Samstag, 20. März 2021

Corona Diaries - Folge 17543

In meinem Podcast-Listening-Wahn begegne ich immer öfter dem Phänomen, dass die PodcastmacherInnen die soundsovielte Folge feiern. Scheint eine neue Disziplin unter den Podcastenden zu sein, sich damit zu rühmen, wie viele Folgen man schon aufgenommen und „on-air“ gebracht hat. Als Podcasten noch nicht soo in war, also quasi noch eine Art Geheimtipp unter Insidern und der Blog noch gehyped wurde, schrieb auch niemand in jeden Blogartikel, der wievielte dies sei. Ein vergessener Trend, den ich hiermit eventuell aufnehmen werde.


Was ist passiert? Worum gehts?

Ich bin nach 3-wöchigem Kuraufenthalt wieder zurück im Alltag angekommen. Endlich wieder Großeinkäufe im Supermarkt tätigen, kochen, waschen, putzen, Homeschooling. Was für eine Freude. Immerhin ist einer meiner Wünsche in Erfüllung gegangen, dass nach der Kur der Frühling beginnt. So wettermäßig mit angenehmen Temperaturen zum draußen Verweilen und Eisessen. Wenigstens für ein paar Tage hatten wir Temperaturen oberhalb der 15 Grad-Marke und der Große Sohn durfte nachmittags schon in Shorts draußen spielen.
Wie haben sogar Marshmallows in Nachbars Garten gegrillt und den im Winter erworbenen Grill genauer inspiziert. Nur für den Fall, dass es bald losgehen könnte.

Mein zweiter Wunsch, dass die Inzidenzen so weit sinken, dass man wieder halbwegs normal am Leben teilnehmen kann, ist offensichtlich nicht erfüllt worden. Es muss ja auch noch Luft nach oben geben.

Immerhin darf der große Sohn jetzt alle zwei Tage wieder in die Schule gehen und der Junior sogar täglich in die Kita. Das hat den großen Vorteil, dass von dem großzügig angelegten Tiefenentspanntheits-Puffer aus der Kur noch ein bisschen länger gezehrt werden kann. Ich darf es jetzt bloß nicht übertreiben, die gewonnene Freizeit mit hyperaktivem Multitasking aufzufüllen. Online-Yoga, Binge-Watching, Good-Book Reading oder healthy cooking müssen erst mal noch ein bisschen warten, denn die Steuererklärung will ja auch noch gemacht werden. 

Und sonst so?

In meiner nächtlichen Freizeit hab Ichs geschafft, die AmazonPrime Neuverfilmung von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu gucken. 
Marc Raabe schreibt richtig gute Krimis (Achtung, Leseempfehlung).
Mit der Podcast-App beim MacOS Big Sur stehe ich immer noch auf Kriegsfuss. 

Podcast Highlights der letzten Wochen: 

Barbara Schöneberger und Judith Rakers unterhalten sich in „Waffeln einer Frau“  über die Haltung von Hühnern als Haustiere.
Cherno Jobatey lebt noch (habe ihn eines frühen morgens bei Maischberger im Talk gehört und der Tag begann nicht besonders harmonisch).
"Zwei Herren mit Hund“ befindet sich grade im Aufstieg in die Liste meiner Top 5. Dort sind aktuell:
  1. Apokalypse und Filterkaffee
  2. Mit den Waffeln einer Frau
  3. Hörbar Rust
  4. Klein aber Hardt. Hier möchte ich Folge #102 ganz besonders empfehlen. Habe endlich die Antwort auf die Frage bekommen: „Auf welcher Seite meines Autos befindet sich noch mal der Tankdeckel?“. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber in Zeiten des Durchdigitalisierungswahns gibt es durchaus noch ikonographische Lichtblicke, wie sich aktuelle Informationen auch clever anders verpacken lassen. Horcht mal rein.
  5. Hotel Matze
  6. Lage der Nation

App-Neuentdeckung: KäptnCook.

Das erste Rezept, das ich aus dieser App nachgekocht habe ist eine vegane Tahin-Ramen. Unglaublich lecker, allerdings auch eine unglaubliche Herausforderung, alle Zutaten - vor allem Tahin - zu kaufen. Wurde letztendlich bei DM fündig. Da gibts ja mittlerweile mehr Lebensmittel als Duschgel-Sorten. Vielleicht kommt ja im Lockdown-Erfindung-Wahn ja bald mal jemand auf die Idee, Hygieneprodukte und Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Dabei käme dann evtl. eine Pfirsich-Sesam-Hafer-Ravioli-Gesichtsmaske heraus. Alles selbstverständlich vegan und ohne Mikroplastik. 

