Donnerstag, 11. Juli 2019

Montag, 27. Mai 2019

Und sonst so?

Seit einem guten halben Jahr bin ich eine glückliche Yogi. Im Yoga-Studio um die Ecke (wirklich nur 2 Minuten zu Fuss) praktiziere ich donnerstags 75 min Rückenyoga. Das tut nicht nur meinem Rücken gut sondern auch meiner Laune, meinem Geist, meinem gesamten Wohlbefinden.
Spannend zu beobachten, was ein paar Verdrehungen der Arme oder Dehnungen der Beine bewirken können. Die Yoga-Lehrerin vermittelt gleichermaßen Spass an den Übungen aber auch ein angenehmes Maß an Spiritualität. Zu viel Ohmmm würde mich wahrscheinlich nur abschrecken, aber so ein kleines bisschen am Ende der Stunde ist selbst für mich verkraftbar.


Facebook weiss wahrschenlich, dass ich Yoga mache und empfiehlt mir ab und zu Rezepte für eine Buddha Bowl. Why not? Wenns denn schmeckt! Das letzte Rezept, das in meiner Timeline vorbeihuschte und meine Aufmerksamkeit erhielt waren Gurkenspaghetti mit in Sojasoße gedünstetem Lachs. Für die Gurkenspaghetti braucht man einen Spiralschneider, den ich dann sofort bei amazon bestellte. Zwei Tage später lag er in der Packstation und die Gurkenspaghetti nach ein paar Anlaufschwierigkeiten auf dem Teller. Das ganze ist doch eher was für die Optik und stärkt nebenbei die Unterarmmuskulatur. (Vorsicht Tennisarm-Gefahr!) 
Der Lachs hätte alleine mit Reis und Gemüse wahrscheinlich besser geschmeckt, aber die Kids hatten ihren Spass an den lustigen Gurken.
Das Ding wandert erst mal ins Küchenkabuff, wo es - so munkelt man - schwarze Löcher geben soll.

Zahn abgebrochen. Autsch. Nicht zum ersten mal ereilte mich dieses Schicksal und meine Zahnärztin grinste auch schon, als sie mich zum wiederholten Mal in ihrer Praxis begrüßte. Diesmal könne sie das noch mal flicken, aber mittelfristig müsse man das mal anders lösen. Mit anderen Worten: Ich brauche 3 Kronen. 
Bevor aber die Blut-Schweiß-und-Tränen Orgie beginnen kann, hat das deutsche Gesundheitswesen ein paar Formalitäten vorangestellt. Das Ausfüllen von komplizierten Formularen ist nicht unbedingt motivierend, wenn man weiss, es gibt am Ende dafür keine neue Uhr oder wenigstens einen Rabattgutschein für H&M. Ich habe aber nicht nur das geschafft, ich habe es sogar geschafft, Termine beim Zahnarzt zu vereinbaren, an denen ich mich für sehr viel Geld quälen und letztendlich krönen lasse. Keep calm and drill on.

Die Jungs? Wenn Mutti solche Abenteuer erlebt, können die beiden Herren mir natürlich nicht nachstehen. Sie sporteln fleißig weiter und während der Große gefühlt ohne Pause Fussball spielt, trainiert der Kleine seine Hockeykünste und fährt passabel Laufrad. Herr O. springt mittlerweile vom 3m-Brett und ist stolzer Seeräuber. Auf sein Konto im Fußballverein gehen 12 Tore und wenn er grade mal nicht an seiner Fussballkarriere bastelt, träumt er davon, ein Rockstar zu werden. Sein großes Vorbild ist aktuell Michael Jackson. Die heimlichen Wünsche unseres Superstars von Morgen kennt am besten der Man in the Mirror.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Urlaub in Bayern


