Sonntag, 9. Dezember 2012

Die Zeit rennt

Und wie. Und sie wird immer kostbarer, da rarer. Wenn der junge Mann gegessen hat, schläft er zwar meist völlig erschöpft vom vielen Saugen und Schlucken sofort ein, aber es dauert nie lange, und man vernimmt ein kleines Quängeln. Dieses wächst dann urplötzlich zu einem großen Grunz-, Schnaub-, Prust- und Quängelkonzert heran, dass mich meist dazu zwingt, alles stehen und liegen zu lassen und meine volle Aufmerksamkeit dem kleinen Pupser zu widmen. Manchmal braucht er dann einfach ein bisschen Trost, Kuscheleinheiten oder ein schiefgesungenes Weihnachtslied mit selbsterfundenem Text.
Doch immer öfters beansprucht sein waches Köpfchen jetzt auch die Unterhaltungsabteilung. Er will was geboten bekommen. Und da wirds jetzt richtig spannend. Da ein noch nicht ganz 3-monatiges Kind noch nicht so richtig greifen kann, geschweige denn Dinge gezielt in die Hand nehmen und sich damit beschäftigen, bedeutet Entertainment, dass ich dämliche Grimassen vor seinem staunenden Gesicht schneide und wilde Flatulenzgeräusche nachahme. In dieser Entwicklungsphase eines Babys gehört es offensichtlich dazu, dass sich Eltern komplett zum Affen machen. Und das gerne!
Jeden Tag bringt ihn eine neue Kombination von Lippenwackeln, Luft-in-die-Backen-blasen, Blubbergeräuschen-erzeugen zum Lachen, und was tut man nicht alles für ein Lachen des eigenen Kindes. Es stimmt tatsächlich. Wenn er erst mal lacht, sind all die Sorgen und Nöte vergessen.
Nichts erinnert mehr an schlaflose Nächte, stundenlange Schreianfälle oder vollgeschissene Strampler. Fast nichts.

Sein zuckersüßes Lächeln ist aber wirklich so was von herzergreifend und schneeschmelzend, dass ich schon einige male Pipi in den Augen hatte.
Mag dieser Satz auch völlig kitschig klingen, es ist die reine Wahrheit und ich kann alle Eltern nur zu gut verstehen, da ich jetzt weiß, wie es einem nach 3 Monaten geht.
Wer es nicht kennt, verpasst folgendes:

  • du lernst Dinge mit einer Hand zu machen, für die du früher eigentlich 3 Hände gebraucht hättest.
  • du erfindest Liedertexte und Melodien aus dem Stehgreif, die absolut keinen Sinn machen
  • du findest die Kacke deines Kindes "süß" und spendest Beifall für seine Püpse
  • du ziehst praktische Nahrungsmittel den leckeren vor
  • du bist permanent damit beschäftigt zu planen, was du in der nächsten ruhigen Minute alles machen willst, erledigst aber maximal immer nur eine Sache davon
  • du ertappst dich dabei, andere Menschen für den Lärm, den sie machen, zu verachten
  • du wirst paranoider als du dir eingestehen willst, wenn es um Sauberkeit und Sicherheit geht
  • du verschwendest Energie, weil Junior nicht auskühlen darf (und du vor lauter Schlafmangel ständig frierst)
  • du erduldest Rücken- und Kopfschmerzen
  • du heulst wenn er lacht
  • du willst es nie wieder anders
  • du bist der glücklichste Mensch, selbst wenn dir Menschen sagen, dass du scheiße aussiehst.

Samstag, 24. November 2012

Zwei Monate

Zwei Monate gingen rum wie im Flug. Der kleine Mann kann jetzt schon ein bisschen lächeln und zeigt uns deutlich, dass er unterhalten werden will, wenn ihm langweilig ist. Ja, auch so kleine Zwerge haben schon Langeweile. Immerhin steht das in den zahlreichen Ratgeber-Büchern, die sich bei uns türmen. Wenns da drin steht, dann wirds ja wohl stimmen.
Da ich mal wieder viel zu selten zum Bloggen komme, hier mal wieder ein kurzer Abriß der Ereignisse der letzten Wochen:

  • Unsere hoch geschätzte und gelobte Hebamme hat uns ihren letzten Besuch abgestattet. Herr O. wurde zum Abschluß noch einmal fachgerecht vermessen und gewogen und wir durften ihr ein letzetes Mal Löcher in den Bauch fragen. Sie war dann auch fast durchsichtig, als sie ging. Sie bleibt aber weiterhin für uns erreichbar, falls mal Probleme auftauchen und für die Erklärung des Beikost-Themas kommt sie auch noch mal vorbei wenns so weit ist.
  • Frau O. hat ihren Rückbildungskurs begonnen, was ihr wieder viele lustige Jung-Mama-Kontakte beschert. Ich freu mich schon auf die witzigen Geschichten von der Mütterfront.
  • Das Einwohnermeldeamt hat dem jungen Herren nun neben der irischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft genehmigt. Das macht die Beantragung eines Kinderausweises hoffentlich einfacher, denn die bisherigen Kontakte zur irischen Botschaft waren sehr mühsam. So ganz ohne Angaben zum Vater kam der Antrag den Beamten von der grünen Insel dann doch ein wenig merkwürdig vor. Man muss nämlich zur Beantragung eines Kinder-Reisepasses die schriftliche Einwilligung von Vater und Mutter präsentieren.
    In Deutschland ist das zwar genau so, aber da wir bisher mit den fehlenden Angaben zum Vater in deutschen Formularen keine Probleme hatten, hoffe ich, dass es hier auch keine geben wird. Der Besuch beim irischen Konsulat in Bergisch Gladbach wird uns aber wahrscheinlich nicht erspart bleiben, wenn wir den irischen Reisepass irgendwann haben wollen. Warum auch nicht. Das Konsulat liegt ja auch idyllisch gleich neben der Autobahnabfahrt und teilt sich das Grundstück mit einer Chemiefirma, die noch aus den 30er-Jahren übrig geblieben scheint.
  • A propos Formulare: So langsam sind wir über den Berg. Elterngeldantrag ausgefüllt, Kindergeldantrag ausgefüllt, Geburtsurkunde beantragt und abgeholt, Krankenkassenanmeldung durchgeführt, Anmeldung bei mehreren KITAS abgegeben. Das alles noch so nebenher zu machen, wenn ein Kind alle fünf Minuten scheien, trinken, quengeln oder kacken will ist nicht ganz ohne.
    Da fühlt es sich schon wie ein Triumph an, dass einer aus über 100 Versuchen ein biometrisches Passfoto hervorgebracht hat. 
  • Herr O. wurde in der Zwischenzeit mit so vielen tollen Geschenken überhäuft, dass wir überlegen, bald eine größere Wohnung anzumieten. Oma und Opa lieferten letztes Wochenende ein Activity-Center "Urwald" ab. Seit dem wimmlts in unserem Wohnzimmer von Affen, Giraffen und tropischen Schmetterlingen. Die gesellen sich aber ganz friedlich zu den schon länger heimischen Bären, Hunden, Hasen und Krokodilen. Dem Kind muss sicher niemand mehr erklären, dass seine Mutter eine Biologin ist.
  • Ich habe mich endlich getraut die Zeitschrift 'NIDO' zu kaufen. Das ist so ne Zeitschrift für hippe Eltern, die trotz Kind keinen Trend verpassen wollen und natürlich völlig entspannt und pädagogisch ganz vorn sind. Man könnte auch sagen, 'NIDO' ist für 'NEON'-Leser mit Kindern.
    In NIDO fand ich dann einen Artikel über Malen mit Plakafarbe. Was für ein herrliches Wort und wie lange nicht mehr gehört. Ich kanns kaum abwarten, bis es hier richtig losgeht mit Basteln, Malen & Co.
  • Und sonst? Das Leben geht ja auch für mich als Co-Mutter weiter. Ich habe meine erste Paradonthosebahandlung über mich ergehen lassen, sammel weiter Buchwünsche, die ich in den nächsten 3 Jahren wahrscheinlich nicht über die Einleitung hinaus lesen werde, schiebe meine Fahrrad- und Laufaktivitäten in die Randstunden des Tages und geniesse jede freie Minute und jedes Lächeln des kleinen Herrn O.
    Über die ganz speziellen Seiten des Co-Mutter-Seins möchte ich im nächsten Beitrag gerne mal ausführlicher schreiben. Mal sehen, was da wieder alles dazwischen kommt.

Sonntag, 11. November 2012

Die lange Reise des Pupses

Hab ich schon erwähnt, wie toll ich finde, dass es Hebammen gibt?
Sie kommen herein geschwebt wie Engel und helfen in der größten Not. Mit Not meine ich die vielen Ängste, Sorgen und Fragen die man als Eltern hat, wenn man mit dem frisch geborenen Säugling alleine zu Hause den Alltag bewältigen will. Ist mein Kind ein Schreikind oder ist das
alles noch im Rahmen?  Und warum schreit er? Hat er Schmerzen, Hunger, Langeweile, oder einfach nur Lust zu Schreien? Ist grüner Pampersinhalt gefährlich? Darf mein Kind auch nachts auf dem Bauch schlafen, wenn es auf dem Rücken nur strampelt und schreit? Was mache ich falsch, wenn er nicht richtig aus der Brust trinken will? 


Ein Fragenkatalog, der nie enden will. Natürlich gibt es Bücher und Google, aber das alles mit einem echten Menschen persönlich zu besprechen ist durch nichts zu ersetzen. Und genau diese Menschen sind Hebammen. Sie sind viel mehr als nur Geburtshelferinnen. Sie sind nämlich auch so was wie Lebensstarthelferinnen. Also quasi der ADAC für frisch gebackene Eltern.
Da unser Sohn nun schon 7 Wochen alt ist, kommt unsere liebe Hebamme nur noch 1-2 mal pro Woche. Meist richten wir die Termine so ein, dass ich dabei sein kann und dann kann auch die Co-Mutti dumme Fragen stellen. Unser letztes Gespräch entwickelte sich zu einem detaillierten Fachgespräch über den Werdegang von Püpsen. So ein kleiner Pups macht nämlich ne ganze Menge mit, bevor er nach einer langen Reise durch den Darm in die Freiheit entlassen wird.
Da das ja meist unter großem Getöse geschieht, kennen die meisten den dritten Teil. Die Entstehung und die anschliessenden Phasen sind uns aber meist fremd, da wir das in unserem zivilisierten Alltag geschickt verdrängen. Ein kleines Baby beschäftigt sich aber quasi 24 Stunden am Tag mit Püpsen in allen möglichen Facetten und probiert die abenteuerlichsten Stellungswechsel aus, um derer Herr zu werden. Zu erkennen, welche Pupsphasen am quälendsten sind, die passende Mimik zu identifizieren, helfende Positionen zuzuordnen und dem kleinen Wesen damit Erleichterung zu schaffen ist eine wahre Kunst. Vielleicht schreibe
ich mal ein Buch über Pupsproblematiken bei Säuglingen. Wenn es schon fette Schinken übers Stillen und übers Einschlafen gibt, warum dann nicht auch über Gasentwicklung?