Dienstag, 9. Februar 2021

Moorleichenbad

Vor meinen Augen wabert eine braune modrig-müffelnde Brühe. Obenauf ziehen kleine Flöckchen wahllos ihre Kreise in der Wanne. Sie ähneln den Sahnehäufchen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, wenn man die Quirls nach dem Sahneschlagen vom Mixer abzieht und in eine Schüssel mit Wasser tunkt. Nur hier sind die Flöckchen nicht sahneweiss sondern schlammbraun. Umgeben von öligen Schlieren treiben sie vor meiner Nase und ziehen mich in ihren Bann. Während ich fasziniert von den Bewegungen der Moorschlammflöckchen vor mich hin träume und versuche herauszufinden, wie ich an den Titel des Ohrwurms komme, der mich seit Tagen nicht los läßt, vergesse ich beinahe, dass unter der Oberfläche ja noch etwas liegt. Ich nämlich. Meine Füsse, Beine, Arme, Bauch, Po - alles im Schlammbad. Umgeben von stinkender Brühe, durchtränkt von Wattwürmerpüpsen treibe ich und grüble, ob es so etwas wie „Shazam für Ohrwürmer“ gibt.

Da, plötzlich ein Klicken. Noch ein Klicken. Waren das die Schnapverschlüsse der Kühltruhe? Ich rufe die medizinische Badeassistenz um Hilfe, aber nichts als Stille.  Das Moor schweigt. Die Wärme des Bades weicht aus meinem Körper und ich erstarre vor Entsetzen. Treibt der Moormörder sein Unwesen jetzt auch im Kurbad? Was, wenn er es auf hilflose Kurgäste abgesehen hat, die seelenruhig in ihren Wannenbädern von besseren Zeiten träumen, von Sonnenuntergängen am Strand, Cocktails mit bunten Fähnchen und einem Leben ohne Haushalt und Rückenschmerzen? Während die Schockstarre in meine Glieder eindringt, sehe ich vor meinem inneren Auge, wie die Dame, die mir eben noch so freundlich das Bad eingelassen hat, in Stücke gehackt und in die Gefriertruhe gesteckt wurde. Nun ist der Weg frei zu mir. Da klackt es schon wieder. Brrrrrrrrriiiiiiiiinnnng. Der Wecker. Das Bad ist beendet. Ich öffne die Augen und starre erleichtert auf polierte Edelstahlarmaturen und beige Kacheln. Alles ist gut. Nicht schön, aber gut. Mir ist wieder warm. Ich spüre das Blut in meinem Körper, atme tief ein und erfreue mich am Duft des Muffs. Ich lebe noch. Die Kur kann weiter gehen. Auf dem Weg nach draußen rufe ich der Bademeisterin noch ein erleichtertes „Tschüß“ zu und verlasse das Haus Richtung Kurhaus. 

Montag, 8. Februar 2021

Corona-Kur-Diaries

Vergangene Woche nahm meine Kur richtig Fahrt auf. Ich durfte im Moor-Laugen-Bad entspannen, meinen geplagten Rücken auf Schlickpackungen betten und mich bei einer Massage verwöhnen lassen. Eine halbe Stunde autogenes Training gefiel mir nicht so gut. Die Hintergrundmusik klang ein wenig wie eine Mischung aus Fahrstuhlmusik und Harmonien auf Schwarzwaldklinik und Traumschiff. Ich musste mich zusammenreißen, dass ich nicht laut mitsummte. Die Musikauswahl beim Spinning war um Längen besser. Ein paar Elektro-Klassiker aus den späten 90ern und einem Hard-Rock Song, der mich mit seiner E-Guitarre auf den imaginären Berg peitschte. 

Als der Neuschnee noch neu war nahm ich auch an einer Einführung zum Nordic Walking teil. Die Stöcke waren gleich mein Feind, bzw. meine Feind_Innen* (dazu komme ich noch später). Füße voreinander setzen gelang mir ganz gut, aber die Stöcke wollten einfach nicht das tun, was die Trainerin ansagte. Ständig rutschte eine Hand aus der Schlaufe oder die "Füßchen" fielen ab. Auf Materialschlacht hatte ich keine Lust und ließ sie dann einfach konsequent weg. Zum Ausgleich mache ich jetzt fast jeden Abend ein paar Kräftigungsübungen für die Unterarme auf meiner Yoga-Matte, während der Junior Wickie guckt.







