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Mittwoch, 22. Juli 2009

alles dreht sich

Gestern Nachmittag verschwand mein Hinterrad. Das Hinterrad meines uralt-Allzweck-MTBs,nicht das vom Rennrad. Letzteres steht in Watte eingepackt im Wohnzimmer und bereitet sich auf die kommenden Strapazen vor.Ich kam um 19:30 Uhr aus der Wohnung, ging zum Rad, das an einen von diesen gebogenen Baumschutz-Teilen aus Eisen angeschlossen war,wollte grade aufschließen, als ich bemerkte, dass irgendwas mit der Symmetrie nicht stimmte. Da war was, was nicht sein durfte.Mein Hirn hat ne zähe Minute daran zu knabbern gehabt, dass nicht sein kann was nicht sein darf, und dann doch resigniert.Schnellspanner auf, Rad raus, abhauen. So die Tatbeschreibung. Diebstahl! Kriminelle am Werk. Geschädigte: ICH!Gefühlslage: zu Tode betrübt, stinkesauer, verzweifelt, entrüstet. Wer macht denn so was? Und das noch am helllichten Tag. Das Radstand grade mal 2 Stunden dort, auf dem Bürgersteig an einer Straßenecke wo halb Flingern um diese Uhrzeit von der Arbeit nach Hausekommt, mit dem Hund geht, oder zum Kneipenbesuch loszieht. So eine unverschämte Dreistigkeit.Der Himmel riss dann auch sofort alle Tore auf und übernahm dankenswerterweise das Weinen für mich.Es hätte nicht weniger sein können.

Eben hab ich vom Radladen 'Dirk Egert' auf der Ackerstrasse am Telefon die nette Auskunft bekommen, dass man da evtl. was auf Lager habe.Ich soll doch mal vorbei kommen mit dem amputierten Rumpf. Jetzt hab ich bessere Laune und schaue da gleich mal vorbei.Bei der Tour de France stürzen sie reihenweise bei den Abfahrten.Unser letztes generalprobenmäßiges Radtraining heute Abend fällt aus. Ich werde ein bischen nervös. Bald ist Samstag. Ein Rad beklaut,eins in Watte, ich sehe nur noch Räder, Reifen überall, jetzt zwickt auch noch mein Knie...oh jeh!Wird Zeit, dass sich was dreht.

Donnerstag, 18. Juni 2009

es rathelt

Unsere Mittwochstour führte mal wieder gewohnt flach durch das linksrheinische Düsseldorfer Hinterland,
gen Süden Richtung Grevenbroich. Unterwegs rathelte es gehörig: Mühlrath, Hülchrath, Münchrath, Ramrath, Allrath. Höhepunkt der insgesamt 90km umfassenden Ausfahrt bildete der "Ventoux von Grevenbroich“, die Allrather Höhe mit 2,4km Länge und 95 Höhenmetern.

Sieht ein bischen aus wie ein zu groß geratener Maulwurfshügel und zieht die Rennradfahrer aus der ganzen Region magisch an. Wenn schon Plattfuß, dann hier, denn nirgends sonst kommen so viele hilfsbereite Cyclisten vorbei gerauscht (wie wir gestern erleben durften).
Bei einer solchen Anhäufung von Ortsnamen mit 'rath', hab ich mich mal schlau gemacht, woher das kommt.
'Rath' kommt von roden. Früher hat man dort den Wald gerodet um sich dort anzusiedeln und Häuser zu bauen.
Wieder was gelernt zum Klugscheissen bei der nächsten Tour.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Kurz vor "bald gehts los"

Am 25. Juli startet mein RIDE TO RIVA, der am 29. Juli dann am Bodensee endet.Ich werde 5 Tage lang in die Pedale treten und Kilometer für Kilometer gen Süden radeln.Heute habe ich zum ersten mal die Streckenbeschreibungen der ersten Etappen inspizieren können. Im Prinzip reichen schon die Längenangaben der Tagesetappen um die Angst vor dem Nichterreichen der Zielorte ins Unendliche zu steigern. 155,83 - 153,93 - 145,77 - 99,26. Schaut man sich dann noch die dazugehörigen Höhenprofile an, wirds einem doch ein bischen schummrig. Wer neugierig ist und mal gucken will, wo wir lang fahren (und vielleicht meinen Namen auf die Strasse schreiben will, hehe), kann das hier tun. Bis vor einer Woche hatte ich noch gehörige Zweifel, ob ich das wirklich machen soll. Die erste Trainingsausfahrt über 100 km hat mich quasi wortwörtlich umgeworfen. Dann kam noch ein schmerzhaftes Ziehen im Knie dazu und jede Menge schlechtes Wetter, das ein regelmäßiges Training unmöglich machte. Die 115 km durch die Elfringhausener Schweiz vom Sonntag hab ich aber ganz ordentlich weggesteckt, so dass ich nun entschlossen bin, das Abenteuer durchzuziehen. Schwer beeinflußt wurde diese Entscheidung aber auch durch ein paar schwächelnde Teilnehmer. Das Gefühl, nicht das schwächste Glied zu sein, wirkt doch ab und zu sehr wohltuend auf die hechelnde Bergziegenseele.

