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Sonntag, 8. Januar 2012

Nachtrag 2011

Seit ich Frau O. kenne verbringen wir jedes Weihnachten in Irland - so auch dieses. Traditionell beginnen wir das große Fest am 22. Dezember mit einem üppigen Dinner beim Chinesen in Dublin. Hier kommt die Freundinnen-Schar mit Anhang zu einem großen "Hallo" zusammen und wir feiern, dass wir das Jahr überstanden haben, den Widrigkeiten der Europapolitik getrotzt und uns gegenseitig trotz langsam sichtbarer Alterungsanzeichen immer noch erkennen. Ganz nebenbei feiern wir auch Aishlings Geburtstag mit einer Riesentorte, die dann zum Nachtisch verteilt wird. Natürlich konnte man das vorher überhaupt nicht ahnen und bestellt den üppigsten Nachtisch den die Speisekarte hergibt, um dann  völlig überraschend auch noch ein riesiges Stück Kuchen verspeisen zu dürfen.
Besser kann ein Vorgeschmack auf die kommenden Feiertage kaum sein.

Da ich in diesem Jahr nur 2 Tage frei nehmen konnte, war meine Verweildauer auf der grünen Insel sehr limitiert. Am 26.12. ging schon wieder der Flieger zurück nach Düsseldorf. Man soll nun aber nicht denken, dass ich irgendeinen Programmpunkt verpasst hätte. Wir haben einfach noch mehr Freunde in noch kürzerer Zeit getroffen, sind dazu gefühlte 100 Mal mit dem Luas in die Stadt und zurück gefahren, haben die Jungs beim Busking noch frenetischer gefeiert, haben noch mehr Mince Pies und Christmas Pudding verdrückt, Dr. Who X-Mas Specials geguckt und noch mehr German Beer getrunken.
German Beer, ja so nennt man jetzt das Erdinger Weissbier. Vor zwei Jahren noch eine Rarität, bekommt man jetzt Erdinger in 3 Sorten (Weizen, kristall, alkoholfrei) und ich hab sogar Paulaner gesehen. Was auf der Flasche steht ist den Iren aber egal, Hauptsache es ist groß und hat Umdrehungen. Die Idee, dass der vollständige Flascheninhalt in ein Glas passen soll, ist aber wohl auf dem langen Transportweg von Bayern verloren gegangen. Hierzu könnten die Brauereien mal eine hübsche Werbekampagne starten.
Einen Quantensprung hat das Land auch im Bereich der Toiletten gemacht. Dank eines Wasserdrucks im Rahmen des nicht-Nachweisbaren, musste man beim Abziehen regelmäßig beten, damit die Hinterlassenschaft auch weggespült wurde. Mittlerweile haben sie sogar Toiletten, die das Abziehen übernehmen, so dass man nicht mehr mit aller Kraft auf den dicken Buzzer in der Wand hauen muss.

Dann habe ich bobble entdeckt. "Bobble is a stylish, reusable bottle that filters water as you drink."


Im Wesentlichen kann man mit dem Filter das Chlor aus dem Leitungswasser filtern, was in Irland ein echter Gewinn für meine verwöhnten Geschmacksnerven ist. Die Iren selber sind da völlig immun und sogar in der Lage einen Kaffee zu geniessen, der im Abgang nach Chlor schmeckt. Das Herauslösen des chlorigen Geschmacks kann also nicht Kaufreiz für einen Iren sein.
Wenn das Leitungswasser in Irland aber angeblich unbedenklich trinkbar ist, warum kauft dann überhaupt jemand diese Flaschen? Oder ist das alles ein einziger Marketinggag für Weichei-Touristen aus Merkozy-Landen? Will man uns so hintenrum ein paar Euros aus der Tasche ziehen und sich so für die auferlegten Finanzfesseln rächen? Nicht unwahrscheinlich. Als ich vor dem Rückflug am Dubliner Flughafen meine bobble frisch betanken wollte, stellte ich fest, dass alle Wasserhähne der Flughafentoiletten heißes Wasser ausspucken. Wer will schon 60°C warmes Wasser aus einer Plastikflasche trinken? Musste ich mir also doch wieder eine völlig überteuerte Flasche vom Kiosk kaufen. Zurück in Düsseldorf werde ich natürlich jedesmal schief angeschaut, wenn ich mit meiner Filterflasche irgendwo auftauche.
Dabei ist das mein täglicher Beitrag zum Euro-Rettungsfonds.