Der Junior hat Spass. Er hat in der Kur-Kita "Moin" zu sagen gelernt und neue Freunde gefunden. Es ist gut, dass er gerne die Vormittage dort verbringt. So habe ich auch ein bisschen Zeit mal in Ruhe die Zeitung oder ein Buch zu lesen, oder am Nordseestrand spazieren zu gehen. Das Meer habe ich nach 10 Tagen allerdings noch immer nicht gesehen. Immer nur Ebbe. 

Die Küche ist stets bemüht, die Geschmäcker aller Teilnehmenden zu befriedigen. Da gibts jeden Tag reichlich Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und vegetarische Optionen. Aber wehe, du nimmst die als nicht-Vegetarierin eine vegetarische Frikadelle. Dann kommt der Küchendrache und faucht dich an. Ich begnüge mich oft mit Graubrot und Käse, aber an manchen Tagen erquicke ich mich auch an leckerem Fisch. Die Nordsee zeigt sich hier von ihrer besten Seite.

Das kann man über das örtliche Wlan leider nicht sagen. Es bemüht sich noch nicht mal. Hier in Ostfriesland möchte ich kein Home-schooling-parent sein.





Und sonst so? Ich entspanne mich tatsächlich. Fernab von Alltagsstress, dem täglichen "Was-koche-ich",  Haushalts-Checklisten und Distanzlern-Streitereien ist das Leben federleicht. Klar geht coronabedingt nicht besonders viel (keine Gruppenaktivitäten, permanent den Schnutenpulli im Gesicht, alle paar Tage zum Coronatest antreten), aber es tut doch gut, sich mal richtig gehen zu lassen und in den Tag hineinzuleben oder zu spazieren, ohne dass der alltägliche Wahnsinn einer 4-köpfigen Familie im Homeoffice plus Homeschooling im Nacken sitzen.


Samstag, 30. Januar 2021

Podcasterei und Corona-Kur Beginn

Podcasterei

Seit man kaum noch das Haus verlassen kann, fröne ich meiner Leidenschaft für Podcasts sehr inständig. Podcasts helfen mir, mich wegzuträumen in andere Welten - und seien es nur die Vorlieben anderer Menschen oder deren Humor. Die von mir so geliebten Interview-Podcasts enthüllen immer wieder spannende Geheimnisse aus dem Leben prominenter Menschen. So lernte ich in den vergangenen Wochen, dass Elke Heidenreich eine große Freundin der Schnapspraline ist. Daraufhin erfand ich gemeinsam mit einer Nachbarin einen "Schnapspralinen-Abendspaziergang", der analog der weihnachtlichen Glühweinwanderungen einzig und allein das Konsumieren von Hochprozentigem in Abwesenheit der Menschen des eigenen Haushalts zum Ziel hat. 

Viele Gemeinsamkeiten habe ich nicht mit Wolfgang Joop, aber eine Leidenschaft teilen wir mit voller Überzeugung: Wir lieben Quark. Einen Becher Quark mit Honig verrühren und genüßlich auszulöffeln ist für uns das, was die kochende Leidenschaft in den 90ern für Steffi Graf war.

Als ich Joop in Bettina Rusts neuem Podcast "Toast Hawai" zuhörte, wie er seine Liebe zum Quark erläuterte, formte sich die Weisheit: "Heimat ist da, wo du in Ruhe deinen Quark essen kannst."


Corona-Kur

Über meine Mutter-Kind-Kur, die ich vor drei Tagen angetreten habe, möchte ich noch nicht so viel sagen. Ich glaube, ich muss ihr noch ein paar Tage Zeit geben. Sie ist halt auch sehr norddeutsch. Wortkarg, zurückhaltend, sparsam. Vielleicht ist sie ja genau so, wie die Menschen, die hier oben wohnen: erst mal ein bisschen schüchtern, aber wenn man sich erst mal näher kommt, dann wird's ne richtig innige Freundschaft.

Bis dahin helfe ich, das bundesweite Bruttospaziergangsprodukt in die Höhe zu treiben und erforsche geduldig die Umgebung, das Kurzentrum und die Gesichter der Mit-Kurenden hinter den Masken.

