Donnerstag, 26. Dezember 2013

Day 6, 25.12.2013

Christmas Day!

Santa war da und hat uns reichlich beschenkt. Der kleine Mann zerrupft genüsslich das Geschenkpapier und freut sich über sein erstes Puzzle. Die neue Ixus macht ihren Job hervorragend an ihrem ersten wichtigen Auftritt.
Nach ausgiebigem Frühstück gehts raus an die frische Luft. Der Sturm ist abgezogen und die Wolken machen Platz für viel Sonnenschein bei klirrender Kälte. Herr O. watschelt mit seinen neuen potthässlichen Gummistiefeln stolz über den ganzen Spielplatz. Ein Klettergerüst, eine Rutschbahn und eine Schaukel sorgen für strahlende Kinderaugen.
Nach der Rückkehr verspeisen wir Truthahn und Schinken, dreierlei Kartoffeln und lecker Wein.
Das wars dann auch irgendwie schon. Ein ruhiger, entspannter Tag macht mich so müde, dass ich den 100-jährigen heute nicht beachte.

Man Soll den Punkt nicht vor dem Streifen loben


Dienstag, 24. Dezember 2013

Irland 2013 Tagebuch Tage 1-5

Day 1, 20.12.2013
Arrival at Dublin Airport around 12 o'clock. Der Flug war nahezu himmlich, denn der kleine Mann hat vom Start bis zur Landung geschlafen. In Dublin stürmt es ganz ordentlich. Opa holt uns am Flughafen ab und zu Hause angekommen, wird erst mal das neue zu Hause erkundet. Am besten gefallen dem Junior das Treppenhaus und die vielen Türen, an deren Griffe er schon fast heranreicht. 
Wir lassend langsam angehen, essen trinken und gehen früh ins Bett. Ich merke, dass sich so langsam eine fette Erkältung in meinen Gliedern ausbreitet. O weis.

Day 2, 21.12. 2013
Die erste Nacht im fremden Bett ist immer ein bisschen lala. Diesmal gesellte sich nicht ein kleines Monster in unser nur 1,40 m breite Bett und machte den Schlaf nicht grade angenehmer. Ein furchtbarer Kopfschmerz machte sich breit. Willkommen, du unerwartetes Geschenk.
Immerhin verlassen wir das Haus für ein paar Stunden um das Nötigste einzukaufen: Eine neue Mütze für Herrn O. (die er sich nicht vom Kopf reißen kann), ein paar neue Shirts aus dem Ausverkauf, Brei, Zahnpasta und eine Kinderzahnbürste, da die alte im wahrsten Sinne des Wortes ausgelutscht ist.

Heute ist grüne Socken Tag: 


Day 3, 22.12.2013
Mir gehts gar nicht gut. Ich gehe um 15 Uhr ins Bett und bleibe da bis zum nächsten Morgen. Das Dinner beim geliebten Chinesen müssen wir schweren Herzens absagen. Ich bin am Boden zerstört, aber die Kräfte reichen nicht mal zum genüsslichen Essen. Ich lade mir das Buch vom 100-jährigen, der aus dem Fenster stieg und schaffe immerhin 50 Seiten, was schon als Megaerfolg zu verbuchen ist.

Day 4, 23.12.2013
Mir gehts wieder ein bisschen besser. Also raus an die frische Luft um dem irischen Orkan zu trotzen. Dieses Unterfangen ist nicht so einfach, aber dennoch landen wir mal wieder im Town Center und kaufen endlich mal Weihnachtsgeschenke. Ok, morgen ist auch noch ein Tag, aber man muß ja nicht bis zur letzten Minute warten. In guter Tradition ersetzen wir Schwiegervaters Haushaltsgeräte peu a peu. Diesmal den Sandwichtaoster, der hier Panini Maker heißt. Die beiden Mamas gehen mega-pragmatisch vor. Wir schenken uns gegenseitig jeweils das Teil, das wir bei der anderen jeweils ständig klauen. Sie kriegt meine Handschuhe und ich ihre Hausschuhe - natürlich in neu. Ist ja Weihnachten. Abends bestellen wir beim Inder ein Take-Away, das mal wieder köstlich schmeckt. Dafür lohnt schon fast der Flug nach Irland.

Day 5, 24.12.2013
Heilig Abend in Germanland, ÜberShoppingDay in Ireland. Alles was Beine hat strömt in die Stadt und quetscht sich durch die Fußgängerzone. Man könnte denken, alle 4 Mio Einwohner seien an einem einzigen Tag zusammengekommen um der Wirtschaft etwas Gutes zu tun. Wir strömen mit Ihnen und landen wie verabredet mit guten Freundinnen in einem Restaurant zum Lunch bei Burger, Prosecco und Pommes. Alles lecker, alles gut. Nur der ewige Regen und dieser emsige Sturm nerven langsam. Schwiegervater hat das Babysitten übernommen und die beiden Muttis versuchen die Stunden zu Zweit in der Stadt zu geniessen. Wir kaufen dem Sohn ein paar potthässliche Gummistiefel
(immerhin in seiner Größe - sie waren das einzige Paar) und verlassen die Stadt fluchtartig. Grippegeschwächt ist das alles noch ein wenig viel für unsere geschundenen Mutti-Körper.
Jetzt ist es fast halb sieben und in Deutschland wird sich überall "Frohe Weihnachten" gewünscht und das Geschenkpapier in Fetzen gerissen. Bei Kerzenschein und reichlich Feuerzangenbowle wird dann mit feuchten Augen gesäuselt, wie lieb man sich hat und wie romantisch so ein kerzenbeschienenes Beisammensein im Familienkreise doch ist. Hier sitzt man in geselliger Runde, freut sich, über alle, die es nach Hause geschafft haben und trinkt ein paar Guiness oder was immer das Herz begehrt während man hofft, dass der Weihnachtsmann den Weg über Nacht schon zum eigenen Haus findet und zahlreiche Geschenke durch den Kamin wirft und trinkt dabei das ein oder andere Guiness. Auch schön. Mal schauen, ob Santa auch mir ein Päckchen durch den Kamin wirft. Derweil ich also in den Kreis der Familie zurück kehre, Euch allen ein FROHES FEST und eine leckere Gans oder Ente.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Ja is denn scho wieda Weihnachten?

Ja. Schluck. Eigentlich kaum vorzustellen, wie einer das im Informationszeitalter entgehen konnte.
Natürlich weiss ich, daß in 2 Wochen Weihnachten ist, aber daß das konkret heißt, daß wir schon in 9 Tagen nach Irland fliegen und bis dahin quasi alles erledigt sein muß, das war mir nicht so ganz präsent. In Irland kann man natürlich dann nichts mehr erledigen. Auf der grünen Insel gibts weder Telefon, Wlan noch Geschäfte und das Busy-Bienchen-Leben kommt vollkommen zum Erliegen. 

Natürlich ist das Quatsch. Aber für mich fühlt sich das kurz vor dem Abflug immer so an als komme mit dem Boarding das Leben zum Stillstand. Schnell noch alle Geschenke kaufen und wenn möglich schon einpacken, was Neues zum Anziehen für die Festtage darf auch nicht fehlen, alles, was ein wenig Aufmerksamkeit braucht in treusorgende Hände übergeben (Blumen, eingehende Post, verderbliche Lebensmittel) und wenns ganz schlimm kommt, dann lade ich auch alle Akkus vorher auf und fülle den Podcast-Speicher meines iPods noch mal so richtig bis zum Anschlag. 
Genügend Anziehsachen für die Zeit bei der Familie bringe ich logischerweise auch mit. Es gibt selbstverständlich auch keine Waschmaschinen.

Jetzt ist mir also die Kürze der Zeit bis zu diesem "point of no return" schlagartig bewußt geworden und hat mir kleine Schweißperlen auf die Stirn getrieben.
Als berufstätige Mutter ist die freie Zeit für Erledigungen der besonderen Art (s.o.) arg knapp bemessen. Eine kluge Lösung vieler Probleme ist generell das Online-Shopping. Das geht ja immer von überall her. Dachte man. Ist auch immer noch so, allerdings leider nicht mehr mit dem Zusatz "problemlos". Zumindest nicht mehr in der Zeit vor Weihnachten.
Mein Gefühl sagt mir, da ist was aus dem Gleichgewicht gekommen zwischen der Anzahl der Bestellungen und der Anzahl der pünktlich zugestellten Lieferungen. Et wuppt nicht
mehr so, wie es mal war, als ich noch ohne zu zögern eine Glühbirne bei amazon-Prime bestellt habe, und mich am nächsten Tag über die Lieferung gefreut habe.
Alles so einfach und ganz ohne Aufwand. Für mich jedenfalls. Jetzt sieht meine Online-Bestell-Historie der letzten 4 Wochen so aus:

  • Schuhe bei "my best secret" bestellt. Passen nicht. Zurück geschickt.
  • Handyhülle bei amazon bestellt. Aus versehen "Lila" angeklickt, Retoure eingeleitet und Schwarz bestellt. Porto für die Retoure mußte ich selber zahlen.
  • Kinderpulli bei Zalando bestellt und an Büro-Adresse liefern lassen. Unsere Hauspost hatte nix vom Umzug meiner Abteilung mitbekommen, deshalb 1 Tag Verzug und Schnitzeljagd durchs ganze Haus.
  • McBook bei Gravis am 26.11. bestellt. Das ging nach drei Tagen an meine Packstation, und machte kurz vor dem Eintreffen wieder kehrt. Gravis hat bis gestern gebraucht um
  • das Paket wieder zu finden und hat versprochen, es sofort wieder los zu schicken. Ich warte (3,5 Wochen später) immer noch.
  • Neue Digi-Cam bei amazon bestellt. Pünktlich geliefert aber leider defekt. Retoure eingeleitet. Ersatz zum gleichen Preis nicht möglich, da der Preis sich inzwischen geändert hat.

