Sonntag, 2. Mai 2021

Corona-Diaries Folge 22786

Nach fast überstandener schwerer Erkältung fühle ich mich wieder fit genug, ein paar Zeilen hier im Blog zu schreiben. Vor etwas mehr als einer Woche begann es mit leichtem Unwohlsein. Ein bisschen Halsschmerzen, Kopf-und Gliederschmerzen, ein bisschen Schnupfen hier, ein kleines Hüsterchen dort. Natürlich dachte nicht nur ich sofort an Covid, sondern alle um mich herum auch. Diese Blicke, die Menschen in diesen Zeiten auf einen richten, wenn man in der Öffentlichkeit hustet. Als sei man von der Pest befallen. Hunderte unausgesprochene "hast du dich schon testen lassen?", "Ist doch kein Corona, oder?", "na hoffentlich weiss sie, was sie tut" umschwirrten mich.  Und obwohl nichts davon je laut ausgesprochen wurde antwortete ich so laut es mit einer Kehlkopfentzündung überhaupt ging "Ich habe drei Schnelltests und einen PCR-Test gemacht: Alle negativ!". 
Ob es half?

Ich fühlte mich nach dem dritten Testergebnis immerhin nur noch schlecht und nicht mehr sehr schlecht. Die Gewissheit, dass die nicht enden wollenden Hustenanfälle kein Meilenstein auf dem Weg zur Intensivstation waren, nahm mir ein wenig von der Verzweiflung, die mich in der Nacht, als ich sehnlichst auf das PCR-Testergebnis wartete, überfiel. Panik- und Hustenattacken wechselten sich in sehr unangenehmer Regelmäßigkeit ab und raubten mit den Schlaf.

Nachdem die Antibiotikumeinnahme zu ersten zaghaften Erfolgen führte, stellte sich auch gleich eine zarte Lust auf Aktivitäten ein. Wohlgesagt, mini Aktivitäten. Ich schleppte mein MacBook ins Schlafzimmer auf der vierten Etage, ließ mir von der zauberhaften Frau O. das Ladekabel und einen Becher Hustentee bringen (noch mal 4 Etagen runter und wieder hoch wären an diesem Vormittag nicht drin gewesen) und begann ein wenig durchs Blogiversum zu surfen. 

Ich bin immer wieder aufs neue fasziniert, wie sehr mich Carolas Blog "Frische Briese" emotional ergreift und gleichzeitig inspiriert. Wenn ich fünf Minuten ihren Blog lese weiß ich, warum viele Schriftsteller:innen Bücher lesen müssen um selber gute Bücher schreiben zu können. Die Leichtigkeit, mit der sie schreibt wirkt auf mich wie ein Sprungbrett fürs Loslegen.

Tolle Ideen zum Ausprobieren und Weiterlesen hole ich mir dort auch gerne. Hier eine kleine Auswahl, was ich entdeckt habe. In den nächsten Tagen habe ich hoffentlich ein wenig Gelegenheit, einige der Funde auszuprobieren.

Beim Surfen im weltweiten Netz gingen mir noch ein paar weitere Fänge in den Kescher:

  • WRINT (Wer redet ist nicht tot) Ein weiterer Podcast vom Sprecher von "Einschlafenpodcast"
  • Tragisch aber Geil (unglaublich witziger queerer Podcast von Barbie Brakeout)
  • 2oldtodieyoung (noch ein Podcast von Barbie Breakout)
  • Böttinger: Wohnung 17

Beim (Über-)Leben im Lockdown sonst noch so getan:



  • neues Mountainbike gekauft (ja, seit langer Zeit mal wieder ein Fahrrad. Überlege grade, mein altes Fixie zu verkaufen. Mal sehen, ob es Interessent:innen findet)
  • Hochbeet für den Garten gekauft (muss noch Erde rein, dann sollen Kräuter folgen. Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und so)
  • Fünf (!) Blumenkästen bepflanzt
  • 2 Jalousien angebracht und die Fenster der Kinderzimmer mit Folie vor fremden Blicken geschützt

Fortsetzung folgt. 