Freitag, 3. September 2010

Backe Backe Kuchen


Scones sind eine ganz herrliche Gaumenfreude. Dieses locker leichte fluffige Bröckelteigdingsbums, in das die Rosinen durch die weit geöffnete Türe nur so reingeflogen sind. Noch besser als Scones sind Scones aus der Avoca-Cafe Backstube. Eine solche steht unter anderem im Zentrum von Dublin und produziert Dinge, die anspruchsvolle Menschenkinder wie mich einfach glücklich machen. Beim Verlassen des Avoca-Cafes wollte ich noch schnell einen Scone für das sonntägliche Frühstück erwerben. Ein freundlicher Mitarbeiter guckte mich ein wenig verwundert an. War "to take away" eventuell gar kein englischer Begriff und ich hatte mich soeben fürchterlich blamiert, in etwas so wie mit "Handy" oder "Latte Macchiato"? Der freundliche Ire gab lächelnd Entwarnung. "Ah, just take as much as you like", reichte seiner Kollegin eine riesige Papiertüte und wies sie an, diese mit Scones bis zum Rande zu füllen. Angesichts dieser Mengen konnte ich mein Glück kaum fassen. Welch herrliches Geschenk und was für eine groszügige Geste. Alles für lau und ich schwöre, alles sehr sehr köstlich. Ich bin mir allerding nicht ganz sicher, ob die Avoca-Crew sich der Konsequenzen bewusst ist. Jetzt, da ich ihre Generosität im Land der Schnäppchenjäger publik mache, werden sie mit inflationären Anstürmen deutscher Toursitengruppen zu kämpfen haben. Wenn einmal bekannt ist, dass es samstags nachmittags ab 16:00 Uhr Scones für umsonst gibt, werden ihnen Menschen in orangenen Outdoorjacken* die Bude einrennen. * eindeutiges Erkennungszeichen deutscher Irland-Touristen, die sich vor ihrem Besuch auf der grünen Insel schnell noch mal bei Globetrotter wetterfest ausstatten.

Mittwoch, 1. September 2010

Von Bräuten, Wikingern und sehr viel Trank

Lang lang ists her, da überfielen blutrünstige Schweden die kleine Insel im Westen mit ihren lieblichen Seen und zartgrünen Wiesen. Die Gastfreundschaft der Iren hatte sich wohl bis zu Wicki und seinen starkenMännern herumgesprochen, wurde dann aber gründlich fehlinterpretiert. Sie klauten und plünderten und hinterliessen nichtgrade den besten Eindruck. Am vergangenen Wochenende kehrten sie zurück. Einer der ihren war gekommen, ein bezauberndes Mädchenaus der Hafenstadt zu ehelichen und brachte gleich eine Armee seinesgleichen mit. Die irische Gefolgschaft der Braut empfingdie schwedische Gästeschar mit offenen Armen und reichte Speis und Trank im Überfluss. Reichlicher Konsum von Trank brach schnell alle Dämme und jegliche Gedanken an mittelalterliche Feindseligkeiten waren überwunden.Ich erlebte die Feierlichkeiten an der Seite von Frau O., eine treue Gefährtin der Braut aus alten Jugendtagen. Auch mir wurde Trankgereicht, so dass auch ich im Getümmel ehemals verfeindeter Stämme Freudentänze vollführte und in lautstarken Gesang einstimmte.Doch halt! Irgendetwas trübte die Stimmung. Während ich einem der eloquenten Redner lauschte und mich an meinem Trank labte,kam mir die Erleuchtung. Wo war der Dank an die Schweden für all die späte Wiedergutmachung ihrer Gräueltaten? Dass nach jahrelangemHickhack der Behörden nun auch Dublin finally über IKEA verfügt. Dass ein Land es geschafft hat, Johnny Logan beim Gran Prix ernsthaftKonkurrenz zu machen? Wo war ABBA? Per Boten liess ich die Frage an die ambitioniert aufspielende Rockband stellen, doch der Botekam mit hängenden Schultern und traurigem Blick zurück. Deprimiert nahm ich noch mehr Trank zu mir und überlegte kurz, ob ich dem Bräutigamdie Geschichte von Silvia und Karl-Gustav erzählen sollte um insbesondere auf den Einfluss meiner Landsleute auf den Fortbestandder schwedischen Monarchie hinzuweisen. Doch urplötzlich lähmte Trank meine Zunge und und um Sinne der Völkerverständigung war ich dazu verdonnert die Klappe zu halten. So begab es sich, dass Iren, Schweden und Deutsche in friedlicher Eintracht die Hochzeit von Daragirl und Nik feierten und ihre Völker auch in Zukunft stolz auf Guiness, IKEA und „Ein bisschen Frieden“ schauen können.