Die wohl sortierte Hebamme erklärte uns , dass im Falle unseres Sohnes drei Theorien zur Erklärung seines Schreiverhaltens herangezogen werden können:
1. Die Entstehung der Gase löst Unbehagen aus => Das Kind schreit, weil es mit der brodelnden Veränderung überfordert ist
2. Die Wanderung der Gase und die Verbindung kleiner Bläschen zu großen Wolken verursacht Schmerzen => Das Kind schreit vor Schmerzen
3. Der Abtransport durch den Ausgang will nicht klappen, die Gase stecken fest und drücken => Das Kind schreit vor Schmerzen und läuft vor Anstrengung beim Drücken im Gesicht rot an

(...)

Da wir nach kurzer Analyse der Symptome die Optionen 2 und 3 zwar theoretisch ausschließen konnten, aber auch nicht ganz sicher waren, wurden uns 3 homöopathische Mittelchen empfohlen, die wir nacheinander ausprobieren sollen.
Frei nach dem Motto: Viel hilft viel, und wenn man erst mal alle Kombinationsmöglichkeiten durchprobiert hat, ist die schlimmste Bauchwehphase (die ersten drei Monate) sowieso rum.
Unser Sohn hat vor zwei Tagen drei mal einen Löffel Sab Simplex geschluckt und ich muss sagen, er schreit viel weniger bei und nach den Mahlzeiten.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Ein kalter Herbsttag

  
Na, wer darf denn noch wann und wo parken?
Was bitte schön ist "Cellsymbiosistherapie"


?
Jetzt schon mal an Ostern 2013 denken und bunte Eierkartons produzieren. Wird sicher ein Verkaufsschlager!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Deutlich

Ratgeber in Bildern: Stuhlgang bei Babys

 entdeckt bei babycenter.de

 http://www.babycenter.de/l28596/ratgeber-in-bildern-stuhlgang-bei-babys#/6

Sonntag, 21. Oktober 2012

Vier Wochen mit Herrn O.

Besuch vom Opa aus Irland. Jetzt besitzen wir einen Stokke-Hochstuhl mit Newborn Aufsatz.
Warum gibt es eigentlich ausschliesslich häßliche Bezüge? Wenn man schon so eine tolle Geschäftsidee hat und einen Stuhl auf den Markt bringt, der sich aus mehreren Komponenten zusammen setzt, von denen keine wirklich verzichtbar ist und nicht unter 30 Euro kostet, dann kann man sich doch bitte ein bisschen mehr Mühe mit dem Design geben. Wer erfindet solche Designs? 


Mit dem Opa gleich zwei mal abends essen gegangen.
Der kleine Herr O. war sehr lieb und ließ uns im Ruhe unsere Mahlzeit zu uns nehmen. Am zweiten Abend fing er nach der Vorspeise an, lautstark zu quängeln, und seine beiden Mamis gingen durch ein Wechselbad der Gefühle zwischen Angst und Panik. Was hat er denn? Kann er denn schon wieder Hunger haben? Hoffentlich beschwert sich keiner? Guckt schon jemand? Schnuller rein - hilft auch nix. Panik-Modus! Und dann der erleichternde Pups. Alles wieder gut und der kleine hat bis zum Dessert geschlafen.
Als wir das Restaurant nach gut einer Stunde verliessen, fragte ich unsere Bedienung, ob es sehr schlimm gewesen sei.
"Ach, da waren noch zwei Kinder im Restaurant. Die haben viel mehr gebrüllt und sich lautstark gezankt. Das war noch viel schlimmer."

Joungster schläft quasi durch, was nicht heißt, dass wir durchschlafen.
(Wenn man solche Behauptungen nicht sofort veröffentlicht, überleben sie sich wieder. Zur Zeit schläft er eher gar nicht.)
Nach 3 guten Nächten, kamen 4 schlechte und eine mittelmäßige.
Schlaf ist vielleicht das Thema Nr.1 unter den Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden, aber ich finds deutlich überbewertet. Gähn....

Das erst Bad nahm Herr O. am Montag. Als Co-Mutter kam mir die Ehre zu, den Winzling fest zu halten und ins Wasser einzutuppen. Alles, was über die Füße hinaus ging, mochte er ganz offensichtlich nicht. Spass am nassen Element sieht anders aus.
Jetzt wissen wir immerhin, wie er uns die Gefühle "Unbehagen / Ablehnung" oder ein simples "Find ich scheisse" zeigt.
Obwohl er gefühlte 10 Minuten wie am Spieß geschrien hat, fand ichs eher amüsant. Da steckt wahrscheinlich mein Wunsch hinter, dass er Wasser total spitze findet und später mal ein eleganter Schwimmer wird.
Aktuell ist von Leidenschaft und Talent eher wenig zu spüren, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.


Abends schreit er jetzt regelmäßig für eine längere Zeit. Wie ich nach ein paar Tagen erfahren habe, schreit er auch tagsüber ganz ordentlich. Das kriege ich als berufstätige Co-Mutter aber nicht mit.
A propos: ARBEITEN. Ich gehe seit einer Woche wieder hin. Klingt fast so, als ob ich eine Wahl hätte, und wenn mans genau nimmt, hab ich die ja auch. Eine sehr theoretische. Vergleicht man die Fähigkeiten einer stillenden, hormonüberladenen Mutter mit denen einer hoch-motivierten Co-Mutter, wird relativ schnell klar, wer fürs Jagen und wer für die Nestwärme verantwortlich ist. Ich mühe mich nach Kräften, alle Klisches von Rollenfestlegung zu widerlegen, aber es gibt definitiv Grenzen, und die zeigt mir unser Sohn regelmäßig wenn er auf meinem Arm seine Schrei-Arien anstimmt und alles ansaugt, was er in den Mund kriegen kann (T-Sirt, Hautfalten, ....).
Also trabe ich wieder jeden morgen in der Früh auf meinem wiliden Hengst hinaus in die Weiten der Prärie um am Ende des Tages mit einem erlegten Büffel in die heimische Höhle zu Frau und Kind zurückzukehren.


Dienstag, 9. Oktober 2012

Dies und Das

Erster Besuch beim Kinderarzt. Nix dramatisches, nur kurz checken lassen, ob Juniors leichte Gelbfärbung noch im Rahmen ist. Ist sie.
Die beiden Mamas fahren beruhigt wieder nach Hause. Keine KK- Karte gezeigt und keine 10 Euro bezahlt. Interessantes Geschäftsmodell.

Habe Herrn O. gestern Mittag zum ersten mal einen Schnuller gegeben. Gierig hat er ihn angesaugt und für die nächsten 3 Stunden nicht mehr losgelassen. Ein Schnuller beruhigt das Kind und die Mamas - aber nicht das Gewissen. Das sind die Momente, in denen man nicht googlen will,
sondern einfach nur die Fakten für sich sprechen lassen.




Von Mutter einen Rat eingeholt, wie man wohl am besten die gelben Flecken von Exkrementen aus der Wäsche kriegt.
"Ich nehme immer dieses "Fannisch", das ist super!" 

"Fannisch? Hä?" 
Ich lasse das Wort in meinem Hirn ein paar Umlaufbahnen ziehen und dann klingelts:
"Vanish" meint sie. Also gut, kauf ich, probier ich.

Der 1. FC Köln verliert nicht (1:1 gegen Dynamo Dresden). Das Milchmonster ist ein Glücksbringer.
Es gab eine erste vorsichtige Anfrage, welchem Fussballverein dieses Kind denn anhänge, oder ob er sich das gar selber irgendwann aussuchen dürfe.
Natürlich ist er jetzt schon Fan vom unwiderstehlichen 1. FC Köln und vom FC Liverpool. Aber selbstverständlich kann er sich das später auch selber aussuchen - so lange es keine anderen Vereine sind.

The first family apple crumble

Montag, 8. Oktober 2012

Herbst vorm Balkon

Sonntag, 7. Oktober 2012

Familien-Lagerfeuer-Abend

Gestern Abend war es endlich so weit: "Wetten dasss?" kehrte zurück auf den Bildschirm und Markus Lanz feierte in meinen Augen eine beeindruckende Premiere. Lebendig, selbstironisch, herzlich und überaus sportlich präsentierte er uns 3 Stunden Unterhaltung und trug damit dazu bei, dass wir als frisch gebackene junge Familie unseren ersten typisch deutschen TV-Samstag Abend erlebten. Erst Sportschau, dann Nudeln mit Sosse (hab ich gekocht, kam nicht im TV) und dann "Wetten dass?". Ich bin dann noch fürs Sportstudio aufgeblieben, während Frau und Herr O. das Bett aufgesucht haben - nur um das Klischee ansatzweise zu vervollständigen. Bier war aber nicht im Spiel. Ischwör.

Trotz ohne Alkohol war die Schlafqualität der folgenden Nacht eher mäßig. Ich würd mal ne 4 minus geben. Damit liegen wir wahrscheinlich mal wieder hinter den Bayern, aber vor den bösen Stadtstaaten. Bei dem Begriff "Stadtstaaten" muss ich immer an meinen Erdkundeunterricht in der 6. Klasse bei Frau Bernhard zurückdenken. Welche waren das noch mal? Bucher, an  die Karte. Ui, da musste ich dann mit dem Zeigestock auf der Karte die Bundesländer finden und ihre Hauptstädte benennen. Hatten wir ein Glück, dass es damals noch keine blühenden Landschaften gab. Gestern war 20 Jahre Abi-Treff, und ich sitz zu Hause auf der Couch mit Frau und Sohn vor "Wetten dass?". Einfach geil, um mal ehrlich zu sein.


Jetzt sitze ich in unserer gemütlichen Wohnküche und höre mit dem neben mir tief schlafenden Sohn genüßlich Element of Crime. Erst jetzt, nach 2 Wochen "Urlaub dahoam", sieht die Wohnung so richtig nach Leben aus. Überall liegen Decken, Löffel und Fläschchen rum, Babysachen türmen sich, die Waschmaschine läuft, der Sterilisator steht im Weg rum, halbvolle Kaffeetassen blockieren den Tisch. Ach, wie herrlich. 