Und dann macht Herr Jauch auch noch eine Sendung zum Thema und hält uns die schrecklichen Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren deutscher Online-Großhändler vor Augen.
Und wenn das nicht reichte, spricht jetzt jeder dritte Talkshowgast über die Vorzüge fairer Kleidung, und lobt unsere regionalen Produkte.
Und wenn das dann immer noch nicht reicht, dann schreibt jemand ein Buch darüber, wie sie ein Jahr dem Kaufwahn entsagt hat.

Ich habe es langsam kapiert. Der Klick auf "Jetzt Kaufen" hat für viele Menschen eine Menge Nachteile und für einen jetzt immer öfter auch. Nämlich mich, wenn ich der Ware über teure
Hotlines hinterhertelefonieren muß, oder am Ende doch in der Schlange stehe, weil ich meine Retoure bei der Post abgeben will.
Das Fazit, jetzt nie wieder online zu kaufen, klingt mir zu radikal. Vielleicht nur bei kleinen Händlern, die ihre Ware selber verschicken?
Wenn ich nur faire Waren bestelle? Oder erst mal warten, bis die Weihnachtszeit vorbei ist und sich die Staus auf den DHL und UPS-Highways wieder aufgelöst haben?


Ich will mal drüber nachdenken, was der beste Kompromiß aus maximaler Bequemlichkeit und minimalem Schaden für den Weltfrieden sind. Vielleicht hilft ja die Auszeit in Irland ohne
Wlan und Waschmaschinen.

Dienstag, 26. November 2013

Selbst gebastelt


Donnerstag, 14. November 2013

Sonntag, 3. November 2013

Fahrrad, Kind und Kegel

Es scheint Leute zu geben, die sind in der Lage, drei Kinder gleichzeitig auf einem Fahrrad zu transportieren:



Da wir aber nur ein Kind haben, scheidet diese Transportmöglichkeit erst mal aus. Nun, was mich zur Zeit beschäftigt ist auch nicht die Frage, "Wie transportiere ich möglichst viele Kinder auf einem Fahrrad?", sondern "Wie transportiere ich ein Kind und gleichzeitig mein komplettes Arbeitsgepäck?", denn ich möchte auf dem Weg von der Kita zum Büro nicht noch mal Zwischenstopp an der Wohnung machen, um die Dinge einer urbanen IT-Arbeitskraft auf meinen Rücken zu schnallen (Laptop, Ladekabel, Kladde, Handy, Ladekabel dafür, Zugangskarten, Portemonnaie, Wechselklamotten und Regenschutz). Es scheint einfacher, mehrere Kinder ins Rollen zu bringen als ein Kind und eine große Tasche. Der Rucksack als Klassiker aller Transportmöglichkeiten scheidet nämlich bei Kindeszuladung aus, da unser Sohn dann permanent eine platt gedrückte Nase und Atemprobleme hätte.

Um meine Gedanken ein wenig besser zu beschreiben, habe ich mal ein paar Zeichnungen angefertigt:

Auf diesem Bild sieht man drei Optionen:
1.) Der hintere Gepäckträger wird um ca. 20 cm nach hinten verlängert, so dass man auch hinter dem Kindersitz noch seitliche Gepäcktaschen anbringen kann. Die Verlängerung gibts für nen Zwanni bei amazon. Das erscheint mir die logischste Lösung, allerdings in Deutschland völlig unbekannt. Der erste Fahrradhändler, der zu dieser Option zu Rate gezogen wurde, zuckte nur unverständlich die Schultern. In Holland fahren ganz viele Menschen so durch die Gegend. Bei ihnen scheinen die Taschen auch noch hinter den Kindersitz zu passen. Holländische Fahrradzubehör-Onlineshops bieten auch Lösungen an, allerdings sind die dort angebotenen Packtaschen sehr häßlich. Holländer stehen ja bekanntlich auf bunt und Blumen. Ich aber nicht! Verlängerung + schicke Ortlieb Packtaschen habe ich im Internet noch nicht entdeckt. Ob's passt, müßte ich mal durchrechnen. 


2.) Gepäcktaschen am Vorderrand montieren. Wie das geht, kann man in jedem Fahrrad-Reise-Forum nachlesen. Es gibt auch spezielle Front-Roller Taschen von einigen renommierten Firmen und angeblich soll es stabiler sein als es aussieht. Trotzdem: Ich finde, es sieht nach "zu viele Globetrotter-Kataloge gewälzt" aus, also nicht gut.

3.) Das Körbchen. Ich will gar nicht lange drum rum reden - einfach ein No-Go für Radliebhaberinnen wie mich. Körbchen sind was für Omis oder Tigerenten-Romantiker. Da mein Arbeitsgepäck sowieso nicht in ein herkömmliches Körbchen passt, scheidet diese Option schlichtweg aus. Trotzdem will ich sie mal genannt haben.


4.) Dann gibt es ja auch noch den Trailer. Immer beliebter bei urbanen Eltern. Tja, wenn man den Trailer auch irgendwo parken kann, ist er sicher eine feine Idee. Leider müssen wir Räder und Trailer täglich in den Keller / aus dem Keller schleppen und in der Zwischenzeit auch noch unseren Sohn sicher zwischenparken. Nette Theorie aber in der Praxis wohl nicht machbar. Der Trailer bleibt ein schöner Traum für die Zeit, wenn wir unsere Garage um die Ecke gefunden haben.

Ich überlege, mit Option 1a anzufangen und dann mal zu schauen, ob sich 1b realisieren läßt. Falls nicht, verkaufe ich 1a wieder und probiers mit 2. Oder doch noch Chancen für 4? Hm, auf keinen Fall 3, aber was schreib ich hier. Probieren geht über studieren.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Ich, ich, ich


13 Monate wird unser Zwerg heute alt. Wenn man für die Feststellung eines bedeutenden kognitiven Entwicklungsschrittes kein Buch und keine App zur Hand nehmen muss, dann ist es dieser: Die Wahrnehmung des eigenen Willens und das Bedürfnis, diesen auszudrücken. Ich will auf den Arm, ich will meinen Teddy, ich will DEIN Essen, ich will ins Bad, ich will den Vorhang von der Decke holen, ich will deine Brille von deiner Nase ziehen, ich will mit deinem iPhone spielen. Und wenn ich meinen Willen nicht bekomme, dann schreie ich so laut ich kann. Hätte nicht gedacht, dass das so schnell kommt und so fordernd sein kann. Andere Entwicklungen waren ja bisher eher von der Natur, dass der Junior etwas Neues konnte und man sich mit stolz geschwellter Brust ein Loch in den Bauch gefreut hat. Jetzt beobachtet man den trotzig vor sich hinbrüllenden Sohn eher zähneknirschend. Nachgeben geht natürlich gar nicht. Zumindest nicht bei Brille und iPhone. Essen darf er probieren und im Bad rummatschen ab und zu auch. Aber beim iPhone (und allen anderen i-Geräten incl. Ladekabeln!) gibt es Grenzen. Die muß man ihm jetzt setzen - sagen die Ratgeber. Und: die Ratgeber haben recht. "Kinder brauchen Grenzen." Wie oft hat man diesen Spruch schon gehört. Jetzt darf ich diese Grenzen selber definieren und ihm klar machen, wo diese sind. Herzlichen Glückwunsch. Na dann mal auf ins Vergnügen.

Neben dieser (vielleicht nicht auf den ersten Blick so positiv daherkommenden Entwicklung) gibt es aber auch noch eine Reihe total erfreulicher Fortschritte, die ich vor lauter Alltag kaum niedergeschrieben bekomme:

  • Monsieur sagt jetzt "Ball". Und zwar oft. Sehr, sehr oft.
  • Er läuft hinter einem Laufwagen her und lenkt ihn auch schon um Hindernisse
  • Er will kein püriertes Mittagessen mehr. Er isst jetzt normales, kindgerechtes Essen.
  • Er isst selber - wird davon allerdings nicht satt, weil das meiste neben dem Mund landet. Für Unterstützung durch Zufütterung von aussen ist er dankbar, so lange der Hunger groß genug ist.
  • Er trinkt durch einen Stohhalm
  • und das Best überhaupt: Er wehrt sich nicht mehr mit Händen und Füßen, wenn man ihn auf die Wickelkommode legt. Er bleibt jetzt wieder geduldig auf dem Rücken liegen und läßt uns in Ruhe das Nötige tun.