Freitag, 30. Oktober 2009

Urlaubsgeschichten

Wenn ich im Urlaub an einem fernen Ort bin, vermisse ich immer irgendwann mein zu Hause. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, vermisse ich den Urlaub um so mehr, je länger er vorbei ist. Paradoxe Geschichte. Vielleicht ist diese Wahrnehmung aber auch eine Art Selbstschutz, denn wenn das Wegsein beim immer länger her sein nicht immer schöner werden würde, täte ich eventuell nicht mehr verreisen wollen. Dann könnte ich wiederum nicht heimkehren und einen Freudensprung auf unser Sofa tun, den Ferneseher anschalten und stundenlang Fußball gucken als wär’s das erste mal.
Mir entgingen vor Werbesendungen überquellende Briefkästen, Wäscheberge, groß wie der Himalaya, abgelaufene Milch, hängende Pflanzen und muffelnde Keramik. Und mir entging die Entdeckung fremder Länder und Kulturen. Der fünf Tage zurückliegende Urlaub strahlt schon jetzt in einem zarten rosa. Die pralle Blüte eines saftigen Pinks ist noch nicht ganz erreicht, aber das würde dann ja auch verbieten, von verschimmelten Wänden und grippalen Infekten zu erzählen.
5 Tage Irland und 8 Tage portugiesische Atlantikküste fluteten meinen Erlebnistank. Auf der grünen Insel schien jeden Tag die Sonne. Als sie mal nicht schien, nämlich abends, gingen wir ins Theater. Einmal immerhin. Ansonsten sind wir viele Kilometer gefahren um die zahlreiche fruchtbare
Verwandtschaft zu besuchen. Die verwöhnte uns mit leckeren Speisen und Getränken und Tee. Das schönste an Irland ist immer wieder der bedingungslose Wille der Iren seine Gäste vor einem knisternden Kaminfeuer gefügig zu machen und dann mit Tee und Gebäck abzufüllen. Da es immer noch Winkel gibt, die von den gutmütigen Geldströmen der EU unerreicht sind, ist diese Form der Zuwendung auch mehr als verdient.
Diese Paradieszustände waren mit der Ankunft in Portugal vorbei. Kein Tee, keine Kekse, kein Kaminfeuer. Stattdessen endlose Strände, auf denen man selber gehen musste und zahllose Wellen, die mich ständig vom Surfbrett katapultiert haben. Nach drei Tagen Surfkurs bin ich immerhin so weit, dass ich stundenlang über den Surfer's way of life schwafeln kann. Richtig surfen lernt man auch so schnell nicht, aber man ist immerhin dabei und schnuppert ein wenig am Neopren des Ruhmes. Wenn einer vom Format Kelly Slaters (8-facher Weltmeister) am Strand auftaucht, dann ist es vorbei mit der Einsamkeit. Der Strand wird zum Wespennest stylischer Surfer-Typen, die den Michael Jacksen des Surfsports sehen wollen. Viel mehr gab’s auch nicht zu sehen. Peniche, 90 km nördlich von Lissabon, ist ein von Wind, Wasser, Wellen, Strand und Felsen geprägtes Kaff. Und genau das hat wohl dazu geführt, dass ein Arbeitskollege sagte "Du siehst aber erholt aus".
Ja, so wird es dann wohl gewesen sein.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Urlaubsimpressionen

Vierzehn Tage op jück gewäß - da brauch ich noch ein paar Atemzüge um die schönsten Momente in Reinschrift zu bringen. Hier schon mal ein paar digitalisierte Eindrücke unserer Reise durch Irland (Dublin, Cork, Limerick) und Portugal (Peniche Surfcamp incl Rip Curl Pro Search).
Irland (Limerick)
Irland (Autobahn)

Peniche (Welle und ich)
Peniche

Mittwoch, 15. April 2009

Erfahrungsbericht

Was macht ein Deutscher, wenn man ihm ein 0,3 Bier und ein 0,5 Bier zum selben Preis anbietet? Er nimmt natürlich das größere. Was man, wie ich finde, auch leicht nachvollziehen kann, wenn es sich um die exakt gleiche Sorte handelt und das Gebräu dazu auch noch unverschämte 5 Euro kostet. In Deutschland kaum vorstellbar, aber auf der grünen Insel an der Tagesordnung. Fairerweise möchte ich erwähnen, dass das 0,3 er Getränk in der Flasche serviert wurde, während das Pint gezapft war. Verstehen konnte ich den Unterschied trotzdem nicht - die Kopfschmerzen am nächsten morgen allerdings schon.
Whaeva...wie der Ire sagt. Wir hatten viel viel blue Sky, dem man auf der Insel aber nicht viel Vertrauen schenkt. Sucht man hierzulande den Himmel nach Wolken ab, suchen die Iren nach blauen Flecken. Finden sie welche, schwören sie deren rasches Verschwinden herauf, womit sie überraschend oft recht haben. Die blauen Flecken rotten sich zwar manchmal zu größeren blauen Teppichen zusammen und scheinen ein bisschen Sonne auf das weite Grün herab, doch kaum hat man sich in Pose gebracht, schleichen ein paar hinterlistige Wolken ums Eck und trüben die Freude. Läßt man allerdings von Anfang an die Finger von "Gartenmöbel rausholen, Sonnencreme auftragen, Grill aufbauen, Tank Top anziehen", tut man es also den Einheimischen gleich, gelingt es meist die kurzen bluesky-Phasen optimal auszunutzen. Vielleicht verbrennen die Inselbewohner in südlichen Breiten auch deshalb so schnell, weil sie jedes Mal völlig überrascht sind, wie viele blaue Flecken sich hartnäckig aneinander reihen und stundenlang ungetrübt ausharren können. Abgesehen von den üblichen Irritationen bei Packungsgrößen, Lebensmittelpreisen und Rugby habe ich die Ostertage in Irland sehr genossen. Ich habe gelernt, dass man auf der Insel mit Hühnereiern zu Ostern nichts am Hut hat. Das gefärbte deutsche Hühner-Osterei existiert einfach nicht. Stattdessen produzieren alle namhaften Schokoladenmanufakturen eiförmige Gebilde in Übergröße als Frühlingsboten und Fruchtbarkeitssymbole. Immerhin werden auch sie vom Osterhasen persönlich im Garten versteckt. An Karfreitag haben die Supermärkte geöffnet, dürfen aber keinen Alkohol verkaufen. Ob dies jemanden davon abhält, an Karfreitag ein Bier zum Fisch zu trinken, weiß ich nicht, aber einen Versuch ist es Wert.
Ein völlig neues, innovatives Produkt begegnete mir in der Fernsehwerbung. Ein Deo von dove, dass den Achselhaarwuchs hemmt. Diese Erfindung löste in meinem Konsumentenhirn wahre Begeisterung aus. Vielleicht wird es bald auch eine Lotion geben, die den gleichen Effekt an anderen Körperstellen hat. Ich fände das genial - wenn es klappt und nicht stinkt. Ich weiß auch nicht, was das mit Irland oder mit Ostern zu tun hat, aber meine Begeisterung war einfach so groß, dass ich sie gerne teilen möchte.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Nachtrag Irland I