Samstag, 1. Mai 2021

Kehlkopfentzündung


 

Samstag, 20. März 2021

Corona Diaries - Folge 17543

In meinem Podcast-Listening-Wahn begegne ich immer öfter dem Phänomen, dass die PodcastmacherInnen die soundsovielte Folge feiern. Scheint eine neue Disziplin unter den Podcastenden zu sein, sich damit zu rühmen, wie viele Folgen man schon aufgenommen und „on-air“ gebracht hat. Als Podcasten noch nicht soo in war, also quasi noch eine Art Geheimtipp unter Insidern und der Blog noch gehyped wurde, schrieb auch niemand in jeden Blogartikel, der wievielte dies sei. Ein vergessener Trend, den ich hiermit eventuell aufnehmen werde.


Was ist passiert? Worum gehts?

Ich bin nach 3-wöchigem Kuraufenthalt wieder zurück im Alltag angekommen. Endlich wieder Großeinkäufe im Supermarkt tätigen, kochen, waschen, putzen, Homeschooling. Was für eine Freude. Immerhin ist einer meiner Wünsche in Erfüllung gegangen, dass nach der Kur der Frühling beginnt. So wettermäßig mit angenehmen Temperaturen zum draußen Verweilen und Eisessen. Wenigstens für ein paar Tage hatten wir Temperaturen oberhalb der 15 Grad-Marke und der Große Sohn durfte nachmittags schon in Shorts draußen spielen.
Wie haben sogar Marshmallows in Nachbars Garten gegrillt und den im Winter erworbenen Grill genauer inspiziert. Nur für den Fall, dass es bald losgehen könnte.

Mein zweiter Wunsch, dass die Inzidenzen so weit sinken, dass man wieder halbwegs normal am Leben teilnehmen kann, ist offensichtlich nicht erfüllt worden. Es muss ja auch noch Luft nach oben geben.

Immerhin darf der große Sohn jetzt alle zwei Tage wieder in die Schule gehen und der Junior sogar täglich in die Kita. Das hat den großen Vorteil, dass von dem großzügig angelegten Tiefenentspanntheits-Puffer aus der Kur noch ein bisschen länger gezehrt werden kann. Ich darf es jetzt bloß nicht übertreiben, die gewonnene Freizeit mit hyperaktivem Multitasking aufzufüllen. Online-Yoga, Binge-Watching, Good-Book Reading oder healthy cooking müssen erst mal noch ein bisschen warten, denn die Steuererklärung will ja auch noch gemacht werden. 

Und sonst so?

In meiner nächtlichen Freizeit hab Ichs geschafft, die AmazonPrime Neuverfilmung von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu gucken. 
Marc Raabe schreibt richtig gute Krimis (Achtung, Leseempfehlung).
Mit der Podcast-App beim MacOS Big Sur stehe ich immer noch auf Kriegsfuss. 

Podcast Highlights der letzten Wochen: 

Barbara Schöneberger und Judith Rakers unterhalten sich in „Waffeln einer Frau“  über die Haltung von Hühnern als Haustiere.
Cherno Jobatey lebt noch (habe ihn eines frühen morgens bei Maischberger im Talk gehört und der Tag begann nicht besonders harmonisch).
"Zwei Herren mit Hund“ befindet sich grade im Aufstieg in die Liste meiner Top 5. Dort sind aktuell:
  1. Apokalypse und Filterkaffee
  2. Mit den Waffeln einer Frau
  3. Hörbar Rust
  4. Klein aber Hardt. Hier möchte ich Folge #102 ganz besonders empfehlen. Habe endlich die Antwort auf die Frage bekommen: „Auf welcher Seite meines Autos befindet sich noch mal der Tankdeckel?“. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in Zeiten des Durchdigitalisierungswahns gibt es durchaus noch ikonographische Lichtblicke, wie sich aktuelle Informationen auch clever anders verpacken lassen. Horcht mal rein.
  5. Hotel Matze
  6. Lage der Nation

App-Neuentdeckung: KäptnCook.