Sonntag, 17. Januar 2021

Zwischen den Jahren, ein bisschen davor und danach

2021 ist schon nicht mehr ganz neu, was man daran merkt, dass einem niemand mehr "ein frohes neues Jahr" wünscht. Der Alltag, oder auch "Corona-Alltag",  hat uns alle wieder fest im Griff - mit all seinen Einschränkungen aber auch all seinen Routinen. Beides sorgt für Verlässlichkeit und Stabilität. Was wünscht man sich mehr in dieser verrückten Welt?

Herr Laschet ist seit einem Tag neuer CDU-Vorsitzender und Herr Söder und Herr Spahn positionieren sich grade irgendwie, irgendwo für irgendwann. Beim Tippen dieser Zeilen beschleicht mich das Gefühl, dass diese drei Herren noch die ein oder andere Überraschung in diesem Jahr erleben werden - ich bin gespannt.

Irgendwie, irgendwo irgendwann - nein, genau am 7. Januar lief die erste Folge der neuen Bergdoktor-Staffel. 2021 bringt also doch auch Gutes. Habe ich schon erwähnt, dass Peter Licht 2021 ein neues Album veröffentlichen wird?

Irgendwann war ja Weihnachten. Das allererste Weihnachten, dass wir als Familie in Deutschland verbracht haben. All die letzten Jahre waren wir immer in Irland und die irischen Christmas-Traditionen waren uns in Fleisch und Blut übergegangen. Nun also mal deutsche Weihnacht. Folglich besaßen wir auch keinen Weihnachtsbaumschmuck und konnten unserer Fantasie freien Lauf lassen, was das Dekorieren unseres ersten Tännchens betraf. Es wurde eine prächtige Premiere. 

Dank eiserner Disziplin (Kontaktbeschränkungen seit Anfang November, Komplettisolation in der Vorweihnachtswoche und Coronaschnelltests am Morgen des 23. Dezembers) konnten wir meine Eltern am 24.12. für ein paar Stunden besuchen. Welch eine Freude beim Wiedersehen. Corona schafft es echt, dass man sich auf die wesentlichen Dinge besinnt. Die Jungs erhielten ihre lang ersehnten Geschenke (Top Agents Boot für den Junior und Harry Potter Lego für Herrn O.) und die Erwachsenen schwelgten in kulinarischen Leckereien.

Am nächsten Tag fand dann die Bescherung nach irischer Tradition statt. Santa hatte über Nacht einen Haufen Pakete unter den Baum gelegt und ließ die Kinderaugen am frühen Morgen erstrahlen.

Allerdings wurde die allgemeine Freude beim Auspacken ein wenig gedämpft. Hätten wir uns bei dem Hinweis "Adult assembly required" etwa Gedanken machen sollen? Hätten wir vielleicht auch vorher mal nachschauen sollen, welche Batterien wir genau benötigen, um die Geschenk zum Leben zu erwecken? Erst recht, wenn ein langes Wochenende bevorsteht? Schnell lernte ich, dass D-Batterien an keiner Tankstelle und an keinem Kiosk verkauft werden. So konnten wir die Hot-Wheels-Bahn zwar dank der guten Augen unseres Juniors zusammenbauen, aber leider nicht in Betrieb nehmen. 

Die Bedienungsanleitung schrie nach einer Lupe - oder noch besser nach einem Mikroskop. Zum Glück hatte Herr O. genau ein solches grade vom Geschenkpapier befreit und steuerte auf die über Nacht geschlüpften Triopse zu, um sie auf einem Objektträger zu plätten und danach zu inspizieren. Dabei sprang ihm seine biologisch diplomierte Mutti selbstverständlich gerne zur Seite - um sich Sekunden später daran zu erinnern, dass sie Mikroskopierkurse schon an der Uni nicht mochte. Seis drum, das Mikroskop war auch unterirdisch schlecht und taugte grade mal dazu, eine Zwiebel zu untersuchen.
Während ich noch vom Ehrgeiz gepackt versuchte, ein Fliegenbein sichtbar zu machen, war Frau O. immer noch im Privatkrieg mit der Hot-Wheels-Aufbauanleitung. Früher hiess es mal "was nichts kostet, ist auch nichts". Heute muss es heißen, "je billiger, desto kleiner die Schriftgröße der Anleitung und je schlechter die Übersetzung aus dem Chinesischen". Definitiv keine Kaufempfehlung - schon gar nicht, wenn der Graue Star an die Türe klopft.

