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Dienstag, 15. Juli 2008

Abenteuer

Morgen starten Frau O. und ich in ein 12-tägiges Abenteuer. Früh morgens gehts mit dem grünweißen Flugzeug dahin, wo der Regen wohnt. Wir werden dem irischen Plitsch und Platsch brav ein "Hello, nice to meet you" entgegen schmettern, und uns dann um die geschwängerte Familie und Freundinnenschaft kümmern. Eine Zugfahrt in den Süden ist diesmal genau so neu wie die definitive Absicht das knüppelharte Fitnessprogramm unserer heimischen TrainerInnen endlich auch "abroad" mal durchzuziehen. Ob mich die widrigen Wetterverhältnisse oder Schwimmbäder mit ungeeichten Bahnlängen von meinem Vorhaben abhalten werden, wird sich spätestens am 24. und 25. Juli in Barcelona zeigen, wenn ich dort bei den sagenumwobenen EuroGames an den Start gehe. Ich will garnicht daran denken, wie ich mich nach 50m Delphin fühle, wissend, ich muss noch 150m weiter schwimmen. Nein, keine Chance Ihr europäischen Schwimmlesben, die ihr danach lechzt, daß ich auch nur den Ansatz einer Schwäche zeigen könnte. Wie ein Torpedo werde ich durchs katalanische Wasaser pflügen, meine Arme werden elegant wie Albatrosschwingen über der Oberfläche kreisen, mein Kopf wird kühl und berechnend sein, mein Anschlag exakt getimed. Ihr habt keine Chance, vergeßt es, denn Ihr habt nicht das Trainingslager in Übach-Palenberg überlebt, nicht bei Minusgraden im Freibad trainiert und keine 100-Liter Infusion irischen Tees erhalten.

Und vor zwei Stunden im Freibad, lausekalt, fette graue Regenwolken am Himmel, der Wind pfeift durch die Ritzen der Umkleidekabinen. Ich rubbel mich irgendwie warm, will nix wie weg nach Hause ins 'Warme', da fangen neben mir zwei Mädchen an zu singen, als sei draußen 30 Grad und Sonnenschein.
"...let me take you by the hand I lead you through the streets of London and show you something to make you change your mind." Das war richtig herzerwärmend. Was soll da noch schief gehen?

Freitag, 20. Juni 2008

Fit werden

Geschätzte 8000m, gefühlte 20km Wasser verdrängt, zentnerschwere Medizinbälle balanciert,über Bänke gerobbt, an Seilen gezogen, Knie gebeugt und minutenlang geliegestützt. Die Horrorgeschichte unseres Schwimmtrainingslagers ließe sich wohl so einleiten.Und wäre da nicht der romantische Charm von Übach-Palenberg mit seiner verführerischen Shoppingmeile und der einladende Duft panierter SChitzel mit Fritten aus der Sportlerkantine der Willi-Isenberg-Sportschulegewesen, man könnte wahrlich glauben, wir hätten es genau so gewollt. Körperliche Schmerzen, seelische Pein undmörderische Qualen zur Vorbereitung auf die EuroGames in Barcelona Ende Juli.Ein bischen weh tats schon. Wir wollen ja auch schnell werden und schön schwimmen. Ohne Einsatz geht da nichts.Doch wurde auch an der Ästhetik der Eintauchphase gefeilt, neue Bademode eingeschwommen und Bauchmuskeln angespitzt.Und weil das alles Berge von Kalorien verbrennt, futterten wir uns einmal quer durch das Süß-und Salzig-Sortiment vonAldi während im Fernsehen teilweise als gutaussehend empfundene Männer mit dem Fußball spielten.Festzuhalten gilt: Die schweißabsorbierenden Funktionsunterhemdchen stören beim Trikottausch, Nahaufnahmen werdenimmer von den falschen Spielern gezeigt, Sprinttraining wird nie seinen Schrecken verlieren und Barcelona kannsich warm anziehen.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Weihnachtszeit

