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Montag, 10. November 2008

Einwohner melden

Morgen früh wollen wir zum Einwohnermeldeamt. Mal sehen, ob wirs diesmal schaffen. Man muß nämlich so früh aufstehen wenn man nicht stundenlang auf die Anzeige mit den Nummern starren will. Wie eine Katze, die jedemal, wenn der Schrank aufgeht, denkt, man nähme eine Dose Katzenfutter ganz alleine für sie raus. Aber vielleicht ist da ja morgen nicht so viel los, weil ja der 11.11. ist und die Menschen lieber jeck als aufm Amt.

Montag, 3. November 2008

Handwerkerknigge

Unser neuer Kleiderschrank hatte sich für heute Nachmittag angekündigt. Groß, weiß und mit Schiebetüren, so ganz ohne Spiegel oder ver(un)zierende Halbkreise. Völlig ohne Schnickschnack und moderne Grüntöne. Zwischen 14:00 und 17:00 Uhr wolle man kommen. Als es um 16:39 dann endlich klingelte gab ich mir alle Mühe, erfreut und locker auszusehen. Was sollte ich auch sagen? Daß ich um 13:45 Uhr das Büro verlassen, und die Chance, meine Firma aus der Finanzkrise zu retten für heute ungenutzt gelassen hatte? Daß ich seit 14:00 Uhr die Zeit mit Waschen, Bügeln, Gardinenkürzen ausgefüllt hatte und mich einer Hausfrauendepression näherte? Naja, dabei konnte ich ungeniert laut Radio hören und mich über Frau Ypsilantis Desaster schlapp lachen. Mensch, Frau Ypsilanti, ich weiß et nich.
Jetzt sind die beiden Herren bei der Arbeit und im Hintergrund schurren die Akkuschrauber. Ein herrliches Gefühl, daran zu denken, wie meine Anziehsachen bald ihren Weg aus den Umzugskartons in ihr neues Heim antreten werden. Gibt man den Schrankaufbauern eigentlich Trinkgeld? Weiß das jemand? Immerhin schrauben sie 2 Stunden an dem guten Stück, und dafür, dass sie vorher alles in die zweite Etage schleppen mußten, können sie ja auch nichts. Aber sie werden ja auch für den Job bezahlt. Ich bekomme ja auch kein Trinkgeld. Hm, aber ich bin ja auch keine Handwerkerin. Beim Frisör drück ich ja auch 2 Euro in die Spardose. Wahrscheinlich werd ichs genau anders machen, als mir hier jemand rät. Ich sag mal nicht, wozu ich mich entscheide. Ich will ja die Wahl vorher nicht beeinflussen...

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Erste Möbel



Am Montag war ich bei Ikea. So ganz konkret, also mit wasserwagengenauer Präzision, kann ich gar nicht sagen, was ich dort genau wollte. Ein Besuch bei IKEA gehört zu einem Umzug nun mal einfach dazu, so selbstverständlich wie der Nachsendeantrag, der Sperrmüll oder die notorisch knappen und viel zu schwer befüllten Umzugskartons. Mein Bauch flüsterte mir schon seit Tagen zu „Fahr zu IKEA. Fahr zu IKEA. Das macht Spaß.“
Mein Kopf konterte mit einem verzweifelten Aufschrei von „Laß es sein. Du kaufst nur wieder Dinge die dann doch nicht passen oder die sich als weniger hübsch entpuppen als in der durchgestylten IKEA-Kulisse angepriesen. Und denk an all die nörgeligen Kinder und die lange Wartezeit beim Bezahlen und die Bauchschmerzen nach dem Hotdog danach.“
Es half nichts. Der Bauch siegte und ich fuhr, zugegebenermaßen ein bisschen angespannt, um 9:45 Uhr hin. Das schlechte Gewissen konnte nur mit einem frühst möglichen Angriff auf die bunte Bretterwelt beruhigt werden. Ja nicht auch noch Schlange stehen und sich vom Kopfgefühl bestätigt fühlen.
Ich fand sofort einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Eingangs, einen von denen, die sich direkt an die Behinderten- und Familienparkplätze anschließen. Dann trollte ich mich durch die sogenannte Ausstellung und machte mir ganze zwei mal Notizen auf einem „Mach Dir Notizen“-Block. In der Markthalle ließ ich mich ein paar Mal verführen und stopfte gedankenverloren ein paar optional multifunktionale Textilien in den Wagen.
So stand ich also um 11:00 Uhr schon an Position 2 einer Kasse und überschlug vorsichtig den Warenwert in meinem Einkaufswagen. Immerhin hatte ich nicht auf einen mit Platte und Schiebebügel zurückgreifen müssen. Dafür war mein Standardtrolley aber lückenlos gefüllt und die zu zahlende Summe völlig überraschend in jenen Regionen, die dem Kopfgefühl glasklar den Lorbeerkranz des Siegers aufsetzten. In der neuen Wohnung angekommen stellte sich auch sehr schnell die prognostizierte Ernüchterung ein: „Molger“ war zu hoch und „Vika Amon“ zu breit. Ich war vorübergehend deprimiert. Nicht restlos am Boden zerstört, erschlagen von den Trümmern meiner planerischen Unfähigkeit, nein, einfach nur ein bisschen ernüchtert. So, als wenn man seine strahlend weiße Bluse beim Spaghetti-Bolognese-Essen mit Soße bekleckert und verdutzt, das Dilemma betrachtend, an sich runterschaut.

