne dass es stört, Eis schlecken, Rumalbern und sich frei fühlen. Ich finde, Sommer ist die freiste Zeit. Man befreit sich von engen Klamotten, von der Zwanghaftigkeit, ordentlich auszusehen, eine Frisur zu haben, fleckenfrei daherzukommen und sorgenvoll in die ungewisse Zukunft zu gucken. Ein Schuß Sonnencreme und Flip-Flops befreien mich von den Gedanken an gesundes Essen, bedrohliche Krankheiten, kindliche Entwicklungsstände, mütterliche Karriereplanungen und die ganze Ungerechtigkeit in der Welt. 
Nach dem Spielplatzbesuch wird Abendbrot gegessen und noch ein bisschen mit Lego gespielt, dann gehts unter die Dusche und während Herr O. mega k.o. und tierisch glücklich einschläft, gönnen sich die Mamas noch ein kühles Bier auf dem Balkon.
Bei einem solchen kühlen Getränk kam mir die Idee, meine Spielplatz-GenossInnen einmal kurz vorzustellen. Da wären:


Die Vernetzte:
Guckt ständig auf ihr Smartphone und schiebt irgendwelche Dinge auf dem Display mit weit gespreizten Fingern hin und her. Ausser drauf gucken tut sie auch noch rein sprechen. Telefonieren ist in Wahrheit ihre Lieblingsbeschäftigung und auf dem Spielplatz nutzt sie den geschützten Raum, ihrer besten Freundin in Berlin die neusten Horror-Stories vom Kindsvater zu erzählen. Ihr Kind kennt das schon und spielt brav vor sich hin.


Die Engagierte:
Macht alles mit. Pumpt Wasser, gräbt Flussbetten in den Sand, dekoriert Sandburgen und rutscht auch die 2m-lange Rutsche des Grauens mit runter. Sie animiert ihr Kind, immer wieder neue Dinge auszuprobieren und macht diese notfalls auch vor - selbst wenn sie sich dabei völlig blamiert. Ihr Kind macht so lange mit, bis Mami sich verletzt.

Die Gelangweilte:
Sitzt auf einer Bank und guckt vor sich hin. Meist isst sie dabei eine Kleinigkeit, als wenn sie sich für den Aufwand, zum Spielplatz zu gehen, belohnen müsse. Weiss eigentlich gar nicht, was sie hier soll und redet auch mit niemandem. Ihr Kind tut das Gleiche, aber sitzt dabei 2m weg im Sandkasten.

Die Beschützerin:
Aus Angst, ihrem Kind könnte etwas passieren hüpft sie ständig um es rum, reicht ihm die Hand und versucht es vor Schaden und anderen Kindern zu beschützen.
Sie hat auch Verpflegung in allen Aggregatzuständen und Geschmacksrichtungen dabei, nennt einen Verbandskoffer ihr Eigen und geht nie ohne Feuchttücher aus dem Haus.

Ihr Kind hat ständig Beulen und was zu Essen in der Hand.

Die Kommunikative:
Quasselt ständig. Quatscht häufig auch andere Eltern an und fragt nach aktuellen Krankheiten, Kita-Problemen oder Ernährungstipps. Sie hat ein sonniges Gemüt, spielt auch mal mit den Kindern anderer Eltern und lehnt sich zwischen zwei Gesprächen auch gerne mal für 2 Minuten zur Beobachtung zurück. Dann wird aber meist das nächste Diskussionsopfer ausgespäht.
Ihr Kind spielt auf der anderen Seite des Spielplatzes und flirtet mit anderen Muttis.


Die Strenge:
Hat Regeln und pocht auf deren Einhaltung. Teilt allen anderen Muttis mit, was sie von veganer Ernährung, Sonnencreme von Aldi oder zu-viel-Saft hält. Man kann bei ihr nur verlieren.
Ihr Kind tut aus Prinzip nicht das, was Mutti gerne hätte und leidet unter Allergien.