Zwölf (12!!!) Tage ohne online zu sein. Naja, fast. Ein paar mal hab ich in Irland online die FAZ gelesen und dann hab ich noch versucht, mich für die EuroGames 2008 in Barcelona zu registrieren. Das ist mir, wie allen Bekannten mit denen ich bisher gesprochen habe, nicht gelungen. Die Webseite der Veranstalter würde ich sowieso gerne einer mehrseitigen Kritik unterziehen, aber nicht hier und jetzt. Trotzdem will ich da hin und ihnen mein Geld geben, aber das wollen sie anscheinend nicht. Über diesen Vorfall werde ich hier sicher noch öfter schreiben, wenn die Katalanen mal aus ihrer Siesta auferstehen und meine E-Mails beantworten.
Gut. Ich war eine Woche in Irland bei meiner Schwiegerfamilie und anschliessend haben wir drei Tage incl. Silvester in Berlin verbracht. Zu meiner Überraschung lief alles wie am Schnürchen. Alle Flugzeuge, Busse und Bahnen waren pünktlich, ich habe mich nicht vor der Verwandtschaft blamiert, mein Magen hat sich entschieden, das irische Essen zu verarbeiten, ich bin weder ernsthaft verletzt noch krank und auf dem Konto gibt es tatsächlich noch Plus. Da es kein Ereignis gab, das besonders erzählenswert war, alles zusammen aber sehr intensiv, anregend, unterhaltsam und erlebnisreich war, möchte ich gerne ein paar meine Favourites als Stichpunkte auflisten:
- am heiligen Abend in Dublin City im Pub mit vielen vielen Iren versackt (urig)
- am Weihnachtstag meinen ersten richtigen Turkey gegessen, danach drei verschiedene Kuchen, brav alles probiert und aufgegessen (satt)
- am Steven's Day Joggen gegangen mit herrlichem Panoramablick aufs Meer (traumhaft)
- mit drei neuen Kochbüchern beglückt worden (schwer)
- irish Tea Time am Kaminfeuer mit Pianomusik genossen (sündhaft teuer, wars wert)
- im zweitältesten Haus Berlins gespeist, Restaurant 'Zur alten Schmiede' in Mitte, hat am 31.12. geschlossen (lacker, wa)
- Schlittschuh gelaufen und noch rückwärts übersetzen gekonnt (stolz)
- Silvesterparty in der Kulturbrauerei gefeiert (einfach und schön)

Ich möchte allen Leserinnen und Lesern ganz viel Glück, Gesundheit und Gutes für 2008 wünschen.

Freitag, 7. Dezember 2007

FVV X-Mas Turnier

Heute gehts nach Frankfurt, zum FVV X-Mas Turnier, sicherlich eines der traditionsreichsten schwullesbischen Multisportturniere überhaupt. Nachdem mirmein Arzt heute morgen sein 'ok' gegeben hat, werde ich mich über 400m Freistil,100m Lagen und 50m Brust versuchen. Da ich seit Wochen Schmerzen in der rechten Schulter habe, konnte ich kaumtrainieren und fühle mich wie ein eingerostetes Wrack. Da die Schulter aber nicht ernsthaft verletzt sondern nurleicht verschlissen ist, werde ichs wagen und die Herausforderung annehmen. Ein fast noch größeres Wagnisist die bevorstehende Übernachtung beim sogenannten 'Hosted Housing'. Kein 5-Sterne Hotel diesmal, sondern Luftmatratze und Schlafsack. Letzteren konnte ich schon mal nicht finden. Liegt - seit mindestens 5 Jahren ungenutzt -unter zentimeterdicker Staubschicht auf dem Dachboden, unter Umzugskisten, und Ikea-Regalteilen versteckt.Gleich zwei Weihnachtsfeiern in dieser Woche inklusive übermäßigem Alkoholverzehr und Schlafmangel tragen weiterhindazu bei, daß ich mich nicht grade wie die 18-jährige Franzi vor ihrem grandiosen Berliner Comeback fühle.Ich brauche dringend Vitamine, Schlaf und Ruhe und stürze mich stattdessen in ein homosexuelles Sportvergnügen,garniert mit Äppelwoi, lauter Musik, viel Gequassel und noch mehr Schlafmangel. Doch - was solls - wie gesagt - hauptsache, es macht Spass!
Ich hoffe, nebenbei auch ein paar alte Orga-Hasen und Häsinnen zu treffen, die ich dann über den Stand der EuroGamesBarcelona ausquetschen kann. Dort wird nämlich schon seit Wochen der Beginn der Online-Registrierung verschoben, auf mittlerweileschon den 21. Dezember. Finde das sehr merkwürdig und will mich endlich dort anmelden.