Davor und danach

einem Herbstnachmittag auf dem Spielplatz.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Unter Haien

Ein Besuch im Aquazoo Düsseldorf. 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Mutterglück

Okay, okay, ich gebe zu: Ich bin mal wieder spät dran. Elternzeit vorbei, Sohn wurde ein Jahr alt und immer noch wartet das Netz auf meinen Bericht. Immerhin, Gründe für die lange Blogpause gibts nur gute. Ich war einfach tagsüber viel zu beschäftigt und abends viel zu müde. Da blieb einfach keine Lücke mehr für halbwegs kreative Wortergüsse.
Auch jetzt schreibe ich während neben mir zwei Töpfe mit Babybrei-Zutaten vor sich hinköcheln und ich darf die auf keinen Fall aus den Augen lassen. Also nicht völlig, denn wenn das Gemüse ein bisschen zu weich ist, stört das unseren Soh überhaupt nicht. Im Gegenteil. Sobald sich in seiner Nahrung größere Bröckchen befinden, streckt der die Zunge samt Essen wieder raus. Unter größeren Bröckchen versteht er übrigens Partikel der Göße einer Rosine! Uns beunruhigt das aber nur wenig, denn er ist ja erst ein Jahr und Fettpolster hat er sowieso genug.
Die stören ihn aber nicht beim Krabbeln und den ersten vorsichtigen Gehversuchen. Munter wie ein junges Äffchen krabbelt er durch die Wohnung, klettert über jedes Hindernis, dass sich ihm bietet (meistens sind wir Mamis das) und räumt munter Schubladen und Körbe ein und aus. In der KITA fühlt er sich mittlerweile pudelwohl und gegenüber anderen Kindern ist er jetzt viel aufgeschlossener als noch vor einem Monat.
Letzten Freitag saß Herr O. beim Einkaufen zum ersten Mal im Einkaufswagensitz. Nach anfänglicher Skepsis fand er das prima uns strahlte übers ganze Gesicht. Durch die Regalgänge fahren war toll, schnell durch die Gänge fahren war noch toller, und von der Fleischtheken-Bedienerin die erste Fleischwurstscheibe zu bekommen war die Krönung. Es war die erste Fleischwurst seines Lebens. Ich fand die Wurst aber auch lecker. Endlich wieder Fleischwurst ohne Reue :-)
Wenn einem dann noch eine freundliche Omi zunickt und das ganze mit "das ist so ein schönes Alter. Genießen Sie es", kommentiert, da ist man einfach nur noch glückliche Mutti.
Es ist ja auch ein tolles Alter. Er freut sich über Luftballons, trockene Brotkanten oder alte Socken herzlicher als manch Erwachsener über ein neues iPhone, die Gehaltserhöhung oder den Lottogewinn. Und dennoch, leider leider endet grade jetzt meine Elternzeit und ich muß mich wieder von Herd, Kind und Einkaufskorb lösen. Ein bisschen zumindest. Fünf Stunden Kind sehen, 6 Stunden Büroluft atmen, 40 Minuten radeln, 15 Minuten Autofahren und den Rest des Tages bewältigen wir das obligatorische Alltagschaos und konsumieren ein wenig TV zum Runterkommen. Über Langeweile kann ich mich wahrlich nicht beklagen. Das beste am Wiederarbeitengehen ist , dass ich endlich wieder in Ruhe ein ordentliches Mittagessen zu mir nehmen kann und dass man mit einer einzigen Tastenkombination (STRG+ALT+ENTF) ohne Angst vor Werwüstung den Tisch verlassen kann. 

1 Jahr

Bisschen spät aber immerhin: Für Kuchen ist man nie zu alt!

Freitag, 13. September 2013

Herbstsonne geniessen im Park


Teilzeitschaf

Die Hälfte meiner Elternzeit ist längst vorbei und immer öfter schleichen sich Gedanken an den Job in mein kleines Stand-by-Hirn. Erst hab ich mich so dermaßen ausgepowert, dass die Gedanken gar keine Chance hatten, dann klopften sie aber immer lauter an, und da diese Woche von viel krankheitsbedingtem Rumsitzen und Nichtstun (ein bisschen von allem, aber nix Schlimmes) geprägt ist, haben sie ihre Chance hinterlistig genutzt und sind mit lautem Holladrio hereinspaziert. Ach, wie soll das nur werden mit Job und Kind? Ich denke drüber nach, aber beantworten können wir die Frage wahrscheinlich erst in ein paar Monaten, wenn sich der neue Tagesablauf erst mal eingespielt hat und die erste Herbstgrippe überstanden ist. Jetzt kommen ja noch 2 entspannte Wochen und sein erster Geburtstag. Der Herbst strahlt heute auch schon wieder heller und sonniger als an den vergangenen beiden Grautagen. Ich schwinge mich mal auf "alles wird gut" ein und zeige den Bösen Gedanken den Peer'schen Stinkefinger.

Rückblickend kann ich mein Glück immer noch nicht ganz fassen. Sieben Wochen Sonnenschein am Stück. Das gefiel nicht nur der Mutti, auch Herr O. war natürlich begeistert. Jeden Nachmittag konnten wir auf den Spielplatz, Schaukeln, Rutschen, Sandburgen bauen. T-Shirt und kurze Hose genügten völlig. Wer denkt da denn an Socken, Jacke oder Mütze? Barfuß durch den Sand krabbeln und alles war gut. Ich genoss jeden zweiten Morgen im Freibad, als wenn's der letzte schöne Sommertag wäre und machte kuriose Beobachtungen an allerlei Flingeraner Rentnern. Da gibt's tatsächlich eine Spezies, die ausschließlich um das Becken herumflaniert, aber den Wasserkontakt vollkommen meidet. So wird natürlich auch die Blähwampe schneller Braun und der Überblick ist leichter wieder hergestellt. Der kann nämlich beim Rentnerlebengenießen auf der Sonnenliege mal schnell verloren gehen.
Eine andere Spezies gleitet sanft über die seitlichen Treppen ins Bad und führt minutenlang seitliche Beimschwünge in Leni Riefenstahl Manier aus. Blöd nur, dass ich just auf der Außenbahn schwamm und dem hervorschnellenden Knie regelmäßig ausweichen mußte. Ist aber alles noch mal gut gegangen. 18 Grad kaltes Wasser, ein fast menschenleeres Schwimmbad (wen wunderts?), und Spinnen in der Umkleide, die sich vom sibirischen Herbstwind den Popo föhnen lassen. Als ich gestern Nachmittag das Lammfell in den Buggysitz eingefädelt habe, hatte ich fast Sehnsucht danach.
Jetzt krame ich gefütterte Jacken und Strumpfhosen hervor und stelle die Garderobe auf Herbst um.
Bald verfärben sich die ersten Blätter und zwei Schafe haben sich fürs Herbstfest in der Kita angekündigt. Wenn das mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu anstrengend wird, werde ich Teilzeitschaf.
 

Mittwoch, 4. September 2013

Familie zum Anfassen

Unsere Erste!


Donnerstag, 29. August 2013

True love


Dienstag, 27. August 2013

Im Namen des Volkes

Gestern, 15:00 Uhr, Amtsgericht Düsseldorf. Wir hatten eine Vorladung vom Famillienrichter, damit mein Antrag auf Adoption von Herrn O. entschieden werden konnte. Alles sehr förmlich. Ein Hinweis auf die Sicherheitskontrollen am Eingang, für die man genügend Zeit einplanen solle, führte dazu, dass wir über eine halbe Stunde zu früh vor dem Saal saßen. Vor uns wurde dann noch schnell ein Ehepaar geschieden, und danach waren wir an der Reihe.
Der Richter war außerordentlich freundlich und zeigte nicht einen Funken Skepsis oder Zögerlichkeit. Nach kurzem Smalltalk mußten wir uns dann alle erheben (Herr O.durfte im Buggy sitzen bleiben) und das Urteil erging im Namen des Volkes. Jetzt bin ich Mutti - voll und ganz und unumkehrbar und unanfechtbar. Wow! Ich bin stolz und sehr glücklich.

Woche 3, 4 und 5

Ein bisschen mehr als die Hälfte meiner Elternzeit ist nun vorbei. Leider. Abgesehen davon, dass ich manchmal nicht weiß, welcher Wochentag ist, sind die Tage doch recht strukturiert. Ich bringe unseren Sohn um 9 Uhr in dir KITA und hole in da - meist zusammen mit Frau O. - gegen 14 Uhr wieder ab. Weniger geht nicht und mehr wollen wir dem kleinen Wurm noch nicht zumuten. Er ist ja noch nicht mal 1 Jahr alt. Außerdem will ich ja auch was von ihm haben in meiner Rolle als Vollzeitmutti. Und Hausfrau. Tja, das wird man irgendwie zwangsweise. Irgendjemand muß ja mal saugen, die Wäsche aufhängen und wieder wegfalten, durchs Bad wischen, einkaufen, kochen und so weiter und so fort. Die Liste ist quasi endlos und die Qualen können nur mit ganz viel Cappuccino ertragen werden. Das freut den Besitzer unseres Stammcafés (www.cafe-rekord.de) und so fließen die für mein Elterngeld ausgegebenen Steuergelder auch direkt wieder ins Säckel der eigenen Stadt - also auf vernachlässigbaren Umwegen.
Unser Sohn ist nun also eingewöhnt, wenn man das so sagen kann. Ein Kita-Eingewöhnungsgutachten gibts dafür aber nicht ("Ihr Sohn hat sich hervorragend in die Koala-Gruppe eingewöhnt und nimmt mit Begeisterung an musikalischen und gestalterischen Aktivitäten teil"). Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob er offiziell eingewöhnt ist oder nicht, aber ich behaupte das hier mal so. Er weint ein bisschen, wenn ich ihn abgebe und er freut sich, wenn er wieder abgeholt wird. Während der 5-stündigen mamifreien Zeit schläft er eine Stunde, isst seinen Mittagsbrei in der Regel auf und spielt mit verschiedenen Dingen. Dazu gibt es Fotobeweise, die uns Eltern in einem digitalen Fotorahmen regelmässig diashowmäßig gezeigt werden. Er hat beim Abholen weder Kratzer noch blaue Flecken. Außer heute. Da hatte er überall blaue Flecken von irgendsoner Malaktion. Ich hoffe, es ist ein vielversprechendes Kunstwerk dabei rausgekommen.