Unser Weihnachtsurlaub in Irland führte uns auch in diverse Pubs. Logisch. Der Gang in den Pub ist für die Iren mindestens so normal, wie Müllsortieren für den Deutschen. Da Iren letzteres mit vernachlässigbarer Begeisterung betreiben, bleibt natürlich mehr Zeit für den Besuch im Pub. Will man die Zeit dort effektiv nutzen, kommt man nicht drumrum, die Gläser auch ordentlich zu füllen, sonst verplempert man sie ja mit Anstehen, Nachbestellen und Warten. Ausserdem hat der gute Gerstensaft auf der Insel einen stolzen irischen Preis. Wer wäre da schon mit einem Bier zufrieden, das nur bis zum Eichstrich gefüllt ist?
Bestellt man an der Bar ein Pint whatsoever-gelbe-Plörre, fließt das Gebräu aus dem Zapfhahn so lange in das Glas, bis auch wirklich das letzte Lüftchen entwichen ist. Schaum stört da nur den gierigen Blick des durstigen Betrachters. Diese Regel gilt für alle Biergetränke und macht auch vor dem immer beliebter werdenden 'Ördinger' nicht halt. Siehe: 1. Versuch.
Beim 2. Anlauf war der Barboy gar so dreist, mir eine Ördinger-Flasche und ein Limoglas (0,2) zu reichen.
Auf höfliches Nachfragen, erhielt ich ein Pint-Glas (4,89898 Periode 3), das zumindest den Eindruck vortäuschte, dem guten bayerischen Gesöff eine adäquate Heimat bieten zu können. Siehe: 2. Versuch.
Im dritten Versuch nun gab man mir kommentarlos ein öchtes Weizenglas. Entzückt nahm ich den Fortschritt zur Kenntnis und gab, am Ende der Evolutionsleiter angekommen, das Ördinger-Experiment bierselig auf.

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Koffer futsch

Haette ich doch mal besser auf meine Oma gehoert, als sie mir ihre uralt-Koffer ans Herz legte. Kind, die sind noch wie neu, erst einmal benutzt. Die waren richtig teuer, damals, und echt Leder. Muehsam konnte ich ihr reizendes Angebot hoeflich abwehren, ohne zu wissen, dass es mir noch leid tun wuerde, die hellbeigen, rollenlosen, echtledernen Ungetueme fuer die Reise mit Frau O ins weihnachtliche Dublin anzutreten. Wir nahmen also unseren Koffer fuer etwas mehr Gepaeck, packten ihre und meine Sachen hinein, quetschten allerlei Geschenke in die Ritzen und hetzten damit am 22.12. zum Flughafenschalter, wo wir ihn fuer laengere Zeit verabschiedeten. Ganau das gleiche taten auch zwei Herren aus Koeln, mit exakt gleichem Reiseutensil und gleichem Ziel.
Als wir den vermeintlich uns gehoerenden Koffer in Dublin vom Kofferband zogen, fuehlte er sich merkwuerdig leicht an. Wenn man weniger hinein packt, wundert das nicht. Die Herren hatten wohl weniger Bedarf an Kleidung oder niemanden zu beschenken. Whatever. Nachdem wir so lange gewartet hatten, bis niemand mehr am Kofferband stand, und ausser unserem Koffer, der ja nicht unserer war, auch kein Gepaeckstueck mehr seine Runden drehte, guckten wir sehr entsetzt aus der Waesche. Futschikato, all unsere Habe. Die nachfolgende Stunde bestand aus Helpdesk-Diskussionen, Telefonaten, hoffnungmachenden Gespraechen und aufmunternden Gesten. Von einer Telefonnummer in Koeln erhielten wir die Information, dass unsere Freunde im Koffergeiste auf dem Weg nach Donegal seien, was man ungefaehr mit einer Reise vom Koelner Flughafen an die deutsche Nordsee vergleichen kann. Viel weiter weg in Irland kann man kaum fahren. Eine Handynummer der Herren gabs nicht, und so genossen sie wahrscheinlich die Schoenheit der irischen Landschaft, kehrten noch das ein- oder andere mal ein, tankten Ruhe und Besinnlichkeit, und liessen das Gepaeck Gepaeck sein. Wozu auch sollte man unterwegs auf einer langen Reise nachschauen, ob man nicht evtl. mit Damenunterwaesche reist. Eine Fahrzeugkontrolle haette wahrscheinlich viel Spass gemacht. 7 Stunden spaeter kam ein Anruf der unwissentlichen Kofferdiebe. Es tat ihnen natuerlich unendlich leid und sie wuerden den Koffer sofort zurueck nach Irland schicken. Am darauffolgenden Tag erreichte uns der Koffer unbeschaedigt um 21:00 Uhr. Immerhin. Es war ja erst der 23.12., viel frueher braucht man ja auch keine Geschenke!

