Freitag, 10. Februar 2017
Mittwoch, 11. Januar 2017
Jahresfragebogen 2017
Äußerliche Veränderungen?
Leichter Trend zur Verwarlosung (Ringe unter den Augen, Chaosfrisur, Babykotze auf dem Jackenärmel)
Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Ein Kind mehr, dazu noch ein neues Auto.
Der hirnrissigste Plan?
Anzunehmen, dass das Leben mit zwei Kindern genau so weiter geht wie mit einem.
Darauf zu hoffen, dass 2 Monate Elternzeit mit Erholung gleichzusetzen sind.
Ohne Regenjacke nach Irland zu fahren.
Die gefährlichste Unternehmung?
Die Anzahl gefährlicher Unternehmungen geht gegen Null. Spontan fällt mir nur eub Windelwechsel auf einem Klettergerüst ein.
Die teuerste Anschaffung?
Unser neuer blauer Ford Grand C-Max mit Schiebetüren. Einfach gigantisch praktisch, wenn man 2 Kinder durch die Gegend kutschiert und ständig nur so megaenge Parklücken ergattert.
Das leckerste Essen?
Wie immer: der Klassiker: Scharfes Rindfleisch mit viel Knoblauch im Sichuan-Restaurant, Dublin; Auch sehr empfehlenswert: Gourmet Burger (Dublin)
Das beeindruckendste Buch?
Panikherz von Benjamin von Stuckrad Barre
Der berührendste Film?
HomelandIm Labyrinth des Schweigens
Das beste Lied?
Wir bleiben wach bis die Wolken wieder lila sind (Marteria)
Avenir (Louane)
Stimme (EFF)
Die meiste Zeit verbracht mit…?
Frau O. und den beiden Jungs und meinen Arbeitskollegen
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Dem kleinen Herrn O., dem großen Herrn O. und der tollen Frau O.
Vorherrschendes Gefühl 2016?
"Das kann ja jetzt wohl nicht wahr sein", in Bezug auf politische Ereignisse und die sich ausbreitende Unkultur in sozialen Medien über jeden und alles herzuziehen und unreflektiert Meinungen herauszuposaunen.
"Ich muss noch ein Dokument raussuchen", da wir für Adoption, Elternzeit, Kredite fast unsere gesamten privaten Dokumente-Ordner scannen und verschicken mußten.
Husten
2016 zum ersten Mal getan?
Einen Neuwagen gekauft.
Asthmaspray benutzt
Eine kleine Strecke im Linksverkehr gefahren.
Sticky Toffee Pudding gegessen.
2016 nach langer Zeit wieder getan?
Gebetet
Gezeltet
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
1. Terroranschläge
2. Trump
3. Brexit
4. Asthma-Diagnose
Was gibt Hoffnung für 2017?
Die ersten sehr positiven Überraschungen im Januar - dass sie weitergehen und was immer eine schützende Hand über unsere kleine Familie hält, dass es ganz viel Ausdauer hat.
Was beunruhigt mich?
Terror, AFD, Rechtspopulismus, Respektlosigkeit, Optimierungswahn
2016 war mit einem Satz:
Schlaflos und atemberaubend.
Eingestellt von claribu um 16:30 0 Kommentare
Dienstag, 10. Januar 2017
Jemineh und das große Egal
Ich benutze jetzt einen von diesen wiederbefüllbaren Kaffe-Berchern. Nachdem ich mir einen besonders schönen grünen Becher gekauft und ihn auch
tatsächlich drei Tage nacheinander benutzt hatte, wagte ich zum ersten Mal, laut über mein neues Projekt zu sprechen.
Vorbei die Zeiten, in denen ich täglich bis zu fünf Pappbecher wahlweise mit Tee oder Kaffee befüllt und nach dem Leertrinken im Papierkorb entsorgt hatte.
Ich würde mich jetzt bessern und aktiv zur Müllvermeidung beitragen. Das fühlte sich toll an.
Dann bemerkte ich, dass das Leben mit wiederbefüllbarem Becher so seine Tücken hat.
Ließ ich den leeren Becher nach Feierabend einsam im Büro zurück, stand ich am nächsten Morgen mit leeren Händen in der Kantine und mußte doch wieder
zum Pappbecher greifen.
Sagte ich spontan der Einladung eines Kollegen zu einem After-Lunch Kaffee zu, hatte ich natürlich nicht meinen grünen Becher zur Hand.
Er stand ja - halbvoll und ungespült - auf meinem Schreibtisch rum.
Ich stand vor einem Rätsel und sagte zum Jemineh: "Oh Jemineh, wie soll ich diesen Konflikt blos lösen? Gibt es einen ständig zur Hand - to-Go Becher?