Ganz früh am Karfreitag Morgen starteten wir unseren Osterurlaub Richtung Süden. Ziel der ersten Etappe war Zirndorf in der Nähe von Nürnberg im schönen Frankenland. Als endlich all unser Hab und Gut, Kinder und Wegzehrung im Auto verstaut waren und wir um 07:00 Uhr in Düsseldorf starteten, sagte das Navi, dass wir unser Ziel in 4 Stunden erreichen würden.
Wir erreichten das Hotel Knorz nach 7,5 Stunden (abzüglich einer Stunde Rast). Das Auto sah aus, als wären unterwegs mehrere Bomben explodiert – überall Kekskrümel, Taschentuchfetzen, Papier, leere Quetschiepackungen, aber die Begrüßung vor Ort war so herzlich, dass wir ganz schnell wieder gute Laune hatten. Das Hotel hat sich auf Familien spezialisiert, die den Playmobil FunPark besuchen und ist selber eine Miniatur Playmobilwelt. Es gibt Spielekoffer mit Playmobilsets zum Ausleihen,  Gesellschaftsspiele, einen riesigen Garten mit 2 Baumhäusern und Sandkasten – und einen gut gefüllten Kühlschrank mit Limonaden und alkoholischen Erfrischungsgetränken. Ein paar hundert Meter entfernt wartete der idyllische Stadtkern von Zirndorf mit Eisdiele und schnuckeligen Fachwerkhäusern auf unseren Besuch, und als am Abend „Der kleine Grieche“ seine Pforten öffnete, trafen sich alle angereisten Familien mit Kindern auf leckeres Bier und Kinderteller Pinocchio.


Der lange herbeigesehnte Besuch im Playmobil Funpark trat da schon fast in den Hintergrund. Nach 2017 war dies unser zweites Mal. Diesmal war es 20 Grad wärmer und mindestens dreimal so voll (Ferien!). Leider war die Pirateninsel aufgrund von Renovierungsarbeiten gesperrt, was unseren Großen ziemlich enttäuschte. Der plötzliche Sommereinbruch hatte zur Folge, dass der Wasserspielplatz geöffnet war und viel mehr Action an den einzelnen Stationen herrschte, dafür waren wir aber auch ziemlich schnell platt von zu viel Hitze und Eis. Alles nicht so dramatisch, denn das bremste sogar etwas die Kauflust im „ohne was zu kaufen kommt ihr hier nicht raus – Shop“.

Nach zwei Nächten hieß es bereits wieder Koffer packen. Das nächste Ziel hieß Niesgau am Chiemsee.

Es sollte unser erster Familienurlaub auf dem Bauernhof werden.
Jetzt weiß ich auch warum eine bayerische Frau ins Digitalministerium berufen wurde: Sie kennt das Problem hoffentlich. Die Verbindung zum Himmel ist mancherorts deutlich besser als die zum nächsten Funkmast. Zum Glück hat uns das Navi auf den letzten Metern nicht im Stich gelassen, aber knapp war es schon.

Unsere Unterkunft war die „kleine Almhütte“ – sogar mit Aussenwhirlpool.

Den haben wir aber nicht genutzt. Die Hütte lag ein paar Meter abseits vom Haupthaus, was unseren Jungs in ihrer aktuellen Schrei und Tob-Phase aber sehr entgegen kam. Auf dem Hof selber machten noch ca. 8 weitere Familien mit Kindern Urlaub.
Es gab einen Hund, drei Katzen, 2 Ponys, 2 Pferde, Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, einen Hahn, Meerschweinchen und Kaninchen. Die Kinder durften alle Tiere anfassen und füttern, auf den Ponys durften sie sogar reiten. Dazu gab es einen Sandkasten und Schaukeln für die ganz kleinen, Kettcars in allen Größen, ein Trampolin, einen Fussballplatz und eine tägliche Traktorfahrt mit Bauer Alois.

Nach dem Frühstück, das fast alle Familien im Frühstücksraum einnahmen, brachen alle zu Ausflügen in die Umgebung auf. Chieming am Chiemsee, Bootsfahrt zur Herreninsel mit König-Ludwig-Schloss, Besuch der Fraueninsel mit Eisessen, Märchenpark in Ruhpolding, Mammutmuseum. Das waren unsere Tagesausflüge.
Um 17:00 Uhr fuhr Alois mit seinem selbstgebauten Anhänger mit den Kindern und mutigen Eltern durchs Niesgauer Unterholz und verzapfte bayerische Bauernweisheiten. Anschliessend gabs Ponyreiten und während unser Junior hoch zu Ross über den Hof wackelte, legte ich Würstchen und Steaks auf den Gemeinschaftsgrill. Leckeres bayerisches Bier konnte man selber aus dem Hof-Kühlschrank holen und wer wollte, ließ den Tag am Lagerfeuer ausklingen. 