Donnerstag, 25. September 2008

Ungeduldiges Papier

Frau O. und ich sind brave Mülltrennerinnen. Wir sammeln Papier, Glas, Batterien schön separiert in kleinen Körbchen, werfen Plastikpackungen in die gelbe Tonne undsoweiter. Was man eben so tut weil man es seit Jahren so tut. Erfolgreiche staatliche frühkindliche Prägung nenn ich das mal. In Irland begann das Zeitalter der staatlichen Müllerziehung erst vor knapp 2 Jahren. Als Tante J. die buntglitzernde Alu-Plastikumwicklung der Weihnachtspralinen ins Kaminfeuer warf, erlitt ich beinahe einen Herzinfarkt. Aus den Tiefen meines Fernsehsessels emporgeschleudert entfuhr mir eine Salve der Entrüstung, die, ein paar Jahrzehnte zuvor, noch die Engländer zurückgeschreckt hätte. Zu meiner Rettung lief ein paar Minuten später ein Werbespot im irischen Fernsehen, der genau dies, also das Verbrennen von Plastik, verurteilte. Das war nicht nur gut für meine Gesundheit, sondern auch für meinen angeschlagenen Ruf, ständig rumzumeckern.
Mittlerweile wissen auch die Iren, welcher Müll in welcher Tonne zu landen hat und auch die irische Wirtschaft hat schnell verstanden, daß man mit Müll Geld verdienen kann. Würd mich nicht wundern, wenns auch auf der Insel bald die ersten Müllskandale gibt.
Ich hatte gestern meinen ganz persönlichen "Müllskandal". Die Klappbox mit Altpapier war voll. Seit ein paar Monaten steht eine blaue Tonne, extra für Papier (!!!), vor unserem Haus, die einmal pro Woche geleert wird. Das finde ich sehr praktisch, denn man muß das schwere Papier nicht nächtens um die Häuserecke zu muffigen Kontainern bringen. Als das Papier sich in die Tonne ergoß und diese zu ca. einem drittel füllte, kam unser Hausmeister um die Ecke und fragte böse. "Was machen Sie denn da?"
Ich: "Ich werfe Papier in die Papiertonne".
Er: "Die ist gestern erst geleert worden. Jetzt ist die ja schon wieder voll."
Ich: "Och, halbvoll. "
Er: "Ich nehme jeden morgen mein Papier mit, wenn ich aus dem Haus gehe und werfe es dahinten (deutet auf die 200m entfernt hinter der Ecke stehenden Kontainer) in die Dinger."
Ich: ???
ER: "Gleich ist die Tonne schon wieder voll. Was mchen Sie dann?"
Ich: " Wenn die voll ist, kann ich ja immer noch zum Kontainer gehen. Aber noch ist sie ja nicht voll."
Er: Schüttelt mit dem Kopf und geht.
Miuß ich mich jetzt schuldig fühlen, weil ich Papier in eine leere Papiertonne werfe? Die Welt wird langsam kompliziert.

Dienstag, 5. August 2008

Irland-Wunder

Bevor Frau O. und ich nach Barcelona fuhren, verbrachten wir sechs wunderschöne Tage in Irland.
Immer noch fasziniert von den vielen herrlichen Eindrücken, vergaß ich beinahe, darüber zu berichten.
Dabei lohnt es sich diesmal, denn unser Aufenthalt war um einiges erlebnisreicher und eindrucksvoller
als viele vorangegangene. Naja, außer den Hochzeiten, Weihnachten und meinem ersten Porridge natürlich. Zum Besuch der Lieblingstante in Cork reisten wir zum ersten mal mit der Eisenbahn an. Ein Zug, vergleichbar mit dem deutschen ICE, nur grün statt weiß und die Minibar kommt nur einmal pro Fahrt vorbei gescheppert. Doch bevor es losgeht, muß man sich in einer eigens markierten Warteschlange einfinden und sein Ticket dem Kontrolleur zeigen. Der zeigt einem dann den bestgeeigneten Eingang zum gebuchten Abteil.


In Cork ließen wir uns von einem Mann von der Touristeninformation durch die Stadt führen.
Sein Gebarden und sein Äußeres hatten etwas Wichtelhaftes, seine Sprache schimpfte sich zwar Englisch, aber ich verstand nichts. Außer, daß sich dort abwechselnd die Engländer, die Dänen, die Wikinger, die Iren und die Franzosen, manchmal auch Deutsche, die Köpfe einschlugen. Nachdem wir nach zwei Stunden sagenhafte 2 km im Kern der Innenstadt erkundet hatten, war dann quasi jede Gasse von uns persönlich begrüßt worden und der Irische Touristenrumführer bedankte sich mit einem Grinsen. Er mache das nur zum Spass (haha), er sei ja im eigentlichen Beruf Business-Analyst. Ich: "haha". Dublin wartete in diesem Sommer gleich mit mehreren aufeinanderfolgenden (!!!) sonnigen Tagen auf, so daß es für mich keine Entschuldigung gab, mit Nichten und Neffen meiner Frau auf dem Trampolin die Andeutung eines Saltos zu turnen, eine mittelgute Kopie von Podolski abzugeben und Steffi Graf im Garten von Schwiegerpapa unvergessen zu machen. Unvergessen übrigens auch unser erster "gay pubcrawl" durch die, ja was wohl, gay pubs der Hauptstadt. Hier die Füße der Teilnehmenden "crawler":


