Freitag, 11. Oktober 2019

Kann-Kind

Ein Blog, dem ich seit kurzem folge heisst "Ohhh...Mhhh..."

Dort habe ich folgenden Gastbeitrag gefunden:
https://www.ohhhmhhh.de/kannkind/


Da Herr O. exact 7 Tage vor dem aktuell in NRW geltenden Stichtag für die Einschulung geboren ist, ist dies ein Thema, das mich sehr bewegt. Unser Großer ist ja noch nicht mal ein echtes Kann-Kind, er war ja vor einem Jahr ein Muss-Kind. Oder doch ein Kann-Kind, weil urspünglich mal für den 10.10. ausgerechnet? Wie hätten wir wohl entschieden, wenn er nach dem 30.10. geboren wäre???
Fragen über Fragen, die den Umgang mit Problemen, die evtl. auf eine Einschulung mit 5 zurückgeführt werden könnten, nicht grade einfacher machen.

Dem Gast-Beitrag auf "Ohhh...Mhhh..." kann ich in sehr vielen Punkten zustimmen. Viele Aspekte der frühen Einschulung habe ich vor einem Jahr gar nicht gesehen. Jetzt sehe ich sie aber.

Danke an die nette Frau und ihren tollen Beitrag.

Montag, 7. Oktober 2019

schon ganz schön groß und doch erst 7

Unser Großer ist vor einer Woche sieben Jahre alt geworden. Jetzt muss ich ganz vorsichtig sein, was ich über ihn schreibe, denn er kann schon richtig gut lesen.
Zum Geburtstag gibts selbstverständlich nur Lob. Was soll eine Mama auch sonst schon sagen?


Zu deinem Geburtstag hast du dir das neue Trikot vom FC Barcelona mit Messi als Rückennummer gewünscht. Dein großes Idol und dein Traum für die Zukunft. Du möchtest, wenn du groß bist, beim FC Barcelona spielen. Dann wohnst du in einer großen Villa, hast 6 Kinder und deine Mamas dürfen dich sogar ab und zu besuchen. Ich freu mich schon.


Die Muffins hat übrigens der kleine Bruder mit mir zusammen gebacken.

Ein bisschen Playmobil musste dann doch sein.


Da die Zeit langsam zu Ende geht, da man dir nur den Playmobil-Katalog vorlegen musste und dir fielen gleich 100 Dinge ein, die du gerne hättest, landete auch auf dem Wunschzettel für Oma und Opa ein Messi-Trikot. Zum Glück hat eine Mannschaft wie Barcelona ja ein Heim- und ein Auswärtstrikot, so dass du jetzt abwechselnd in blau-rot kariertem Shirt oder kanariengelbem Shirt mit rotem Querbalken rumläufst.
Leider auch zur Schule, aber wer fragt in 10 Jahren schon danach, wenn du deinen ersten Pfrofivertrag in Barcelona unterschreibst und Mama zufrieden lächelnd die Frührente am katalanischen  Strand mit Caipirinha genießt.

Eine ordentliche Party musste natürlich her, damit du alle Freunde aus Schule und Kitzelten einladen konntest. Auf unseren bescheidenen 96 qm war dies leider weder mit dem Feuerschutz noch mit dem arg strapazierten Nervenkostüm der Mamas kompatibel, so dass wir in diesem Jahr zum Klettern und Fussballspielen in die Halle Mensch umzogen. Dort könnest du mit 12 Freunden toben, schreien, lachen, Pizza futtern, klettern und Tore schiessen, ohne dass Klagen kamen.

Am Ende waren alle Kinder satt, rotbackig und glücklich. Und sie waren alle noch da. Eine sehr wesentliche Sache, auf die man als Geburtstagsparty-ausrichtende Eltern schon sehr stolz sein kann. Du hattest deine Pokemonkarten und das dazugehörige Sammelalbum, das noch am gleichen Abend bestückt wurde. Ich hab das Prinzip immer noch nicht verstanden, aber dass 7-jährige schon erste Geheimnisse vor der Mama haben ist auch nicht mehr ganz neu.

Freitag, 13. September 2019

Mutti auf Abwegen

Die Kids werden größer und ich fange so langsam aber sicher an, mich ab und zu auch mal wieder anderen Themen als Familienorganisation, Kindererziehung, Fußballmutti, Zickenalarmerdulderin, SCHULE (!!!!), Windeln, Schnuller und Co zu widmen. Klingt ganz schön vorsichtig, wie ich das formuliere, aber so ist es ja auch. Kein Kind ist von heute auf morgen erwachsen, und mich jetzt nur noch auf Konferenzen, Festivals und Yoga-Retreats zu tummeln wäre wahrscheinlich auf zu viel des Guten.
Ich bin immer noch ein bisschen geflasht von all den Eindrücken, die sich bei mir in den letzten Wochen angesammelt haben, aber in Summe tuts gut, mal wieder so richtig über den Tellerrand zu schauen.
Ich war in Essen beim WorkX-Festival 2019 (https://work-x-festival.de/). Super empfehlenswert. Entspanntes Publikum, tolle Vorträge, beeindruckende RdnerInnen und mein neues Lieblingswort "TeilgeberIn" wurde mir auf die Zunge gelegt.