Wer nun denkt: Prima! Die Mutti kann also 4 Stunden pro Tag in der Sonne sitzen, Shoppen und Cappuccino trinken, tja, der hat in Teilen recht. Wenn ich die Zeit für den Haushalt abziehe, bleiben tatsächlich noch ein paar Minuten für ganz persönliche Bedürfnisse. Schwimmen im Freibad bei Sonnenschein am Morgen. Shoppen in der City wenn nix los ist, die Umkleidekabinen leer, die Verkäuferinnen gut gelaunt und die Regale gut sortiert. Ja! Auch das braucht Mutti mal!!!!

Beiden Muttis gehts also zur Zeit wirklich gut. Frau O. geniesst es, wieder langsam in den Job einzusteigen und ihren Themenkatalog über Babythemen hinaus zu erweitern, ich geniesse es, zu wuseln und zu machen, viel Zeit mit unserem Sohn zu verbringen und ein bisschen das Leben zu genießen. Ab Oktober wirds dann richtig ernst. Aber bis dahin wandern noch viele Pampers in den Windeleimer....


Donnerstag, 15. August 2013

Erstes Werk


Mittwoch, 7. August 2013

Woche 2

Die zweite Woche meiner Elternzeit läßt sich gut in zwei Teilen erzählen: Den ersten drei Tagen, an denen Frau O. noch zu Hause war, und dem Donnerstag und Freitag, als es dann richtig um die Wurst ging. Frau O. ging morgens ins Büro und ich mit Herrn O. in die KITA zur Eingewöhnung.
Die gemeinsamen Tage genossen wir wie Urlaub. Die Sonne brannte, uns tropfte die Sonnencreme von der Stirn, wir saßen im Strassencafe oder im Park auf der Decke, Herr O. schaukelte und wir schauten zu. Die Stadt war leer, weil die Menschen mit Kind und Kegel in den Urlaub gedüst waren und wir schauten uns das zähe Treiben erschöpfter Hunde und Rentner auf den Bürgersteigen von Flingern an. Es fühlte sich alles ein wenig melancholisch an, als ob es nie wieder so werden würde. Dabei wird es auch in Zukunft 52 Wochenenden, 30 Urlaubstage und nicht zu verschmähende Feiertage geben. Was solls, Carpe Diem war unser Motto und dann war ja auch schon - Schwupps - Donnerstag, der 1. August.
Um 9:30 sollten der Kleine und ich in der KITA sein. Als wir dort ankamen herrschte schon emsiges Treiben und kunterbuntes Kinderwuseln auf den Fluren. Wir wurden freundlich begrüßt und in einen kleinen Raum geführt, der für die nächste Stunde nur für uns und noch ein neues Kind samt Mama reserviert war. Dort machte sichs der völlig übermüdete Herr O. dann auf einem halben Quadratmeter bequem und studierte die Wunderbox - eine Kiste mit wahnsinnig spannenden Dingen wie z.B. Lockenwicklern, Schneebesen oder Rasseldingsbumsen. Seinen halben Quadratmeter verlassen kam ihm nicht in den Sinn, was mich ein wenig nervös machte. Er ist zwar in Anwesenheit fremder Menschen meist etwas schüchtern, aber soooo in sich gekehrt ist er nur ganz selten. Als ich dann mal kurz den Raum Richtung Toilette verließ zeigte er allerdings unzweifelhaft, wie viel Energie in ihm steckt. Ich war gerührt. Dann war unser Premierentag auch schon vorbei und wir watschelten wieder nach Hause, wo es erst mal ein leckeres Frühstück für den Junior und gab und einen wohlverdienten Café-Rekord-Cappuccino für die Mama.
Der nächste KITA-Tag verlief schon viel dynamischer. Der kleine Herr hatte sich vorher noch einen Schönheitschlaf gegönnt und war schon voller Tatendrang, als ich den Buggy durch das Eingangstor schob. Diesmal wurde der Raum auch in seiner Gänze erkundet und zur Feier des Tages ein Purzelbaum auf dem Mattenpark gemacht. Eher unfreiwillig aber die Landung entlockte ihm ein zaghaftes Lächeln. Die Erzieherin und ich machten innerlich drei Kreuze,
Für Montag erhielten wir den Auftrag, ein UV-Shirt, einen Sonnenhut und eine halbe Stunde mehr Zeit mitzubringen. Während ich dies auf meiner imaginären "To-Do-Liste" notierte, huschte hinter meinem Rücken eine Erziehering vorbei, die ein Mädchen dazu aufforderte: "Komm Celina, wir müssen noch dein Gefühlsprotokoll machen:"
Alles war gut gewesen. Die Räume hell und freundlich, die Erzieherinnen sympathisch und engagiert, die Rituale verständlich, die Schränke aufgeräumt, die Lieder lustig, die Bilingualität bilingual. Das Gefühlsprotokoll brachte mich ins Schwanken. Hätte ich doch besser mal das Kleingedruckte lesen sollen? Gibts außer evangelisch, katholisch und staatlich noch ne Religion? Doch zum Glück blieb mir keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Der kleine Mann musste wieder angezogen und in den Buggy verfrachtet und der Heimweg bei 38 Grad bewältigt werden. Im Anschluss besuchten wir noch unseren lieben Nachbarn, der uns kurz vor seinem Urlaub noch Kurzinstruktionen zum Gießen seiner Pflanzen gab. Das Gedächtnis war damit dann auch ausgelastet, so dass ich das Wort "Gefühlsprotokoll" in die Warteschlange meines Elternzeit-Standby-Hirns verschob.

Sonntag, 4. August 2013

Babyfood Kochorgie


Montag, 29. Juli 2013

Woche 1

Ist geschafft. Der auf dem Bild ist mindestens der 20. Capucchino, der in dieser Woche meinen Magen füllt und meinen Geist beglückt. Pausen gibts nicht. Das war im Büro. Das war gestern.
Und dazu noch diese Hitze! Genial. Einfach nur himmlisch schön bei diesem zauberhaften Sommerwetter stundenlang im Park auf der Wiese zu sitzen und Herrn O. beim Krabbelnlernen zu zugucken. Wie er Grashalme und Ameisen entdeckt, sich mit Wassermelone vollkleckert und eine Riesenplitschplatschpoolparty mit 3 anderen Babys feiert. So kanns weitergehen.

Was sonst noch geschah:
  • Die Balkonwand ist jetzt grün, eine Flurwand schön blau.
  • Ein Sideboard und ein Couchtisch sind ausgesucht und bestellt.
  • Mein Rennrad hängt an der Wand und macht Platz für noch mehr Sommer vorm Balkon.
  • Herr O. krabbelt jetzt in der gesamten Wohnung herum und hat sein Faible für Schuhe entdeckt.
  • In England kam ein kleiner Prinz zur Welt, der mit erstem Namen so heißt, wie unser großer Prinz mit zweitem.

Dienstag, 23. Juli 2013

20 Fragen zur Elternezeit

an mich selbst:

  1. Wie lange hast du Elternzeit?
    2 Monate (und durch geschickte Verteilung der Wochenenden, +1 Woche)
  2. Wie definierst du für dich Elternzeit?
    Rund um die Uhr für Herrn O. da zu sein und seine Entwicklung dabei live zu erleben. 
  3. Hast du Pläne?
    Jede Menge. Marmelade kochen, mit Herrn O. ins Freibad gehen, unsere Garderobe renovieren, den Balkon hübsch machen und viele verschiedene Spielplätze aufsuchen.
  4. Worauf freust du dich besonders?
    Mit Herrn O. zusammen den Sommer zu genießen und alles, was damit verbunden ist, zu entdecken.
  5. Was wäre schön, wenn es passieren würde?
    Wenn Herr O. in dieser Zeit laufen lernt oder zum ersten Mal Mama sagt.
  6. Was wird wahrscheinlich passieren?
    Ich lerne 5000 neue Kinderlieder auswendig, freunde mich mit anderen hippen Muttis an und diskutiere über Kindergartenpädagogik. So ganz nebenbei verlotter ich völlig und kultiviere den Düsseldorfer Mutti-Gammel-Look, trinke ständig Capucchino in den angesagten Flingeraner Caffees und lasse meine Hirnmasse dahinschmelzen.
  7. Wovor hast du Angst?
    Dass einer von uns Dreien krank werden könnte in dieser Zeit, dass ich den tollen Rhythmus und all die Regeln, die Frau O. eingeführt hat, in kürzester Zeit über den Haufen werfe und den kleinen Mann zu sehr verwöhne. Ein bisschen auch davor, zu viel Geld auszugeben.
  8. Was ist das erste, was du tun wirst?
    Zum Frisör gehen und den Wildwuchs der vergangenen 3,5 Monate bändigen lassen.
  9. (Nach 2 Tagen Elternzeit) Was ist dein erster Eindruck?
    Nicht-im-Büro-arbeiten ist ganz schön anstrengend. Die Hitze tut ihr übriges und 10 Tage gemeinsam mit Frau und Herrn O. haben jetzt schon dazu geführt, dass ich mehr Kilometer gelatscht bin, als sonst pro Woche, und dass die Angst, zu viel Geld auszugeben, sehr berechtigt war.
  10. Was ist mit den restlichen 10 Fragen?
    Die beantworte ich am Ende der Elternzeit :-)

Donnerstag, 11. Juli 2013

Kaputt

Das erste Mal, dass Herr O. was kaputt gemacht hat.