Die Zeit zwischen Weihnachten und der Wiederaufnahme der Erwerbsarbeit, Schule, Kita verbrachten wir mit Spazieren, Spazieren, Spazieren, Bolzplatzbesuchen und Spaziergängen. 

Unser großer Sohn befindet sich jetzt seit 1 Woche im Distanzlernen. Mein Gefühl sagt mir, dass da viele "lessens learned" seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 eingeflossen sind. Das ist ein gutes Gefühl. Viel mehr Struktur, eine gute Mischung aus Video-Konferenzen, Links zu Erklär-Filmen, Lern-Apps und natürlich den unvermeidbaren Arbeitsblättern zum Runterladen. Dabei haben wir in der ersten Woche tatsächlich kein einziges Arbeitsblatt ausgefüllt. Hurra.

Heute morgen lag der erste Schnee in Düsseldorf. Danke für ein wenig Abwechslung, liebes Wetter. Wir haben uns kringelig gefreut und geschneeballschlachtet, was möglich war. 



Montag, 11. Januar 2021

Jahresfragebogen 2020

Zugenommen oder abgenommen?

Das Gewicht bleibt im Bereich +/- 2kg gleich – eigentlich erstaunlich, bei fast 100%

Homeoffice und ziemlich viel Couchsurfing.


Haare länger oder kürzer?

Sie werden in homöopathischen Dosen länger.


Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ein spürbares Stück altersweitsichtiger. Ich jongliere seit Dezember mit 3 Brillen: Eine Alltagsbrille mit Wellnessgläsern (die beinhalten eine Lupenfunktion für die Momente, in denen mein Arm nicht lang genug ist), eine Sportbrille (die kann nur eine Distanz, ist angenehm leicht und extrem biegbar) und eine Bildschirm-Brille, die mir alles, was ca. 30cm vor meinen Augen aufblinkt sichtbar macht. 


Mehr ausgegeben oder weniger?

Verglichen mit anderen Jahren eher wenig.


Reisen/Ausflüge

Unser Sommerurlaub in Roompot (NL)

Mauswanderung im Bergischen Land (benannt nach der Sendung mit der Maus)

Ansonsten ein paar coronabedingte Ausflüge z.B. zum Unterbacher See, ins Neandertal,

in den Grafenberger Wald (gefühlt 1000 mal)


Die teuerste Anschaffung?

Eine neue Küche

2 neue Brillen

Eine neue große, bequeme Matratze


Das leckerste Essen?

Ein sommerlicher Nudelsalat im Hashi (Ackerstrasse, Düsseldorf-Flingern), der auch deshalb besonders lecker war, weil Sommer war, wir zu Zweit draußen sitzen konnten und in den Genuss der hübsch zur Terrasse umdekorierten Parkbucht kamen. Die Inspiration zu mehr Pflanzen an den Wänden liegt noch auf Eis, soll aber im Sommer 2021 umgesetzt werden.


Ein Abendessen im Waya Kitchen - neues Restaurant in Flingern mit einer gelungenen Mischung aus koreanischem und australischem Essen. Mein Gaumen sehnt sich bis heute nach der Gewürzexplosion auf heißem Stein. Leider kam dem die Schließung der Gastronomie in die Quere.


Bücher 2020?

Joachim Meyerhoff: „Hamster im hinteren Stromgebiet“

Matthias Brandt: „Raumpatrouille“

Jens Henrik Jensen: „Oxen“ I - III

Anna Hope: „Was wir sind“

Claire Lombardo:“Der größte Spass den wir je hatten“


Podcasts 2020?

Dauerbrenner:

- Durch die Gegend, Hörbar Rust, Jörg Thadeusz, Hotel Matze

Neu entdeckt:

- Mit den Waffeln einer Frau, Lage der Nation, Apokalypse und Filterkaffee, Wickert trifft, Klein aber Hardt, Coronavirus Update

 

Filme / Serien 2020?

Four Blocks Staffel 2 und 3

How to sell drugs online fast

Das Boot, Staffel II

Babylon Berlin Staffel 3

Deutschland 89

Drinnen

 

Das beste Lied?

500 PS (Lieblingslied unserer Jungs)

Blinding Lights (Familien-Corona-Sommer-Hit)


Die meiste Zeit verbracht mit?

Der Familie, den neuen Nachbarn, den ausgewählten Corona-Kontakten


Vorherrschendes Gefühl 2020?

Ich bin gefangen im Corona-Hamsterrad


2020 zum ersten Mal getan?