Ich habe viel gelernt über Menschen, und wie sie ticken, über Fehlerkultur und Scheitern dürfen, übers Verantwortung übernehmen und habe Mut geschöpft darin, wieder mehr Glauben in die Fähigkeiten und Talente von Menschen zu haben als Methoden und Werkzeugen hinterher zu jagen. Denn nicht nur die Datenübertragung wird exponentiell immer schneller, auch die Sucht nach neuen Wundermethoden und das Verlangen nach neuen Machern oder auch Macherinnen (eher ja selten, vielleicht auch gut so, aber warum eigentlich nicht?), die ES schon richten werden.

Ich beschäftige mich mit solchen Inhalten schon ein wenig länger. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum es hier in letzter Zeit nicht so viel von mir zu lesen gab. Zuhören, Nachdenken, Reflektieren sind halt Dinge, die tut man nicht mal eben zwischen Spülmaschine ausräumen und Wäsche wegfalten.

Die Impulse, die mich in den letzten paar Monaten bis tief ins Innere berührt haben sind aber so nachhaltig, dass sie mich nicht nur im Arbeitsleben sondern auch privat aufwühlen, umkrempeln, inspirieren und teilweise auch beflügeln.

Klar, fallen einer beim Wort "Methode" gerne Stichwörter aus der Familie "Agile", "Lean" oder "Wasserfall" ein. Prozessoptimierung - boah...., das Buzzwort meiner ersten Schritte im Berufsleben. Wie sehr habe ich dies verinnerlicht und wie ein Dogma vor mich hingebetet. Heute findet man sogar Bücher zum Thema, wie wichtig die morgendliche Routine (also das, was man so nach dem Wachwerden tut, wenn man noch lange nicht im Büro ist) ist, und was man tun kann, um diese zu optimieren.
Ganz schön krass, wie uns das auch noch als heilsbringend verkauft wird. Und wenn dann noch ein prominenter Namensgeber wie Herr XY Supercool vom megaerfolgreichen Startup aus Berlin
verkündet, dass der regelmäßige Verzehr des selbsgemixten veganen Protein-Drinks um 4 Uhr morgens ungeahnte Kräfte Kreativität freisetzt, dann machen wir das nach. Würde mich nicht wundern, wenn Mister Supercool auch ein Buch geschrieben hat und morgen Abend in der NDR-Talkshow sitzt.

Was machen wir da eigentlich für einen Blödsinn? Haben wir kein Vertrauen mehr in unsere eigene Urteilskraft, in unseren eigenen Körper? Wenn ich Hunger habe, esse ich, wenn ich müde bin, mache ich eine Pause, wenn ich Bewegungsdrang habe, stehe ich auf und wenn ich mir etwas nicht klappt, versuche ich es halt noch mal, bis es irgendwann schon fluppt oder einfach egal ist.
Kein Kind hört auf das Laufen zu lernen, nur weil es schon 100 mal hingefallen ist.

Irgendwie ist das ja auch genau das, was Kinder als Rüstzeug für die Zukunft brauchen. Selber urteilen zu lernen und Verantwortung zu übernehmen. Zusammenhänge verstehen, sich eine Meinung bilden und aus eigenen Erkenntnissen eine Handlung ableiten - oder auch mal nicht zu handeln. Schweigen oder Nichtstun können ja durchaus sinnvolle Reaktionen sein, die uns Menschen oft auch intuitiv vor dem nächsten Blödsinn schützen.

Lars Vollmer hat einen sehr ergreifenden Vortrag gehalten, in dem er auch das Thema "Helikoptergesellschaft" ansprach. Wir kennen ja alle mitlerweile "Helikoptereltern" (oder sind gar welche), aber das wir das Muster der Paternalisierung inzwischen auch auf ganz viele andere Gesellschaftsbereiche anwenden, ist mir erst durch diesen Vortrag so richtig bewußt geworden. Die einen hauen immer wieder neue Wundermittel auf den Markt, die sie dann geschickt als Allheilmittel verkaufen, und die anderen hecheln genau dem hinterher, um sich und ihr Leben zu optimieren. Dabei kommt es extrem gut an, wenn einem glaubhaft erklärt wird, dass man genau wisse, was ich brauche.