Donnerstag, 4. Juli 2013

IKEA

Frau O. wird sicher behaupten, ich hätte nur zu IKEA gewollt um anschließend hier darüber zu schreiben, aber Doppelschwör!!!, so war es nicht. Wir brauchten tatsächlich ein paar Dinge.
Ok, ich gebe zu, um Glühbirnen zu kaufen muß man nicht unbedingt zu IKEA fahren. In ein paar Tagen steht der Besuch vom Jugendamt an und ein paar Sicherheitsmängel müssen noch beseitigt werden. Chief-Security-Officer Frau O. und ihr Deputy Herr O. hatten sich nämlich Türen für die Billy Regale gewünscht. Diese sollen zukünftig verhindern, dass junge Menschen mit erhöhtem Bewegungsdrang die Gay-Movie-DVD-Sammlung ihrer Mütter in der ganzen Wohnung verteilen. Als kleinen Nebeneffekt stellen sechs Türen auch für einen längeren Zeitraum sicher, daß Mama Bu keine Langeweile bekommt und ihr neues Lieblingsspielzeug, der Akku-Schrauber, auch mal wieder zum Einsatz kommt.
Der Gründe genug, wir fuhren gestern Morgen alle drei zu IKEA, parkten im Eltern-Kind-Bereich und los gings. Herrn O. im Spieleparadies abzugeben fehlte uns noch der Mumm. Das lag aber nicht daran, dass wir etwa Angst hatten, sein Name könne falsch ausgesprochen werden, wenn eine Mikrophonstimme um seine Abholung bäte. Da gab es gestern genügend Ablenkung durch Darren, den Bär (https://www.unicef.de/typo3temp/pics/4f1880e91e.jpg), auf dessen Anwesenheit eine bemitleidenswerte Azubine im 10-Minuten Takt aufmerksam machen mußte. Sie verhedderte sich ständig beim Vorlesen ihres "Triff Darren und spende 1 Euro für Unicef" - Werbetextes, was aber niemand der kauflustigen Düsseldorfer IKEA-Besucher zu interessieren schien.
Wir strollten duch den kompletten oberen Bereich und guckten hier und da und als wir schließlich an die Treppe zur Markthalle kamen, war der Hunger so groß, daß wir eine Pause brauchten. Zum Glück war genau da das IKEA Restaurant. Was für ein Zufall! Nun konnten wir endlich die Kinderfreundlichkeit der Schweden allumfänglich testen. Hier die Mikrowelle zum Aufwärmen des Babybreis, dort eine Armada an Hochstühlen und als ständige Begleiterin die Aufforderung über Lautsprecher, Darren den Bären zu umarmen. Frau O. nahm mit unserem Sohn auf Gartenmobiliar in der Nähe der Babykostaufwärm-Mikrowelle Platz, während ich mich mit den größeren Kindern in die Essensausgabeschlange einreihte. Mit Kötbulla, Lachs und vielen Pommes kehrte ich zu Frau und Kind zurück. In der Zwischenzeit hatte sich noch eine Familie mit 2 kleinen Kindern zu uns gesellt. Im Einzugsgebiet der Mikrowelle saßen mindestens noch 10 weite Mamas, Omas, Papas oder irgendwie definierte Begleitpersonen und fütterten fleißig jede Menge Brei. Herr O. genoss die viele Aufmerksamkeit redlich und schlabberte sein Tellerchen brav bis zum letzten Löffel.
Die "alle Babys am Essen" Atmosphäre war so einlullend, dass es fast schon schade war, dass wir noch durch die Markthalle mussten. Wie es dann letztendlich zu einer Rechnung von fast 200 Euro kam, naja, das weiß nur Darren der Bär. Immerhin hat Herr O. jetzt einen Fussball und wir haben 6 Türen für Billy.

Am Ende waren wir alle vier so müde, dass wir erst mal gemeinsam Mittagsschlaf hielten und fast unseren Krabbelgruppentermin verpasst hätten. Von Darren gab es bis zu Letzt keine Spur...

Sonntag, 23. Juni 2013

Humphrey is back in Town


Freitag, 7. Juni 2013

Irland (II)

  • Dinge, die ich zum ersten Mal gemacht habe: Glätteisenzangendingdbums an meine Haare gelassen
  • Gefährlichste Unternehmung: Überquerung einer zweispurigen Strasse im laufenden Verkehr (um die vom Sturm weggewehte Kappe unseres Sohnes zu retten).
  • Gefährlichster Moment: Sitze als Beifahrerin im Auto und die Fahrerin (nüchtern!) fährt unbewusst auf der rechten Spur, als uns plötzlich ein Auto entgegen kommt (klar).
  • Leckerstes Essen: Indian Take-away


  • Sport getrieben? Ja, vier Mal Joggen im Deerpark.
  • Was mich immer noch an Irland wundert: dass man immer noch auf nicht funktionierende Klospülungen trifft, dass der Flughafen trotz Erweiterung regelmäßig zu klein ist, und seine Besucher in irrwitzige Bandwurmschlangen presst; wie nett VerkäuferInnen sein können
  • Neue Wörter gelernt? ja, aber jetzt will sich niemand mehr dran erinnern
  • Erstaunlich: viel mehr Sonne als Regen und sogar bisschen Braun geworden ;-)
  • Geld? Viel davon für Babykleidung und Spielzeug ausgegeben. Ein bisschen was für Klamotten und relativ wenig für Essen und Trinken.
  • Babykleidung: Mamas & Papas, jojo maman bebe, Baby GAP und next (sämtliche Geschäfte, die es in Deutschland nicht gibt und das ist irgendwie auch gut so.Viel zu schön, viel zu nett und viel zu teuer.
  • Nicht gemacht: Geschwommen. Dafür dem Schwimmbad aber so nah gewesen wie noch nie zuvor.


  • Was ist neu bei Herrn O.? Herr O. greift nach allem (ALLEM!!!); sobald man isst oder trinkt, will er auch, sonst gibt es lautstarken Protest; er sitzt nun stabil und beschäftigt sich selber (natürlich nicht, wenn mans grade braucht), er isst grob püriertes Essen. Manchmal murmelt er Silben vor sich hin und manchmal klingt es, als ob er singt.
  • Flugzeuge: nicht grade der Beginn einer großen Freundschaft aber immerhin, es ist nicht hoffnungslos
 

Montag, 3. Juni 2013

Irland und seine Ausflugsziele (Part I)

Eine gute Woche unseres Irlandurlaubs ist nun leider schon vorbei. Das Wett war bisher traumhaft (für irische Verhältnisse) und wir konnten zahlreiche Ausflüge mit Opa in seinem komfortablen Merc machen. Hier eine Übersicht mit sensationell innovativer Babytauglichkeitsbewertung:


The national Stud: Irgend so ein Pferdegehöft, wo sie den irischen Pferdenachwuchs züchten. Sehr großzügiges Gelände mit schönen Gartenanlagen.
Babytauglichkeitsfaktor: 9 von 10
Restaurant mit Aussenterrasse und stabilen Kinderstühlen, asphaltierte Wege, gute Beschilderung, Wickelmöglichkeiten, Babyfood wird ohne Probleme aufgewärmt.

Glendalough: Einer der Must-See Places für Irland Touristen. Enge, kurvige Landstraßen winden sich durch die Wicklow Mountains um in einem idyllischen irischen Nest am Ufer einese romantischen Bergsees zu münden. Hier schlummert die irische Seele und natürlich gibt's jede Menge Schafe, Trash-Souveniers und ganz ganz schlechten Kaffee. Der homemade Applepie ist ganz ok, aber das beste ist die unberührte Natur, der Wechsel von Wind, Sonne und Regenschauern im Minutentakt und der Geruch von wilden Kräutern.
BTF: 6 von 10
Die Wege sind nicht für jeden Kinderwagen geeignet und ein paar der Steigungen ganz schön sportlich.  

Dublin City - Iveagh Gardens [Ei wie]
Führt ein eher unscheinbares Dasein neben dem großen Bruder St. Stephen's Green. Nich so viel Gewusel, dafür viel Ruhe und schöne grüne Wiesen. Eignet sich sicher für ein ausgedehntes Picknick mit der Familie. Tipp für den, der Ruhe sucht während eines hektischen Einkaufsbummels in Dublins Shops.
BTF: 7 von 10
Die Schotterwege erfordern ne Menge Muskelkraft, Klos oder Cafés sucht man vergebens. Dafür bekommt man seine so verdiente Ruhe.