Das erste Rezept, das ich aus dieser App nachgekocht habe ist eine vegane Tahin-Ramen. Unglaublich lecker, allerdings auch eine unglaubliche Herausforderung, alle Zutaten - vor allem Tahin - zu kaufen. Wurde letztendlich bei DM fündig. Da gibts ja mittlerweile mehr Lebensmittel als Duschgel-Sorten. Vielleicht kommt ja im Lockdown-Erfindung-Wahn ja bald mal jemand auf die Idee, Hygieneprodukte und Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Dabei käme dann evtl. eine Pfirsich-Sesam-Hafer-Ravioli-Gesichtsmaske heraus. Alles selbstverständlich vegan und ohne Mikroplastik. 

Montag, 8. März 2021

Fünf

Deinen fünften Geburtstag feiertest du mit deiner Mama in der Kur in Carolinensiel. Was anfangs klang wie eine große Einschränkung, entwickelte sich zu einem echten Glücksfall. Da alle Kinder und Erwachsenen um dich herum regelmäßig getestet wurden, hattest du die Möglichkeit halbwegs „normal“ zu feiern. Es gab also einen Kuchen, es wurde gesungen, gelacht und auf den Fluren des Kurhauses wild getobt. Die Familie gratulierte ganz herzlich per Videobotschaft, und die Tatsache des Weit-Weg-Seins eröffnete natürlich allen Daheimgebliebenen die Möglichkeit, kleine Päckchen mit Süßigkeiten und Geschenken zu schicken.

Du warst gut beschäftigt, alles auszupacken und zu bestaunen:

Hotwheels-Autos, eine Piratenstation von Playmobil, Captain Cody von Lego, ein paar weitere Playmobil-Figuren, ein kleiner Plüschaffe, den du „Bobby“ nanntest.





Nach unserer Rückkehr ins coronaverseuchte Düsseldorf, vermieden wir jegliche Partyplanung erst einmal, da die Inzidenz einfach zu hoch war. Erst nachdem die Schulen wieder vorsichtig öffneten und der Frühling zaghaft Einzug in die Lande nahm, begannen wir einen Kita-Freund nach dem anderen zu uns nach Hause einzuladen. Dieses Ritual wiederholten wir insgesamt dreimal, dann fühlte es sich irgendwie „done“ an. Je ein Kind deiner Wahl kam für einen Nachmittag nach der Kita zu uns nach Hause, verspeiste mit uns Donuts, spielte mit dir und manchmal auch mit deinem großen Bruder, sorgte mit dir gemeinsam für maximalen Krach und größtmögliche Unordnung und brachte dir zauberhafte Geschenke mit.


Mit deinen fünf Jahren bist du jetzt schon ein richtig selbständiger und selbstbewußter Junge. Du weißt genau (machmal etwas zu genau) was du willst. Zum Beispiel dann, wenn du aus der Müslipackung nur die großen knusprigen Klumpen haben möchtest, und nicht die kleinen bröseligen. Oder, wenn du dein Toast genau in 22 kleine Stückchen geschnitten hättest.
Wenn du deinen Kopf durchsetzen willst, zeigst du der Welt, was „stur“ ist, und gehst dafür manchmal beinahe mit dem Kopf durch die Wand.


  • du liebst Zahlen und zählst alles, sogar die Erbsen auf deinem Teller
  • die Zahl 22 ist deine Lieblingszahl
  • du hast einen unerschütterlichen Glauben daran, dass es die „Zehnundzwanzig“ gibt, und dass ich 1000 Jahre alt bin.
  • Dein unbändiger Wille hat dir geholfen in nur einer Nacht den Schnuller komplett überflüssig zu machen
  • Du liebst Bewegung, am liebsten Fussballspielen mit dem großen Bruder oder um die Wette rennen mit den Mamas
  • Du bist ein kleiner Charmeur und wickelst beinahe jedeN um den Finger
  • Du bist neugierig, experimentierungsfreudig und unbeschwert.
  • Du liebst die Römer, insbesondere ihre Kämpfe, Legionen, Uniformen, Feldherren, etc.
  • Mit einer Toni-Box konnten wir dir endlich die Welt der Hörspiele näher bringen.
  • Du hörst gerne HuiBuh und schaust gerne Miraculous
  • Deine Leibspeise ist immer noch Pizza Margherita. Was auch immer geht: Chicken Nuggets , Frikadellen und Magnum Eis. Gemüse ist für dich überbewertet.