Ich glaube, ich weiss das selber. Vielen Dank.

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 27. August 2019

Regen in Irland




Donnerstag, 11. Juli 2019

Montag, 27. Mai 2019

Und sonst so?

Seit einem guten halben Jahr bin ich eine glückliche Yogi. Im Yoga-Studio um die Ecke (wirklich nur 2 Minuten zu Fuss) praktiziere ich donnerstags 75 min Rückenyoga. Das tut nicht nur meinem Rücken gut sondern auch meiner Laune, meinem Geist, meinem gesamten Wohlbefinden.
Spannend zu beobachten, was ein paar Verdrehungen der Arme oder Dehnungen der Beine bewirken können. Die Yoga-Lehrerin vermittelt gleichermaßen Spass an den Übungen aber auch ein angenehmes Maß an Spiritualität. Zu viel Ohmmm würde mich wahrscheinlich nur abschrecken, aber so ein kleines bisschen am Ende der Stunde ist selbst für mich verkraftbar.


Facebook weiss wahrschenlich, dass ich Yoga mache und empfiehlt mir ab und zu Rezepte für eine Buddha Bowl. Why not? Wenns denn schmeckt! Das letzte Rezept, das in meiner Timeline vorbeihuschte und meine Aufmerksamkeit erhielt waren Gurkenspaghetti mit in Sojasoße gedünstetem Lachs. Für die Gurkenspaghetti braucht man einen Spiralschneider, den ich dann sofort bei amazon bestellte. Zwei Tage später lag er in der Packstation und die Gurkenspaghetti nach ein paar Anlaufschwierigkeiten auf dem Teller. Das ganze ist doch eher was für die Optik und stärkt nebenbei die Unterarmmuskulatur. (Vorsicht Tennisarm-Gefahr!) 
Der Lachs hätte alleine mit Reis und Gemüse wahrscheinlich besser geschmeckt, aber die Kids hatten ihren Spass an den lustigen Gurken.
Das Ding wandert erst mal ins Küchenkabuff, wo es - so munkelt man - schwarze Löcher geben soll.

Zahn abgebrochen. Autsch. Nicht zum ersten mal ereilte mich dieses Schicksal und meine Zahnärztin grinste auch schon, als sie mich zum wiederholten Mal in ihrer Praxis begrüßte. Diesmal könne sie das noch mal flicken, aber mittelfristig müsse man das mal anders lösen. Mit anderen Worten: Ich brauche 3 Kronen. 
Bevor aber die Blut-Schweiß-und-Tränen Orgie beginnen kann, hat das deutsche Gesundheitswesen ein paar Formalitäten vorangestellt. Das Ausfüllen von komplizierten Formularen ist nicht unbedingt motivierend, wenn man weiss, es gibt am Ende dafür keine neue Uhr oder wenigstens einen Rabattgutschein für H&M. Ich habe aber nicht nur das geschafft, ich habe es sogar geschafft, Termine beim Zahnarzt zu vereinbaren, an denen ich mich für sehr viel Geld quälen und letztendlich krönen lasse. Keep calm and drill on.

Die Jungs? Wenn Mutti solche Abenteuer erlebt, können die beiden Herren mir natürlich nicht nachstehen. Sie sporteln fleißig weiter und während der Große gefühlt ohne Pause Fussball spielt, trainiert der Kleine seine Hockeykünste und fährt passabel Laufrad. Herr O. springt mittlerweile vom 3m-Brett und ist stolzer Seeräuber. Auf sein Konto im Fußballverein gehen 12 Tore und wenn er grade mal nicht an seiner Fussballkarriere bastelt, träumt er davon, ein Rockstar zu werden. Sein großes Vorbild ist aktuell Michael Jackson. Die heimlichen Wünsche unseres Superstars von Morgen kennt am besten der Man in the Mirror.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Urlaub in Bayern