Malahide: Strand, wilde Wiesenblumen, unberührte Natur so weit das Auge reicht. Dazu ein schnuckeliges Örtchen in dem sich ein Krimskramsladen an den nächsten reiht. Was will das Herz eines  frisch gelandeten Irlandtouristen mehr?
BTFS: 7 von 10
Die Bürgersteige sind viel zu schmal und holprig für einen normalgroßen Kinderwagen, aber immerhin asphaltiert. Für meinen Geschmack zu wenig sichere Fußgängerüberwege, aber was soll's: Sonne, Strand und Meer sind einfach unschlagbar.

Sonntag, 12. Mai 2013

Essen, Schwimmen, Welt entdecken

Vier mal waren der junge Herr O. und ich mittlerweile beim Babyschwimmen. Beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt, da ich nicht wußte, was mich erwartet. Würde er beim ersten Kontakt mit dem Wasser Panik bekommen und laut schreien? Hält die Schwimmhose dicht? Wird er sich mit schlimmen Krankheiten infizieren und fiesen Ausschlag bekommen?
All meine Befürchtungen waren unbegründet. Herr O. liebte das Wasser, genoß es, sich von mir in allen möglichen Körperlagen durch das Wasser ziehen zu lassen, und strahlte, als wir zusammen mit den anderen Kindern und ihren Vätern Lieder sangen. Es waren einfach alles nur Väter dabei, behaarte Männer mit und ohne Brille, die erstaunlich textsicher durch die Willkommenskreis-Lieder manövrierten.

Die Schwimmhose ließ nichts sichtbares ins Becken entgleiten und nach viert Monaten Erfahrung konnte ich keine auffälligen Hautirritationen bei unserem Sohn feststellen.
Leider haben wir jetzt ein paar Wochen feiertags- und urlaubsbedingte Pause, aber im Juni starten wir dann wieder durch.

Noch viel mehr Spass als Schwimmen macht ihm Essen. Von pürierten Möhren ohne Alles haben wir uns innerhalb von acht Wochen auf Möhren mit Kartoffeln, Möhren mit Nudeln, Süßkartoffeln, Erbsen mit Kartoffeln, Spinat mit Kartoffeln, das ganze mal mit Fisch, Hühnchen oder Rindfleisch gemixt gesteigert. Nach der Morgen-Flasche gibts noch einen Hirsebrei mit Obst und nachmittags nimmt er einen Hirsebrei mit Milch zu sich. Kuhmilch wurde nach sieben Monaten also auch erfolgreich eingeführt. Die verschiedenen Breie werden selbstverständlich alle frisch, von Hand und mit einer Riesenportion Liebe zubereitet und er dankt es uns mit großem Appetit. Manchmal sogar beängstigend großem Apetit, aber wenn das Kind erst mal krabbelt, dann geht der Speck ganz schnell weg. Sagt man. Einmal pro Woche mache ich eine große Schnibbel-Koch-Pürier-Aktion und verwandle unsere Küche in ein Baby-Gourmet-Kochstudio. Dank unseres Pürierstabs von Philipps und dem Sparschäler vom Kodi mit Keramikklinge (vergesst IKEA und erst recht WMF) werden 7-8 Portionen Brei im Akkordtempo produziert. Gläschenkaufen kann ja jeder.
Auch bei der Kleckerprofilaxe während der Essensvernichtung sind wir in der Zwischenzeit nahezu perfekt. Stofflätzchen sind schon lange aussortiert und auch das abwaschbare Lätzchen mit Ärmeln kriegt kein Foto mehr. The Winner is:

Man darf nur nicht vergessen die Auffangtasche regelmäßig zu säubern, sonst hat man außer Brei auch noch den Salat.

Welt entdecken
Ob Kolumbus bei seiner Entdeckungsfahrt auch nach dem Prinzip vorgegangen ist: Alles, was ich sehe, stecke ich in den Mund? So zumindest macht es unser kleiner Entdecker. Nichts ist mehr sicher vor seinen kleinen Fingerchen, und was einmal darin landet, wandert auch früher oder später in den Mund. Da sich dort seit ein paar Tagen zwei scharfe kleine Zähnchen befinden, beschränkt sich Herr O. auch nicht mehr nur aufs Ablecken. Es wird auch gerne mal eine Kerbe egefräst oder ein Sauger angeknabbert. Vielleicht können wir ihm ja bald das Fahrkarten-Abknipsen beibringen.
 

Montag, 6. Mai 2013

International Family Equality Day

Wir waren dabei und es war prima!


Dienstag, 30. April 2013

Sieben Plus

Ja, kaum zu glauben, der kleine Mann ist jetzt schon sieben Monate und eine Woche alt. Es gibt so viel zu tun, dass ich gar nicht mehr zum Bloggen komme. Deshalb für alle Interessenten und Mitleserinnen ein kurzes Update:

Was alles passiert ist:

  • Seit gestern kann man den ersten Zahn sehen und ertasten. Er wühlt sich links unten ( von uns aus) durchs Zahnfleisch.
  • Herr O. nimmt drei Breimahlzeiten pro Tag zu sich. Er isst Süsskartoffeln, Spinat, Erbsen und Möhren, Kartoffeln und Nudeln, Obst, Getreide und seit 2 Tagen sogar Kuhmilch.
  • Er genießt das Babyschwimmen jeden Sonntag um 9.00 Uhr und ich genieße die freie Fahrt auf Düsseldorfs Strassen um diese Uhrzeit
  • Er schläft seit Ostern im eigenen Zimmer und seit dem schläft er durch und auch die Mamas. Psssst....nicht zu laut sagen, sonst überlegt er sich noch, das zu ändern
  • Akku-Schrauber gekauft für Mama Bu's Pläne (s.unten)
  • Antrag auf Elterngeld und Elternzeit eingereicht
  • 2 Wochen Urlaub bei Opa in Irland gebucht


Was alles nicht passiert ist:

  • Ich habe meine Steuererklärung nicht fertig bekommen, aber immerhin angefangen 
  • Die Billy-Regale sind immer noch nicht an der Wand befestigt
  • Kleiderschrank fürs Kinderzimmer noch nicht gekauft und Spielzeugtruhe noch im Karton.        
  • Sperrmüll bestellt 
  • Dramen, Katastrophen, mein Frisurdesaster hat mir nicht die gute Laune verdorben


Freitag, 29. März 2013

Notar, die Zweite

Gestern mal wieder beim Notar gewesen. Diesmal bei einem sehr netten, der keine doofen Fragen gestellt hat und wusste, was wir bei ihm wollten.
Das klingt jetzt so, als wenn wir regelmäßig Notarbesuche auf unserer Agenda stehen hätten. Dem ist natürlich nicht so. Aber wenn man beim ersten Versuch, die Adoption von Herrn O. zu beantragen, so abweisend und verständnislos behandelt wird, wie uns das vor ein paar Wochen bei Herrn Dr. P passiert ist, muss man sich halt weiter durch den Dschungel derJuristerei dieses Landes kämpfen.
Unser Neuer, der Herr Dr. R. hat eine hübsche Kanzlei, viele nette Mitarbeiterinnen, die ihn umschwirren und einen schicken Anzug, der ungefragt beim Kaptainsdinner auf dem Traumschiff durchgehen könnte. Wie Notare das so machen, las er unseren Adoptionsantrag sorgfältig vor und belehrte uns freundlich über Dinge wie "einmal Eltern, immer Eltern" und "dazu gehört auch die vollständige Verwandtschaft Ihrer Seite, Frau B.". Natürlich war mir das alles bewusst, aber in einem so öffentlichen Rahmen ist es dann doch noch mal einen Tick ernster und für einen Sekundenbruchteil durchzuckte mich dieses Gefühl, das ich immer habe, kurz bevor ich einen bedeutungsschweren Vertrag unterschreibe. Sei es Hauskauf, Hochzeit, Auto - man meint, das Leben ändere sich mit einer einzigen Unterschrift.
Tut es ja auch - zum Glück waren es bisher immer die richtigen Entscheidungen und mein Leben wurde bereichert.
Selbstverständlich habe ich den Adoptionsantrag ohne zu zögern unterschrieben. Herr O. sass auf meinem Schoß und verfolgte aufmerksam, was seine beiden Mamis da taten und schien mit allen Vorgängen einverstanden zu sein. Jetzt geht der Antrag ans Amtsgericht und wir warten darauf, dass das Jugendamt seine Zustimmung gibt und auch ich offiziell, auch vor dem Gesetz, die Mutter von Herrn O. bin.

Samstag, 23. März 2013

Unbekanntes Futtertransport Objekt

Es hat sicher schon schlechtere Bomben-Attrappen in deutschen TV-Krimis gegeben als diese hier. Dabei handelt es sich hier um einen Behälter, in dem man warme Speisen warm halten kann. Eine Art Mini-Thermoskanne. Wir nutzen das Objekt für Herrn O.'s Brei . denn auch in einer zivilisierten Welt ist nicht immer und überall eine Mikrowelle zur Hand.

