Sonntag, 17. Mai 2015

Philosophisches

Fragen, die mir unser Sohn an diesem Wochenende stellte:


  • Auf meine Erklärung, dass die Wassersprenger auf dem Hockeyplatz heute während der Halbzeitpause nicht angeschaltet werden, fragte er "warum?". Ich erwiderte, dass das Wasser heute keine Lust habe. Daraufhin er: "Wo ist denn die Lust, Mama?"
  • Am Freitag wollte er unbedingt mit zu mir ins Büro anstatt in die Kita. Er schaute mich ganz überzeugt an und sagte, "Das ist nicht langweilig". Er sagte das, weil ich ihm auf diesen Wunsch schon mehrfach geantwortet hatte, dass es bei mir im Büro total langweilig sei. (Sorry, Chef!) Als ich ihm nicht schnell genug antwortete, sah er mich mit ganz großen Augen an und meinte: "Mama, was ist "langweilig"?"
  • Heute auf dem Weg zur Mülltonne erklärte ich ihm, dass wir heute keine Zeit hätten, im Keller noch länger zu bleiben und Verstecken zu spielen. "Wo ist denn die Zeit?"

Freitag, 15. Mai 2015

Frau Töse

In unserem Stadtteil gibt es samstags immer einen netten kleinen Markt mit Blumen-, Wurst-, Obst-und Gemüseständen, einem Kaffeewagen, einem Bäcker und auch einem Fischstand. Die Fischfrau, die vom mayonnaisigen Heringstipp, fast-fang-frischem Lachs und trendigem Algensalat bis zum Kater-Killer-Kibbeling frisch aus der Fritteuse alles verkauft, ist besonders bei den Kindern besonders beliebt, da sie halbe Fischfrikadellen verschenkt. Will man eine ganze, kostet das 1,- Euro. Der ist aber wohl eher symbolisch zu verstehen. Der Andrang ist immer groß und die Fritteuse, die ganz nebenbei auch noch den bei Senioren so beliebten Backfisch frittiert, ist im Dauereinsatz.
Bis auf letzten Samstag. Da machte es ganz laut "PENG!", es zischte und rumorte und sogar ein paar Flammen schlugen an die Wände des nicht mehr so ganz fangfrischen Fischwagens. Für die Fischfrau ein dramatisches Ereignis, denn meiner Einschätzung nach macht sie mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Frittiertem. Sie wirkte also nicht umsonst leicht traumatisierte, als Herr O. und ich an ihren Tresen traten um eine Fischfrikadelle zu bestellen. Sie sah übel mitgenommen aus und schien auch mental eher im Reich der Fische zu schwimmen als mit beiden Beinen sicher auf dem Boden ihres Wagens zu stehen. Unserem Sohn erklärte sie dann ausführlich, was alles passiert war, und dass es nun folglich heute keine Fischfrikadellen gebe. Ihm kamen fast die Tränen, doch dagegen gab es immerhin ein paar tröstende Gummibärchen, die das Leiden im Nu linderten.

Morgen ist wieder Samstag und die Fritteuse hoffentlich repariert. Die Welt könnte kaum schöner sein.

Herr O. ist aber immer noch mit der Verarbeitung dieses Traumas beschäftigt. Die Worte "Fritteuse", "kaputt", "Feuer", "keine Fischfrikadelle", "reparieren" beflügeln seine Fantasie, so dass immer neue Geschichten daraus erwachsen. Ist aber auch ein Jammer, wenn Frau Töse explodiert!