Einen Tannenbaum gekauft und geschmückt

Coronatest
Zahlreiche Reinigungsutensilien gekauft (Fenster-Putz—Saug-Dings, Steckdosenreiniger, Heizkörperbürste, Reinigungsding für Badezimmer-Heizkörper)



2020 nach langer Zeit wieder getan?

Ganz viel Zeit zu Hause verbracht, ohne Termine, Verabredungen, Struktur

Täglich eine warme Mahlzeit zubereitet

Umgezogen

Vom 5m-Brett gesprungen.

In der Badwanne gechillt


Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Der erste selbstverschuldete Blechschaden

Der zweite selbstverschuldete Blechschaden

 

2020 war mit einem Wort?

Corona

Freitag, 11. Dezember 2020

Der kleine König Dezember

 "Der kleine König Dezember" - dieser Titel eines Buchs von Axel Hacke fiel mir ein, als ich mich auf die Suche nach einer Überschrift für diesen Post begab. Ich weiß nicht mehr, was zuerst da war. Der Titel, der mich auf die Idee brachte, ein wenig nach Herrn Hacke zu googlen, oder die erste Online-Lesung "Axel Hacke liest und erzählt live aus seinem Wohnzimmer". Diese Live-Lesung nämlich fand gestern Abend statt. Ein Highlight in diesen ach so kulturarmen Corona-Zeiten, die ich fast ausschliesslich in den eigenen vier Wänden verbringe. 

Es gibt da so ein Mehreck, das ich täglich abfahre. Mal mit dem Auto, mal mit dem Rad. Aber immer liegen die Punkte: Schule (Kind abliefern) - Bäcker (frische Brötchen kaufen) - Supermarkt (frische Zutaten fürs Mittagessen) - zu Hause auf der Route. Viel neues passiert da nicht. Wenn ich an Schlechtwettertagen der Musik im Radio lausche, sind es auch immer die selben Lieder. Im Fernseher reden sie über Corona und der Fussball ist auch nicht mehr das, was er mal war. Immer wieder etwas Neues im Streaming-Wunderland zu entdecken, eine gehaltvolle Dokumentation in der Mediathek abzuspielen, sich abseits des Radio-Einheits-Lalas musikalisch verwöhnen zu lassen - es ist mühsam. Mühsame Dinge gehen grade nicht so gut von der Hand. Es ist Dezember. Kalt und grau und alles wirkt behäbig und trist.

Genau in diese Tristesse platzte die Verkündung einer Online-Leseung von Axel Hacke vor einer Woche auf Facebook. Ich war schon mal Gast auf einer seiner Lesungen und erinnerte mich daran, gut unterhalten worden zu sein. Voller Hoffnung auf ein bisschen Licht in all diesem Trübsinn kaufte ich ein Ticket für 14 Euro und freute mich ein paar Tage lang auf dieses Event. "Vorfreude ist die schönste Freude" - noch so ein Zitat. Auf der Suche nach seiner Erfinderin oder seinem Erfinder stieß ich auf eine wissenschaftliche Studie, die man  hier im Detail lesen kann.

Mich jedenfalls führte die Vorfreude zu dem Titel dieses Blog-Posts.



Der Dezember ist nun 11 Tage schon alt und ein paar gute Dinge sind passiert.

Unseren Esstisch schmückt jetzt ein halb selbstgekaufter - halb selbst dekorierter Adentskalender. Die jährliche Spende an die Aidshilfe ist geflossen. Wir haben unser Experiment mit Urzeitkrebsen gestartet und verfolgen jetzt aufgeregt deren Schlüpfen und Heranwachsen.

Der Nikolaus hat uns reich beschert und viele leckere Süßigkeiten und neue Bücher gebracht. Wir haben einen Tannenbaum gekauft und mit bunten Kugeln geschmückt. Hoffentlich behält er seine Nadeln bis Weihnachten.

 

Die Online-Lesung von Herrn Hacke war für mich übrigens enttäuschend. Mir gefiel die Atmosphäre nicht, ich trank zu viel Wein und hatte irgendwann nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit für komplexe Texte eines Herrn Wehmut. Ich war im Frühjahr, beim ersten Lock-Down, immer sehr glücklich bei seinem Podcast (den er gemeinsam mit seiner Frau gesprochen hat) eingeschlafen und vermutlich hatte mein Gehirn seine Stimme mit einem Schlafbefehl verknüpft. Den Podcast gibt es leider nicht mehr.