Dienstag, 12. März 2013

PEKIP

Vor einer Woche fragte ich meinen Schatz: "Sag mal, was hältst du davon, wenn ich mir nächsten Montag frei nehme?" "Wunderbar", entgegnete Schatz, "dann kannst du ja mit unserem Sohn zur PEKIP-Gruppe gehen". Au weia, auf was hatte ich mich da eingelassen. Die Rolle der Feierabend- und Wochenendmutti war mir mitlerweile vertraut, die Bäckersfrau kannte mich mit und ohne Kind, nächtliche Wickel und Beruhigungsodysseen waren mir in Fleisch und Blut übergegangen. Doch jetzt auf einmal so richtig vollumfänglich die Mutti zu sein - neben ganz vielen anderen Vollblutmuttis und einer Expertin, die junge Muttis und deren Kinder zu ungelenken Bewegungen und peinlichen Liedern anstiftet. Und das dann auch noch alleine, also ohne Frau O. "Nicht ohne unseren Sohn" sagte ich still zu mir selber und beschloss Herrn O. von der Idee zu überzeugen, mich als seine PEKIP-Begleitmutti mit aller Kraft zu unterstützen und auf keinen Fall zu blamieren.
 
Das gute Wetter am Montag trug wesentlich dazu bei, dass ich trotz einer spürbaren Grundnervosität doch positiv gestimmt und in sonniger Laune mit dem Kleinen Herrn in der Tage richtung Geburtshaus taperte. Meine Frau schwebte grinsend neben mit her, hatte sie doch die Aussicht auf zwei freie Stunden ohne Babygeschrei an der wohlig wärmenden Frühlingssonne. Immerhin hatte ich ihr das Versprechen abgwinnen können, mich der PEKIP-Gruppe kurz vorzustellen, und mich in die wichtigsten Rituale und Verhaltensregeln der Gruppendynamik einzuweisen.
"Jede bekommt eine Matte, da legst du dann das Kind drauf. Die Sibylle* (*Name geändert, wie alle anderen folgenden auch) empfiehlt dann immer, die Kinder ganz auszuziehen, also auch die Pampers. Ich mache das nie, aber du kannst selber entscheiden, ob du das machen willst.
Hier ist die Tasche, da ist alles drin, was du brauchst, falls er mal macht, Durst oder Hunger hat, oder frische Klamotten braucht."
 
Ich fühlte mich an eine Sicherheitsbelehrung im Flugzeug erinnert, und dann rollten wir auch schon auf die Startbahn. Frau O. entschwand, Sibylle hiess mich sehr herzlich willkommen, die ersten PEKIP-Muttis mit ihren Kindern trudelten ein, Matten wurden hin-und her geschubst, Tonnen von Spielzeug in der Mitte des Raumes platziert und - trotz bereits saunahaften Temperaturen - die Heizstrahler eingeschaltet. Auch das war Teil meiner Sicherheitsbelehrung gewesen, aber ich hatte angesichts des aufstrebenden Frühlings nicht damit gerechnet, dass wir uns dieser Zusatzwärmequelle bedienen würden. Gehört wahrscheinlich zum PEKIP-Standart, wie das Schwimmwesten-Kapitel zu den Safety-Instructions, selbst wenn man kein einziges Gewässer überfliegt.
Lieselotte fragte mich als erste, ob ich nun Elternzeit hätte, dann kam Henriette und irgendwann fragten alle 8 Frauen zwischen Kinderausziehen, Matte mit heimeligen Decken und Stofftieren dekorieren, und sich selber klamottentechnisch den Temperaturen und anstehenden Aufgaben anpassend, tausende Fragen, von denen ich nur eine kleine Auswahl widerzugeben im Stande bin:
  • Hast du jetzt Elternzeit?
  • Wie teilt IHR euch denn die Erziehung des Kleinen auf?
  • Habt ihr euch denn einen Jungen gewünscht?
  • Ihr freut euch sicher über das neue Adoptionsrecht?
  • Wo ist denn deine Frau?
Zum Glück ging es dann irgendwann los mit einem Lied, das ich natürlich nicht kannte. Irgendwas mit Begrüßung und Trallala. Dann sagte jede, wie die letzte Woche war, und dann hat mich unser Sohn im hohen Bogen vollgepinkelt. Selber schuld, wenn man meint, mal alles anders machen zu müssen. Ich lernte aber prompt und zog ihm für die folgenden Übungen eine Pampers an.
Selber schuld, wenn man meint, mal alles anders machen zu müssen, als die Gattin das empfohlen hatte.
Herr O. fühlte sich sichtlich wohl und nahm sogar das von mir eigenhändig gebastelte, pädagogisch wertvolle Spielzeug mit Begeisterung an. Ich hätte ihm aber auch verziehen,
wenn er den in einen Bratschlauch eingehüllten gelben Plastikball verschmäht hätte.


Zum Ende der Stunde schnappten wir uns unsere Kinder (jede ihres) und stellten uns im Kreis auf. Hunde, Elefante, Katzen und Mäuse waren die Kernobjekte unserer Sing- und Tanzspiele, die wir in wechselnden Tempi und Schrittkombinationen ausführten. Auf den ersten Blick eine leicht zu lösende Aufgabe, im Fokus eines Heizstrahlers mit einem zappelnden Kind auf dem Arm wurde aus dieser Übung schnell eine sportliche Höchstleistung. Während meine Frau entspannt durch den Zoopark joggte, schwitzte ich richtig!


"....war ein großer Hund - Wau Wau!...und wieder von vorne..." dröhnte es an mein Ohr. "Clarissa, du hältst dein Kind falsch. Leg mal besser deine Hand hier hin."
Ohhh jehhhh, ich schwitzte. Und der kleine Kerl auf meinem Arm auch. Ihm wurde die ganze Hampelei auch langsam zu viel, oder es es war ihm peinlich, oder ich war ihm peinlich, egal, er quäkte immer lauter und dann schrie er. Das fiel aber nicht weiter auf, denn auch Harald, Detlef und Annemie schrien mitlerweile. Sibylle und Annegret hockten in einer Ecke und stillten und während ich noch meine Eindrücke sortierte war die Stunde auch schon vorbei. Sohn anziehen, Tasche packen, mich anziehen, Tschüß sagen (zu meiner Überraschung gabs hierfür kein Lied) und raus.
In unserem Stamm-Cafe trafen der mitlerweile selig schlummernde Herr O. und ich auf Frau O. und ich erzählte von meinen Heldentaten. Ein Lächeln, ein Capucchino und das Angebot, auch den nächsten PEKIP-Termin wahrnehmen zu können waren der Dank.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Gimmi Five

Seit Sonntag ist unser Sohn 20 Wochen alt. Ist er somit 5 Monate alt (also 20 / 4 = 5) oder wird er erst am 23.02. 5 Monate alt, weil er ja am 23.09. geboren wurde?
Wie rechnet man das jetzt korrekt? Diese Fragestellung mag je der ein oder dem anderen völlig übertrieben vorkommen, wenn man aber in diversen Apps und Büchern naschschlägt und die Fähigkeiten des eigenen Kindes mit den dort akribisch in Tabellen gelisteten altersgerechten Verhaltensweisen vergleicht, kann es schon mal sehr wichtig sein, ob das Kind jetzt noch für unter 5 oder über 5 Monate gilt.
Man könnte diese Tabellen mit Vergleichswerten natürlich getrost ignorieren und ausschliesslich letzte Sätze lesen. Darin steht nämlich regelmäßig, dass jedes Kind sein eigenes Tempo habe, und dass es überhaupt nicht aussagekräftig sei, wenn ein Kind sich mit 6 Monaten noch nicht auf die Seite drehen könne, oder ein Einjähriger noch nicht läuft. Ich bin genau so cool, dass ich diese Dinge immer so lange glaube, bis unser kleiner Held sie kann. Sobald er in etwas der Statistik
hinterher hinkt, überkommt mich eine innere Unruhe und ich suche so lange in anderen Büchern, Zeitschriften oder Apps nach Statistiken, die seinem Entwicklungsstand besser entsprechen. Mit der richtigen Statistik sieht die Babywelt dann auch gleich wieder rosarot bzw. himmelblau aus. Statistik hin oder her, in keiner einzigen Tabelle habe ich bisher Hinweise darauf gefunden, was Eltern in 5 Monaten alles gelernt haben können oder sollten.

Da es scheinbar keine brauchbaren Maßstäbe für die Entwicklung von Eltern gibt, versuche ich hier mal welche zu formulieren. Wenn das Kind 5 Monate alt ist, sollte man können:
  • Fläschchen einhändig zubereiten während das Baby auf dem anderen Arm schreit
  • Zäpfchen auch gegen Widerstände einführen
  • Möhren kochen und pürieren und der Versuchung widerstehen, dem eigenen Kind alles wegzuessen
  • Die halbe Welt bei ausverkaufter Babynahrung um Hilfe anflehen als ginge es um die Sofortmassnahmen am Unfallort
  • Kacke, Kotze und Spucke auf der eigenen Kleidung in der Öffentlichkeit völlig zu ignorieren
  • für eine sehr lange Zeit mir ganz wenig Schlaf auskommen
  • Online-Shopping zu allen Tages- und Nachtzeiten
  • Die eigenen Bedürfnisse nach Schlaf, Medien- und Alkoholkonsum und exzessiven Parties in die Zukunft zu verlegen
  • Total verrückte Ideen wie einen spontanen Berlin-Trip durch andere total verrückte Ideen wie Sushi-Taxi für 30 Euro auszutauschen
Das alles ist natürlich mit Vorsicht zu geniessen und trifft im Idealfall auch nur auf einen gewissen Prozenzsatz der Eltern zu. 

