Dienstag, 15. Juli 2008

Beraterbank-Berater

Ich schreibe das hier jetzt bewußt so, weil dann dieses Geschreibsel quasi als direkte Metapher für das herhalten kann, über das ich im Prinzip eigentlich zu berichten gedenke: Die Beratungskompetenz der Beraterbank. Bin da Kundin seit in irgendeiner Form nicht anfaßbares Geld in meinem Besitz ist, sagen wir mal seit ca. 20 Jahren. Immer die gleiche Kontonummer, nix Aufregendes, bischen Girokonto, bischen Gespartes und gut. In der Zwischenzeit bin ich nun des öfteren umgezogen, aktueller Zwischenstopp ist bekanntermaßen Düsseldorf. Für die Bankberater dieser Bank hat der Oberbänker vor das Beraten das Analysieren gesetzt. Okay, solln se ja auch ruhig mal gucken, über was sie claribu sinnvollerweise beraten können. Und nun kommts: Sie rufen auf meinem Handy an, hinterlassen aber keine Nummer. Ich sehe "Anruf in Abwesenheit", blase Luft aus, tue nichts denn zurückrufen kann ich ja nicht, und warte bis das wieder und wieder passiert. Es passiert gefühlte sechs mal.
Dann, Callcenterdame am Apparat, will einen Termin zwischen Herrn S. von der Beraterbank in Düren und mir vereinbaren. Ich will aber keine 70km für ein Beratungsgespräch fahren und sage ihr das. Ach, sie wohnen ja garnicht in Düren. Sie können ihr Konto nach Düsseldorf umziehen. Ich will das aber nicht, will nur in Düsseldorf beraten werden. Das geht nicht. Herr S. kann nicht zu Ihnen kommen. Soll er ja auch nicht. Es gibt in Düsseldorf doch bestimmt auch Beraterbank-Berater. Ja, aber dazu müssen Sie erst Ihr Konto umziehen. Will ich nicht. Herr S. wird mich nun anrufen und am Telefon beraten. Ich bitte darum, das doch nicht immer mit versteckter Nummer zu tun. Sie meint, dass die Bank das zu meinem Schutz mache.
Damit kein anderer sehen kann, wer mich anruft. Ui, geheime Komandosache ist das, denk ich. Also gut, erwider ich, dann kann der Herr S. ja ruhig sechs mal anrufen, bevor es klappt. Wir haben aber nur drei mal bei Ihnen angerufen, sagt die Frau vom Callcenter, das steht in meinem Computer. Echt? Och, ich dachte Sie waren das ständig. Ne, wahrscheinlich gibt es noch andere Menschen, die versuchen bei Ihnen anzurufen. Könnte sein. Danke für den Tipp.

Freitag, 11. Juli 2008

RÖMERINNEN

Ich bin seit ein paar Wochen im AK Presse der Gay Games Köln 2010 aktiv. AK steht für Arbeitskreis. Tolles deutsches Wort, was? Das nur am Rande. Zur Zeit dreht sich alles um die neue Webseite. Seit einer Woche ist sie jetzt auch so online, dass sie jeder Mensch, der auf http://www.games-cologne.de klickt, sehen und bestaunen kann. Eigentlich haben wir die gesamte EM-Zeit damit verbracht, mit einem Auge Fußball zu gucken und mit den verbliebenen Körperteilen die Seiten mit Inhalten zu füttern.
Liebe Welt, verzeihe uns die kleinen Tipp- und Absatzfehler, wir bringen das bis 2010 schon wieder in
Ordnung. Gestern hab ich sämtliche Texte auf radikal-lesbische 'Innen'-political correctness geprüft.
Habe brav aus 'Sportlern' 'SportlerInnen' gemacht, aus 'Teilnehmermedaillen' wurden 'TeilnehmerInnenmedaillen' und aus aus 'Freunde oder Partner der Atlethen' wurden,...ja, is klar. Dann kam der Abschnitt über Köln, das ja bekanntlich von den Römern gegründet wurde. Kann mir jetzt mal irgend jemand sagen, ob ich daraus ein 'RömerInnen machen muß?

Freitag, 4. Juli 2008

Bürogeplapper II

Ich hab wieder was - gleich zwei diesmal.
"Beim besten Willi" und "Entschuldi-Gänse".
Kommentierung überlass ich euch...

Ich schenk mir selber was

Nach Hause kommen, auf einen Knopf drücken und meine Lieblingsmusik ertönt.
Dieser simple Wunsch wuchs wochenlang in meinem inneren Wunschzentrum heran und konnte durch keine noch so lieb gemeinte Alternative erstickt werden. Als das Habenwollen seinen spezifischen Grenzwert überschritten hatte, sah ich mich auf einschlägigen Webseiten um und spazierte duch die Mediamärkte und Satürne dieser Stadt. Doch das alle Wünsche erfüllende und zugleich erschwingliche Gerät wartete dort nicht auf mich. Die Kombination aus iPod-Docking Station, Radio, Wecker, Reiselautsprecher, tragbar&leicht und gutaussehend war entweder nicht.vorhanden oder viel zu teuer. Als ich die Suche schon fast aufgegeben hatte, stolperte ich dann über den hier: http://www.popcube.de/.
Sagenhaft! Gibts bei Spiegel zum Miniabo für 28 Euro gratis dazu. Kein Witz. Ich freu mich so!