Einen, der in jede Hosentasche passt? oder noch besser: Hosen, die schon mit eingebauten aufblasbaren To-Go Bechern kommen? Eine App vielleicht, die
den To-Go-Becher unmittelbar auf den nächsten zur Verfügung stehenden 3D-Printer schickt?" Das Jemineh sah mich entgeistert an und sagte:
"Was jammerst du denn so? Wenn du für jede Kaffe-Situation einen wiederbefüllbaren Becher hättest, dann wärst du ja da, wo wir jetzt mit den vielen Pappbechern
auch schon sind."
Und dann sagte das große Egal: "Genau. Du fährst ja schon jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit. Dann ist der ein oder andere Pappbecher auch egaaaal."
Ich schaute meinen schönen grünen Becher an, streichelte über die anti-Rutsch-Banderole, und sagte leise zu uns beiden: "Weiter gehts."
Eingestellt von claribu um 17:07 0 Kommentare
Mittwoch, 14. Dezember 2016
Der kleine König Dezember hat sich heimlich angeschlichen und thront über allem. Weihnachtsbäume, Glühweinduft und Geschenkekaufplanwahnsinn all über all. Herr O. ist mit seinen vier Jahren schon völlig verwirrt. St.Martin, Nikolaus, Weihnachtsmann - einfach zu viele Männer in roten Mänteln, die Geschenke oder mindestens Süßigkeiten bringen - oder auch nicht. Je nachdem wie lieb man ist. Bei so vielen Möglichkeiten, Schokolade abzustauben, kann man sich das ein oder andere Vergehen auch ruhig leisten. Spätestens am nächsten Tag lugt wieder ein klebriges Schokoweihnachtsmännchen aus irgendeinem Socken, Stiefel, Adventskalender oder Säckchen. Es wird auch nicht besser, wenn die Säckchen selbstgenäht sind und im Fersenknick ein liebgementes Pixi-Buch enthalten. Unterm Strich sammeln sich in diesen Tagen Kiloweise Schokolade & Co. an.
Das ist nicht unbedingt von Natur aus schlimm, seit ich aber festgestellt habe, dass der Zuckerkonsum bei kleinen Jungs proportional im Verhältnis zum Aktivitätslevel und damit einhergehend auch Aggressivitätslevel steht, bin ich schon vorsichtiger geworden.
Um dem ein klitzekleines Bisschen entgegen zu wirken, haben wir Herrn O. einen Playmobil-Adventskalender geschenkt. Garantiert süßigkeitenfrei. Er hat ihn aus lauter Begeisterung innerhalb von 3 Tagen vollkommen ausgeschlachtet. Jetzt hat er 2 Piraten mehr in seiner Sammlung, dazu noch 4 Mäuse und 3 Fische, die so klein sind, dass Junior es wahrscheinlich nicht einmal bemerken würde, wenn er sie verschluckt. In unbeobachteten Momenten wandern diese Kostbarkeiten in diverse Playmobil-Kleinkram-Dosen. Jene Dosen möchte ich bei Gelegenheit mal neu sortieren. Nach Thema (Piraten, Ritter, Polizei/Feuerwehr, Indianer, sonstige) oder Waffenkategorie (Pistolen, Gewehre, Axt, Pfeil und Bogen, Lanzen, Schwerter), Größe (leicht verschluckbar / schwer verschluckbar), oder Häufigkeit des Vermisstwerdens. Dazu müßte ich aber erst mal eine Statistik führen, welche Pinnöpel am häufigsten und unter den meisten Tränen und dem lautesten Gejammer gesucht werden.
A propos Gejammer: Kennt ihr schon das Jeminee? Wer das Jeminee noch nicht kennt, sollte sich unbedingt die CD "Der kleine Drache Kokosnuss feiert Weihnachten" anhören. Dort erfahrt Ihr alles über das Jeminee und seine spannenden Abenteuer. Leider ist es grade beim Weihnachtsmann ziemlich eingespannt, so dass ich es nicht zu seinen Plänen befragen konnte. Nur eine Kleinigkeit konnte ich ihm entlocken:
Das Jeminee geht bald auf eine große Reise. Wenn Weihnachten vorbei ist, macht es sich auf die Suche nach dem großen Egal. Warum es das tut und was es dabei alles erlebt, lest ihr dann hier.
Eingestellt von claribu um 18:00 0 Kommentare
Mittwoch, 30. November 2016
Mesut
Wit hatten das Thema schon mal. Damals entdeckte unser Großer auf einer Party ein Jesus-Bildnis und fragte mich, wer das denn sei. Nachdem ich ihm kurz erklärt hatte, dass das Jesus sei, ein Mann, der vor langer Zeit gelebt hat und coole Sachen gemacht hat, jetzt aber tot sei und im Himmel wohne, war sein Wissensdurst erst mal befriedigt.