Montag, 11. Februar 2013

Adoption - Folge 1

Neulich beim Notar.
Wir hatten uns bei einem befreundeten Lesbenpaar mit Kind erkundigt, welche Dokumente man zur Adoption benötigt, und zu welchem Notar man am besten geht. Aber, wie sagte Oma bereit: "Wer nicht hören kann muss fühlen". Wir dachten halt, besonders klug zu sein, indem wir mit der Checkliste zu einem anderen Notar gehen. Ein Notar, bei dem wir sehr freundlich behandelt wurden, als wir unsere Wohnung kauften.
Irgend eine Hirnzelle sagten uns beiden, dass er damals jung und nett war. Dass er diesmal keins von beidem war, liegt nicht am Alter unserer Wohnung und auch nicht am Verfall unserer Hirnzellen. Wir werden es nie rausfinden, aber der graue Herr, der uns Powernap-gezeichnet in seiner Kanzlei empfing war in Sachen Stiefkindadoption ein eindeutiger Fehlgriff.

Er: "Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?"
Ich: "Wir würden gerne eine Stiefkindadoption durchführen. Also, das ist meine Frau (ich zeige mit Blicken auf Frau O., die rechts von mir sitzt), und ich würde gerne
unseren, äh, ihren Sohn, (zeige erneut in die Richtung, da der Kleine auf ihrem Schoß sitzt) adoptieren."
Er: Wer?
Ich: (leicht irritiert) Also ich, also, wir sind ein lesbisches Paar, also verpartnert, also, ne?!
Er: Ja, das geht ja. Ja. Sie wollen was?
Ich: (schwer irritiert): Adoptieren. Den Jungen.
Er: Geht das?
Frau O. und ich gucken wie zwei Riesenautos. Ich zücke die E-Mail unseres befreundeten Pärchens, in der sie aufgeschrieben haben, was sie alles brauchten.
Er sieht sich den Zettel an und und fragt: Woher haben Sie das?
Ich: Das ist nur ein Notiz-Zettel. Hab ich ausgedruckt.
Er: Hä?
Ich: Ein Kollege von Ihnen hat diese Liste an Freunde von uns gegeben, die bei ihm eine Stiefkindadoption durchgeführt haben. Er weiss, wie das geht.
Er: So, so. Wie geht denn das...(starrt weiter auf den Zettel, grummel)...also, hmmm.....(guckt ruckartig hoch): Ha, so ne künstliche Geschichte, was?
Wir (als wenn er grade die 250.000 Euro Frage beantwortet hätte): Jaaaa. (Kurze Denkpause, dann): also...
Er (fällt ins Wort): Ne, also da kenn ich mich nicht aus. (Lächelt zum ersten Mal) Da gehen Sie doch besser mal zu dem Kollegen, da. (Hält mir den Zettel hin).
Ich nehme den Zettel, wir stehen alle auf und verabschieden uns. Immerhin war er so ehrlich, dass er zugeben konnte, dass er keine Ahnung hat. Dennoch fühlten wir uns am Ende ziemlich verarscht. Am nächten Tag rief ich bei dem empfohlenen Notar an und zum Glück war man da sehr nett und entgegenkommen am Telefon. Mal sehen, wie es weitergeht.

Samstag, 9. Februar 2013

Wilde Zeiten

Um mich herum tobt das wilde Leben. Inmitten von Tina, Guido und Humphrey wird gerasselt und gequietscht, gehupt und geknistert. Kaum ein Spielzeug oder Stofftier, das nicht in der Lage ist, irgendein Geräuch von sich zu geben. Manche muss man einfach schütteln, bei anderen muss man drücken, mal auf die Nase oder den Po - da ist die Spielzeugindustrie nicht wählerisch. Hauptsache, es macht ordentlich Krach. Unser Sohn ist seit ein paar Wochen jetzt auch in der Lage, die Geräuchauslöser korrekt zu bedienen und orchestriert so eine wahre Kakophonie. Das kleine Wunderkind. Ach, wie staunen wir und machen "ah" und "oh", ermutigen ihn zu mehr und freuen uns kringelig darüber, dass er greift und schüttelt und vor allem alles in den Mund steckt. Hätte nie gedacht, dass ich an so simplen Dingen einmal so eine tiefe Freude haben würde.
Auch das Instrument "Stimme" hat er seit ein paar Tagen entdeckt und probiert es in sämtlichen Tonlagen aus. Sogar der Wackelhansel am Tripp-Trapp hat eben sein Fett weg bekommen und wurde mehrstimmig angeahhht.


  

Der Hansel hat übrigens noch keinen Namen, aber nach der von uns erfundenen Tradition, Spielgeräte von Herrn O. nach TV-Kommissaren zu benennen, finden wir sicher noch einen mit Sommersprossen und blauen Augen. An Quantität mangelt es ja da im deutschen Fernsehen nicht. Ein Hase darf jetzt übrigens "Jens" heißen!

Dienstag, 15. Januar 2013

Erlebnis-Shopping bei Nespresso

Espresso war aus. Genauer gesagt: Nespresso war aus. Der leckere Tropfen aus absolut nicht politisch-korrekten Kapseln, den wir aber trinken, weils lecker und einfach ist und jede Kritik ignoriere ich einfach konsequent und konter damit, dass ich nicht im Porsche Cayenne an der Nespresso-Boutique vorfahre, sondern mit meinem geliebten Fahrrad bei Wind und Wetter dort hinein-siffe.

Der Vorrat war also aufgebraucht, und ich mußte mal wieder zum Nachschubholen in die Nespresso-Boutique. Diese war kurz vor Weihnachten vom Medienhafen auf die Kö umgezogen und war raumschiffartig zwischen Bose und A&F auf der ganz ganz hippen Kö-Seite mit Potential gelandet.
(Potential, weil ausser Banken da noch nicht viel ist aber noch viel kann,
ganz ganz hipp, weil sich dort fast ausschliesslich sehr junge, schöne, reiche tummeln.)

Hingeradelt, Fahrrad vor der Tür abgeschlossen, dabei den ersten verwunderten Blick des Türstehers abbekommen, noch schnell die Kundenkarte (ohne die hier gar nichts geht) aus dem  Portemonnaie gefummelt, Helm abgesetzt und rein.

Stopp! Erst mal musste ich begrüßt werden. "Einen wunderschönen Guten Tag. Waren Sie schon mal bei uns?"
Ich: Ja
Schnieker Sonnyboy mit leichtem Bauchansatz unter seinem schwarzen Designer-Rolli:: Wollen Sie erst mal in unserer Lounge ein paar Sorten probieren und sich verwöhnen lassen, oder wissen Sie schon, was sie möchten?
Ich: Ich hätte gerne 4 Stangen Voluo.
Er: (Räusper) Haben Sie denn auch Ihre Kundenkarte dabei?
Ich: Ja. (triumphierendes Grinsen)
Er: Dann gehen Sie bitte mal da rüber (zeigt auf Lücke im Absperrband) zu meinem Kollegen, der leitet Sie dann an.
Ich: Danke.

Das Prozedere am Eingang erinnerte mich an den Sicherheitscheck am Flughafen. Ein Wust an mit Absperrbändern abgesteckten Korridoren, die einen in die rechte Bahn lenken wollen. Herren in einheitlichen Outfits, die mich permanent zum Weitergehen ermutigten. Immer vorwärts, nie zurück. Kleidungsstücke sollte ich nach Möglichkeit auch noch ablegen, aber ausser meinem Helm und meinen Handschuhen wollte ich mich von keinem einzigen Teil meiner verschwitzten Fahrradmontur trennen. Als ich dann nach kurzer Belehrung den Hauptbereich des Selbst-Bedienungs-Erlebnis-Korridors betreten durfte, war ich umzingelt von riesigen weissen Kästen, die wie die Prototypen des ersten EC-Automaten einsam und verlassen in der Gegend herumstanden. Ihr Styling war offensichtlich beim Durchdesignen des neuen Future-Concepts auf 'on-hold' gesetzt worden. Ein bisschen Farbe oder ein klein wenig Blinki-Blinki hätte ihnen weiss Gott nicht geschadet.

Ich durfte dann zu meinem großen Erstaunen ganz alleine meine Kaffee-Sorten auswählen und in eine Spezialtüte legen, zu deren Verwendung ich verpflichtet wurde. Meinen Helm durfte ich darin auf gar keinen Fall zwischenlagern, was ich hier nur deshalb erwähne, falls mal jemand zufällig auf die Idee kommen sollte, andere Dinge als Nespresso-Kapsel-Stangen in diese sensiblen Tüten zu legen.
Nachdem ich meine Wahl getätigt hatte, mußte ich die Tüte mit Inhalt auf eine dazu eigens angefertigte Wiegevorrischtung stellen und auf dem Display wurden mir Menge und Preis der von mir zu erweben beabsichtigten Kaffeeprodukte angezeit. Ich durfte bestätigen und per EC-Karte bezahlen. Das kann ich schon ganz gut und so gelang es mir auch, die Boutique wesentlich schneller zu verlessen, als ich sie betreten hatte. Die Riege schwarz gekleideter Herren bedankte sich artig bei mir für meinen Einkauf und ich bedankte mich für dieses aussergewöhnliche Erlennis.

Wir haben jetzt übrigens wieder Espresso.