Und hier mal meine ganz persönliche Liste der Risiken und Nebenwirkungen

- man sieht ganz viele schöne Ecken in diesem Land,
- man ist stundenlang an der frischen Luft und wird im Glücksfall auch noch von der Sonne gebräunt
- man erzählt sich viele lustige Dinge und lernt kuriose Geräte kennen, wie z.B. eine Kettenlehre
- man wird ziemlich fit und bekommt durchtrainierte Beine
- man bekommt auch mal von Männern Tipps zur Beinrasur
- man isst viele und oft auch fiese Dinge (Energiegels, klebrige Riegel, zähe Kekse, Gelatinepulver)
- man klebt überall und ist dort auch noch dreckig
- man setzt sich ernsthaft mit leistungssteigernden Substanzen auseinander und sucht nach dem
legalen Ausweg- die Hausapotheke wächst um zahlreiche Schmerzmittel, Gels und Sälbchen an
- man verflucht weggeworfene Glasflaschen
- die Wettervorhersage wird zum persönlichen Horoskop
- der Werkzeugkasten umfasst Imbusschlüssel aller Größen
- man lernt sich auch mit Helm schön zu finden

Sonntag, 8. März 2009

Freaks at work

Habe mal wieder was entdeckt, was ich niemandem vorenthalten moechte. Gut, die meisten werden mit den Schultern zucken, die Augen verdrehen und sich seufzend abwenden. Doch ein kleines Grueppchen freakiger Liebhaber des Fahrradsports wird sich die Hände reiben, reinspucken (oder umgekehrt) und sich tierisch mit mir freuen. Denn jetzt, wo der Frühling in den Startloechern steht und das Fahrrad im Keller nach der ersten Ausfahrt lechzt, fällt wohl oder uebel noch ein bischen Arbeit am Rad an. An meinem halt, aber das bischen Schrauben ist doch kein Problem, sagt mein Gedächtnis...
Bremsen nachziehen, Schaltung einstellen, Kette ölen, Schlauch wechseln, und das Putzen nicht vergessen. Nachher sieht man aus wie Sau, hat stundenlang geflucht und entnervt mit Imbusschluesseln aller Groessen um sich geworfen und ist dem Zusammenbruch nah. Warum nicht einfach 20 Euro in die Hand nehmen und das Check-Up Angebot des Bikedealers um die Ecke annehmen? Aber nein, selbst ist die Frau und ran an das verdreckte quietschende Velo.

Damits in diesem Jahr vielleicht ein wenig schmerzfreier zugeht, schaue ich mir vorbereitend die Videos im Triathlon-Magazin an. Da wird mir in drei Minuten gezeigt, wie man z.B. ein Schaltwerk auswechselt. Alles ganz easy und vor allem turboschnell. In drei Minuten??? Okay, die Hoffnung stirbt zuletzt. Mal sehen, was sie in den kommenden Wochen noch alles demonstrieren - spätestens bei der Folge 'Kette ölen' oder 'Sattelhöhe einstellen' steige ich ein.

Hier gehts zum 1. Teil der Radwerkstatt: "Das Schaltwerk".