Der Mann:
In der Regel (das ist meine Erfahrung auf mehr als 6 Spielplätzen nach über einem Jahr) entspannt. Hat Spass am Spielen aber auch am Fußball-Talk mit anderen Daddies. Taucht vermehrt Samstags morgens auf. Baut die besten Burgen, ist aber schnell überfordert, wenn das Kind weint oder stinkt. Dann geht meistens schnell nach Hause. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.


Samstag, 26. Juli 2014

Fahrradsitz

Vergangene Woche habe ich mein Entscheidungschaos, oder besser Nicht-Entscheidungschaos, beendet und einen Kindersitz fürs Fahrrad gekauft. Am Ende wurde es dann doch der Römer Jockey Comfort. Das ist einfach der beste (“sagen die Internet-Bewertungsmenschen”) und der Fahrradhändler um die Ecke war so nett, ihn auch direkt zu montieren.
Nach der Studie eines You-Tube Videos (https://www.youtube.com/watch?v=kk6xCt7Un0Y) war ich mir zwar sicher, dass auch ich in weniger als 10 Sekunden die Sitzhalterung am Fahrradrahmen montieren könnte, aber es gibt mittlerweile Situationen, in denen ich mir auch gerne mal helfen lasse und meine Kräfte für andere Sachen mit höherem Spassfaktor schone.



Seit gut einem Jahr überlege ich. Anhänger oder Sitz? Wenn Sitz, vorne oder hinten?
Die Entscheidung gegen einen Anhänger war schon vor längerer Zeit gefallen. Kein Platz zum Lagern, zu schwer, ihn jeden Tag in und aus dem Keller zu bugsieren, und als Buggyersatz taugt er auch nicht, da die Bürgersteige in Düsseldorf viel zu schmal sind. Ausserdem - bei so vielen Nachteilen dann auch zu teuer.

Dann unterhielt ich mich mit Müttern, die begeistert von ihren Vorne-Sitzen sprachen. Eine Mami schwärmte gradezu von dem Gefühl, ihre Tochter während der Fahrt ständig zu sehen und mit ihr quatschen zu können. Da unser Sohn aber nicht zu den Fliegengewichten unter den Menschenkindern gehört, entschied ich mich auch gegen den Vorne-Sitz. Den Ballast bei jedem Lenkmanöver um die Ecke zu wuchten erschien mir nicht besonders angenehm. Also sollte ein Sitz für hinten her. Die Frage, wie sich dabei der Transport von Keksen, Wasserflasche, Wechselkleidung, Pampers, Feuchttüchern, Geld, Spielsachen und Co. am idealsten gestalten würde, liess ich erst mal bewusst unbeantwortet. Ich wollte mich einfach mal darauf einlassen, zu probieren, was geht, und nicht erst alles zu vermessen um dann nötigenfalls den Gedanken an den Kauf des Sitzes am Ende doch noch zu verwerfen. Mit anderen Worten: Einfach mal locker bleiben und positiv denken.


Seit einer Woche ist er nun unser, das gute Stück. Herr O. bekam einen hübschen Helm, natürlich mit Rennwagen-Motiven und nahm stolz Platz auf seinem tollen Thron. Wie ein kleiner Pascha geniesst er die Aussicht während der Fahrt und weist mich auf alle Autos, Motorräder, Busse, Krankenwagen, Laster und Bagger hin, die unseren Weg säumen. Wenn er richtig gut in Form ist, imitiert er auch die zugehörigen Geräusche. Ich verpasse also nichts mehr und die Unterhaltung funktioniert perfekt. (“Da, Auto, brumm”)

Das Fahren:
… ist ein bisschen anstrengender als ohne Ballast, das muss ich schon zugeben. Jedes Anfahren erfordert neben Geschicklichkeit auch erhöhten Krafteinsatz. Wenns einmal rollt, ist alles easy. 