Jetzt fehlt nur noch der ultimative Tipp, wie man Scheisseflecken vollständig aus Textilien entfernt. Drei Handwaschgänge mit Gallseife machen zwar meine Hände spröde, aber ein Hauch von Gelb bleibt.

Freitag, 5. Oktober 2012

Der 23.09.

Historisches:

1846: Neptun wird entdeckt. Nach Kalkulationen von Urban Leverrier finden ihn die Astronomen Johann Gottfried Galle und Heinrich Louis d'Arrest am Himmel.
1910: Geo Chavez überfliegt als erster Mensch die Alpen
1949: Der amerikanische Musiker Bruce Springsteen, auch der Boss genannt, wird in New Jersey geboren
1983: Die deutsche AIDS-Hilfe e.V. wird gegründet


Moderner Geburtsstein:

Saphir

Mystischer Geburtsstein:

Achat

Ayurwedischer Geburtsstein:

Mondstein

Geburtsblume:

Aster

Namenstag (katholisch, ökumenisch):

Linus, Thekla, Gerhild, Pio

Feier- und Gedenktage weltweit:

Herbstanfang

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Rätsel

Was ist das?
  • Deckt man vor und nach der Fütterung.
  • Verbirgt Ihren Beitrag Schwangerschaft Bauch
  • Einfach zu bedienen und absolut effektiv. So können Sie Ihre Bescheidenheit, gleichzeitig aber Ihr Baby eine bequeme und entspannte ernähren
  • Völlig flexibel, wie es passt um Ihnen und Ihrem Baby, so eine Größe passt alle Mütter
  • 100% Baumwolle und waschbar bei 30 Grad.
 
Gedunden auf amazon.de: es handelt sich um ein sogenanntes Stillcape, oder für die hippen anglophilen auch "Mamascarf Breastfeeding Scarf".

Dienstag, 2. Oktober 2012

Das Milchmonster führt Regie

Neun Tage ist er nun schon auf dieser Welt und seit 5 Tagen sind wir zu dritt zu Hause. Als wir gestern im Hausflur den Nachbarn begegneten und die sogar noch fleissig grüßten, da fiel mir ein Stein vom Herz. Sooo laut schreit er dann ja wohl doch (noch) nicht.
Ob er nun viel oder wenig schreit, hängt ganz davon ab, mit wem man spricht. Die Gesprächspartner lassen sich zur Zeit ganz einfach in zwei Gruppen einteilen: Menschen mit Baby-Erfahrung, und solche ohne. Die 'ohne' staunen und jauchzen, wenn sie ihn sehen, wissen aber meist nicht den Unterschied zwischen klugen, nervigen oder dummen Fragen, und äussern sich deshalb in seiner Abwesenheit eher zurückhaltend.
Die 'mit' sprudeln über vor lauter Tipps und Ratschlägen. Erzähle ich voller Stolz, wie gut er schläft und trinkt, höre ich umgehend die Geschichte von den Kindern, die am Anfang unheimlich pflegeleicht sind, und dann später zu Sorgenkindern werden. Sind sie am Anfang stressig, wird später alles ganz easy. Was soll ich mir denn nun wünschen? Soll ich ihn zum Kotzen und Schreien animieren, damit er mit 12 nicht zur Flasche greift? Ich bin verwirrt. 
Quatsch. In Wahrheit sind wir einfach sehr sehr dankbar, dass er ordentlich zunimmt und so langsam einen Rhythmus annimmt, der auch seinen Mamas ein bisschen mehr Schlaf und Ruhe einräumt.

Und hier die Highlights der letzten drei Tage:

  • Das erste Paket Pampers ist aufgebraucht. Der Windeleimer zum ersten mal voll.
  • Nachdem zuerst die Kinderärztin und dann die Hebamme dran waren, habe auch ich heute morgen meine erste ordentliche Pipi-Dusche abbekommen. Nix schlimmes, doof nur, dass der frische Body mitten im Zielgebiet lag.
  • Folglich läuft die Waschmaschine 1-2 mal täglich. Zum Glück bekommen wir günstigen Strom. 
  • Der erste 'Ausritt' ins heimische Viertel wurde erfolgreich absolviert. Meine Güte, wozu gibts Kopfsteinpflaster? Ruckel ruckel, rums, rums, ... doch das Kind schläft selig weiter. Idealerweise würde der Kinderwagen auf den Fahrradweg passen. Da gibts auch abgesenkte Bordsteine. Aber das vereinbart sich leider überhaupt nicht mit meinem Fahrradfahrer-Etos. Mal schauen, wie oft sich die Kinderwagen-Claribu und die Fahrrad-Claribu da noch streiten müssen.
  • Das mobile hängt. Jetzt müssen wir geduldig warten, bis Herr O. seinen Spieltrieb entdeckt.
  • Wer uns was schenken möchte: eine große Portion Schlaf und einen neuen Rücken in 1-2 Jahren.

Sonntag, 30. September 2012

Füsschen

Der kleine Herr O. ist da

Unser Sonntagskind kam am 23.09.2012 um 19:21 Uhr zur Welt. Er mass bei der Geburt 52 cm und wog 3170g.
Wir sind sooo glücklich, sooo müde und immer noch absolut fassungslos, welch großes Glück uns da beschert wurde.
Alles dran, er kann schreien und quäken, trinken und verdauen, schlafen und strampeln, glucksen und greifen.

Nach der Geburt mussten wir uns dann erst mal ein paar Tage erholen. Mama O war nach den Strapazen natürlich k.o. wie nach drei Marathons im Hochgebirge, und der kleine Pampersbomber wollte nach dem Geburtsstress erst mal nur schlafen.
Ich wollt das eigentlich auch, aber da hatten meine Neugier und der Klinikalltag was dagegen. Visite um halb 8, frühstücken, Kind gucken, Kind wiegen und wickeln, mittagessen, Formulare ausfüllen, etc.
Vier Tage durfte ich mit Mama und Sohn ein Zimmer teilen, incl. eigenem Bad und Vollpension. Allen werdenden Eltern kann ich nur wärmstens empfehlen, ein Familienzimmer zu nehmen. Man bleibt für sich, hat seine Ruhe, braucht auf niemanden Rücksicht nehmen, und muss vor allem nicht den Besuch der Bettnachbarin ertragen.
All die Geschichten, die man uns zuvor von Elternstress, Angst und Schlafentzug erzählt hat machen jetzt Sinn. Ich wollte es ja nie so recht glauben, aber ja, alles wahr! Alles, was man sich jahrelang an schlaf-wach-Rhythmus antrainiert hat, ist binnen weniger Tage komplett über den Haufen geworfen. Das geht ja schon beim Einsetzen der Wehen los. Mitten in der Nacht wurde ich aus dem Tiefschlaf geweckt und los gings Richtung Kreisssaal. Seit dem sind mittlerweile gut 7 Nächte vergangen bis ich zum ersten mal wieder ansatzweise so was wie Tiefschalf hatte. Egal. Man pendelt sich irgendwo ein zwischen Wachwickeln, Wiegen, Stillen und Nickerchen machen.
Herr O. hat zwischen zwei Mahlzeiten genug Zeit zum Schlafen, während seine Muttis ja auch mal essen, waschen, einkaufen, duschen oder aufräumen müssen. Schwups sind schon wieder 2 Stunden rum, der Herr schreit nach der Brust, und die Mamis haben immer noch nicht geschlafen.
Dieser permanente Schlafentzug hat Folgen. Man wird einfach blöd im Kopf. Das Gehirn schaltet auf stand-by und nur die wichtigsten Funktionen sind noch abrufbar. Selbst der Gang zur Toilette wird da manchmal komplett verdrängt. Ich stand ohne Portemonnaie im Laden und musste zum
ersten mal seit Ewigkeiten anschreiben lassen, ich stand bei Rossmann vor dem Regal und wusste minutenlang nicht mehr, was ich da wollte.
Und das, obwohl ich alle 10 Sekunden auf meinen Einkaufszettel guckte. Mein Hirn wollte die Information einfach nicht verarbeiten. Heute wird Herr O. eine Woche alt und es gelingt mir schon ansatzweise ganze Sätze zu schreiben. Das ist Fortschritt.
Das kleine Milchmonster saugt jeden Tag gieriger und nimmt stetig an Gewicht zu und Frau O. studiert schon wieder emsig die Fussballseiten im englischen Guardian. Wir sind eine Familie :-)

Die letzte Woche im Zeitraffer - tät ichs ausformulieren, säße ich nächsten Freitag bei Frau Schöneberger und redete über mein neues Buch...

So, 23.09., 02:00 Uhr: Ich werde geweckt. Wehen. Tasche packen, ab ins Auto richtung Kreisssaal
3:30 Uhr: Diagnose: Geburt beginnt, Frau O. soll im K-Haus bleiben, ich soll noch mal nach Hause, weil kein Bett mehr frei ist.
4:00 Uhr: Ich bin zu Hause. Hellwach. Packe noch mehr T-Shirts und Unterwäsche in meine Kliniktasche. Beziehe das Kinderbett. wandere Kilometer um Kilometer durch die Wohnung.
07:30 Uhr: Fahre ins KH. Verbringen den Morgen im Frühstückszimmer und ziehen mittags in den K-Saal um. Ich versorge Frau O. mit live-Fussballergebnissen
aus der englischen Premierleague. Liverpool verliert 1:2 gegen ManU.
17:30 Uhr: Kann keine Müsliriegel mehr sehen. Verlasse den K-Saal und esse Pommes Currywurst in der KH Kantine. Schmeckt furchtbar, gibt aber Kraft.
18:30 Uhr. Die eigentliche Geburt beginnt. Ich schaue fasziniert zu.
19:21 Uhr: Er ist da!
22:00 Uhr: Wir drei kommen aufs Zimmer. Niemand da, ausser uns. Wir sind erschlagen von so viel Glück

Mo, 24.09., 07:30 Uhr: Chefarztvisite. Völlig glücksbetrunken und verschlafen starre ich in die Augen vom Chefarzt und sage "ach, guck mal, der Chef".
Er findet das nur mäßig komisch, gratuliert aber anständig.
Der Tag vergeht mit Telefonieren, Fotografieren, Mails schicken und Kind gucken. Zeit ist absolut relativ. Ich kapiere schnell, dass es so schnell keine
Langeweile mehr in meinem Leben geben wird. Herr O. besteht die U1 mit Bravour.

Di, 25.09.: Der Tag vergeht wie im Flug. Ich melde Herrn O. offiziell bei der Stadt an. Die Ausstellung der Geburtsurkunde soll angeblich bis zu 5 Wochen
dauern. Das kann ja heiter werden. Ohne die kann man so gut wie nichts beantragen, aber mal sehen....