Dienstag, 9. Februar 2021

Moorleichenbad

Vor meinen Augen wabert eine braune modrig-müffelnde Brühe. Obenauf ziehen kleine Flöckchen wahllos ihre Kreise in der Wanne. Sie ähneln den Sahnehäufchen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, wenn man die Quirls nach dem Sahneschlagen vom Mixer abzieht und in eine Schüssel mit Wasser tunkt. Nur hier sind die Flöckchen nicht sahneweiss sondern schlammbraun. Umgeben von öligen Schlieren treiben sie vor meiner Nase und ziehen mich in ihren Bann. Während ich fasziniert von den Bewegungen der Moorschlammflöckchen vor mich hin träume und versuche herauszufinden, wie ich an den Titel des Ohrwurms komme, der mich seit Tagen nicht los läßt, vergesse ich beinahe, dass unter der Oberfläche ja noch etwas liegt. Ich nämlich. Meine Füsse, Beine, Arme, Bauch, Po - alles im Schlammbad. Umgeben von stinkender Brühe, durchtränkt von Wattwürmerpüpsen treibe ich und grüble, ob es so etwas wie „Shazam für Ohrwürmer“ gibt.

Da, plötzlich ein Klicken. Noch ein Klicken. Waren das die Schnapverschlüsse der Kühltruhe? Ich rufe die medizinische Badeassistenz um Hilfe, aber nichts als Stille.  Das Moor schweigt. Die Wärme des Bades weicht aus meinem Körper und ich erstarre vor Entsetzen. Treibt der Moormörder sein Unwesen jetzt auch im Kurbad? Was, wenn er es auf hilflose Kurgäste abgesehen hat, die seelenruhig in ihren Wannenbädern von besseren Zeiten träumen, von Sonnenuntergängen am Strand, Cocktails mit bunten Fähnchen und einem Leben ohne Haushalt und Rückenschmerzen? Während die Schockstarre in meine Glieder eindringt, sehe ich vor meinem inneren Auge, wie die Dame, die mir eben noch so freundlich das Bad eingelassen hat, in Stücke gehackt und in die Gefriertruhe gesteckt wurde. Nun ist der Weg frei zu mir. Da klackt es schon wieder. Brrrrrrrrriiiiiiiiinnnng. Der Wecker. Das Bad ist beendet. Ich öffne die Augen und starre erleichtert auf polierte Edelstahlarmaturen und beige Kacheln. Alles ist gut. Nicht schön, aber gut. Mir ist wieder warm. Ich spüre das Blut in meinem Körper, atme tief ein und erfreue mich am Duft des Muffs. Ich lebe noch. Die Kur kann weiter gehen. Auf dem Weg nach draußen rufe ich der Bademeisterin noch ein erleichtertes „Tschüß“ zu und verlasse das Haus Richtung Kurhaus. 

Montag, 8. Februar 2021

Corona-Kur-Diaries

Vergangene Woche nahm meine Kur richtig Fahrt auf. Ich durfte im Moor-Laugen-Bad entspannen, meinen geplagten Rücken auf Schlickpackungen betten und mich bei einer Massage verwöhnen lassen. Eine halbe Stunde autogenes Training gefiel mir nicht so gut. Die Hintergrundmusik klang ein wenig wie eine Mischung aus Fahrstuhlmusik und Harmonien auf Schwarzwaldklinik und Traumschiff. Ich musste mich zusammenreißen, dass ich nicht laut mitsummte. Die Musikauswahl beim Spinning war um Längen besser. Ein paar Elektro-Klassiker aus den späten 90ern und einem Hard-Rock Song, der mich mit seiner E-Guitarre auf den imaginären Berg peitschte. 

Als der Neuschnee noch neu war nahm ich auch an einer Einführung zum Nordic Walking teil. Die Stöcke waren gleich mein Feind, bzw. meine Feind_Innen* (dazu komme ich noch später). Füße voreinander setzen gelang mir ganz gut, aber die Stöcke wollten einfach nicht das tun, was die Trainerin ansagte. Ständig rutschte eine Hand aus der Schlaufe oder die "Füßchen" fielen ab. Auf Materialschlacht hatte ich keine Lust und ließ sie dann einfach konsequent weg. Zum Ausgleich mache ich jetzt fast jeden Abend ein paar Kräftigungsübungen für die Unterarme auf meiner Yoga-Matte, während der Junior Wickie guckt.