Doch so viel Arbeit lag noch vor mir, dass ich schnell jedem Hauch einer Umzusgdepression den Garaus machte. Gestern kündigten sich die Karton-Lieferung, die Sofalieferung und eine Nachmieter-Wohnungsbesichtigung gleichzeitig an. Mein virtuell in drei Teile gerissener Körper drohte zu implodieren. Als dann die Wohnung gezeigt, die Kartons geliefert und die Sofateile abgeladen waren, jegliche geistige wie physische Bewegungsenergie zum Übergang in den Ruhezustand angesetzt hatte, klingelte mein Handy. Eltern!!! „Wir dachten, wir kommen mal ganz spontan vorbei.“ Kann man da „nein“ sagen? Immerhin musste ich mir keine Gedanken ums Aufräumen oder Putzen machen. Es war mir eigentlich ziemlich egal, sollten sie kommen, vielleicht tat eine erzwungene Pause ja auch mal gut. Papa brachte dann auch die Stichsäge und eine große Auswahl an Inbusschlüsseln mit, so daß Molger jetzt nicht mehr zu hoch ist und das neue Sofa nicht mehr aus Einzelteilen besteht. Mama putzte ein bisschen (das tun wohl alle Mütter) und dann tranken wir gemütlich Kaffee im Cafe Rekord. Die Wohnung gefiel ihnen außerordentlich gut, die Gegend sei ja auch ganz toll und Oma habe gemeint, jetzt werde ich ja doch noch endlich erwachsen.
So viel Lob an einem Tag war genug, und ich habe beschlossen, den Feierabend mit einer ordentlichen Sofa-Einweihungs-Probeliegen-Session einzuläuten.

Freitag, 10. Oktober 2008

Umzugsplanerei

Wenn ich eins nicht leiden mag, dann ist das Chaos. Regenwetter, Schlangestehen und Mückenstiche mag ich genau so wenig, aber die lassen sich ja meist nicht vermeiden. Das Chaos, das sich zwangsweise bei einem Umzug ankündigt, schon eher. So sitze ich schon seit ein paar Wochen über mehreren Excel-Listen und verwalte Umzugsgegenstände. Was muß in Kisten, was haben wir an Möbeln, was kommt auf den Sperrmüll, was muß noch gekauft werden, welche Anschlüsse
müssen wir ummelden, wann machen wir was und wer kann helfen. Dadurch entsteht erst mal eine gewisse Übersicht und Planbarkeit - was allerdings noch kein einziges Regal vom Fleck bewegt hat. Nächste Woche geht’s dann richtig los. Kartons müssen gepackt, Regale abgeschraubt und zerlegt werden, Lampen und Bilder abgehangen, Klamotten einpacken, blablablub und wuselwusel wusel. Nach Einzug wurde uns schon eine zweiwöchige Wartezeit auf die Re-Aktivierug unseres DSL-Anschlusses in Aussicht gestellt. Das wird hart. Vielleicht haben wir ja einfach Glück und sie schalten uns schneller frei. Vielleicht haben wir ja sogar noch mehr Glück und die Heinzelmännchen kommen über Nacht.
Ach, wenn das doch alles schon vorbei wäre. Immerhin hat es schon angefangen. Unser neues Zuhause ist fertig renoviert, die ersten Umzugsbiere sind getrunken und die Möbelpacker bestellt.
Der Weg ist das Ziel oder der Umzug ist der Einzug.

Sonntag, 28. September 2008

Ausgebrütet

Frau O. und ich sitzen seit gut zwei Monaten auf einem großen bunten Ei und brüten es aus.
Da an diesem wunderbaren Herbstwochenende das Wetter herrlich und die Luft angenehm warm war,
beschließe ich nun wagemütig das Kleine einfach mal schlüpfen zu lassen.

Wir hatten ja schließlich eingehend Zeit uns mit unserem Heimatstadtteil Düsseldorf-Flingern mal ein
wenig genauer zu beschäftigen. Nachdem ich in einem fligner-o-philen Blog einen Eintrag mit dem Titel
"Flingern ist Köln" gelesen habe, ist auch der letzte Ansatz von grobem Zweifel in mir besänftigt.
Wenn ich auch die Argumente des Autors nicht alle nachvollziehen kann, hat die Aussage an sich doch was von einer verheißungsvollen Prophezeiung. Das find ich gut.
So manch findiger Design-Kaspar hat ja schon festgestellt, daß im Stadtteil-Namen das Wort'gern' steckt, worauf dann auch flugs der Verein Flin-gern e.V. gegründet wurde. Stadtteil-Feste, Initiativen, Vereine und darüber berichtende Blogs von selbsternannten flingeraner Botschaftern sprießen aus den Böden zwischen Ackerstrasse und Grafenberger Allee, und beim täglichen Feierabendbier im Cafe Record oder im Nooij oder auch gerne sonstwo tauscht sich die flingeraner Boheme über den neusten Tratsch aus.

Und mittendrin die Frau O und ich - bei Kaffee und Kuchen am Tisch, auf dem Sonnenbalkon,
angrenzend an zweiundneunzig quadratische Meter, die voller Ungeduld mit den Hufen
scharren, von uns nun befüllt zu werden mit den Kisten vom Umzugskarren.