Dienstag, 15. Juli 2008

Abenteuer

Morgen starten Frau O. und ich in ein 12-tägiges Abenteuer. Früh morgens gehts mit dem grünweißen Flugzeug dahin, wo der Regen wohnt. Wir werden dem irischen Plitsch und Platsch brav ein "Hello, nice to meet you" entgegen schmettern, und uns dann um die geschwängerte Familie und Freundinnenschaft kümmern. Eine Zugfahrt in den Süden ist diesmal genau so neu wie die definitive Absicht das knüppelharte Fitnessprogramm unserer heimischen TrainerInnen endlich auch "abroad" mal durchzuziehen. Ob mich die widrigen Wetterverhältnisse oder Schwimmbäder mit ungeeichten Bahnlängen von meinem Vorhaben abhalten werden, wird sich spätestens am 24. und 25. Juli in Barcelona zeigen, wenn ich dort bei den sagenumwobenen EuroGames an den Start gehe. Ich will garnicht daran denken, wie ich mich nach 50m Delphin fühle, wissend, ich muss noch 150m weiter schwimmen. Nein, keine Chance Ihr europäischen Schwimmlesben, die ihr danach lechzt, daß ich auch nur den Ansatz einer Schwäche zeigen könnte. Wie ein Torpedo werde ich durchs katalanische Wasaser pflügen, meine Arme werden elegant wie Albatrosschwingen über der Oberfläche kreisen, mein Kopf wird kühl und berechnend sein, mein Anschlag exakt getimed. Ihr habt keine Chance, vergeßt es, denn Ihr habt nicht das Trainingslager in Übach-Palenberg überlebt, nicht bei Minusgraden im Freibad trainiert und keine 100-Liter Infusion irischen Tees erhalten.

Und vor zwei Stunden im Freibad, lausekalt, fette graue Regenwolken am Himmel, der Wind pfeift durch die Ritzen der Umkleidekabinen. Ich rubbel mich irgendwie warm, will nix wie weg nach Hause ins 'Warme', da fangen neben mir zwei Mädchen an zu singen, als sei draußen 30 Grad und Sonnenschein.
"...let me take you by the hand I lead you through the streets of London and show you something to make you change your mind." Das war richtig herzerwärmend. Was soll da noch schief gehen?

Mittwoch, 30. Januar 2008

"Süsse" Erinnerungen

Heute las ich in der Welt, dass Amerikaner gerne Deutsche Schokolade mögen, weil die so schön zartschmelzend ist. "Siehste", dachte ich bei mir, hab ich ja doch recht. Ich bin zwar alles andere als eine Amerikanerin, aber wenn mir eins nicht schmeckt, dann ist es 'Cadbury-Schokolade'. Die gibts bei uns so gut wie gar nicht, sieht man mal vom English Shop in Köln oder ähnlichem ab. Die Verpackung sieht der hiesigen Milka-Schokolade schon sehr ähnlich: lila nämlich. Die Kühe und die lila Kuhflecken haben sie allerdings weggelassen, denn die schweizer lila Kuh steht wohl unter Artenschutz. Zu Weihnachten - dies ist also eine Nachlese meiner irischen Weihnacht 2007 - gabs Cadbury Schokolade
kiloweise. Da irische Familien im Schnitt deutlich größer und vor allem reicher an schokoladevertilgenden Monstern (Kindern) als Deutsche sind, nehmen Pralinen- und Schokoladenpräsente ungekannte Dimensionen an. So begab es sich also, daß eine magische 2 x 2m Pralinenschachtel "Milk Tray" vor meine Nase gehalten wurde."Hier, iss!" Ich nahm eine, biss drauf und schmeckte irgend so'n Orangenzeug. Bäh, mag ich nicht. Hab ich mir aber nicht anmerken lassen und einfach mein Glück bei der nächsten probiert. Da war schon wieder so was drin. Noch mal bäh. Als Schwiegervater langsam dahinter kam, was meine Gesichtsverzerrungen bedeuteten, wurde der bebilderte Beipackzettel konsultiert und mir ein 'pure chocolate taste' versprochen. Das war jetzt nicht mehr 'bäh', aber klasse war das auch nicht. Ich wollte einfach keine Schokolade mehr. Doch das vermittel mal höflich, ohne gleich einem ganzen Volk auf den Schlips zu treten indem Du seine heilige Schokolade quasi durch den Kakao zu ziehst. "Danke ich bin satt" klingt an Weihnachten irgendwie doof. Für ne Allergie wars zu spät und "mir ist schlecht" war auch nicht angebracht. Immerhin wollte ich ja mein Bier noch trinken. Schwiegervater lief schon in die Küche und schaute, ob es noch andere Schokoladensorten im Hause gebe. Der deutschen Frau muß schliesslich geholfen werden! Die mir angepriesene Köstlichkeit hatte das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Ich ass sie trotzdem. Danach war dann Ruhe. Nun, zugegeben, ich bin nicht grade das, was man Schokoladen-Junkie nennt. Ich könnte auch ohne. Doch trotzdem weiss auch meine Zunge, was schmeckt und was nicht. Cadbury ist jedenfalls nicht dabei.