Die Eltern tauschten Ausflugstipps aus und die Kinder genossen es lange aufzubleiben und an der frischen Luft zu spielen. In den wenigen Tagen schloß Herr O. neue Freundschaften zu anderen Kindern, während der Junior seine große Liebe für Pferde entdeckte.
Wir hatten 10 Tage lang traumhaftes Wetter, glückliche Kinder und eine sehr entspannte Zeit. Auch wenn die Fahrt zum Chiemsee mit zwei aktiven Jungs auf der Rückbank schon eine ganz schöne Herausforderung ist, wir waren begeistert und kommen gerne wieder.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Jahresfragebogen 2018

Äußerliche Veränderungen?
Keine

Mehr ausgegeben oder weniger?
Vermutlich ein bisschen weniger.

Der hirnrissigste Plan?
Mit geschwollenem Fuß (einem Insektenstich geschuldet) kreuz und quer durch Berlin zu latschen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Mit Flip-Flops Fussball zu spielen

Die teuerste Anschaffung?
Nichts konkretes. Das meiste Geld ging für Urlaube drauf (Holland, Spanien, Irland)

Das leckerste Essen?
2018 war geprägt von sehr viel Kartoffelpüree, Chicken Nuggets, Würstchen und Pommes. So gesehen stachen die Paella und die frittierten Sardinen im Spanien-Urlaub mächtig hervor.

Das beeindruckendste Buch?
Juli Zeh - Neujahr

Der berührendste Film?
Ein paar Serien haben mir den Schlaf geraubt:
Homeland (Berlin-Staffel), Beat, Deutschland 86, Babylon Berlin

Das beste Lied?
Lieder höre ich eher im Vorbeigehen (Autoradio oder so), aber ich habe ein paar hörenswerte Podcasts entdeckt:
Einschlafen-Podcast
Durch-die-Gegend Podcast
Blaue Stunde

Und da fällt mir doch noch ein Lied ein: “Musik” von Bosse

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Dinge erledigen
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Den Gästen unseres Hochzeits-Picknicks Im Park

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Es ist heiß (und ich finde das gut)
Alles ist im Fluß
Pausen sind überbewertet - aber das muss sich ändern

2018 zum ersten Mal getan?
Yoga
Als Mutter einem Fußballspiel unseres Großen zugeschaut und peinliche Kommentare reingerufen (schäm ein bisschen)
Ein Kind eingeschult

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Bahnen ziehen im Schwimmbad
Ein Konzert besucht (Peter Licht im Kölner Gloria)
Eine Lesung besucht
Äpfel gegessen
Geheiratet (nach unserer Verpartnerung 2007 durften wir 2018 endlich richtig heiraten.)
Den Drachenfels besucht

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Wurzelbehandlung
Insektenstich
Wespenplage

Was gibt Hoffnung für 2019?
Menschen, die zuhören, lächeln, Zeit und Humor haben.


Was beunruhigt mich?
Die aktuelle geopolitische Lage und das egoistische machtgeile Getue der Politiker
Verrohung der Sitten, zunehmende Bedeutung des „Leistungsgedankens“, schwarz-weiß-Denken


2018 war mit einem Satz:
Es muss Es wird schon alles irgendwie


Montag, 18. Februar 2019

Mein lieber großer Kleiner.

Vergangene Woche bist du 3 Jahre alt geworden. Nach einer großen Party im Kindergarten mit selbstgebackenem Kuchen (du hast beim Backen geholfen und das ganz großartig gemacht) und der standardmäßigen Geburtstags-Kind-Krone, gab es zu Hause noch mal Kuchen, Saft, Süßigkeiten und Besuch von Oma, Opa und den Nachbars-Jungs, mit denen du so gerne spielst.


Dein Geburtstag stand ganz unter dem Motto „Kochen und Backen“. Als du morgens deine neue Spielküche mit gaaaaanz viel Zubehör entdecktest, hattest du ein riesengroßes Lächeln im Gesicht. Kaum hattest du dir den Schlaf aus den Augen gerieben, begannst du mit dem Zubereiten von Obst und Gemüse, Eiern und Pommes. 

Nachdem alle Geschenke ausgepackt waren, fehlt es dir an nichts: Toast mit Butter, gekochte oder gebratene Eier, Pommes mit Fischstäbchen, Rührteig, Pizza, Kuchen, Würstchen mit Salat, Obst und Eis – alles dabei.