Der Transport von Dingen:
… klappt wunderbar im Rucksack. Sogar das Equipment für einen Freibadbesuch hat schon reingepasst und trotzdem hatte Herr O. noch Platz zum Atmen.


Die Sicherheit:
… ist gegeben. Mein Gefühl sagt mit, dass der kleine Mann so sicher ist, wie es eben sein kann, wenn man ein Kind auf dem Rad durch den ganz normalen Strassenverkehr einer Großstadt transportiert.


Das Schleppen:
… ist erträglich. Da ich meine Räder aus Angst vor Diebstahl und Beschädigung aus Prinzip nachts in den Keller stelle, musste ich einen Weg finden, diesem Prinzip treu zu bleiben.
Vor dem Abtransport in den Keller nehme ich den Kindersitz einfach ab. Das erfordert einiges an Fingerspitzengefühl und Fummelei und bringt mir jedesmal neue Kratzer oder Quetschungen an den Fingern ein, aber es geht. Dann trage ich Sitz und Rad nacheinander in den Keller. Wenns gut geht, dauert die Aktion 4 Minuten. Wenn nicht, bin ich schweissübertrömt, zerkratzt und zornig, aber auch das geht alles vorbei.


Was ich noch verbessern / anschaffen möchte (und hoffentlich nicht wieder ein Jahr des Nachdenkens erfordert):

  • Einen besser passenden Helm für den jungen Beifahrer. Der aktuelle sitzt einfach nicht richtig.
  • Einen stabilen Ständer, damit das Rad auch dann noch sicher steht, wenn ich es nicht an eine Hauswand anlehne.
  • Einen Regenschutz für den Sitz, damit er nicht durchnässt, wenn er mal im Regen steht

Dienstag, 22. Juli 2014

Kindisch

Es gibt sie doch, diese zauberhafte Kindersprache, die nur Eltern verstehen. Hier ein kleiner Auszug:

  • Bugag = Geburtstag
  • Tuna = Motorrad
  • Tataun = Traktor
  • Lälle = Trinkflasche
  • Bobbies = Boby Car
Es gibt Momente, da bin ich als Mama ganz stolz, unseren Sohn zu verstehen, wenn andere Menschen mich nur fragend angucken.  

Samstag, 19. Juli 2014

Sommer vorm Balkon

Freitag, 20. Juni 2014

Rückkehr ins Hauptquartier

Inzwischen haben wir auch das Basislager in Dublin verlassen und sind alle wieder gesund und munter im deutschen Headquater angekommen. Die darauf folgenden Tage waren ziemlich lebhaft, es gab eine Menge Fussballspiele zu schauen und dann mußten die Muttis ja auch wieder zum Geld verdienen antanzen.
Tag 11 und 12 verbrachten wir bei herrlichem Wetter beim Opa in Dublin. Nach tagelangem Konsumentzug im ländlichen Ost-Cork befriedigten wir unsere Shopping-Gelüste bei einem ausgedehnten Einkaufsbummel im Dundrum Towncenter. Für den kleinen Herrn gab es von Kopf bis Fuß schicke Outfits.

Ich kaufte mir ein paar neue Sneaker, die laut meiner höchst persönlichen Definition auch dringend notwendig waren. Bauernhof-Matsch und Watt-schlamm hatten den alten Nikes doch stark zugesetzt. Mit einer eventuellen Reinigung  wollte ich mich erst gar nicht intensiver beschäftigen, da es auf dem Markt doch so viele schicke „must-have“ Neuigkeiten gibt.
Das wars dann auch. Das letzte Tröpfchen Energie hoben wir uns für das Eröffnungsspiel der Fussball-WM auf.
Da wir zum ersten Mal, seit Herr O. unser Leben bereichert, einen Abendflug für die Rückreise nach Düsseldorf gebucht hatten, konnten wir den letzten Tag noch so richtig auskosten. Ein Besuch im Airfield machte nicht nur riesig Spass – Herr O. wurde auch so müde, dass wir seinen 2-stündigen  Mittagsschlaf hervorragend zum Packen und Ausruhen nutzen konnten.