Der Junior hat Spass. Er hat in der Kur-Kita "Moin" zu sagen gelernt und neue Freunde gefunden. Es ist gut, dass er gerne die Vormittage dort verbringt. So habe ich auch ein bisschen Zeit mal in Ruhe die Zeitung oder ein Buch zu lesen, oder am Nordseestrand spazieren zu gehen. Das Meer habe ich nach 10 Tagen allerdings noch immer nicht gesehen. Immer nur Ebbe. 

Die Küche ist stets bemüht, die Geschmäcker aller Teilnehmenden zu befriedigen. Da gibts jeden Tag reichlich Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und vegetarische Optionen. Aber wehe, du nimmst die als nicht-Vegetarierin eine vegetarische Frikadelle. Dann kommt der Küchendrache und faucht dich an. Ich begnüge mich oft mit Graubrot und Käse, aber an manchen Tagen erquicke ich mich auch an leckerem Fisch. Die Nordsee zeigt sich hier von ihrer besten Seite.

Das kann man über das örtliche Wlan leider nicht sagen. Es bemüht sich noch nicht mal. Hier in Ostfriesland möchte ich kein Home-schooling-parent sein.





Und sonst so? Ich entspanne mich tatsächlich. Fernab von Alltagsstress, dem täglichen "Was-koche-ich",  Haushalts-Checklisten und Distanzlern-Streitereien ist das Leben federleicht. Klar geht coronabedingt nicht besonders viel (keine Gruppenaktivitäten, permanent den Schnutenpulli im Gesicht, alle paar Tage zum Coronatest antreten), aber es tut doch gut, sich mal richtig gehen zu lassen und in den Tag hineinzuleben oder zu spazieren, ohne dass der alltägliche Wahnsinn einer 4-köpfigen Familie im Homeoffice plus Homeschooling im Nacken sitzen.


Samstag, 30. Januar 2021

Podcasterei und Corona-Kur Beginn

Podcasterei

Seit man kaum noch das Haus verlassen kann, fröne ich meiner Leidenschaft für Podcasts sehr inständig. Podcasts helfen mir, mich wegzuträumen in andere Welten - und seien es nur die Vorlieben anderer Menschen oder deren Humor. Die von mir so geliebten Interview-Podcasts enthüllen immer wieder spannende Geheimnisse aus dem Leben prominenter Menschen. So lernte ich in den vergangenen Wochen, dass Elke Heidenreich eine große Freundin der Schnapspraline ist. Daraufhin erfand ich gemeinsam mit einer Nachbarin einen "Schnapspralinen-Abendspaziergang", der analog der weihnachtlichen Glühweinwanderungen einzig und allein das Konsumieren von Hochprozentigem in Abwesenheit der Menschen des eigenen Haushalts zum Ziel hat. 

Viele Gemeinsamkeiten habe ich nicht mit Wolfgang Joop, aber eine Leidenschaft teilen wir mit voller Überzeugung: Wir lieben Quark. Einen Becher Quark mit Honig verrühren und genüßlich auszulöffeln ist für uns das, was die kochende Leidenschaft in den 90ern für Steffi Graf war.

Als ich Joop in Bettina Rusts neuem Podcast "Toast Hawai" zuhörte, wie er seine Liebe zum Quark erläuterte, formte sich die Weisheit: "Heimat ist da, wo du in Ruhe deinen Quark essen kannst."


Corona-Kur

Über meine Mutter-Kind-Kur, die ich vor drei Tagen angetreten habe, möchte ich noch nicht so viel sagen. Ich glaube, ich muss ihr noch ein paar Tage Zeit geben. Sie ist halt auch sehr norddeutsch. Wortkarg, zurückhaltend, sparsam. Vielleicht ist sie ja genau so, wie die Menschen, die hier oben wohnen: erst mal ein bisschen schüchtern, aber wenn man sich erst mal näher kommt, dann wird's ne richtig innige Freundschaft.

Bis dahin helfe ich, das bundesweite Bruttospaziergangsprodukt in die Höhe zu treiben und erforsche geduldig die Umgebung, das Kurzentrum und die Gesichter der Mit-Kurenden hinter den Masken.