Mi, 26.09.: Noch ein Tag im Sauseschritt. Herr O. besteht auch die U2. Er fängt an richtig zu trinken und meldet sich im 2-3 Stunden Rhythmus, weil er Hunger hat.

Do, 27.09.: Nach dem Mittagessen dürfen wir nach Hause. Kurz zuvor posed der Sohn noch vor der Babyfotografin und bewirbt sich schon mal für eine
Karriere als Model. Kann er gerne tun, denn die 298 Euro für die Fotos müssen ja auch erst mal verdient sein.
Um 15:00 Uhr sind wir endlich zu Hause. Herr O. ist wenig beeindruckt, weder von der Autofahrt noch vom Einzug. Er verpennt einen wunderschönen
Herbsttag und macht die Mamis einfach nur glücklich.

Fr, 28.09.: Erster Besuch unserer Hebamme. Tut gut, Hilfe zu bekommen, ein paar Tipps und Anregungen, aber auch einfach mal mit jemand zu reden.
Die Nacht war eigentlich keine, denn der junge Mann machte sie zum Tag und schrie und strampelte, als wolle er unsere Nerven auf die Probe stellen.
Am Nachmittag hatten wir unseren ersten Herren-Besucht. Die zwei schwulen Onkels aus der Nachbarschaft kamen kurz zum Babygucken vorbei.

Sa, 29.09.: Ich gehe einkaufen und mache ein paar Besorgungen in der Stadt. Ich kann mich heute schon nicht mehr dran erinnern, was ich anhatte, ob
ich die Haare gebürstet und das Gesicht gewaschen hatte. Stehe im Supermarkt an der Kasse und vermisse meine Familie. Kein Wachs im Haar? Ach, egal.


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Anmerkung: Ich werde hier weder den vollständigen Namen unseres Sohnes erwähnen, noch Fotos mit Gesicht veröffentlichen. Wer noch nicht ausreichend mit Bildmaterial versorgt wurde, kann mich gerne anmailen, und dann gibts auch zauberhafte Babyfotos.
Über Rechtschreibfehler bitte ich in den kommenden Wochen hinwegzusehen.

Freitag, 21. September 2012

Erste Pamperslieferung

Samstag, 15. September 2012

Listen und harte Zeiten

Der ET (= wissenschaftlich berechneter Entbindungstermin) rückt immer näher und die Vorbereitungen sind im vollen Gange. Bei uns zu Hause stapeln sich die Listen:
Eine Packliste für die Kliniktasche, eine Liste mit Fragen an die Hebamme, eine Liste mit Dingen, die wir bevorraten müssen für die harten Zeiten nach der Geburt und eine 'das könnten wir noch kaufen'-Liste. Tja, der Kaufrausch nimmt irgenwie kein Ende und ich befürchte, dass es auch in
den nächsten 20 Jahren nicht viel besser werden wird. Schreibt man all die Dinge auf, die man mindestens anschaffen sollte, dann ist man wieder bei einem so großen Berg von Babyphon bis Wickelunterlage für unterwegs, dass man letztlich doch wieder vor dem Problem steht, nicht zu wissen, was denn nun wirklich wichtig ist. Was brauchen wir direkt nach der Geburt und was können wir in den kommenden Monaten noch kaufen? 


Werden wir dazu dann überhaupt nich Zeit haben? Immerhin kommen ja bald auch die vielbeschworenen "harten Zeiten" auf uns zu.

Nix wird sein wie es einmal war. Das höre ich jetzt fast jeden Tag von liebevoll ratschlagenden Menschen."Geht noch mal ins Kino", "schlaft euch so richtig aus", "mach noch mal  alles, was dir Spass macht", "geniesst die Zeit zu zweit". Vor lauter  Aktionismus bin ich schon ganz erschöpft. Ich geniesse, schlafe und lebe so intensiv wie nie zuvor - ständig angetrieben von der Angst, es könnte das letzte Mal sein. Nachdem ich erst mal angefangen hatte darüber nachzudenken, was ich alles noch schnell vor der Geburt erledigen muss, war ich richtig gestresst. Wie vor einer großen, abenteuerlichen Urlaubsreise in ein fernes Land. Von Wahnvorstellungen geplagt kauft man Sonnencreme, Mückensalbe, Rei in der Tube und Streichhölzer für den Notfall, um dann
am Urlaubsort festzustellen, dass gleich um die Ecke vom Hotel ein riesiger DM ist. 


Die Vorratspackung Klopapier und die Familien(!)packung Nudeln waren zwar gelistet, erfüllen wahrscheinlich aber in jeder Lebenslage ihren Zweck. Ob die grüne Fahrradhose, 4 T-Shirts, eine neue Kindle-Tasche und der neue Rucksack in diese Kategorie gehören, muss noch  genauer erörtert werden. Noch schlimmer ist, dass die Liste mit Dingen, die ich unbedingt haben will nicht grade kürzer wird, je näher der Geburtstermin rückt.
Vielleicht werde ich nie wieder Schuhe kaufen könnnen? Oder Mützen, oder häßliche Halstücher? Ich werde es wohl in spätestens einem Monat wissen, denn dann sollte Monsieur es geschafft haben, seine kleine Wohnung verlassen zu haben.

Da die Zeit bis dahin einfach viel zu langsam vergeht, habe ich vor zwei Wochen beschlossen, meiner Frau in der Anzahl der Arztbesuche Konkurrenz zu machen.
Ich habe meinem Hausarzt ein paar Symptome geschildert und beschäftige ihn nun damit herauszufinden, was das sein könnte. Ich hoffe, er findet die ultimative Lösung gegen meinen viel zu niedrigen Blutdruck und wird der ewigen Friererei ein Ende setzen.
Falls nicht, hab ich wenigstens ein aktuelles Blutbild und ein EKG fürs Familienalbum.
Eine Masseurin mit Hang zur Esoterik hat mich dazu animiert, meine Ohren zu reiben und auf Nelken zu kauen. Die Nelken sollen gut gegen meinen empfindlichen Magen sein und das mit den Ohren hab ich nicht ganz verstanden.
Mein Zahnarzt hat mir drei Plomben gefüllt und seine Kollegin wird diese Woche die Generalreinigung vornehmen.
Gehört jetzt nicht ganz in dieses Genre, aber zum Friseur werde ich auch noch gehen. Als Co-Mutter kann man ja schlecht aussehen wie Lumpi, wenn der Sohn das Licht der Welt erblickt. Summasumarum ein sportliches Programm, das mir die elende Warterei versüßt und meinen nicht mehr ganz so jungen Körper wieder in Schuss bringt. Schliesslich kommen harte Zeiten auf mich zu.

Samstag, 1. September 2012

Montag, 27. August 2012

Für 10 Minuten ein Mann

An diesem Wochenende stand der Geburtsvorbereitungskurs auf dem Programm. Wir haben nicht ein Mal gehechelt dafür aber zwei ganz intensive, lehrreiche und angenehme Tage mit zwei tollen Hebammen und 7 Paaren verbracht. Ganz abwechslungsreich gings dabei zu und die Zeit verflog
einfach nur so. Partnerübungen, Zuhören, Kreisssaal besichtigen, Massieren, Fragen stellen, Entspannen, Essen, Reden. Wir waren das einzige lesbische Paar und wenn ichs nicht ganz sicher tief in mir drin spüren würde, wäre ich fast geneigt zu behaupten: Sie habens nicht gemerkt. Es war einfach nicht Thema, aber das war ja auch gut so, denn das Thema war ja die Geburt, und die ist ja für uns genau so neu und spannend wie für Paare, die aus Mann und Frau bestehen. 

Nur einmal kam es zu leichten Irritationen, nämlich als die Kursleiterin die Männer aufforderte in die eine Ecke des Raumes zu gehen, und die Frauen in die andere. Wohin mit mir? Ich bin dann zu den Männern geschlichen und hab darum gebeten "Partner" statt "Männer" zu sagen, was dann auch erstaunlich gut geklappt hat. Wenns darum ging, dass Männer ja auch mal helfen können, den Haushalt zu erledigen, fand ich die Wortwahl völlig ok. Ansonsten wollten die auch alle das selber wissen wie ich, zum Beispiel, wann denn was dran kommt, ob es im Kreisssaal auch was zu essen gibt, und ob man da W-Lan hat.
Jetzt kennen wir ne Reihe neuer Massagetechniken, wissen, das Gefühlserruptionen beim Gebären völlig ok sind, in die Kliniktasche eine Flasche Sekt für die Hebammen hineingehört, die Gebärende auch 'Kreissende' genannt wird, und dass es 'unter' und nicht 'während' der Geburt heisst.
Die Angst vor dem großen Tag ist bei allen Paaren in etwa gleich, und das ist schon ein sehr zusammenschweissendes Gefühl. Schade nur, dass bei der Rückkehr die Ablehnung des Steuerklassenwechsels vom Finanzamt im Briefkasten lag. Da wars gleich wieder Essig mit dem
Gleichheitsgefühl.

Ach so, da ich schon so positiv darüber schreibe und jemand Interesse haben sollte: Der Kurs fand im Gerresheimer Krankenhaus statt.

Spruch des Tages:
Gestillte Kinder sprechen angeblich früher, weil ihre Gesichtsmuskulatur besser trainiert ist - aber will man das?

Mittwoch, 22. August 2012

Hitze, Kita, Yoga

Während die werdende Mutter an ihrer ersten Stunde Schwangerschaftsyoga teilnimmt, entspannt sich die werdende Co-Mutter bei einer professionellen Massage. Eigentlich war ja geplant, dass wir zusammen zum Yoga gehen, aber für Männer wäre da kein Platz, versicherte man mir per E-Mail. Da hatte ich keinen Bock mehr. Meine Masseurin massiert chinesisch-indisch, was kurzfristig erst mal ganz gut gewirkt hat.

Schaue mir gleich mal eine KITA von innen an. Hab ein bisschen Bammel mit ner Horde Hetero-Eltern beim Infoabend durch die Räumlichkeiten zu streifen. Aber vielleicht bin ich ja auch gar nicht die einzige Lesbe. Überlege schon seit Tagen, welche pädagogisch wertvolle Frage ich stellen könnte. Hoffentlich merkt niemand, dass ich überhaupt keine Ahnung habe. Hauptsache alles schön bunt, es gibt ne Bau-Ecke, ne Schaukel und es ist sauber.