Der Rückflug war diesmal ein eher anstrengendes Erlebnis, da der junge Herr keine Minute still sitzen wollte. Wenn er dies bei Start und Landung gezwungenermaßen ansatzweise tat, schob er die Sonnenschutzdinger am Fenster gefühlte 1000 mal hoch und runter.  Während des Fluges gelang es ihm sogar einmal, unter meinen Sitz zu rutschen, was zu einer leicht schmerzhaften Befreiungsaktion führte. Die Riesending-Höhle ist ein Witz dagegen. Ansonsten purzelte und kullerte er einfach zwischen Fenster und Gang in allen Dimensionen des Universums munter herum, verteilte Kekskrümel und Wasserspritzer und brachte die lieben Mitreisenden abwechselnd zum Lachen oder zum Verzweifeln.
Wie jede Reise, endete auch unser Irland-Besuch irgendwann einmal – also genau an diesem Freitag den 13. mit Betreten der heimischen Wohnung.  Schön wars. Sehr schön wars. Wir hatten alle sehr sehr viel Spass, waren permanent an der frischen Luft, haben in die Tage hineingelebt und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Ja, sogar geschlafen haben wir überraschend viel. Für einen Urlaub mit Kind – da gelten eben andere Maßstäbe – war das eine richtig runde Sache.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Day 10

Bye bye to Shanagarry. See you another time.


Hier waren wir öfters:
Ihre Definition von Brunch ist ein bisschen minimalistisch, aber Scones sind formidabel und die Spielecke gab uns ein paar Minuten zum Durchatmen.

4,5 Stunden Autofahrt zurück nach Dublin. Davon schlief Herr O. 2 und den Rest verbrachte er mit dem Verzehr von geschätzt 200 organic glutenfree, saltfree ricecrackers. Mahlzeit!

Zurück in Knocknashee gibts mein favourite Indian take away und ein kühles Weizen. Yummie, wie der Ire sagt.


Mittwoch, 11. Juni 2014

Day 8 & 9, Kinsale und Shanagarry

Das berühmte Zebrapferd von Kinsale:
Gesehen auf einer "panoramic sightseeing" Wanderung entlang der Küste von Kinsale. Auch bekannt unter "the wild Atlantik way". Punktlandung im weltberühmten "Fishy Fishy" und dort gespeist wie Captain Iglu. Nach Jahren des Drumherumschleichens wurde es ja auch mal Zeit. Wir drei und zwei gut gelaunte Kölner Chorknaben genossen den Tag sehr. Schliesslich gab es auch mehr Wasser - ahoi.

Nächster Tag:
Farmvisit mit echten Kühen, Ziegen und Schweinen.
Und einer Mama vor Kuhpanorama.
Leahy's open farm ist ein Muss, wenn man mal in Ost-Cork sein sollte. Herr O konnte gar nicht genug von den Baggern und Traktoren bekommen.

Montag, 9. Juni 2014

Day 7

Ene Besuch im Zoo... Oh oh oh oh. Wor dat herrlisch!

Der Zoo heisst FOTA. Es gibt Zebras, Earaffen (Giraffen) und Ine (Punguine) zu sehen. Fanten gabs leider keine, dafür eine highspeed Bimmelbahn die müden Mamibeinen eine wohlverdiente Pause bescherte.

Samstag, 7. Juni 2014

Day 5, Shanagarry

It rained the whole day. Sometimes more, sometimes less. We spent a lot of time in the car, driving around, visiting friends and family. 

No pictures from today -t'was all grey.