Montag, 12. Mai 2008

Spargel und Erdbeeren in Lank-Latum


Gestern Abend bin ich spontan noch mal mit dem Rennrad rausgefahren. Erst mal den Rhein überqueren, dachte ich mir, denn meine untrainierten Beinchen bevorzugen nach dem langen Winterschlaf doch eher flaches Gelände. Und das gibt es in der Gegend nördlich von Meerbusch zu genüge. Mein Weg führte über weite Felder ausgeblühten Raps', einsame Landstrassen und endlose Kurven irgendwann mal wieder (denn hier war ich im letzten Jahr schon öfters) ins beschauliche Dörfchen "Lank-Latum". Hier liegt der Hund mit Rheinblick begraben und die Lank-Latumer nebelten meine Sinne mit Grillanzünder-Düften ein. Gut, dass ich vor dem Losfahren noch gegessen hatte. Lank-Latum, was für ein Name für ein Dorf. Wieder zu Hause habe ich mal bei Wikipedia nachgeschaut. Gewissenhaft haben die Lank-Latumer dort viel Wissenswertes eingepflegt, wahrscheinlich von einem der Ihren, der nach x-maligem Erklären seiner Herkunft am Strand von Mallorca die Nerven verlor und nur noch auf den Wikipediaartikel hinweisen wollte. Ganz schön alt ist dieser Stadtteil von Meerbusch, und ein wunderschönes Wappen mit Spargel und Erdbeeren hat es. Das wollte ich nur mal eben vorstellen. Denn aufgehalten habe ich mich dort noch nie länger, als es dauert, hindurch zu radeln, und das sind gefühlte 60 Sekunden.

Ausradeln

Am Freitag hab ich mein Rädchen fahrfertig gemacht (ein bischen pumpen, ein bischen putzen, ein bischen ölen) und hab die erste Spritztour dieses Jahres gemacht. Raus nach Kaiserswerth gings, über herrliche asphaltierte Feldwege, immer rheinab, der Sonne entgegen. In Kaiserswerth hab ich den Abend mit einem Eis belohnt und dann den Rückweg in den Biergarten angetreten. Soviel Sommerfeeling an einem Nachmittag war schon pures Glück - und so fühlte es sich auch an.Mein Rädchen macht Pause und genießt die Aussicht auf den Rhein.

Freitag, 11. April 2008

Erziehung durch Hupen

Gestern Abend wurde ich (fahrradfahrend) auf einer Strecke von zwei mal 3 km drei mal von Autofahrern angehupt. Das macht einen Schnitt von insgesamt einem Huper pro 2km. Ich bin entsetzt und fasziniert zugleich von dieser Aggressivität. Die Gründe fürs Hupen waren:
- einmal an einer völlig unbefahrenen Kreuzung bei Rot über die Strasse fahren;
- 250m gegen die Einbahnstrasse fahren (in Derendorf, da, wo dieser Puff ist);
- einmal unmotiviert mitten auf der Kreuzung stehen (gebe zu, das war nicht geschickt von mir,
aber ich mußte links abbiegen und das durfte man nicht, und der Fahrbahnverlauf war so irritierend, dass ich instinktiv gebremst habe. Da ich schon bei Dunkelorange gefahren bin, gehe ich davon aus, dass das hupende Taxi hinter mir, bei Rot gefahren ist. Wäre er stehen geblieben, hätt ich auch nicht gestört. Warum hupen die eigentlich ständig? Als ein Autofahrer in aller Seelenruhe aus einer Parklücke ausscherte und sich sekundenlang quer auf die Fahrbahn stellte, da hupte keiner. Ich dachte, man hupt, um jemanden "wachzurütteln", also darauf inzuweisen, dass er was tun sollte, wo er grade pennt. Scheint mir nun aber, dass man in Düsseldorf aus erzieherischen Massnahmen hupt. Komisches Volk.

Freitag, 16. November 2007

Winterklamottenkonfusion

Ich hatte mir eigntlich vorgenommen, nicht mehr über das Wetter zu schreiben, schon gar nicht darüber, wie mich diese Kälte, das gefühlte ewige Dunkel und der Blättermodder runterziehen. Gestern hatte ich aber so eine Winterklamottenkonfusion, daß ichauf Umwegen nun doch wieder drüber schreibe. Ich war wie immer mit dem Rad unterwegs. Meine neue, bunt-geringelte Gutlaunemütze tragend mußte ich schnell feststellen, dass die immer dann, wenn ich nach vorne gucke und den Kopf in den Nacken werfe, hinten hoch rutscht. Dann bildet sich oben ein dämliches Vakuum zwischen Haaren und Mütze und das sieht dumm aus. Angekommen, konnte ich mit meinen Handschuhen nicht den Fahrradschlüssel aus den hundert anderen Schlüsseln am Bund friemeln, so dass ich einen Handschuh auszog und zwischen die Zähne klemmte. Ui, das fühlte sich haarig an. Als ich die Handschuhe später in meine Tasche legte, zusammen mit der Mütze und dem reflektierenden Hosenklammer-Klettband, haben sich alle drei gegen mich verschworen und umeinander gewickelt und hinterlistig verklettet. Ich glaube, mir können nur noch ein Ganzkörperanzug mit integrierter Kapuze und ein Funk-Fahrradschloß helfen. Ist das jetzt die Marktlücke, die ich schon immer entdecken wollte? Gibt es solche Schlösser, wie beim Auto, auch für Fahrräder, wo man auf Knopfdruck alles abschließt? Am besten mit integrierter aufblasbarer Laterne, an die sich das Rad völlig selbständig ankettet, ohne dass die Finger beim durch-die-Speichen-ruckeln unvermeidlich mit Öl beschmiert werden?