Das vergangene Wochenende war ein wahrer Milestone, was die Kinderzimmergestaltung betrifft. Freitag Nachmittag waren wir zusammen im Baumarkt um Farbe zu kaufen und anschliessend habe ich dann endlich mal die Wickelkommode "Hemnes" zusammengeklöppelt. Das ist schon IKEA für Fortgeschrittene. Zwei Stunden hab ich gebraucht und es war nur einer von diesen kurzen geriffelten Holzstöpseln übrig. Das Ding steht und wartet auf die erste ordentliche Windel.
Am Samstag habe ich dann zwei Wände gestrichen. Eine in der Farbe 'Apfel', die andere in 'Kerbel'. Sieht alles sehr schön grün aus. Uns gefällts wunderbar, und wir freuen uns kringelig, bald unserem Sohn den grünen Salon zeigen zu können.

Neben einkaufen, schrauben und streichen stand an diesem heissesten Wochenende des Jahres (>36°C) noch mein Triathlon in Zülpich auf dem Programm. Bekloppter gehts kaum, aber ich bin gesund im Ziel angekommen. Nach eingehender Studie der Zeiten musste ich allerdings feststellen,
dass ich mir endgültig abschminken kann, die Zeiten von vor 5 Jahren auch nur ansatzweise zu erreichen. Das Alter hinterläßt seine Spuren auch in der Fitness - ich bin entsetzt aber demütig.

Montag, 13. August 2012

Update

Wirklich schwierig, anständige Blog-Beiträge zu verfassen. Irgendwas ist immer, und dann diese Olympiade. Tja, wir haben ja schon die Goldmedaille im TV-Triathlon gewonnen (TV, iPad und Laptop gleichzeitig), vielleicht wagen wir uns ja bald an den olympischen Dreikampf mit Baby im  Arm. Aber in vier Jahren wird unser Youngster wohl schon selber laufen, springen und werfen, und wenn ich mir Mühe gebe, vielleicht sogar radfahren und schwimmen.

Damit das hier alles nicht so wie die deutschen Beckenschwimmer vollkommen baden geht, fasse ich mal das wichtigste der letzten Wochen kurz zusammen:

Da wären gewesen:

Besuch des Neubaus des Krankenhauses, in dem wir vielleicht die Geburt erleben wollen. Das alles am "Tag der offenen Tür". Ein einziges Rentnerfest. Warum um Himmels Willen nehmen 50 Rentner an einer Kreisssaal-Führung teil? Wir kamen kaum durch und mussten kurz vor Erreichen des Ziels noch eine übermotivierte Fotografin abwimmeln, die Bauch-Fotos schoss. Dann am Ende aber doch die Belohnung: Wir durften die stufenweise größenregulierbare niegelnagelneue Geburtsbadewanne betrachten. Wow! Leider quietschorange. Das ginge irgendwie noch besser.

Seit langem mal wieder einen Tofusalat im Hashi (Chinesisches Super-Restaurant in unserem Veedel) gegönnt. Nun wissen wir, dass unser Sohn im Zeichen des Drachen geboren wird. Das bringt Glück und eine große Karriere mit sich. Finden wir gut.

Shoppingtour nach längerer Pause fortgesetzt. Ein Baby-Sachen-Katalog regt tatsächlich die Kauflust an. Was man plötzlich alles zu brauchen glaubt. Unfassbar verführerisch. Mit Oma to-be dann einen Rundumschlag bei Baby Bellmann gemacht. Ob wir das alles wirklich brauchen werden steht in den Sternen, aber das Mützchen ist soooo süüüß und der Windeleimer mit eingebauter Geruchsbarriere wird sicherlich total gut funktionieren. Ich habe ein bisschen Angst,
dass wir zur Geburt alles haben, ausser Windeln, aber na gut. 

Unser letzter Urlaub zu zweit. Durchatmen. Zwischen all den Kaufgelüsten und bürokratischem Formularwirrwarr (s.u.) noch mal raus ans Meer und die Stille geniessen.
Santpoort in Holland in der Nähe von Haarlem, ein kleines Paradies. Viel Natur, gutes Essen, ein großes Bett und, naja, die von mir so sehr gehasste Klimaanlage. Obwohl ich viel fror und mein Weichei-Jammer-Gesicht zeigte, genossen wir zwei erholsame Tage. Muss an mir arbeiten, wenn ich eine toughe Co-Mutter sein will. Jammern vorm Kind geht ja schon mal gar nicht.

Kita. Frau Schröder, was haben sie sich eigentlich dabei gedacht? Bei dem ganzen Theater, was Sie da veranstalten. Bei dem ganzen Mist, der dabei rauskommt. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich zu dem Thema noch mehr zu sagen haben werde, aber für jetzt soll erst mal diese Kritik reichen.

Mama erzählt von früher. Unglaublich, was ich auf einmal für Geschichten erzählt bekomme. Was ich als Baby alles gemacht bzw. nicht gemacht habe. Jetzt auf einmal kommts raus. Ich war gar nicht so brav und einfach wie ich immer dachte. Sowas. Bestimmt alles nur Einbildung. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich ständig geweint habe, nix essen wollte und immer krank war. Im Kindergaren andere Kinder geschlagen? Muss eine Verwechslung sein.

Montag, 16. Juli 2012

Natürliche Feinde

Ackerstrasse / Dorotheenstrasse
Bei diesem Wetter könnte man ja fast denken, der natürliche Feind des Radfahrers seien Sturm und Regen. Die beiden Zeitgenossen sind aber nur lästige Fliegen, die man mit der richtigen Einstellung und passender Kleidung ganz gut abschütteln kann. Wenn ich an natürliche Feinde im Düsseldorfer Stadtverkehr denke, dann sind es die drei auf dem Bild. Andere Fahrräder, Fußgänger und Autofahrer.
Dort, wo dem silbernen Wagen ein Mann ensteigt, mündet der Radweg in die Ackerstrasse. Der Fahrradverkehr mündet dort aber so gut wie nie ein, da dort immer irgendein Depp sein Auto abstellt. Grade letzten Samstag ein fein gekleideter Herr, der auf meine Bemerkung, dass er auf dem Radweg parke, meinte, er müsse doch nur mal kurz in die Reinigung seine Hemden abgeben.

"Soll ich so lange hier warten?", entgegnete ich ihm, und er fand das sehr lustig. Nur mal eben zum Bäcker, zu DM, zur Apotheke, und immer schön auf dem Radweg parken, weil es ja so bequem ist.

Samstag, 7. Juli 2012

Zu viele Dicke

Die Idee zu der Überschrift kam mir heute morgen, als ich auf dem Weg zum Bäcker einen Podcast mit Tine Wittler hörte. Tine Wittler hat ein Buch geschrieben, in dem sie beschreibt, dass es Länder gibt, in denen dicke Menschen dem Schöheitsideal entsprechen und alles, was hier bei uns in Europa als Schön gilt auf den Kopf gestellt wird. Ich hab aber schon wieder vergessen,
welches Land das war, aber das kann man sicher in Tines Buch nachlesen.
Ich war dann mit randvoller Brötchentüte auch längst wieder zu Hause angekommen und alles was mir von Tines kurzer Präsenz in meinen Ohren blieb, war die Idee zu dieser Überschrift.
Vielleicht gibt es zu viele dicke Menschen. Ich weiss aber nicht, wann man von "zu viele" sprechen kann, und warum das dann eine Meldung wert sein soll. Aber was ich ganz sicher weiss, ist, dass es zu viele dicke Autos gibt. Jawoll!

Autos, die sowohl mit ihrer Höhe und Breite die Strassen verstopfen, als auch durch die mangelnde Fahrkompetenz ihrer BesitzerInnen überdurchschnittlich oft (also zu viel) schlecht manövriert werden.
Ich bin einmal mit einem Opel Meriva durch die Gassen von Granadas weltkulturvererbter Altstadt gegurkt. Frau O. musste von Schweissausbrüchen geplagt aussteigen und die Flucht ergreifen. Die vielbeschworene Zeitung passte eigentlich nicht mehr zwischen Wand und eingeklappte
Aussenspiegel. Dennoch, ich mühte mich erfolgreich und lenkte das Gefährt unbeschadet an seine diversen Ziele.
Da der Kutscher von heute aber nicht nur lenken und gasgeben muss, sondern auch noch das Smartphone und das Multimediasystem bedienen, die Schminke nachziehen, die Sonnenbrille geraderücken und dem Spurassistenten folgen, sind die Herausforderungen im Vergleich zu damals in Granada signifikant gewachsen. Nicht gewachsen ist die Breite der Fahrspuren, die von Parkbuchten und von Parkhausein- und ausfahrten.
Und das ist das Problem.

Ich fahre mit meinem Rad auf einer zweispurigen Düsseldorfer Hauptverkehrsader. Es gibt keinen Radweg, aber sehr viele Autos. Ein paar Smarts, ein paar normalgroße Autos wie Golf oder Astra oder Mazda3, Lieferwagen, Pick-Ups, ja sogar LKWs. Sie alle kommen an mir vorbei oder üben sich
in Geduld und bleiben hinter mir. Viel schneller als mit Tempo 30 fliesst der Stadtverkehr um diese Uhrzeit sowieso nicht, und 30km/h schaff ich auch.
Wer kapiert das nicht? Die dicken SUVs. Verstehn die nicht. Die Strasse ist ihnen zu eng, als dass sie mühelos an mir vorbei kommen, wenn auf der linken Spur noch jemand fährt, ihre Fahrkunst ist längst an ihre Grenzen gestoßen und mit ihren hübschen Alufelgen über den Bürgersteig ausweichen trauen sie sich dann auch wieder nicht. Also wird gehupt. Da ich auf Autohupen grundsätzlich nicht reagiere, wird dann meistens noch das Fenster runtergezoomt und gerufen. Stinkefinger zeigen natütlich noch obendrauf, damit ich auch endlich verstehe, dass ich mich bitte sofort in Luft aufzulösen habe.
Kann ich nicht und will ich auch nicht. Fahrradfahren macht nämlich großen Spass und wenn es jetzt mehr dicke Menschen gäbe, die Fahrrad fahren würden,
dann müßte die Stadt die Fahrradwege breiter machen und ein Teil des Problems wäre zumindest für mich schon mal gelöst.

Freitag, 22. Juni 2012

Anschaffungs-Anleitung

Frau O. schluckt und greift sich mit der Hand ans Dekolte - quasi Colliergriff.
Ich: "Schatz, hast du Sodbrennen?"
Sie: "Nein!"
Ich: "Weisst du denn überhaupt, wie sich Sodbrennen anfühlt?"
Sie: "Hm , weiss nicht."
Ich: "Steht aber in der App, dass du in dieser Woche Probleme mit Sodbrennen bekommst."

