Donnerstag, 26. November 2020

Wanderung in Corona-Zeiten

Letzte Woche war ich wandern. 

Ja, wandern. Ich weiss, das machen jetzt alle. Dehalb, oder besser gesagt trotzdem war ich jetzt auch wandern. Nicht weit weg von zu Hause, am Rande des schönen Neandertals, begann die 10 km lange Entdeckerschleife "Panoramaweg Haus Urdenbach".

Ein paar Wochen zuvor bekam ich Lust darauf, mir einen Tag frei zu nehmen und mit einer guten Freundin für ein paar Stunden durch die wilde düsseldorfer Vorstadt-Landschaft zu wandern. Auf einen Tag hatten wir uns schnell geeiningt. Blieb nur noch zu hoffen, dass die Kinder nicht plötzlich Schnupfen bekamen oder das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Weder das eine noch das andere passierte. So packten wir unsere Rucksäcke und schauten nach einem deftigen gemeinsamen Frühstück auf die "Neandertal-App", die mit einer Vielzahl interessanter Wanderrouten aufwartete.


Ich sage nur "Vorsicht bei der Auswahl der Wanderroute!" Länge, Dauer und Höhenprofil sind wichtig, aber die Streckenführung sollte man nicht unterschätzen. Wer wandert schon freiwillig entlang von Hauptstrassen und kleinstädtischen Einkaufszentren mit 80er Jahre Charme? Genau dort führte unsere Route entlang. Nach einem kurzen Ansteig vom Erkrather Bahnhof mit Wiesen und Büschen rechts und links, führte der talwärts asphaltierte Weg zielstrebig auf eine Siedlung am Rande des Unterbacher Sees zu. Wir hätten hier immerhin Gelegenheit gehabt, beim lokalen Rewe unseren Wocheneinkauf zu tätigen oder bei der Bäckereikette unsere Vorräte aufzufrischen. Dabei waren wir noch nicht mal eine Stunde unterwegs und längst noch nicht in Rast-Laune.


Diese überkam uns dann sobald wir wieder Natur um uns herum hatten und der Dreck unter unseren völlig überskalierten Wanderschuhen wieder die Oberhand gewann. Auf einer Bank am Wegesrand aßen wir belegte Brötchen und tranken heissen Tee aus der Thermoskanne. Dabei stellte sich zum ersten Mal ein befriedigendes Gefühl ein. Die Sonne blinzelte durch die Wolken und ein paar blökende Schafe von der Wiese um die Ecke sorgten für das richtige Outdoor-Feeling.




Das zweite Drittel der Entdeckerschleife, die ihren Namen übrigens davon hat, dass man sie an jeder Wegegabelung aufs Neue entdecken musste (Schilder Mangelware), führte uns ein Stück an der A3 entlang. Dann ging es wieder bergauf, zurück richtung Startpunkt.

Unterwegs erklärt eine Panoramatafel die großartige Sicht nach Süden über die Kölner Bucht, die Ville und den Rand der Nordeifel. Bei klarer Sicht ein beeindruckender Weitblick. Wir hatten Glück und erspähten den Kölner Dom und die Kraftwerke von RWE.


Wären wir mit der Deutschen Bahn gereist, wäre jetzt eine Stimme erklungen, die voller Stolz verkündet, dass wir unser Ziel pünktlich erreichen werden. Diese Stimme ertönte nun ganz sanft aus unserem tiefsten Inneren, während eine imaginäre Hand uns anerkennend auf die Schultern klopfte.

Nach genau 3 Stunden waren wir stolz und ein wenig erschöpft wieder am Auto angekommen. Zeit für einen Capucchino beim Lieblingscafe in Flingern.


Zur Abrundung dieses erlebnisreichen Tages glitt ich am Nachmittag noch in die Badewanne und gönnte mir ein wohliges Schaumbad mit meinem aktuellen Lieblings-Podcast "Apocalypse und Filtercaffee".

 



Dienstag, 10. November 2020

Acht über Nacht

Ein Kindergeburtstag in Corona-Zeiten ist natürlich etwas ganz besonderes. Schwer zu planen, da man die geltenden Corona-Regeln nicht im Voraus kennt, schwer zu sichern, da man es mit Kindern nie einfach hat, irgendwelche Hygienevorschriften einzuhalten und sowieso schwer durchzuführen, da nun mal Kindergeburtstag.



Es gab aber ein paar gute Seiten: Herr O. musste die Zahl der Gäste auf 4 beschränken (ja, wegen Corona), wir konnten deshalb zu Hause feiern, ich musste nicht so viel backen und es war ein kleines bisschen leiser und weniger wild als sonst. Vielleicht lag das auch daran, dass die Jungs mal wieder ein Jahr älter waren und nicht mehr ganz so außer Rand und Band durch die Gegend krawallten.

Nachdem Herr O. die Enttäuschung darüber, dass er nicht 20 Kinder ins Indoor-Trampolinparadies einladen konnte, abgelegt hatte, wurde es eine klasse Party. Die Jungs verschlangen den Kuchen und die Schokomuffins und stürzten sich dann in die Schnitzeljagd, die sie einmal rund um den Block schickte. Wie bei jeder guten Schnitzeljagd gab es am Ende einen Schatz aus tausend Süßigkeiten zu heben. Hierbei halfen ein paar Kids aus der Wohnanlage mit - was unser Hygienekonzept ganz schön auf den Prüfstand stellte.



Die Sonne lachte an diesem Septembernachmittag mit schmeichelhaften 22 Grad noch mal wohlwollend vom Himmel und brachte uns alle zum Strahlen. Die Jungs spielten Fussball im Hof und Tischkicker im Garten, alberten ausgelassen herum und ergaunerten sich sogar die Erlaubnis, eine Folge StarWars auf dem iPad zu gucken, während ich zu McDonalds fuhr und Happy Meals für die ganze Kompanie holte.


Ein paar Infos zu unserem 8-jährigen (im Vergleich zum Vorjahr):
Auf einer Skala von 1-10 mit 1= kaum Interesse und 10 = mega viel Interesse



Mittwoch, 4. November 2020

Wachstumsraten