Und wer sich gerne mal einen Eindruck von Cadbury machen möchte, kann mal hierlang surfen:

Sonntag, 6. Januar 2008

Weihnachtsnachtrag

Rückblickend fallen mir immer wieder kleine Ereignisse der Weihnachtstage ein, über die ich gerne ein paar Zeilen verlieren möchte. Da war zum Beispiel ein Lied, daß alle Iren liebten und jahrelang gröhlten (man kann es eigentlich nur gröhlen), das plötzlich von der BBC zensiert wurde: Fairytale of New York. Nicht komplett, aber ein Wort darin wurde ausgepiept. "Faggot" (dt: Schwuchtel).
Im Telegraph gibt es dazu einen wunderschönen Bericht mit vielen Links und Kommentaren britischer und irischer Leser. Bildet Euch Eure eigene Meinung.
Ich jedenfalls finde das Lied klasse, vor allem, wenn man am 24. abends mit Freunden im Pub bei ein paar Bieren zu viel dazu laut grölen und lachen kann.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Weihnachtszeit

Zwölf (12!!!) Tage ohne online zu sein. Naja, fast. Ein paar mal hab ich in Irland online die FAZ gelesen und dann hab ich noch versucht, mich für die EuroGames 2008 in Barcelona zu registrieren. Das ist mir, wie allen Bekannten mit denen ich bisher gesprochen habe, nicht gelungen. Die Webseite der Veranstalter würde ich sowieso gerne einer mehrseitigen Kritik unterziehen, aber nicht hier und jetzt. Trotzdem will ich da hin und ihnen mein Geld geben, aber das wollen sie anscheinend nicht. Über diesen Vorfall werde ich hier sicher noch öfter schreiben, wenn die Katalanen mal aus ihrer Siesta auferstehen und meine E-Mails beantworten.
Gut. Ich war eine Woche in Irland bei meiner Schwiegerfamilie und anschliessend haben wir drei Tage incl. Silvester in Berlin verbracht. Zu meiner Überraschung lief alles wie am Schnürchen. Alle Flugzeuge, Busse und Bahnen waren pünktlich, ich habe mich nicht vor der Verwandtschaft blamiert, mein Magen hat sich entschieden, das irische Essen zu verarbeiten, ich bin weder ernsthaft verletzt noch krank und auf dem Konto gibt es tatsächlich noch Plus. Da es kein Ereignis gab, das besonders erzählenswert war, alles zusammen aber sehr intensiv, anregend, unterhaltsam und erlebnisreich war, möchte ich gerne ein paar meine Favourites als Stichpunkte auflisten:
- am heiligen Abend in Dublin City im Pub mit vielen vielen Iren versackt (urig)
- am Weihnachtstag meinen ersten richtigen Turkey gegessen, danach drei verschiedene Kuchen, brav alles probiert und aufgegessen (satt)
- am Steven's Day Joggen gegangen mit herrlichem Panoramablick aufs Meer (traumhaft)
- mit drei neuen Kochbüchern beglückt worden (schwer)
- irish Tea Time am Kaminfeuer mit Pianomusik genossen (sündhaft teuer, wars wert)
- im zweitältesten Haus Berlins gespeist, Restaurant 'Zur alten Schmiede' in Mitte, hat am 31.12. geschlossen (lacker, wa)
- Schlittschuh gelaufen und noch rückwärts übersetzen gekonnt (stolz)
- Silvesterparty in der Kulturbrauerei gefeiert (einfach und schön)

Ich möchte allen Leserinnen und Lesern ganz viel Glück, Gesundheit und Gutes für 2008 wünschen.

Freitag, 21. Dezember 2007

Driving home for Christmas

In ein paar Stunden gehts mit dem Flieger nach Dublin. Ich werde mit meiner Frau das erste gemeinsame Weihnachten im Kreise der irischen Familie verbringen. Ein wenig aufgeregt bin ich schon, aber auch neugierig und gespannt wie ein Flitzebogen. Nach dem 'Der-Die-Das. Wer-Wie-Was'-Prinzip habe ich mich ja schon mal vorab schlau gemacht und herausgefunden, dass es die Geschenke erst am 25. gibt. Heiligabend gehört Freunden, und die trifft man am besten abends im Pub. Am Christmasday kommt Santa und bringt die Geschenke. Man packt stundenlang aus und stärkt sich anschliessend mit Turkey und Ham, Kartoffeln, Möhren und Kohl. Berühmt ist auch der Christmascake, ein alkoholgeschwängertes Ensemble von Früchten und Lebkuchenteig, überzogen mit einer dicken Schicht aus klebrigem weissem Puderzucker, genannt Icing. Ich mag das nicht so gerne, aber ich werd es brav essen, denn 'nein' sagt man in Irland nicht. Es sei denn, der Ruf als rüpelhafter, lauter, egozentrischer Deutscher hat sich eh schon verbreitet. Ich arbeite noch dran, also an meinem guten Ruf. Am 26. ist dann auch schon alles vorbei, man geht zum Pferderennen oder guckt Premier League, geht wieder in den Pub, trifft Freunde oder geht schnell in die Stadt um die erhaltenen Gutscheine einzulösen. Dabei soll man nicht glauben, alleine zu sein. Schon garnicht bei Brown Thomas, dem absoluten Kultgeschäft der Iren.
Wir werden noch ein paar Menschen besuchen, die uns zur Hochzeit gratuliert und beschenkt haben, von denen ich die meisten noch nie gesehen habe. Das wird sicher wieder ein Spass, wenn sie diesen 'Ach, so sieht eine deutsche Lesbe'-Blick aufsetzen. Ich werde auch hier versuchen artig zu sein und ein nachhaltiges 'They looked quite normal' in ihr Gedächtnis klöppeln.
In diesem Sinne - allen Leserinnen und Lesern schon mal vorab viel Spass beim Weihnachten-feiern und viele lustige Geschichten, die Ihr dann alle gerne mal erzählen könnt. Wie wäre es mit einem 'Mein peinlichstes Weihnachtserlebnis 07' - Kontest?