So ist das mit den Nebenwirkungen einer Schwangerschaft, von denen frau, wenn sie sie noch nicht alle kannte, doch sehr genau von einer App informiert wird. Wöchentliche Updates halten uns auf dem Laufenden: Entwicklungsschritte des Kindes, Wehwehchen der Mama, Tipps, wo man grade jetzt sein Geld am besten ausgeben kann aber auch. Die Gratis-App will sich ja finanzieren
und kann das natürlich nur, indem uns Penaten, Pampers & Co. rechtzeitig informieren, dass man bei ihnen am bestren JETZT schon mal das ein oder andere nutzlose Gedöhns kaufen kann.

Bisher haben wir natürlich überhaupt kein einziges unnützes Teil gekauft. Wie denn auch? Wir sind ja bestens informiert aus allen möglichen Print- und Onlineerzeugnissen. Nicht zu vergessen die gut gemeinten Ratschläge aus dem Bekannten und Freundeskreis, oder sogar von Menschen, die wir bis gestern gar nicht kannten. Letztere eignen sich besonders gut dazu, einem die Bedeutung der Schwangerschaft und all ihrer Begleiterscheinungen bis ins kleinste Detail zu schildern. Da schrecken manche auch nicht davor zurück, Schmerzintensitäten und Blutfarben blumig und sehr präzise zu schillern. Körperlichkeiten sind auf einmal nicht mehr "ba" sondern "total natürlich und spannend". Da spricht man auch gerne mal bei ner Pizza über Damm-Massage. Gut, weiss ich das auch. Mein so geschultes Auge hat auch gleich das passende Massageöl bei DM in der Pränatal-Abteilung entdeckt - und dort stehen lassen.

Gänzlich tatenlos waren wir aber nicht. Die wenige verbleibende Zeit zwischen arbeiten, essen, schlafen und für den Düsseldorf-Triathlon trainieren, haben wir meiner Meinung doch ganz sinnvoll genutzt.

Jaaaa, kleiner Einschub, der Triathlonstart am 08. Juli in Düsseldorf war meine Schnapsidee während des Urlaubs. Ein letztes Mal vielleicht, bevor mein Co-Mutter-Dasein mir keine Zeit mehr läßt. Noch mal so richtig alles geben und dann für immer Eltern sein, Kinderwagen schieben und auf Spielplätzen abhängen. Immerhin nulle ich dieses Jahr noch - aber das ist nun wirklich ein anderes Thema.

Im Kinderzimmer to-be befinden sich (Stand heute):
  • Ein Teutonia Kinderwagen in obercoolem Braun mit Buggy-Aufsatz, Sonnenschirm, Moskitonetz, Regenverdeck und abnehmbaren Ledergriffen
  • Eine Baby-Badewanne
  • Eine Wickelauflage
  • Ein Laufstall zum Zusammenklappen (und sich ordentlich die Finger dabei einquetschen)
  • Ein Kinderbettchen
  • Ein Berg Bodies, Hemdchen und Schnuffeltücher und ein Body mit Deutschlandfahne und der Aufschrift "Verteidiger"

Ausserhalb des Kinderzimmers befindet sich unser neues Auto. Bye, bye Golf!
Und die ganzen Möbel, die wir dort rausgeräumt haben, um den Kindermöbeln Platz zu machen.

Sonntag, 3. Juni 2012

Hurra, ein Junge!

Frisch aus dem Urlaub zurück, stand am vergangenen Mittwoch der große Organscan an.
Dabei tasten hochspezialisierte Geräte den Bauch meiner Frau ab und zaubern fantastische Bilder auf einen hochauflösenden Flachbildschirm. Kinderkriegen ist echt ein Thema für Menschen mit
Sinn für Technik, und um das Klische mal zu bedienen, irgendwie halt für Männer. Wer wie ich einen naturwissenschaftlichen Hintergrund hat und dazu noch fasziniert von allem was blinkt und piept ist, der ist in einer gynäkologischen Praxis genau richtig.
Im Gegensatz zur Zahnarztpraxis - die ja einen ähnlichen Erlebnismehrwert bietet - ist man(N!) ja hier total auf der sicheren Seite. Als Co-Mutter gilt das nicht ganz, aber das konnte ich bisher problemlos ausblenden. 

Die Ärztin zeigte uns über eine Stunde lang bunte bewegte Bilder von unserem Kind, und erklärte dabei ausführlich, was sie alles sah. Mir stand nur der Mund offen vor lauter Staunen über so viel quicklebendiges Leben. Der kleine Strampler nahm alle möglichen Positionen ein, um die Ärztin an die Grenzen ihres Könnens zu bringen, doch dann auf einmal hatten wir ihn erwischt: ein kleines Jungs-Merkmal zeigte sich als weisser Strich auf dem Bildschirm. Okay, es hätte auch ein Stück Nabelschnur oder ein Fusel auf dem Bildschirm sein können, aber ich vertraue mal der Erfahrung der Expertin und weiss nun seit ein paar Tagen, dass ich Co-Mutter eines Jungen werde.
Jetzt müssen Frau O. und ich nicht länger nach einem Mädchennamen suchen, und das Rosa-Thema ist hoffentlich auch vom Tisch. Da wir ja noch ein paar Monate Zeit bis zur Geburt haben, können wir jetzt ganz in Ruhe die Einrichtung des Kinderzimmers für den jungen Mann planen.

Freitag, 25. Mai 2012

Wenn die Musi spielt

Was dem deutschen Homosexuellen zur Stunde der Roman Lob, sprich das ganze Bohei um Baku und den ESC, ist dem Meraner Durchschnittstouristen der Franz von der Blasmusikkapelle. Er trat gestern gleich in mehreren Rollen in der klingenden Holzmuschel auf dem Zentralplatz auf - als Moderator des Konzerts und als Musiker an der Tuba.
Im Stile eines ganz Großen bedankte sich der Franz erst mal artig beim Tourismusverband für die freundliche Einladung.
Dann legten er und die Seinen mit Pauken und Trompeten so richtig los, dass es auch der letzte Opi bei ausgeschaltetem Hörgerät spüren konnte. Fantasievolle Outfits und lustige Kopfbedeckungen gabs ganz ESC-like zu bestaunen und das Publikum spendete ekstatisch eiswaffelschwingend Applaus. Kein Wunder, denn am vorangegangenen Abend hatte schon das Cindy und Bert
Double an der Stromguitarre den Auftakt zu einem klangvollen Musikevent gegeben. Mit Nebelmaschine und Trachtentanzgruppe hatten sie alle Register des modernen Entertainments gezogen, so dass Franz schon ordentlich was bieten musste.
Das tat er dann auch mit einem Potpouri aus Marschmusik, Filmmelodien und irgendwas opernmäßigem. Wenn man selber keine Ahnung hat, soll man ja bekanntlich die Klappe halten. Aber in einem Punkt möchte ich Peter Urban (siehe baju.tv) doch gerne widersprechen:
Qualitativ ist 2012 ein guter Jahrgang - bei der Blasmusik auf jeden Fall!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Sundance oder die Materialschlacht am Berg

Dass Mountainbiken nicht all zu viel mit Rennradfahren gemeinsam hat, läßt sich erahnen, wenn man die beiden Fahrradtypen nebeneinander betrachtet.
Es braucht wohl kein geschultes Auge, und selbst der Laie erkennt, dass es hier um zwei verschiedene Welten des Radfahrens geht. In Ansätzen war mir dies vor zwei Jahren bewusst geworden, als ich mit einem meiner Schwäger am Gardasee das Gebiet am Monte Baldo befuhr.
Unwegsame Schotterpisten, viel zu steile Rampen und Unmengen von Steinen, die sich da vor uns auftürmten. Ein ausgetrocknetes Gebirgsbachbett gab mir damals den Rest. Ich schob das gute Rad den Hang hinab und schwor mir, so schnell kein Mountainbike mehr zu besteigen.

Gestern morgen lockte die Sonne schon früh um sieben die Urlauber mit seniler Bettschwäche - und mich - an den Berg.
Christoph's BikeAcademy (http://www.bikeacademy-meranerland.com) plante eine geführte Mountainbike-Tour ins Hinterland von Schenna.
Ausgerüstet mit einem Fully-XY-Gedöns mit Shimano Schnick-Schnack, 2 Powergels in den Trikottaschen und einer gut mit Bergwasser gefüllten Trinkflasche ging es um 9:30 Uhr vom asphaltierten Hof der Academy ins Gelände. In meiner Gruppe mühten sich neben mir noch ein starker Förster aus dem Schwarzwald, der Hausmeister des Hotels und eine zugreiste Münchnerin. Der Schwarzwälder floh vor seiner Familie, die Münchnerin vor ihren Eltern und der Hausmeister vor der Arbeit. Das erfuhr ich alles häppchenweise während der sechsstündigen Ausfahrt - mehr- oder weniger freiwillig. Nach ein paar Kilometern durch die Apfelplantagen gelangten wir zur Talstation von Meran2000, von wo aus uns die Seilbahn auf 2000m Höhe brachte.
Ich glaube nicht, dass alle Lokalitäten, die ein "2000" im Namen tragen, 2000m hoch gelegen sind, aber hier trifft es ausnahmsweise mal zu. Oben angekommen erwartete uns auch gleich die erste Rampe. Rampe heisst bei Mountainbikern soviel wie: fahr die Wand hoch!
Wegen mangelnder Fahrtechnik hob mein Vorderrad permanent vom Boden ab oder aber fuhr einfach nicht geradeaus. Am steilsten Stück, mitten auf der Eisplatte stieg ich dann zum ersten mal frustriert vom Rad. Hätte ich da schon gewußt, dass mir das an diesem Tag noch minestens 20 mal passieren würde, ich wäre sicherlich viel cooler geblieben und hätte die fiese Kurve locker gemeistert.
Nun denn - so galt es geduldig zu bleiben, die Kräfte zu dosieren und immer schön zu Kurbeln.
Zur Belohnung rollten wir auch gleich zwei Kehren weiter auf die Sonnenterasse der Meraner Hütte und gönnten uns italienische Heissgetränke oder selbstgemachte Buttermilch aus Eimern. Christoph, unser Tourguide, erklärte uns in feinstem Hoch-Südtirolerisch das zu bestaunende
Bergpanorama. Er beantwortete auch tapfer all jene bestimmt schon tausend Mal gestellten Touristenfragen, wie zum Beispiel, ob denn auf den Gipfeln dahinten immer Schnee liege. Ist natürlich nicht so - alles nur weiß angestrichen. Also ich finde, die Witze der Mountainbike-Guides, Skilehrer, Surflehrer, etc. waren auch schon einmal besser.
Zwischen dieser und der nächsten Pause kam ein Teil, den ich lieber aus meinem Gedächtnis streichen möchte. Steine in allen Formen und Größen, Sand und Matsch, ein Weg, der maximal 50cm breit war und natürlich bergauf ging. Schlimmer wurde es allerdings, als der Weg wieder bergab ging, denn da geriet ich endgültig an meine fahrerischen Grenzen. Po nach hinten, Pedale parallel, Gewicht auf die Beine und vorausschauend fahren. Ojeh!
Wenn man sich die Pedale oft genug gegen die Wade rammt, sieht das am nächsten Tag (also heute!!!) nicht schön aus. Aber um Schönheit ging es hier schon lange nicht mehr. Hausgemachter Apfelstrudel mit Sahne auf der sonnenverwöhnten Alm entschädigte immerhin ganz gut. Dazu ein Sportwasser und der ab heute obligatorische 'Macchiato' - die In-Getränke der Süd-Tiroler. Obs das Sportwasser auf die Kö schafft möchte ich bezweifeln, aber Zeit, die Dauerbrenner Apfelschorle und Rhabarberschorle abzulösen wäre es.
Wir pausierten laaaange. Brauchten wir aber auch, da die Südtiroler Guides (es gab noch einen zweiten, der mit einer schnelleren Gruppe fuhr) noch langsamer reden als der gewöhnliche Rheinländer. Und Schwaben hatten wir ja auch noch. Nachdem jeder von den sportlichen Höchstleistungen seines bisherigen Lebens berichtet hatte, gings zurück uns Tal. Diesmal über gut ausgebaute Waldwege und zum Schluss sogar über asphaltierte Strassen. Ich war heilfroh, am Ende der Route doch noch ein wenig "richtig" Radfahren zu können und belohnte mich standesgemäß mit einem großen Radler.
Die große Liebe habe ich mit dem Mountainbiken wohl nicht entdeckt, aber einen Tag voller Sonne, atemberaubender Bergwelt und halsbrecherischen Kurbelmanövern kann mir keiner mehr nehmen.