Ganz früh am Karfreitag Morgen starteten wir unseren Osterurlaub Richtung Süden. Ziel der ersten Etappe war Zirndorf in der Nähe von Nürnberg im schönen Frankenland. Als endlich all unser Hab und Gut, Kinder und Wegzehrung im Auto verstaut waren und wir um 07:00 Uhr in Düsseldorf starteten, sagte das Navi, dass wir unser Ziel in 4 Stunden erreichen würden.
Wir erreichten das Hotel Knorz nach 7,5 Stunden (abzüglich einer Stunde Rast). Das Auto sah aus, als wären unterwegs mehrere Bomben explodiert – überall Kekskrümel, Taschentuchfetzen, Papier, leere Quetschiepackungen, aber die Begrüßung vor Ort war so herzlich, dass wir ganz schnell wieder gute Laune hatten. Das Hotel hat sich auf Familien spezialisiert, die den Playmobil FunPark besuchen und ist selber eine Miniatur Playmobilwelt. Es gibt Spielekoffer mit Playmobilsets zum Ausleihen,  Gesellschaftsspiele, einen riesigen Garten mit 2 Baumhäusern und Sandkasten – und einen gut gefüllten Kühlschrank mit Limonaden und alkoholischen Erfrischungsgetränken. Ein paar hundert Meter entfernt wartete der idyllische Stadtkern von Zirndorf mit Eisdiele und schnuckeligen Fachwerkhäusern auf unseren Besuch, und als am Abend „Der kleine Grieche“ seine Pforten öffnete, trafen sich alle angereisten Familien mit Kindern auf leckeres Bier und Kinderteller Pinocchio.


Der lange herbeigesehnte Besuch im Playmobil Funpark trat da schon fast in den Hintergrund. Nach 2017 war dies unser zweites Mal. Diesmal war es 20 Grad wärmer und mindestens dreimal so voll (Ferien!). Leider war die Pirateninsel aufgrund von Renovierungsarbeiten gesperrt, was unseren Großen ziemlich enttäuschte. Der plötzliche Sommereinbruch hatte zur Folge, dass der Wasserspielplatz geöffnet war und viel mehr Action an den einzelnen Stationen herrschte, dafür waren wir aber auch ziemlich schnell platt von zu viel Hitze und Eis. Alles nicht so dramatisch, denn das bremste sogar etwas die Kauflust im „ohne was zu kaufen kommt ihr hier nicht raus – Shop“.

Nach zwei Nächten hieß es bereits wieder Koffer packen. Das nächste Ziel hieß Niesgau am Chiemsee.

Es sollte unser erster Familienurlaub auf dem Bauernhof werden.
Jetzt weiß ich auch warum eine bayerische Frau ins Digitalministerium berufen wurde: Sie kennt das Problem hoffentlich. Die Verbindung zum Himmel ist mancherorts deutlich besser als die zum nächsten Funkmast. Zum Glück hat uns das Navi auf den letzten Metern nicht im Stich gelassen, aber knapp war es schon.

Unsere Unterkunft war die „kleine Almhütte“ – sogar mit Aussenwhirlpool.

Den haben wir aber nicht genutzt. Die Hütte lag ein paar Meter abseits vom Haupthaus, was unseren Jungs in ihrer aktuellen Schrei und Tob-Phase aber sehr entgegen kam. Auf dem Hof selber machten noch ca. 8 weitere Familien mit Kindern Urlaub.
Es gab einen Hund, drei Katzen, 2 Ponys, 2 Pferde, Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, einen Hahn, Meerschweinchen und Kaninchen. Die Kinder durften alle Tiere anfassen und füttern, auf den Ponys durften sie sogar reiten. Dazu gab es einen Sandkasten und Schaukeln für die ganz kleinen, Kettcars in allen Größen, ein Trampolin, einen Fussballplatz und eine tägliche Traktorfahrt mit Bauer Alois.

Nach dem Frühstück, das fast alle Familien im Frühstücksraum einnahmen, brachen alle zu Ausflügen in die Umgebung auf. Chieming am Chiemsee, Bootsfahrt zur Herreninsel mit König-Ludwig-Schloss, Besuch der Fraueninsel mit Eisessen, Märchenpark in Ruhpolding, Mammutmuseum. Das waren unsere Tagesausflüge.
Um 17:00 Uhr fuhr Alois mit seinem selbstgebauten Anhänger mit den Kindern und mutigen Eltern durchs Niesgauer Unterholz und verzapfte bayerische Bauernweisheiten. Anschliessend gabs Ponyreiten und während unser Junior hoch zu Ross über den Hof wackelte, legte ich Würstchen und Steaks auf den Gemeinschaftsgrill. Leckeres bayerisches Bier konnte man selber aus dem Hof-Kühlschrank holen und wer wollte, ließ den Tag am Lagerfeuer ausklingen. 



Die Eltern tauschten Ausflugstipps aus und die Kinder genossen es lange aufzubleiben und an der frischen Luft zu spielen. In den wenigen Tagen schloß Herr O. neue Freundschaften zu anderen Kindern, während der Junior seine große Liebe für Pferde entdeckte.
Wir hatten 10 Tage lang traumhaftes Wetter, glückliche Kinder und eine sehr entspannte Zeit. Auch wenn die Fahrt zum Chiemsee mit zwei aktiven Jungs auf der Rückbank schon eine ganz schöne Herausforderung ist, wir waren begeistert und kommen gerne wieder.