Montag, 11. Mai 2015

Frühlingsurlaub in Dublin

Wir waren mal wieder in Dublin. Diesmal für eine Woche und mit dem ganz besonderen Ziel, den runden Geburtstag von Frau O. zu feiern. Herr O. und ich wollten diese Party natürlich nicht verpassen und reisten als schmückendes Beiwerk mit auf die grüne Insel. Die Insel zeigte sich leider nicht von ihrer besten Seite - oder anders gesagt, sie tat einfach das, was man von Irland erwartet. Um es kurz zu machen: Es regnete und stürmte ganz ordentlich.
Als outdoor-erprobte Mamas konnte uns das aber nicht davon abhalten, die Gegend um Knocknashee ein wenig unsicher zu machen. Junior war diesmal ganz besonders agil und testete jegliches Gefährt, das ihm in die Finger kam: Scooter, Laufrad, Elektroauto, Dreirad und Auto (das allerdings ohne laufenden Motor). Beinahe hätte er noch eine Runde mit Opas Rasenmäher gedreht, aber da kam zum Glück eine Regenschauer ganz passend vorbei.
Unser letzter Besuch in Irland liegt fast ein Jahr zurück, und an nichts kann man den Lauf der Zeit besser verfolgen, als an den Fortschritten und Veränderungen eines Kindes. Herrn O.s Horizont hat sich extrem erweitert, was zur Folge hat, dass ein simpler Besuch auf dem Spielplatz um die Ecke kein besonderes Erlebnis mehr ist. Ein Spielplatz muss mittlerweile auch mehr als Rutschbahn und Schaukel bieten. Ein Spazierganz durchs Einkaufszentrum - an Weihnachten noch ein Highlight wegen der vielen Lichter und Rolltreppen - diesmal eher mittelspannend. Strassenbahnfahrten begeistern ihn glücklicherweise noch und die ein- oder andere Treppe lädt ihn auch noch häufig zu einer Kletterchallenge ein. Wieso nicht mal die Stufen rückwärts runterspringen?
Höhe und Geschwindigkeit üben eine immer stärkere Faszination auf unseren Sohn aus, so dass das Tragen eines Helmes selbst mir als heftige Helmkritikerin durchaus einleuchtet. Nur, dass dann, wenn er mal wirklich Sinn machen würde, natürlich keiner zur Hand ist. Wie z.B. bei einer Sturzfahrt auf der Seilbahn, die fast ungebremst gegen so eine Art Wand fährt und dann Vollkaracho zurückknallt. Ach ja, Eltern und ihre Ängste um die lieben Kleinen. Ich gebe zu, ich bin schon relativ risikofreudig und lasse unseren Sohn auch gerne experimentieren. Als er aber mit dem Scooter den Berg runterfuhr und offensichtlich die Kontrolle über das immer schneller werdende Gefährt verlor, da hoffte ich schon, dass er in den Busch statt gegen die Mauer fahren würde. Und das tat er ja dann zum Glück auch. Der Scooter. Herr O. war clever genug rechtzeitig abzuspringen. Da war ich aber mächtig stolz.

Ich bin immer wieder fasziniert, welche Energie ein 2,5-jähriger entwickeln kann. Stundenlang einem Fußball hinterher zu laufen ist überhaupt kein Problem für ihn. Er rennt, klettert, springt und redet wie ein Duracell-Häschen. Manchmal bin ich ein bisschen neidisch über diese Ausdauer. Mit viel Mühe schaffe ich es ihn zu Trinkpausen zu überreden, damit ich auch ab- und zu mal Pause machen kann. Er ist da gnadenlos zu sich und vor allem zu mir. Immerhin hat er jetzt verstanden, dass Mama "Aua-Rücken" hat, und das das nicht besser wird, wenn er immer auf Mamas Arm will. Klappt nicht immer, aber immer besser. Mama macht jetzt fleißig Rückengymnastik und Sohnemann geht selbständig die Strasse entlang.

Was sonst noch in Dublin geschah?

  • Der Fuchs darf nicht auf Opas Wiese Pipi machen
  • Wenn die Männer im Himmel das Dach aufmachen, regnet es, wenn sie es schliessen hört es wieder auf
  • Pommes mit Butter ist eine Möglichkeit
  • "Ich bin schon ganz groß"
  • und ganz neu - vom Marktbesuch am Wochenende: "Die Frau Töse hat gebrannt". (Er meint die Fritteuse der Fischfrau, die dann keine Fischfrikadellen mehr frittieren konnte, was ein großes Drama war).

Freitag, 8. Mai 2015

Dublin Streets


Sonntag, 15. März 2015

Ein Hoch auf die Matschhose


Was das Billy-Regal für Wohnzimmer, der Golf für die Generation, ist die Matschhose für unsere Kids.