Dies war tatsächlich der erste Geburtstag, zu dem es kein einziges Fahrzeug oder Männchen gab. Ganz erstaunlich, dass es das in einem Jungs-Haushalt geben kann.

Seit deinem zweiten Geburtstag hast du viele Dinge entdeckt, neues gelernt und uns gezeigt, was für ein wundervoller Charakter in dir steckt.

  • Du spielst sehr selbständig und konzentriert – am liebsten mit der Spielküche, der Eisenbahn oder Playmobil
  • Deine Feinmotorik ist erstaunlich gut entwickelt. Du schraubst, drückst, ziehst, knibbelst an allem, was dir zwischen die Finger kommt und das meist mit Erfolg (zum Leidwesen deiner Eltern)
  • Du malst und bastelst gerne und kannst dich ausdauernd mit Knetgummi beschäftigen
  • Dein liebstes Fahrzeug ist der Bagger
  • Seit November sprichst du in ganzen Sätzen und kannst uns klar sagen, was du möchtest.
  • Du liebst deine eigene Stimme und sprichst / singst gerne sehr laut. Wenn du ganz dolle gut gelaunt bist, tanzt du dazu und bestaunst dich dabei im Spiegel
  • Nachts brauchst du immer noch einen Schnuller, aber tagsüber vermißt du ihn überhaupt nicht mehr.
  • Du trägst jetzt Schuhgröße 26 und Kleidergröße 98 – bist also auch in dieser Beziehung nicht mehr wirklich „klein“
  • Du liebst es albern zu sein, Quatsch zu machen und uns dann mit einem schelmischen Grinsen anzuschauen.
  • Du fährst mit Vollgas Laufrad und Scooter, gehst mit Oma regelmäßig Turnen und schwingst den Hockeyschläger wie ein Profi.

Sonntag, 25. November 2018

Sechs Wochen Rückblick



Herr O. hatte zum ersten mal Ferien. Es gab zwei Wochen Herbstferien - unterteilt in eine Woche Ferienprogramm in seiner Schule und 
eine Woche Sportcamp, welches er in den Sommerferien schon besucht hatte.
Für mich bedeuteten die zwei Wochen eine Unterbrechung unseres mühsam aufgebauten Rhythmus.
Einführung einer Morgenroutine, die gewährleistet, dass Sohnemann pünktlich in der Schule ist, Junior seinen Kindergarten erreicht und Mama auch noch mal irgendwann im Büro aufschlägt.
Veränderte Abholzeiten und Wege, die Bagage nachmittags wieder einzusammeln und nach Hause zu bringen.
In der zweiten Woche stand ich kurz davor mir einen dieser Aufkleber "Taxi Mama" aufs Auto zu kleben. Zum Glück war der Verkehr dank Ferien nicht ganz so schlimm und die Jungs waren bis
auf wenige Schreiattacken auch dankbare Mitfahrer.
Als die Schule wieder losging, war ich aber dennoch irgendwie froh.
Herr O. hat mitlerweile das Prinzip "Schule" durchschaut und war dementsprechend etwas weniger froh, als es wieder los ging. In den ersten Wochen war ihm nicht klar, dass Stillsitzen, Aufpassen, Zuhören, 
Anweisungen Befolgen der Kern des eigentlichen Schulalltags sind. Diese Erkenntnis setzte sich nur zaghaft in ihm durch. Lange war er noch der Illusion erlegen, dass es sich bei der Schule
um eine Fortsetzung der Kita in anderen Räumlichkeiten handelt.
Wenn ich ihn nachmittags fragte, was er gemacht habe, dann war die Antwort IMMER: "Fussball gespielt". NIE erzählte er von Buchstaben oder Zahlen. Die schien es in seiner Schule nicht zu
geben. 
Der plötzliche Wegfall der täglichen ErzieherInnen-Briefings, die man aus Kitazeiten gewohnt war, machte mir ein bisschen zu schaffen.
Kind geht morgens ins Klassenzimmer, kommt nachmittags wieder raus und man hat NULL Ahnung, was dazwischen passiert ist. Es sei denn, es erzählt davon, was leider nicht so oft passiert. Also nicht, dass er selten oder wenig erzählt. Es passt aber leider nicht immer zu dem, was an dem Tag wirklich passiert ist. Entweder ist es an einem völlig anderen Tag passiert oder in seiner Fantasie. 
Manchmal erzählt Herr O. Dinge wie "heute war ein SEK-Team auf dem Schulhof" oder "Die Putzfrau ist voll gemein". Vielleicht war das SEK ja wegen der Putzfrau da, aber sicher bin ich mir bis heute
nicht. Verläßlich ist allerdings die Berichterstattung über den Pausenkick, der mal mit oder ohne Viertklässler stattfindet und manchmal auch gar nicht, weil der Ball beschlagnahmt wurde. Die Gründe für die Beschlagnahmung des Klassenballs sind so undurchsichtig wie der morgendliche Herbstnebel. ER war zumindest nie schuld. Behauptet ER.
Kurz vor den Herbstferien gab es so eine Art Lichschweif am Horizont. Er schrieb selbständig Wörter: "TOA" und "SEG".
Kleiner Tipp: Nur ein Begriff hat was mit Fussball zu tun.