Mittwoch, 2. Juli 2008

Getränke-Salat

Da hammer den Salat: Plötzlich scheint die Sonne wie verrückt von ihrem Himmel auf uns herab, daß alle Strassen dampfen und viel zu kurze Röckchen und Höschen den Blick auf Körperteile frei machen, die wir nur aus dem Pschyrembel kennen. Hinzu kommt dieser Riesendurst, der unserem Großhirn signalisiert, dass die gesteigerte Schweißproduktion um Auffüllung der Flüssigkeitsspeicher bittet. Auf meinem Schreibtisch reihen sich schon 3 Volvic-Flaschen auf: eine 1l und eine 0,5l ‚naturelle’ und eine neue mit Wasser in ‚Zitrone-Limette’-Geschmack. Schmeckt wie Spülwasser. Beim Trinken denke ich daran, wie in einer alten französischen Fabrikhalle Wasser in riesigen Bottichen mit Zitronen- und Limettenspritzern verrührt wird. So lange, bis man es den Franzosen als Spülmittel und deutschen Frauen als figurbewusstes Trendwasser verkaufen kann.
Wer stattdessen lieber zum Kakaotrunk greift – was vielleicht niemand tun will – der wird heute in Düsseldorf große Lücken im Supermarktregal finden. Nicht, dass das den Schokofreund traurig stimmen könnte, es ist eine Riesenschweinerei, denn literweise Kakao verdampft grade in Zeitlupentempo auf der Hoffeldstrasse. Irgendwie hat der zuliefernde LKW eine Wochenration Kakao nicht im PLUS sondern davor abgeladen – und zwar OHNE VERPACKUNG! Säuerlich riechende Kakao-Dämpfe wabern durch die sommerlichen Strassen, vermischen sich mit mehrfach erwärmten Hundekoten und brennen sich alle zusammen in mein kollektives Riechgedächtnis ein.
Gar nicht so doof, dass ich dieses reinigende Volvic gekauft habe

Samstag, 28. Juni 2008

Die Qual der Wahl

Was soll ich blos anziehen? Daß er sich diese Frage scheinbar nicht stellen muß, darum beneide ich den Bundesjogi. Aber daß man da mal nicht zu leicht schlußfolgert. Jeden Tag ein Polyester-Funktionsshirt in rot, weiß oder schwarz, mal mit, mal ohne Polokragen, mal kurz- und mal langärmlich und zum Auftritt am Spielfeldrand immer weißes Hemd. DAS weiße Hemd, das mehr hoffent- als vermutlich nach den Spielen in die Tonne wandert. Soviel Eigen- und Fremdschweiß wie das verbreitet. Trotz endlos scheinender Kombinationsmöglichkeiten im Anziehbereich, ist es ja doch irgendwie klar: Sonntag zieht er wieder ein weißes Hemd an. Mir ist derweil überhaupt nicht mehr klar, was ich tippen soll. Gegen Deutschland zu tippen verbietet sich. Das macht man nicht, es könnte gar Unglück bringen. Doch jetzt ist die Wahl groß. Schaffen sie das vor dem Elfmeterschießen? Dafür spricht ja, daß nicht schon wieder ein großes Finale im Elfmeterschießen entschieden werden sollte. Also maximal 4 Tore für den Sieger. Bedenkt man, daß die Abwehr immer gewackelt hat, die Anzahl der Gegentore 0,2,0,2,2 lautet, und daß, wenn gewonnen wurde, das mit einer Ausnahme (Polen) mit einem Tor Unterschied geschah, dann ist doch eigentlich alles klar: Deutschland gewinnt 3:2.
Ob ich diesen Tipp tatsächlich abgebe, verrate ich noch nicht. Da ich in einem Tippspiel führe und in einem anderen weit vorne liege, schleicht sich so langsam die Angst vor dem falschen Tipp ein. Ich kann die Jungs echt verstehen, wenn sie mit schweren Beinen auf dem Platz stehen und die Hosen voll haben. Gut, dass ich wenigstens weiß, was ich am Sonntag anziehe.

Freitag, 27. Juni 2008

Bulgarien

Letzten Mittag stand 'Bulgurpilaw' auf der Speisekarte meines Lieblings-Essplatzes für Mittagspausen,
der Alten Metzgerei in Düsseldorf Flingern. Obwohl schwer auszusprechen und nicht ganz sicher, was es sein könnte, entschied ich mich mutig für das fremdländische Gericht. Da fast jedes Gericht eine Delikatesse ist, konnte ja kaum was schief gehen. Der erste Löffel schmeckte bereits himmlich und nicht nur am Himmel ging die Sonne auf. Geht doch nichts über ein köstliches Mittagessen in angenehmer bürofernen Wohlfühlatmosphäre. Geniessenderweise belauschte ich meine Tischnachbarin, geschätzte 70, im Gespräch mit einem hellblau behemdeten, dünnhaarigen Herren.
Frau: "Was ist das, wenn ich fragen darf?"
Mann: "Bulgur."
Frau: "Kenn ich nicht, ist was neues, ne?"
Mann: "Nö, eher alt. So ne Art Reis. Schmeckt gut. Isst man, glaub ich, viel in Russland."
Frau: "Ich dachte jetzt Bulgarien"
Mann: "Bulgarien?"
Frau: "Ja, wegen dem Namen."
Mann: "Es heisst aber doch Bulgur."(betont das 'U')
Frau: "Kommt draufan, wie man das ausspricht."
Mann: "???"
Frau: "Na, guten Apetit dann."
Mann: "Danke."