Freitag, 20. Juli 2007

Antwerpen EuroGames



Nach überlebtem CSD in Köln standen sofort im Anschluß die EuroGames in Antwerpen auf dem Programm. Wenn auch auf den ersten Blick artverwandt, so handelt es sich doch um zwei recht gegensätzliche Veranstaltungen. Antwerpen begrüßte von Donnerstag bis Sonntag ca. 3000 Sportlerinnen und Sportler aus ganz Europa. Registrierung, Eröffnungsveranstaltung, Beflaggung, Bespaßung, Wettkämpfe, Wetter und Gastfreunlichkeit waren sehr angenehm. Ich habe eine Silbermedaille über 200m Lagen gewonnen, die mich mächtig stolz macht. Zudem haben wir mit der 4 x 50m Freistil-Staffel den dritten Platz belegt.
Ich bin nur einmal von einer Mücke gestochen worden, was auch ein Erfolg ist.
Geschlafen und Gefrühstückt haben wir mit 8 weiteren Rheinperlen, einer Delfinin und einem Upstream Amsterdamer bei mdme Vermiere. Die nahezu weltberühmte belgische Künstlerin beherbergte uns in ihren antiken Gemächern, kochte uns Kaffee, versorgte uns mit 20 Sorten selbstgemachter Marmeladen, erzählte von den 5 Kindern, die sie in 3 Jahren zur Welt gebracht habe und schmierte uns streng rationierte Picknickbrote. Entgegen vieler Gerüchte haben wir immer lecker gegessen - sowohl bei madame als auch in diversen Antwerpener Restaurants. Erwartungsgemäß gab es viele Biersorten, Fritten an jeder Ecke und stellenweise etwas übertriebenes laissez-faire. Zur großen Verwunderung meiner bald-Frau hat Antwerpen eine extrem hohe Dichte an Irish Pubs, einer davon sogar als mobile Touristenattraktion. Man gruppiert sich auf Barhockern um eine ovale Theke, unter der sich Fahrradpedale befinden. In die tritt man dann mit seinen durch das oben nachzukippende Guiness gestärkten Beinen und bewegt sich so in Richtung seitwärts vorwärts. Dazu erschallt irische Fiddle-Musik.

Samstag, 7. Juli 2007

Sport

A propos 'Jetzt gehts los'. In den kommenden 5 Wochen habe ich mich für insgesamt 4 Wettkämpfe angemeldet. Vom 12. - 15. Juli bin ich bei den EuroGames in Antwerpen. Dort werde ich aber nur schwimmen (2 x Staffel und 2 x Einzel). Am 22. Juli nehme ich in Köln am BikeItCologne zu gunsten der GayGames teil. Das ist ein kleines Radrennen durch Hürth-Kleinkleckersdorf und soll den Vorstädterinnen und Vorstädtern das Grossevent im Jahre 2010 näher bringen. Hoffentlich halten sie uns nicht für verspätete G8-Demonstranten.
Am 04. August druchquere ich den Zürichsee. Schlappe 1,8 km wollen durchschwommen werden. Am 12. August starte ich noch in Zülpich beim dortigen Triathlon. Wenn ich diese Veranstaltungen alle bewältigt habe, dürfte ich wohl fit genug sein, am 14. September ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.