Freitag, 6. Juni 2014

Day 4, east cork


Man kann nicht meckern! What a day.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Day 3, Dublin


A lot of rain! 
Look what I got when mummies went shopping with me (the bear I already had):


I watched Noddy for the first time:

Mama Bu discovered: zeit.de

Dienstag, 3. Juni 2014

Day 2, Dublin

Started with sunshine:

Had a jam session:
Ended up in town, had some food and drinks, were hit by heavy rain and luckyly granddad gave us a lift home:

Mama Bu: got two greatly reduced hoodies from patagonia :-) one already got lost the day before and made a trip to Limerick.

Vegan Factor: low but fishfactor quite high!



Montag, 2. Juni 2014

Day 1, Dublin


Besuch bei Freunden, 8 Erwachsene, 7 Kids, Scones, Sandwiches, Coffee und Bier. Quirlig, lustig, laut und manchmal nah am Wahnsinn.
Es hat nicht geregnet und war mit 15 Grad sogar einigermassen mild. Herr O geniesst die Gesellschaft vieler Kinder und probiert munter diverse Fahrzeuge aus. Ich sollte eine Bildergalerie der von ihm bespielten Dreiräder und Tretroller anfertigen.

Mama hat entdeckt: Irish handmade soap mit Zitrusduft.

Vegan Faktor: nahe null. Zu viel Bacon, Butter und Milch.

Sonntag, 1. Juni 2014

Geschwimmsel

Seit Herr O. 6 Monate alt ist, gehe ich mit ihm regelmäßig schwimmen. Wir haben uns einen speziellen Baby Schwimmkurs empfehlen lassen, der in einem Grundschul-Lehrschwimmbecken stattfindet. So geht man schon mal dem großen Lärm und Gedränge in öffentlichen Schwimmbädern aus dem Weg. Außerdem haben geschützte Räume ja noch so einige andere Vorteile, die mir zum Teil aber erst da bewusst wurden, als ich unseren Sohn halbnackt aus der Herren Umkleide rettete.
Schwimmen mit Babys und Kleinkinder ist was Wunderbares. Stressig wird es eigentlich erst auf dem Weg ins Wasser und wieder hinaus. Die Zeit im Wasser wird da fast zur Erholung - es sei denn, die Übungsleiterin fordert das ständige Hochwerfen der Kleinen ein oder singt qualvolle Lieder mit komplexen Verrenkungen als Teil des Refrains.

Je kleiner die Schwimmschüler sind, desto einfacher ist der ganze Zirkus. Man kann sie problemlos auf dem Boden ablegen und der eigenen Körperpflege nachgehen, sobald man ihnen einmal eine frische Pampers oder Schwimmwindel angezogen hat. Unfälle mit diesen Objekten hatten wir bisher zum Glück noch nie - ich will das aber hier nicht zu laut “sagen”, denn auch bei einem 20 Monate alten Jungen bin ich mir nicht so sicher, ob er schon verstanden hat, dass man im Wasser kein AA macht. 
Kleine Babys kommen auch noch nicht auf die Idee, aus dem Pool zu klettern, von der Bank in der Umkleide zu springen oder das Shampoo zu trinken.
Je mehr die Kleinen die Welt entdecken, desto abenteuerlicher wird es. Hände und Augen hat man ja eh nie genug, aber am Rande eines 1,20 m tiefen Pools wird ein spontaner Ausflug ins Wasser nicht immer so einfach verziehen.
Heute machte er O. einen spontanen Wassergang. Nachdem (!) ich ihm seine Schwimmflügel angezogen hatte watschelte er Richtung Beckenrand, setze sich hin, liess seine Füße ins Wasser gleiten als wolle er die Temperatur checken, stiess sich ab und “Platsch” schwamm er freudig juchzend los. Was würde ich dafür geben, diesen Moment auf Video zu haben.
Das ist einer der Highlights vom Schwimmen mit kleinen Kindern - von denen ich mit Herrn O. wirklich schon ganz ganz viele hatte. Ob es an meiner Liebe und dem unverkrampften Umgang mit Wasser liegt, oder ob er tatsächlich Talent hat, werden wir eines Tages vielleicht wissen. Hauptsache, es macht ihm total viel Spass.