Ach ja, der Fußballverein

Die Zeit war reif. Der Junge musste endlich in einen Fussballverein. Fand er schon lange und fanden wir dann auch irgendwann. Kurze Umfrage bei befreundeten Eltern und ein Verein war gefunden.
Dort sollte Herr O. dann auch gleich zum Probetraining vorbei kommen. Flugs hatten wir ein paar Sportklamotten in die Tasche gepackt und machten uns auf zum Trainingsplatz.
Doch was war das? Niemand da! Da wir noch nicht Mitglied in der Bambini WhatsApp-Gruppe waren, hatte die Nachricht vom Trainigsausfall uns nicht erreicht.
Herr O. nahm es sportlich und kickte dann einfach mal ne Stunde mit irgendwelchen zufällig anwesenden Jungs.
In der Zwischenzeit ist er angemeldet und trainiert fleissig mit den Bambinis des Post SV. Samstags morgens spielen die Kids gegen Vereine aus der näheren Umgebung. Sehr früh! Teils trifft sich der Mutti-Papi-Onkel-Geschwister-Fussballkinder-Pulk schon um 9:00 Uhr. Der Platz ist noch leicht gefroren und wenn man nicht freiwillig Bälle schleppt, Laibchen verteilt oder Aufwärmungen vormacht, frieren einem die sommerverwöhnten Füße ein.
Nach anfänglichen Kanter-Niederlagen (4:18 und 0:16) gelang den Gelben am vergangenen Samstag das erste Unentschieden. 4:4 nach 3:4 Rückstand und ratet mal, wer das Ausgleichstor geschossen hat? Klar sind die Muttis vor Stolz geplatzt.


Drachenfels

Als an Frost, Nebel und trübe Wintertage noch keiner zu denken wagte, verbrachten wir einen fantastischen Tag am und auf dem Drachenfels bei Königswinter. Unsere lieben Freunde aus Köln hatten uns diesen Tag zur Hochzeit geschenkt und Herr O. hatte sich nach langer qualvoller Auswahl zwischen Römerpark Xanten und Drachenfels für eben jenen entschieden. Ich kenne den Klassiker unter den Ausflügen noch aus Kindertagen und war gespannt, wieviel Siegfried-Romantik wohl verblieben war. Also... wenn man nicht weiß, dass es da eine Sage gibt, in der ein Mann einen Drachen tötet. Dass das ganze ein Kernelement deutscher Romantik ist, ebenso wie der romantisch verklärte Blick auf den Rhein und das Siebengebirge um einen herum, man könnte es tatsächlich übersehen. Macht man die Augen ganz weit auf, sieht man Scharen von Touristen aus aller Welt, hört alle möglichen Sprachen, und drängelt sich in der hochpolierten Drachenfelsbahn auf den "Gipfel", wo man wiederum im Multi-Kulte-Gewühl einen Platz an der Panoramablick-Front zu ergattern versucht um in der Ferne den Dom zu erahnen. Der Kölner und die Kölnerin findet den Dom selbstverständlich auf anhieb. Den Indern, Amerikanern und Spaniern um uns herum schien unser Expertengespräch völlig kalt zu lassen. Von der Romantik der Location blieb bei Schnitzel aus Plastikschalen höchstens ein Hauch Klassenfahrtsromantik, aber auch dieser Hauch kann verzaubern. 
Das Gute daran: Den Kindern ists egal. Denen hat es einen Riesenspass gemacht. Irgendwo haben wir dank unserer erfahrenen Reiseführer auch noch eine Stelle im Gebüsch gefunden, wo Siegfried angeblich mit dem Drachen gekämpft hat. Bei Limo, Pommes und Eis ist die Welt für Kinder sowieso in Ordnung. So ganz falsch ist diese Behauptung ja auch in der Erwachsenenwelt nicht und da wir echtes Drachentöter-Wetter hatten, waren wir auch super happy am Ende des Tages. 