Montag, 21. Mai 2012

Regen in Schenna

Es regnet Bindfäden im Rentnerparadies Schenna. Im sonnenverwöhnten Südtirol, wo ein Blühhöhepunkt den anderen jagt, regiert heute graue Regenwolken Tristesse. Wenn nicht heute, wann dann soll der Tag kommen, an dem ich das Bloggen nach langer Pause wieder beginne. Der Montanara-Chor hat sein Ständchen gebracht, Annemie hat ihrem Wilhelm die Benutzung des
Frühstücksbuffetts beigebracht, die Jack-Wolfskin Kollektion der letzten 3 Jahre ist kollektiv um den Schennaer Dorfplatz gewandert.
Alles Wichtige ist nun abgehakt. Scheinbar. Kreisten da nicht ständig diese Fragezeichen der Hotel-Mitgäste durch den Speisesaal:
Was sind das für zwei merkwürdige Frauen aus Deutschland? Sind sie ein Paar? Die eine ist doch schwanger, oder nicht? Warum essen sie eigentlich nie das 5-Gänge Menü auf? Sie sind aber doch noch ein bisschen jung für so einen Ort, oder?
Ich würde so gerne in ihre Köpfe schauen und ihre Gedanken lesen, aber vielleicht ist es auch besser, dass ich diese Fähigkeit nicht besitze.
Es könnte allerdings auch sein, dass sie uns überhaupt nicht bemerkt haben. Völlig besessen davon, den nächsten Hügel zu erklimmen, endkonzentriert in der korrekten Handhabung der Gehstöcke und vertieft darin sich die Menüreihenfolge zu merken. Ich gebe zu,
auch ich hatte gestern Abend irgendwann vergessen, ob wir jetzt beim 3. oder 4. Gang waren. Mein Magen signalisierte mir "Aufhören! Es reicht!",
aber es folgten noch 2 Gänge. Das Rentnervolk um uns herum nahm es wesentlich gelassener - spülte aber auch mit deutlich mehr Wein nach.
Jedem seine sportliche Höchstleistung. In Anbetracht der fortgeschrittenen Umstände von Frau O. gehören wir ja doch viel mehr in die Liga der Gehschwachen als unser jugendliches Alter dies erahnen läst. Ein stetig wachsender Mitbewohner im Bauch stellt ganz andere Ansprüche an die Urlaubsgestaltung in den Bergen. Da können die Waden noch so stramm und der Cholesterinwert noch so niedrig sein.
Könnte man fast ahnen, wenn man mal im Outdoorshop nach Umstandsmode sucht, aber wer macht das schon? An unserem wanderfreien, da vollkommen verregneten heutigen Tag stellten wir dann in aller Deutlichkeit fest, dass selbst fünfstöckige Outdoor-Spezialgeschäfte im mondänen Bozen keine Regenjacken für Schwangere führen. Wir entschieden uns dann für einen Video-Nachmittag mit Miss Marple auf dem iPad bei Kuchen und stillem Wasser aus der Sigg-Flasche.

Sonntag, 5. Februar 2012

Krefeld ist schön

Ich hatte Pech. Ich war dran. Trotz frostiger Temperaturen und nur ansatzweise überstandener Erkältung musste ich den weiten Weg nach Krefeld zurücklegen, um meinen Freund A. zu treffen. Wir treffen uns immer abwechselnd in Krefeld oder in Düsseldorf. Das mag objektiv fair klingen, dennoch fühle ich mich oft genug im Nachteil. Das bringe ich dann auch mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck und habe mit Hilfe diverser Quängelmechanismen auch schon das ein oder andere Treffen in Düsseldorf erzwungen. Charmant natürlich, und stets begründet. Diesmal war allerdings nichts zu machen. Tief in mir drin ahnte ich, dass es zwecklos wäre auch nur ein einziges stichfestes Argument in die Waage zu werfen. Zu oft hatte ich diesen Kampf bereits
zu meinen Gunsten entschieden. Es war an der Zeit, mal wieder eine Reise zu tun und aus meiner Komfortzone auszubrechen. Da die Heinzelmännchen meinem Auto noch nicht die Winterreifen aufgezogen hatten und ich es selber bis dato nicht geschafft hatte, musste ich die beschwerliche Reise mit der Strassenbahn antreten. Eine solche Linie fährt sogar vom Düsseldorfer Hauptbahnhof zum Krefelder Hauptbahnhof durch. Zu meiner großen Freude hat diese Bahn einen Speisewagen. Kein Scherz. Es handelt sich hier um einen ganz normalen Strassenbahnwaggon mit Tischen und Sitzbänken in dem eine Lady mit Minipli und Schürze kalte und heisse Getränke anbietet. Angesichts Aussentemperaturen von -10°C zog es in meinem Abteil wie Hechtsuppe. 
Jeder der hundert Stops mit Tür-auf-Tür-zu Routine liess noch mehr kalte Luft in den Wagen strömen und mich trotz Mütze, Schal und Handschuhen auf meinem Bänkchen armselig zittern. Durchgefroren und durchgeruckelt stieg ich in Krefeld-Dießem in das mit Sitzheizung ausgestattete Gefährt meines Freundes, der uns umgehend zum "MIKADO" chauffierte. Das "MIKADO" ist ein beliebtes Bistro in Krefeld. Das liegt vielleicht daran, dass man mittwochs zum Doppelkopf-Abend einlädt oder daran, dass der Wirt eine Bilderbuchtunte ist. Man erzählt sich auch, dass es im MIKADO die besten Crepes und die leckersten Baguettes der ganzen Welt gibt. Doppelkopf gepaart mit hausgemachten Baguettesaucen und einem Spritzer schwulem Esprit schaffen natürlich ein exotisches Ambiente am bodenständigen Niederrhein.
Da geht man hin, da kann man was erleben. 90% reservierte Tische sprechen dafür, dass der Krefelder so oder so ähnlich denkt.
Ich spiele kein Doppelkopf und ich brauche keine homosexuellen Männer mit blondierten Haaren, um einen Hauch der großen weiten Welt in mein Leben zu lassen. Also bestellte ich ein Baguette und aß zum Nachtisch noch einen Crepe. Lecker. Nachdem ich gesättigt war und entspannt das Bistro inspizieren konnte, entdeckte ich, dass auf jedem Tisch eine Holzschachtel mit einem Mikadospiel lag. Originell. Wie die gesamte Deko und die sehr matronenhafte Bedienung, auf deren überdimensionalem Popo man eine ganze Ladung Crepes hätte abstellen können. Der Weg mit der Strassenbahn zurück nach D-Dorf verlief erstaunlich einfach und schnell. Rechne ich mal die Parkplatzsuche in Flingern zu so später Stunde mit ein, wäre ich mit dem Auto nicht viel schneller gewesen.
Fazit: Krefeld ist gar nicht so schlimm, aber beim nächsten Mal treffen wir uns ja wieder in Düsseldorf und das ist auch gut so.

Samstag, 28. Januar 2012

Jahresendzeitfragebogen 2011 - inspiriert von http://blog.franziskript.de/ 
=> macht Spass und gute Laune

Zugenommen oder abgenommen? gleich

Haare länger oder kürzer? Deutlich kürzer und anders. Jau!

Mehr ausgegeben oder weniger? Ich weiss es wirklich nicht.

Der hirnrissigste Plan? Trotz Verletzung an den Start des Düsseldorfer Marathons zu gehen.
Naja, immerhin die halbe Distanz geschafft.

Die gefährlichste Unternehmung? Im heftigsten Gewitter des Jahres joggen zu gehen.

Die teuerste Anschaffung? Ein Neopren-Anzug zum Freiwasserschwimmen beim Triathlon.

Das leckerste Essen?  Das Silvester-Menü im Hashi

Das beeindruckendste Buch?
Haruki Murakami - 1Q84

Der berührendste Film? Berührend ist vielleicht nicht ganz korrekt, aber bewegend und mitreissend fand ich die Serie "Im Angesicht des Verbrechens"
von Dominik Graf

Das beste Lied? Paul Kalkbrenner - Storm and Sand
The Alan Parsons Project - Don't Answer me

Das schönste Konzert? Leonard Cohen in der Dortmunder Westphalenhalle war das einzige Konzert und trotzdem nicht das schönste.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Frau O.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Frau O.

Vorherrschendes Gefühl 2011?
Alles wird gut.