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Linksketter

Heute morgen habe ich meine Hosenklammer aus Versehen am linken Hosenbein befestigt. Da macht sie aber nicht so viel Sinn wie am rechten, und wenn man nur eine hat, sollte sie wohl eher rechts ihren Job erfüllen. Dabei fiel mir dann auf, daß Fahrradketten samt Zahnkranz und dem daran haftenden Ölschmier immer auf der rechten Seite befestigt sind. Warum ist das eigentlich so?

Freitag, 20. Juli 2007

Radeln


Gestern Abend hab ich meinen müden Büropopo auf mein geliebtes aber vernachlässigtes Rennrad geschwungen. Ziel unbekannt, grobe Richtung Mettmann. Endlich mal wieder nen Berg hochfahren und sich wie ein Tour de France Fahrer auf dem Galibier fühlen. Mein Ausflug führte mich dann nach ca. 14km ins Neandertal, eine traumhafte Schlucht mitten im Wald. Rechts von mir ein kleiner Bach, die Straße astrein asphaltiert, leicht ansteigend auf dem Weg nach Mettmann, ein paar Motorradfahrer, die die ihnen gebaute Biker-Kneipe ansteuerten. Irgendwo, am tiefsten Punkt der Schlucht, gibts auch ein Museum und etliche Wanderwege und Infotafeln. Lohnt sich für einen Ausflug zu Fuß irgendwann mal.
Leider wurde meine Fahrt von permanent nörgelnden AUto- und Busfahrern getrübt. Hatten die alle Streß mit ihrem Chef, wars das schwüle Wetter oder hatten sie schlecht gesch...??? Ist doch meine Entscheidung, ob ich eine menschen- und autoverlassene Kreuzung bei rot überquere. Ich fahre nicht auf Radwegen, die von Scherben geschmückt, Wurzeln unterwachsen und dem Müll vorbeifahrender Autofahrer bedeckt sind. Ich bin auch nur maximal 50 cm breit, die Straße mindestens 8m - da kommt doch jeder vorbei. Und wenn mich jemand anhupt, der bei Tempolimit 50km/h mit 70 km/h an mir vorbeibraust, würd ich auch gern mal zurück hupen. Die Straße ist doch breit genug für uns alle, oder?

Dienstag, 10. Juli 2007

BikeIt Cologne verschoben

Die BikeIt Cologne ist kurzfristig auf einen noch unbestimmten Termin verschoben worden. Auch gut, hab ich ein bischen Pause und kann mich mal anderen Dingen widmen.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Genial


Folgendender Fund ist mir soeben buchstäblich ins Netz gegangen:
Gefunden habe ich das gute Stück in der Riesenmaschine.
Wer, wie ich, gerne mit dem Rad den Großstadtdschungel durchquert und dazu noch diese angeborene Neigung hat, gegen Glasscheiben oder Laternenpfähle zu laufen, kann diese Erfindung nicht wert genug schätzen.

Dienstag, 29. Mai 2007

Warmradeln


Bin beim Surfen über ein Event gestolpert, das sogleich mein Rennrädchen ein wenig nervös gemacht hat:
"Bike It Cologne - Ein Fahrradrennen für mehr Toleranz. Die Teilnehmer/innen können sich auf einen Rundkurs von 45 Kilometern freuen. Start und Ziel sind am Kölner RheinEnergieStadion. Damit beginnt die Strecke im Herzen der Kölner Sport-Welt und bindet auch die Nachbarstädte Pulheim-Brauweiler, Frechen-Königsdorf und Hürth-Berrenrath/ Gleuel mit ein."
Alle Details findet Ihr hier. Ich bin auf jeden Fall dabei. Bericht folgt dann demnächst hier.