Mutti macht was

Mutti macht jetzt Yoga, war auf einer Podiumsdiskussion zum Thema "Künstliche Intelligenz" und war auf einem Konzert von Peter Licht in Köln. Das ist alles großartig, der Bericht muss aber noch ein bisschen warten, denn jetzt geht mir die Schreib-Puste aus. 

Donnerstag, 27. September 2018

Sechs

Der sechste Geburtstag ist für die meisten Kinder der letzte, den sie gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden in der Kita feiern und sich dabei noch mal schwer bewußt werden, dass sie nun bald in die Schule kommen. Da Herr O. nur ein paar Tagen vor dem Stichtag geboren wurde, zählt er zu den wenigen Kindern, die mit 5 Jahren eingeschult wurden und in den ersten Wochen der Grundschulzeit ihren 6. Geburtstag feiern. 


Ich persönlich fände es für alle Beteiligten besser, wenn man den Stichtag so wählen würde, dass zumindest alle Kinder, die schulpflichtig sind, am ersten Schultag 6 Jahre alt sind. Aber ich bin ja nicht das Schulamt oder das Erziehungsministerium von NRW, und ganz ehrlich, ich bin auch sehr froh darüber, das nicht zu sein.

Herr O. lud eine Menge Freunde und ein Mädchen ein, die dann aber leider nicht kommen konnte, so dass die wilde Schar der Geburtstagsgäste aus 10 energiegeladenen Jungs bestand, die nichts besseres vorhatten als Ginos Kinderland auf eine harte Probe zu stellen. Rennen, brüllen, klettern, schreien, toben, raufen, kreischen, balgen - zwischendurch mal einen Schluck trinken, Kuchen essen und wieder rein ins Gewühl. Drei Stunden ging das so, bis die jeweiligen Eltern ihre verschwitzten, rotbackigen Raubtiere wieder einfingen.


Unser Großer war am Abend ganz schön abgekämpft, mußte aber unbedingt zu Hause noch jedes einzelne Geschenk ausführlich bestaunen, durchblättern, ausprobieren oder aufbauen. Zeit, zurückzuschauen auf ein Jahr voller turbulenter Ereignisse blieb da nicht. In den Augen eines frisch gebackenen Sechsjährigen ist die Vergangenheit aber auch Pillepalle. Für ihn zählt nur das nächste Spieldate mit seinen Freunden, das nächste Fussballspiel oder der nächste Anlass zu dem man sich all das wünschen kann, was diesmal keinen Platz mehr auf dem Wunschzettel fand.

Seit deinem letzten Geburtstag 

  • Bist du erst mal ein Vorschulkind geworden, das zunehmend selbstbewußter und eigenverantwortlich seinen Kita-Alltag gemeistert hat.
  • Du hast dich entschieden, deinen Schwimmkurs fortzusetzen. Jetzt schwimmst du sicher im tiefen Wasser, traust dich auf große Wasserrutschbahnen und springst mit Freude vom 1m Brett.
  • Du hast am Hockey-Training teilgenommen und bist begeistert ins Fußballcamp gegangen.
  • Deine Leidenschaft für das Thema "Römer" ist geblieben und du hast ein enormes Wissen zu diesem Thema angehäuft. Deine Sammlung an Römer und Ägypter-Figuren ist wahrscheinlich bald museumsreif.
  • Du hast den Abschied aus der Kita gut verkraftet und bemühst dich, zu all deinen Freunden aus Kita-Zeiten weiterhin Kontakt zu halten.
  • Du hast gelernt mit deinem kleinen Bruder mächtig Spass zu haben und in ihm nicht mehr nur das Baby zu sehen - das er längst ja nicht mehr ist.
  • Du bist ein großer Fussballfan geworden und warst sogar schon einmal im Stadion und hast ein richtiges Bundesliga-Spiel (Fortuna gegen Hoffenheim) gesehen.
  • Du hast deinen ersten Milchzahn verloren
  • Du machst uns allen ganz viel Freude