2011 zum ersten Mal getan?
Eine Olympische Distanz im Triathlon bestritten, und das dann gleich zwei mal.
Das erste Teilstück beim Düsseldorf-Marathon gelaufen.
Den Job in einem Jahr zwei mal gewechselt.
Ein Frauen-Fussballspiel besucht und das war dann auch gleich das Endspiel der WM in Frankfurt.
Qualle gegessen

2011 nach langer Zeit wieder getan?
Mich auf den Hintern gesetzt und studiert und eine richtige Prüfung abgelegt (Projektmanagement).
An einem Schwimmturnier teilgenommen.
Die Haare gefärbt.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Sylturlaub; Flohbefall; Jobwechsel Nr.1;

Was gibt Hoffnung für 2012? Die Aussicht auf viele tolle Fernsehstunden Fussball-EM und Olympia

Was beunruhigt mich? Mein rechter Oberschenkel, der sich regelmäßig zu Wort meldet und immer noch keine Läufe über 15km zulässt.

2011 war mit einem Wort…? wechselhaft

Wochenrückblick

Was für eine Woche ging da gestern zu Ende!
Seit zwei Jahren mal wieder bei IKEA gewesen und doch alles wiedererkannt.
Von bösen Mächten eine ordentliche Erkältung aufbrummen lassen und seit Sonntag
geschnupft und gehustet, dass es für ein paar Jahr reichen sollte.
 
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Zum Gegenangriff geblasen und dabei das komplette Arsenal an Lutschbarem, Schluckbarem und
Trinkbarem verköstigt. Zur geistigen Ertüchtigung Harry Holes "Kakerlaken" gelesen und das "Alphabethaus" von Adler Olsen angefangen. Also ich finde die Story äusserst packend und kann den negativen Kritikern bei amazon nicht beipflichten.
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In den Abendstunden viel zu viel Unterschichtsfernsehn geguckt und jede Menge schlechte Fussballspiele beim Africa-Cup. Immerhin hat Liverpool sein Spiel gegen Man City am Donnerstag gewonnen so dass unser Haussegen keine Schieflage bekam.
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Ansonsten wenig Wulff und viel Dschungelcamp-Langeweile, die Erkenntnis, dass auch die besten Hustenbonbons irgandwann versagen, die Ungewissheit, ob pflanzlicher Hustensaft wirklich eine gute Wahl war und die Frage, woran mein Körper eigentlich merkt, ob ich die Antibiotika vollständig genommen habe. Sind die Tabletten heimlich numeriert? Teilt die letzte meinem Immunsystem mit,
dass sie die letzte ist? Oder ist das alles Teil des großen Welteroberungsplans der Antibakterien mit Hilfe der Pharmaindustrie?

Sonntag, 15. Januar 2012

Kindle

Ein bisschen österreichisch klingt der Name ja schon. "Readle" oder "Readi" hätt ich ja noch verstanden. Nun bin ich seit fast einem Monat stolze Besitzerin eines Kindle 4 und wage mal einen ersten Erfahrungsbericht. Er liegt sehr gut in der Hand und wiegt weniger als ne Banane. Obwohl das Gehäuse aus Metall ist, fühlt sich der Kindle nicht kalt an. Die Rückseite ist leicht gummiert, so dass er nicht aus den Fingern gleiten kann. Die Darstellung vom Lesestoff ist auch absolut genial.
Das große Ziel, mit dem Kindle unbeschwert Bücher lesen zu können, läßt sich also problemlos erreichen. Völlig unkompliziert lassen sich die gelesenen Texte mit dem iPhone synchronisieren. Man lädt sich einfach das Kindle-App aus dem App-Store und stellt es auf 'automatische Synchronisierung'. Dann kann man jederzeit, falls man das Kindle mal nicht dabei hat, da weiterlesen, wo man zuletzt aufgehört hat. Keine Bange. Lesen auf dem iPhone ist so viel weniger angenehm, dass es sicher nicht zur Gewohnheit wird. Der Akku hält übrigens ne gefühlte Ewigkeit - ein ganz großer Vorteil gegenüber dem iPhone.

Ausser Lesen kann man mit dem eReader noch ne ganze Menge anderer Dinge, und da wirds ein bisschen haarig.
Man kann z.B. Zeitungen und Zeitschriften auf dem Gerät lesen. Klingt nett, da aber das Display komplett schwarz-weiss ist, enttäuscht schon die Vorschau ungemein. Die Sueddeutsche oder den Spiegel nur in schwarz-weiss zu lesen geht einfach gar nicht.
Noch schlimmer ist das Betrachten von Webseiten mit dem eingebauten Browser. Umständlich ist das einzige, was mir dazu einfällt. Die Navigation ist für Apple-verwöhnte User recht gewöhnungsbedürftig. Egal wie oft man mit den Fingern über den Bildschirm wischt, er wird einfach nicht zum Touchscreen. Der Kindle bietet zwar eine Reihe Tasten, aber die verwirren ft mehr als sie helfen.
Es gibt insgesamt 3 Tasten mit einem Pfeil nach rechts und genau so 3 mit einem Pfeil nach links. Ob das wirklich benutzerfreundlich ist, erschliesst sich mir nicht. Das Klickweel von Apple zu kopieren hätte sicher Platz und Konfusion gespart. Die Tastatur, die auf Knopfdruck erscheint und auch nur durch geschicktes Kombinieren der Pfeiltasten anzuwenden ist, kann am Anfang
ein paar Nerven rauben, aber das legt sich, weil man sie kaum benutzen muss. Zum Suchen und Kaufen  von Büchern benutze ich einen ganz normalen Computer. Ein paar Minuten nach dem Kauf eines Buches bei amazon erscheint es auch schon auf dem Kindle. Das ist wirklich genial.
Ich markiere mir ab und zu Textstellen, was ganz leicht geht und in der Rückschau faszinierend ist. Textpassagen, die ich beim ersten Lesen schon interessant fand, erscheinen beim wiederholten Lesen, wenn sie vom Kontext befreit sind, noch viel aussagestärker.

Mein aktueller Plan ist jetzt, die komplette Harry Hole Serie von Jo Nesbo zu lesen. Habe jetzt 32% vom ersten Buch, Der Fledermausmann.
Prozentzahlen finde ich übrigens ganz großartig. Seit ich meinen Lesefortschritt nicht mehr am Buchbauch ablesen kann, starre ich gespannt auf die Veränderung der Prozentangabe bei jedem Klick.

Räder im Januar

Sie tun mir ein bisschen leid, die armen Räder, wie sie da so in der Januar-Kälte rumstehen.
Ein paar sind schon in die Knie gegangen.

Sonntag, 8. Januar 2012

Nachtrag 2011

Seit ich Frau O. kenne verbringen wir jedes Weihnachten in Irland - so auch dieses. Traditionell beginnen wir das große Fest am 22. Dezember mit einem üppigen Dinner beim Chinesen in Dublin. Hier kommt die Freundinnen-Schar mit Anhang zu einem großen "Hallo" zusammen und wir feiern, dass wir das Jahr überstanden haben, den Widrigkeiten der Europapolitik getrotzt und uns gegenseitig trotz langsam sichtbarer Alterungsanzeichen immer noch erkennen. Ganz nebenbei feiern wir auch Aishlings Geburtstag mit einer Riesentorte, die dann zum Nachtisch verteilt wird. Natürlich konnte man das vorher überhaupt nicht ahnen und bestellt den üppigsten Nachtisch den die Speisekarte hergibt, um dann  völlig überraschend auch noch ein riesiges Stück Kuchen verspeisen zu dürfen.
Besser kann ein Vorgeschmack auf die kommenden Feiertage kaum sein.

Da ich in diesem Jahr nur 2 Tage frei nehmen konnte, war meine Verweildauer auf der grünen Insel sehr limitiert. Am 26.12. ging schon wieder der Flieger zurück nach Düsseldorf. Man soll nun aber nicht denken, dass ich irgendeinen Programmpunkt verpasst hätte. Wir haben einfach noch mehr Freunde in noch kürzerer Zeit getroffen, sind dazu gefühlte 100 Mal mit dem Luas in die Stadt und zurück gefahren, haben die Jungs beim Busking noch frenetischer gefeiert, haben noch mehr Mince Pies und Christmas Pudding verdrückt, Dr. Who X-Mas Specials geguckt und noch mehr German Beer getrunken.
German Beer, ja so nennt man jetzt das Erdinger Weissbier. Vor zwei Jahren noch eine Rarität, bekommt man jetzt Erdinger in 3 Sorten (Weizen, kristall, alkoholfrei) und ich hab sogar Paulaner gesehen. Was auf der Flasche steht ist den Iren aber egal, Hauptsache es ist groß und hat Umdrehungen. Die Idee, dass der vollständige Flascheninhalt in ein Glas passen soll, ist aber wohl auf dem langen Transportweg von Bayern verloren gegangen. Hierzu könnten die Brauereien mal eine hübsche Werbekampagne starten.
Einen Quantensprung hat das Land auch im Bereich der Toiletten gemacht. Dank eines Wasserdrucks im Rahmen des nicht-Nachweisbaren, musste man beim Abziehen regelmäßig beten, damit die Hinterlassenschaft auch weggespült wurde. Mittlerweile haben sie sogar Toiletten, die das Abziehen übernehmen, so dass man nicht mehr mit aller Kraft auf den dicken Buzzer in der Wand hauen muss.

Dann habe ich bobble entdeckt. "Bobble is a stylish, reusable bottle that filters water as you drink."


Im Wesentlichen kann man mit dem Filter das Chlor aus dem Leitungswasser filtern, was in Irland ein echter Gewinn für meine verwöhnten Geschmacksnerven ist. Die Iren selber sind da völlig immun und sogar in der Lage einen Kaffee zu geniessen, der im Abgang nach Chlor schmeckt. Das Herauslösen des chlorigen Geschmacks kann also nicht Kaufreiz für einen Iren sein.
Wenn das Leitungswasser in Irland aber angeblich unbedenklich trinkbar ist, warum kauft dann überhaupt jemand diese Flaschen? Oder ist das alles ein einziger Marketinggag für Weichei-Touristen aus Merkozy-Landen? Will man uns so hintenrum ein paar Euros aus der Tasche ziehen und sich so für die auferlegten Finanzfesseln rächen? Nicht unwahrscheinlich. Als ich vor dem Rückflug am Dubliner Flughafen meine bobble frisch betanken wollte, stellte ich fest, dass alle Wasserhähne der Flughafentoiletten heißes Wasser ausspucken. Wer will schon 60°C warmes Wasser aus einer Plastikflasche trinken? Musste ich mir also doch wieder eine völlig überteuerte Flasche vom Kiosk kaufen. Zurück in Düsseldorf werde ich natürlich jedesmal schief angeschaut, wenn ich mit meiner Filterflasche irgendwo auftauche.
Dabei ist das mein täglicher Beitrag zum Euro-Rettungsfonds.