Bis auf den Moment, als er fragte: Kommt dieser Mesut irgendwann mal wieder vom Himmel runter?
So ward der Mythos um Mesut und die göttlichen Super-Powers geboren.
Das Thema ruhte eine Weile und weckte erst vor ein paar Wochen wieder sein Interesse. Er hatte einer Geschichte gelauscht, die davon handelte, wie jemand aus dem erweiterten Bekanntenkreis an Herzversagen gestorben war. Tags darauf auf dem Weg zur Kita fragte er mich, ob Mesut auch ein krankes Herz hatte. Wusste ich jetzt nicht genau, aber ich erklärte ihm, dass Jesus wohl eher politische Probleme als Herzprobleme gehabt hatte. Und als er dann nicht locker ließ und unbedingt wissen wollte, wie er denn gestorben sei, sagte ich halt die ungeschminkte Wahrheit: Die Römer haben ihn ans Kreuz genagelt. Das beeidruckte ihn sehr.
So sehr, dass er sofort zur Erzieherin lief und ihr aufgeregt berichtete, dass die Römer den Mesut einfach ans Kreuz genagelt haben und der daraufhin verblutet sei. Die Erzieherin staunte nicht schlecht.
War sie doch grade dabei, die Kinder behutsam auf Weihnachten und die Geburt des Christkindes vorzubereiten. Da platzte die Nachricht unseres Sohnes im breaking-news-Stil schon ganz schön brutal in den Kita-Alltag hinein.
Als wir eine Großtante von mir - eine pensionierte Nonne - vorige Woche in ihrem Seniorenheim besuchten, erzählte er auch ihr ganz stolz die Geschichte von Mesuts Tod. Er ergänzte die dramatische Geschichte aber noch um weitere Details. Mesut sei nach drei Tagen unter der Erde in den Himmel gefahren und ist jetzt ein Geist. Meine Großtante war sichtlich beeindruckt.
Dieser Mesut ist schon ein cooler Typ. Herr O. ist offensichtlich schwer beeindruckt von seinen Super-Powers und versucht zur Zeit die Beziehung zwischen Gott und Jesus mit seiner kindlichen Logik zu erfassen. Da kommt noch so einiges auf uns zu, und ich sage euch, die Geschichte vom Weihnachtsmann, der durch einen Kamin klettert, wäre mir manchmal lieber.
Eingestellt von claribu um 20:54 0 Kommentare
Donnerstag, 17. November 2016
Ein Tag im November
Eingestellt von claribu um 19:30 0 Kommentare
Dienstag, 15. November 2016
Berlin 2016
Der Große nutzte die Zeit effektiv zum Schlafen und Hörspiel-Hören. Er war rundum glücklich und hielt die Fahrt gut durch. Leider zeigte der Junior uns durch anhaltendes Schreien sehr deutlich, dass Autofahren nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Das führte dann dazu, dass Frau O. den bequemen Co-Pilotinnen-Sitz gegen den mittleren Schleudersitz auf der Rückbank tauschen mußte, spätestens in Bielefeld eingeschlafene Beine hatte und ab Hannover dann still leidend ihr Schicksal in Starre ertrug. Ich hatte das Privileg, die Fahrt mit dem neuen Auto zu genießen, denn der C-Max fuhr schön leise und schnell und brachte uns sicher ans Ziel. Falls wir nächstes Jahr wieder nach Berlin fahren sollten – was bei Traditionen ja wahrscheinlich ist – plädiere ich allerdings stark für eine Fahrt mit der Bahn. Geht schneller, man kann zwischendurch aufstehen und die Kinder können jederzeit aufs Klo. Junior wird dann auch alt genug sein, dass wir nicht mehr Tonnen an Babyzubehör mitbringen müssen.
Die folgenden Tage waren geprägt von Kurze-Hosen-Wetter und viel frischer Luft, die wir vorzugsweise auf tollen Berliner Spielplätzen einatmeten. Ritterspielplatz und Hexenspielplatz in Schöneberg, 1000 und eine Nacht-Spielplatz in Neukölln, Krausnickpark in Mitte, Wasserspielplatz im Volkspark Friedrichshain um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wir besuchten Freunde, lümmelten uns auf der Picknickdecke im Park oder spielten Fangen auf dem Alexanderplatz (sehr zu empfehlen an einem Sonntag Nachmittag mit hunderten Touristen aus aller Welt!).
Eingestellt von claribu um 17:38 0 Kommentare