Donnerstag, 12. März 2015

Ein geschenkter Tag

Sowas ist mir noch nie passiert: Ich bin in das neue Jahr mit ganzen 6 Tagen Resturlaub aus 2014 gestartet. Wie habe ich das eigentlich angestellt? Da es in Expertenkreisen als äußerst unwahrscheinlich gilt, dass SAP sich verrechnet, nahm ich dieses Geschenk mit einem breiten Grinsen an. Doch was nun? Was tun mit all diesen Tagen? Luxusprobleme deutscher Arbeitnehmerinnen denk ich mir.
Drei Tage fielen dem in den Januar hineinreichenden Weihnachtsurlaub zum Opfer (von dem ich auch bald mal erzählen will), einen Tag nahm ich vergangene Woche und 2 Tage werden in diesem Moment und den noch folgenden Stunden "abgefeiert". Die deutsche Sprache hält schon ein paar Wortkreationen bereit, die mich regelmäßig in Erklärungsnöte gegenüber meinem mexikanischen Kollegen stürzen. Dabei hat er schon genug Mühe, das Konzept der großzügigen deutschen Arbeits- und Urlaubszeit-Verteilung zu verinnerlichen.
Heute hatte ich dann frei. So richtig frei. Ein Tag, an dem ich tun und lassen konnte, was ich wollte - sieht man mal davon ab, dass Herr O. in die KITA gebracht werden wollte und auch dort nicht ewig bleiben konnte. Die Zeit zwischen 8:30 und 16:00 Uhr gehörte mir. 

Was für ein Geschenk!



Und dazu dann auch noch strahlend blauer Himmel und warme Frühlingssonne. Ihr werdet es wahrscheinlich ahnen: Jetzt bin ich totmüde und k.o. Aber auch sehr sehr glücklich.

Warum?

  • Der Wocheneinkauf ist schon erledigt.
  • Der Balkon ist mit süßen kleinen Primelchen bepflanzt
  • Das Fahrrad hat jetzt einen stabilen Ständer, damit es auch mit Kindersitz nicht umkippt
  • 11km joggen am Rhein waren anstrengend aber sehr befriedigend
  • Der DHL-Mann kam just in dem Moment als ich auch zu Hause war und überreichte mir mein neues iPhone
  • es war ratzfatz installiert und funktioniert einwandfrei
  • Herr O. und ich konnten eine Stunde lang die Nachmittagssonne auf dem Spielplatz geniessen
  • Zum Abschluss des Tages gab es Milchschaum und Kuchen
  • Jetzt ist alles ruhig und allen gehts gut.

Montag, 9. März 2015

Baustellen und schöne Dinge

Ich hatte ja vor ein paar Wochen versprochen, dass der nächste Post von "Baustellen" handeln werde. Unter Baustellen kann man sich ja vieles vorstellen. Als ich das schrieb, dachte ich auch viel mehr an persönliche Baustellen. Dinge, an denen ich etwas ändern möchte in diesem Jahr. Dass zwischen dem letzten Post und heute zwei wirkliche Bautätigkeiten lagen, war dann eher Zufall.
Unsere neue Wohnungstür wurde geliefert und eingebaut und die neuen Jalousien ebenfalls. Wenn man mal nicht damit rechnet, dass Handwerker schnell und gut arbeiten, dann tun sie das einfach völlig ungefragt. Jetzt kann man uns quasi nicht und nichts mehr klauen und bei entsprechender Einstellung auch nicht mehr sehen. Tja, das könnte es ja nun gewesen sein. 

Wären da nicht noch die wahren Baustellen des Lebens, die sich nicht so einfach wegschrauben lassen. Als ich den Rückblick auf 2015 aufschrieb, fiel mir auf, dass die kreative claribu in den letzten beiden Jahren ganz schön auf der Strecke geblieben ist. Zwischen Job, Kita, Windelwechseln und Kinderliedersingen bleibt einfach nicht mehr so viel Zeit für alle Hobbies. Bin ja froh, wenn ich meine Beine 2 mal pro Woche zum Laufen motiviere. 
Was mir echt über die Monate abhanden gekommen ist, ist das Anhören von schöner Musik (damit meine ich nicht die 20 Minuten WDR2 auf dem Weg zur Arbeit aus dem Autoradio) und das Fotografieren von Dingen, die nichts mit unserem Sohn  zu tun haben. Das würde ich gerne ändern.
Die Zukunft wird zeigen, ob mein Vorsatz realistisch ist, aber ein Versuch ist es ja allemal wert. Ich bin geneigt, meinen Ambitionen auch noch ein tolles neues Rezept hinzuzufügen. Das lass ich aber erst mal weg. Riecht zu sehr nach Anstrengung und ich will ja auch was für mich ganz alleine tun. 

Zum Anfang deshalb auch ganz unvollständig erst mal nur ein Lied. Kein Album und schon gar nix kompliziertes. Auch noch kein Foto. Erst mal sehen, was mir in den nächsten Tagen so begegnet.

Tadadada: Erlend Oye - La prima Estate
Seicht, verspielt und passt prima zum aktuellen Frühlingsausbruch. Schnell anhören!