Spass macht auch das gemeinsame Duschen. Ein Bestandteil vom Babyschwimmen, das man auf gar keinen Fall unterschätzen sollte. Kann in Einzelfällen sogar mal länger Dauern qlw die reine Wasserzeit im Pool. Hier lernen die Kleinen schon ganz früh die Tücken des Haare Waschens und können ganz nebenbei, wenn mal grade nicht geheult wird, die Anatomien verschiedener Körper analysieren. Herr O. schaut mir manchmal ein bisschen zu lange hin, aber er hat ja auch noch so viel zu lernen.
A propos Lernen: Lieder singen und dabei das eigene Kind durch die Gegend werfen lernt man. Und, dass das ganz schön anstrengend ist. Und, dass Kinder auf Schwimmbrettern richtig geil surfen können - wenn man sie festhält. Und dass hoppe hoppe Reiter auf der Poolnudel viel bequemer ist als irgendwie sonst.


Egal wie alt das Kind, wie anstrengend die Übungen, wie herzzerreißend der Abschiedskreis, am Ende hat man immer ein müdes Kind und für mindestens 2 Stunden seine Ruhe. Die braucht man dann aber auch!

Freitag, 16. Mai 2014

Großelternnachmittag

Unser Sohn hatte Oma und Opa eingeladen, für einen Nachmittag seine Gäste in der Kita zu sein. 

Den ganzen Vormittag hatte er mit seinen KITA-Freunden Kuchen und Pizza gebacken, Lieder und Tänze einstudiert und vermutlich ein kleines Sondertraining “Gutes Benehmen” absolviert. 
Die Großeltern hatten die Einladung mit Freude angenommen und waren extra pünktlich und gut gelaunt zum großen Event angereist.
Mein Job bestand an diesem Tag nur darin, meine Eltern halbwegs pünktlich an der Kita abzuliefern, und mir danach eine schöne Zeit zu machen. Die schöne Zeit verbrachte ich pflichtbewusst im Supermarkt mit der Tätigung der wöchentlichen Familieneinkäufe. Ausserdem gabs an diesem Tag ja noch zwei hungrige Großeltern am Abendbrottisch zu beköstigen. Opa A. hatte sich sicherheitshalber schon mal ein Sixpack Bier aus der Heimat mitgebracht. Irgendein Stammtischkumpel hatte ihm sicher gezwitschert, dass man in Düsseldorf kein Kölsch kaufen könne und sicher ist nun mal sicher.
Nachdem ich die Einkäufe auf Vorratskammer und Kühlschrank verteilt hatte, fuhr ich zurück zur Kita, die Partygesellschaft wieder einzusammeln.

Es waren natürlich nicht nur meine Eltern neugierig darauf, was ihr Enkel / ihre Enkelin in der Kita so alles anstellt. Als ich durch das große Bullauge der Gruppen-Tür lugte, scharte sich eine ganze Busladung Senioren um die reich gedeckte Kuchentafel.
Im Gepäck diverse Rücken,- Knie- oder Herzleiden, die aber an der Garderobe abgegeben worden waren. Anders kann ich mir nicht erklären, wie die Herrschaften ihre betagten Körper auf winzigen Stühlchen absetzen konnten, ohne dabei das Lächeln im Gesicht nicht zu verlieren.

Am Ende des Nachmittags hatten alle Spass. 
Herr O. hatte sich nach einer kurzen Fremdelphase doch noch dazu entschieden, seine Großeltern wiederzukennen. Opa hat die völlig versalzene Pizza überlebt. Oma hatte eine Gratislektion in Englisch und die Kindergärtnerinnen hatten eine Herausforderung mehr gemeistert.

Mama und Mummt hörten geduldig den vielen spannenden Geschichten zu, die beim Abendessen erzählt wurden und das Kölsch war am Ende froh, auch noch eine Rolle spielen zu dürfen.