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Kartenstapel


Über Weihnachten gehts nach Irland - für mich zum ersten Mal. In den vergangenen beiden Jahren bin ich immer erst am 26.12. nachgekommen, aber in diesem Jahr werde ich das erste Mal unter dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum irische Volkslieder singen und den berühmten Truthahn vertilgen. Bis es soweit ist, gibts noch viele Geschenke zu kaufen und hübsch zu verpacken - denn die Verwandtschaft auf der Insel ist groß. Unter anderem warten auch noch über 20 Danksagungskarten darauf, bei unseren lieben Hochzeitsgästen abgegeben zu werden. Aus diesem Grunde habe ich den gestrigen verregneten Abend mit einer ausgedehnten Bastelstunde verbracht. Da wir ja immer noch kein Premiere haben - nur so am Rande - blieb mir das Bremer Dilemma ja erspart, und während der SWR eine Folkerts-Wiederholung zeigte, konnte ich ganz bequem Schleifchen binden, Fotos aufkleben und Banderolen wickeln.

Donnerstag, 1. November 2007

Same-sex couples to get legal recognition next year

Wer hätte das gedacht? Irland macht sich ernsthaft Gedanken, eine Art eingetragene Partnerschaft einzuführen. Daß sie sich damit ein bischen schwer tun, wundert mich nicht. Der erste Schritt - der Wille und die klare Absicht, ein Gesetz zu erlassen - ist getan. Jetzt kann man nur hoffen, daß die Befürworter hartnäckig bleiben und ihren Mut nicht verlieren, so viel Homoehe wie möglich auf den fruchtbaren irischen Acker zu pflanzen.
hier gehts zum Artikel >>>

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Jogis Jungs und ich in Irland

Ja, es ist wahr. Meine Frau und ich fahren übers Wochenende nach Irland, das Land, in dem auch Jogis Fußballracker Kerry Gold Butter auf ihr Nutellabrötchen streichen. Samstag Abend, Irland gegen Deutschland, es geht um alles. Für die Iren. Sollten sie Poldi, Schweini und Jensi nicht zeigen, wo der wahre Klee wächst, ist für die Iren Essig mit der EM-Teilnahme. Unglücklich bei der Rugby-WM ausgeschieden, verdient dieses tapfere Volk unbedingt ein Erfolgserlebnis auf sportlichem Parkett. Sie können so schön singen und feiern und verschaffen jeder noch so coolen schweiz-österreichischen Imagekampagne den passenden Retro-Anstrich mit ihren grün-orangenen Hemden. Und sie waren so nett beim Hinspiel in Stuttgart (wir waren dabei!)! Jetzt ist der Moment gekommen, der nicht nur das Tor zur EM ein bischen aufschubsen würde, sondern auch, den Inselnachbarn zu zeigen, wie man Jogis Truppe bezwingt. Ok, ich liefer mich grade wahrscheinlich offenen Anfeindungen mangels Patriotsmus aus. Hm, aber man muss auch gönnen können. Poldi kann ja trotzdem ein Tor schießen und Irland einen zweifelhaften Elfmeter versenken. Dazu kommt noch ein Eigentor von Trochowski (der kann nach Klose am traurigsten gucken) und das Guinness kann fließen. Veilleicht reichen ja auch schon ne ordentlicher Regenschauer und die Erkenntnis, dass irische Butter salzig ist, um die Jogis Jungs zu verschrecken.

Mittwoch, 5. September 2007

Lesestoff

Gestern habe ich begonnen, 'Glennkill' von Leonie Swann zu lesen. Dieses Buch stand schon ganz lange auf meiner Wunschliste. Nach 30 Seiten bin ich hin- und hergerissen zwischen ganz großem Quatsch und netter Idee. Da stehen Schafe auf einer irischen Wiese rum, die selbstverständlich saftig grün ist, es regnet, die bisher vorbeischauenden Menschen kommen grade aus dem Pub, wo sie Guinness und Whiskey trinken, ihre Nachnamen beginnen mit O'. Nun, wenn das so weiter geht, werde ich noch trefflich Vorurteile gegenüber Irland entwickeln. Beim nächsten Besuch auf der grünen Insel werd ich mich mal mit den Schafen unterhalten.